Bundesstiftung LiveKultur etabliert den Club-Euro bundesweit
Die Bundesstiftung LiveKultur hat eine Projektförderung der Initiative Musik erhalten, um den Club-Euro – bislang ein regionales Erfolgsmodell aus Köln – bundesweit zu etablieren. Ab dem 1. September 2026 übernimmt Zora Brändle die Projektleitung. Clubs und Spielstätten können sich ab sofort zur Teilnahme melden. Teilnehmende Clubs erheben einen Euro zusätzlich pro verkauftem Ticket und führen ihn in einen gemeinsamen Topf ab. Über einen kapazitätsabhängigen Schlüssel fließt das Geld zurück: Große Häuser tragen kleine mit. Das in Köln erprobte Modell dient als Vorbild. Ziel des Pilotprojekts ist es, in mehreren Metropolregionen zu testen, unter welchen Bedingungen das Modell trägt – u.a. Beteiligungsbereitschaft, Anreizstrukturen, Governance-Akzeptanz. Parallel entsteht ein Kommunikationsansatz, der das Modell verständlich erklärt. Die Bundesstiftung LiveKultur lädt Clubs, Musikspielstätten und Veranstaltende ein, sich am bundesweiten Club-Euro zu beteiligen. Je mehr Häuser mitmachen, desto stärker trägt das solidarische Prinzip. Interessierte Spielstätten können sich ab sofort per Mail melden.
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt richtet Angebot neu aus
Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) setzt in angespannten finanziellen Rahmenbedingungen gleichermaßen auf Fokussierung und Weiterentwicklung. Mit der am 12.08.2026 unterzeichneten Zielvereinbarung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur formuliert die Hochschule ihre Vorhaben bis 2031. Die Vereinbarung setzt für Hochschule und Wissenschaftsministerium den Erwartungsrahmen und definiert Schwerpunkte, mit denen die HfMDK ihre künstlerische und wissenschaftliche Exzellenz auch unter den schwierigen Bedingungen des aktuellen Hessischen Hochschulpakts sichert. Der Fokus liegt hierbei auf dem Ausbau musikpädagogischer Angebote, Digitalisierung, der Fortsetzung von Kooperationen und der Stärkung Lehrbeauftragter und des akademischen Mittelbaus. Zugleich führt der Hessische Hochschulpakt zu Einschnitten, die vor allem Forschung und Lehre betreffen. Freiwerdende Professuren werden daher vielfach vorübergehend nicht wiederbesetzt oder entfallen dauerhaft.
Neue Studie zur Berliner Clubkultur
Erstmals seit 2019 liegt wieder eine umfassende Erhebung zur Lage der Berliner Clubs vor. Die Studie wurde von der Clubcommission Berlin e. V. im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe herausgegeben und zeigt: Die Nachfrage ist ungebrochen, aber das Geschäftsmodell hat sich gedreht. 2017 stammten über die Hälfte der Einnahmen aus Gastronomie und Getränkeverkauf, während heute der Eintritt die wichtigste Einnahmequelle darstellt. Dahinter steht ein verändertes Ausgehverhalten. Das Publikum plant den Clubabend bewusster, bleibt kürzer und trinkt weniger. Gleichzeitig steigen jedoch Kosten wie Personalkosten, Betriebskosten oder Mieten und Pacht, was die Clubs unter wirtschaftlichen Druck setzt. 95 Prozent der Befragten sehen ohne strukturelle Verbesserungen die langfristige Existenz vieler Clubs gefährdet. Die Berliner Clubkultur steht somit unter Transformationsdruck. Hierbei geht es besonders um die Öffnung landeseigener Immobilien für Clubkultur, eine verlässliche Förderkultur, die rechtliche Anerkennung von Clubs als Kulturstätten und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Livemusik in Deutschland setzt Aufwärtstrend fort
Die GEMA veröffentlicht auf ihrer Datenplattform „Song Economy“ aktuelle Zahlen zur deutschen Konzertlandschaft. Im Jahr 2025 wurde erstmals seit der Corona-Pandemie wieder das Niveau des Jahres 2019 übertroffen. Die GEMA erfasste in ihrer Auswertung insgesamt 267.145 Konzerte, was 4,5% mehr als 2024 und 1,6% mehr als im letzten Jahr vor der Pandemie entspricht.
Mittlere und größere Konzerte wachsen zahlenmäßig stärker als kleine Veranstaltungen. Kleinere Konzerte bilden jedoch weiterhin das Rückgrat des Marktes. Auch die Konzertbesuche erreichten mit rund 74,5 Millionen Besucher*innen einen neuen Höchststand. Gegenüber 2024 stieg die Zahl um rund 5,3%, gegenüber 2019 um rund 7,7%.
Regional liegen Bayern und Nordrhein-Westfalen bei der absoluten Zahl der Konzerte vorn. Berlin führt sowohl bei den Veranstaltungen als auch bei den Konzertbesuchen. Bei den Besucherzahlen folgen Hamburg und Köln. Die Lanxess-Arena in Köln war 2025 erstmals die meistbesuchte Konzertlocation Deutschlands.
Katharina Morin erhält den Förderpreis Deutschlandfunk
Die 1994 geborene Dirigentin Katharina Morin (Foto: Jakob Schad) erhält den Förderpreis Deutschlandfunk beim Musikfest Bremen 2026. Sie überzeugte die Deutschlandfunk-Musikredaktion und die Leitung des Musikfest Bremen mit ihren einfühlsamen Interpretationen, ihrer differenzierten Gestaltung und natürlichen Ausstrahlung. Die Preisverleihung fand am 23. August im Konzerthaus „Die Glocke“ statt. Der Preis umfasst eine CD-Produktion und ein Engagement beim Musikfest Bremen 2027.
Katharina Morin erhielt mit acht Jahren ihren ersten Cellounterricht und spielte in ihrer Jugend in verschiedenen Jugendorchestern. Nach dem Schulmusikstudium absolvierte sie ein Chorleitungsstudium an der Universität für Musik und Theater München, anschließend bei Marcus Bosch und Georg Fritzsch ein Studium der Orchesterleitung. Sie debütierte bereits in renommierten Konzertsälen und mit namhaften Chören und Orchestern. Seit 2025 ist sie Assistentin des GMD am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Ein Jahr zuvor hat die heute 32-Jährige den Deutschen Preis für Chordirigieren beim RIAS Kammerchor in Berlin gewonnen und den dritten Preis beim Dirigierwettbewerb La Maestra in Paris.
Popakademie und Fraunhofer-Institut starten Forschungsprojekt „Perspektive 2036 – Musikwirtschaft in der Zukunft“
Die Popakademie Baden-Württemberg untersucht gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT im zweijährigen Forschungsprojekt „Perspektive 2036 – Musikwirtschaft in der Zukunft“, wie generative Künstliche Intelligenz Musikproduktion, Distribution, Rechteklärung, Lizenzierung und Verwertung bis zum Jahr 2036 verändern kann. Ziel ist es, mögliche Zukunftsbilder der Musikwirtschaft und Musikkultur zu entwickeln und daraus konkrete Empfehlungen und Handlungsbedarfe für politische Entscheidungsträger*innen abzuleiten. So sollen frühzeitig die Voraussetzungen für einen rechtssicheren, fairen und kulturell verantwortungsvollen Umgang von KI im Musikbereich geschaffen werden. Im Rahmen des Programms Insight II wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das Projekt wird beim „INSIGHT Forum 2026 – Interdisziplinäre Perspektiven auf disruptive Innovationen“ am 29. und 30. September 2026 in Berlin vorgestellt.
Kleinkunstreihe „Die Katze im Sack“ sucht Musiker*innen
create music NRW schreibt Band- und Solomusiker*innenförderung aus
Für Projekte in 2026 schreibt create music NRW wieder Fördermittel für Bands und Solomusiker*innen aus. Bis zum 1. September 2026 könnt ihr als Nachwuchsact aus NRW eine Förderung in Höhe von 500€ beantragen. Voraussetzung ist, dass:
- ihr wohnhaft in NRW seid.
- ihr zwischen 14 und 27 Jahre alt seid (bei Bands gilt der Durchschnitt).
- ihr eigene Musik schreibt.
- ihr Popmusik macht. Dazu gehören alle popmusikalischen Spielarten von Hip-Hop bis Metal (lediglich die Förderung von Jazz und Klassik ist ausgeschlossen).
- ihr ein Projektvorhaben mit konkretem musikalischen oder künstlerischen Output plant (keine Anschaffungen von Instrumenten oder
Software). - euer Vorhaben bis zum 31.12.2026 abgeschlossen ist.
Das Antragsformular könnt Ihr hier runterladen. Es muss per Mail (im offenen PDF-Format, nicht als Scan oder Foto-/Bilddatei) eingereicht werden.
Open Call: Sektor 9000 e. V. sucht Musiker*innen für Wohnzimmerkonzerte (Trier)
Der Sektor 9000 e. V. in Trier sucht Musiker*innen für seine Wohnzimmerkonzertreihe „Tapis rouge“ und freut sich über Bewerbungen aus allen Musikrichtungen, egal ob Solo-Act, Duo oder kleine Band, besonders von Nachwuchs-Künstler*innen. Die Konzertreihe soll im Oktober und November stattfinden, jede*r Künstler*in/ Band erhält eine Gage. Interessierte schicken eine Mail oder DM via Insta mit 2-3 Videos ihrer Musik, Weblinks und den gewünschten Zeitraum (Okt/Nov). Anmeldeschluss: 05.09.26
Musikfonds – Kleine Projektförderung
Der Musikfonds hat die dritte Runde der Kleinen Projektförderung ausgeschrieben. Bis zum 30. November 2026 können Anträge auf Förderungen von bis zu 3.000 Euro gestellt werden. Gefördert werden insbesondere Projekte im ländlichen Raum und in strukturschwachen Regionen sowie Vorhaben im öffentlichen Raum. Anträge können online über den Musikfonds eingereicht werden. Alle Informationen und die Antragsunterlagen gibt es auf der Website des Musikfonds.
Hi Five Jazz Award 2026: Preisträger*innen stehen fest
Die Rotary Organisation im Allgemeinen und der Rotary Club Hildesheim im Speziellen setzen sich seit vielen Jahren u.a. für die Kulturförderung ein. Der Rotary Club Hildesheim lobt einen oder zwei mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Musikpreise für Bands und Formationen in der Kategorie Jazz aus. In diesem Jahr hat sich die Jury in einem mehrstufigen Auswahl- und Bewertungsverfahren für zwei Preisträger*innen entschieden, die sich den Preis teilen und ihre Konzerte am 20.11.26 in Hildesheim geben werden: Das sind Karolina Strassmayer & Drori Mondlak – Klaro! mit ihrer Quartett-Besetzung sowie das Mareike Wiening Quintet um die herausragende Schlagzeugerin Mareike Wiening. Wir sagen herzlichen Glückwunsch an alle Musiker*innen!
Rescue Mechanismus für Veranstalter*innen
Das Risiko, auf Kosten sitzen zu bleiben, lähmt die Kultur. Immer mehr Events müssen verschoben oder sogar abgesagt werden. Die Macher*innen der Ticketplattform Good Tix wollen dem etwas entgegensetzen und wollen Veranstaltungen, denen wegen zu geringer Vorverkaufszahlen die Absage droht, mit einem sogenannten Rescue-Mechanismus unterstützen. Damit soll vor allem kleinere und mittlere Locations geholfen und die Vielfalt der Livekultur erhalten werden.
Wie funktionierts?
1. Einen kostenlosen Account anlegen.
2. Ab mindestens fünf online gestellten Events kann für jedes beliebige Event ein Antrag gestellt werden.
3. Die Plattform prüft jeden Antrag und macht bei Zusage ein Rescue-Angebot (max. 1.500 €) (Rechner).
4. Nimmt das Veranstaltungteam das Angebot an, wird ein vereinbartes Ticketkontingent in den Pay-as-you-wish-Modus geschaltet und die Plattform hilft bei der Vermarktung des Events.
Du erhältst den Rescue-Betrag unabhängig von der Menge der verkauften Tickets, sodass du Planungssicherheit bekommst. Klingt nach einer guten Idee!

