„Downbeat Critics Poll“ kürt Silke Eberhard, Angelika Niescier & Potsa Lotsa XL
Seit 74 Jahren ruft das amerikanische Downbeat Magazine Kritiker*innen dazu auf, ihre Wahl für den jedes Jahr im Sommer publizierten „Downbeat Critics Poll“ zu treffen. Selten werden dabei deutsche Musiker*innen geehrt, aber in diesem Jahr haben sich die 236 Jazzjournalist*innen u.a. für zwei einheimische Künstlerinnen entschieden: zum einen wurde die Berliner Altsaxofonistin Silke Eberhard (Foto: Dovile Sermokas) zum „Rising Star Alto Saxophonist of the Year“ gekürt und erreichte mit ihrer Band Potra Lotsa XL in „Rising Star Large Ensemble of the Year“ den dritten Platz. Ebenfalls als aufstrebende Altsaxofonistin konnte die Kölner Altsaxofonistin Angelika Niescier auf Platz 4 punkten.
Die Gitarristin Mary Halvorson machte das Rennen gleich in drei Kategorien („Artist of the Year“, „Group of the Year“ und „Guitarist of the Year“). Auch die Vibrafonistin Patricia Brennan wurde zweimal prämiert. Erneut wurde die Komponistin und Bandleaderin Maria Schneider mit ihrem Orchester bestes „Large Ensemble of the Year“ und sie selbst „Composer of the Year“. Außerdem wurde die im August 2025 gestorbene Sängerin Sheila Jordan in die „Downbeat Hall of Fame“ gewählt. Beste Sänger*in wurde Cécile McLorin Salvant, während Kris Davis beste Pianistin, Linda May Han Oh beste Bassistin und Nicole Mitchell beste Flötistin des Jahres geworden sind. Als „Beyond Instrumentalist of the Year“ wurde die Cellistin Tomeka Reed und „Beyond Artist of the Year” Rhiannon Giddens ausgezeichnet.
Stadt Frankfurt stellt Jazzstipendium neu auf
Das Frankfurter Jazzstipendium wird seit 1991 vergeben, um die künstlerische Weiterentwicklung der lokalen Jazzszene zu fördern. Gesucht werden professionelle Jazzmusiker*innen mit Arbeitsschwerpunkt in Frankfurt, die mit ihren Projekten neue Impulse für die Szene setzen. In diesem Jahr soll der „Jazzstandort Frankfurt“ für größere Besetzungen attraktiver werden. Deshalb sucht der neu eingerichtete Projektbeirat insbesondere Bewerbungen mit Projektvorschlägen, die sich auf die künstlerische Weiterentwicklung größerer Ensembles konzentrieren. Neben dem klassischen Bigband-Format können Projekte eingereicht werden, die sich als gemischtes Ensemble mit mind. 8 Mitwirkenden verstehen. Hierbei legt die Jury wie immer ein offenes, an den aktuellen Strömungen und Tendenzen der Gattung Jazz orientiertes Verständnis zu Grunde.
Für das Jahr 2026 gelten folgende Schwerpunktkriterien:
● Großensembles mit mindestens acht Mitwirkenden in gemischter Besetzung
● das eingereichte Projekt vermittelt hohe künstlerische Qualität auf der Basis von Eigenkompositionen und Eigenarrangements, und bringt künstlerische Individualität in Form von Besetzung, Interaktion, Interpretation und der Arbeitsweise im Ensemble zum Ausdruck
● um die Vernetzung innerhalb der Szene zu stärken, sind Projekte besonders erwünscht, die eine hohe Einbindung lokaler Akteure nachweisen können
● ebenso erwünscht sind Bewerbungen von divers besetzten Gruppen, sowie Projekte, die einen hohen Anteil junger Mitwirkender (unter 35 Jahre) und/oder eine generationenübergreifende Besetzungen nachweisen
Bewerbungsschluss: 18. September 2026
Goethe-Institut: Internationaler Koproduktionsfonds
Mit dem IKF fördert das Goethe Institut die Entwicklung neuer Produktionen sowie die Weiterentwicklung bereits bestehender Produktionen in Musik, Theater, Tanz, und Performance, die künstlerisch hochwertig sind und öffentlich wirken. Eine gemeinsame künstlerische Entwicklung des Projektes zwischen den Koproduktionspartner*innen ist unabdingbar. Aus der Bewerbung muss klar hervorgehen, dass ein echtes beidseitiges Interesse an der dialogorientierten Produktion vorliegt. Das Arbeitsergebnis soll im Ausland in einem professionellen Umfeld präsentiert werden, wenn möglich auch in Deutschland. Neben reinen Musik-, Tanz- oder Theaterproduktionen sind interdisziplinäre, hybride Vorhaben oder Projekte mit sinnvollem Einsatz digitaler Medien möglich.
Sämtliche Projektkosten, wie z.B. Künstler*innenhonorare, Reise- und Produktionskosten können berücksichtigt werden. Die beantragte Fördersumme sollte 30.000 € nicht über- und 15.000 € nicht unterschreiten. Von der Förderung ausgeschlossen sind rein kommerzielle Projekte, Auftragsarbeiten, reine Gastspiele oder Tourneen, Vorhaben mit reinem Residenzcharakter, Musikaufnahmen, Film- oder Ausstellungsvorhaben ohne performativen Ansatz, sowie laufende Betriebskosten. Bewerbungsschluss: 1.10.2026
Monom Akuthilfefonds
Die MONOM Stiftung unterstützt mit dem Akuthilfefonds selbstverwaltete Zentren, Wohnprojekte, queere Cafés und ähnliche Räume bei plötzlich entstehenden finanziellen Belastungen. Gefördert werden u.a. Maßnahmen nach Angriffen, rechtliche Unterstützung oder sicherheitsrelevante Anschaffungen. Die Förderung beträgt in der Regel bis zu 2.000 Euro und richtet sich an gemeinnützige, selbstorganisierte Träger mit kollektivem und diskriminierungssensiblem Anspruch.
Amateurmusikfonds: vierte Runde (bis 30.9.)
Der Amateurmusikfonds geht in die vierte Runde: Ab sofort können Chöre, Orchester, Bands, Musikvereine und -verbände Förderanträge stellen. Die Präsidentin des Bundesmusikverbands Chor & Orchester (BMCO), Derya Türk-Nachbaur MdB, ruft zur Bewerbung auf: „Unter dem Motto ‚Teilhabe leben, Vielfalt stärken‘ möchten wir die Amateurmusik in ihrer ganzen Breite weiterentwickeln. Der Amateurmusikfonds ermöglicht engagierten Ensembles und Vereinen in ganz Deutschland, ihre innovativen Ideen umzusetzen und neue Wege zu gehen. Wer sich zukunftssicher aufstellen und besondere Projekte realisieren möchte, sollte diese Chance nutzen und sich jetzt bewerben.“ Bewerbungsschluss: 30.9.2026
Deutsches Kinderhilfwerk: Themenfonds Kinderkultur
Über den Themenfonds “Kinderkultur” fördert das Deutsche Kinderhilfswerk Projekte für Kinder und Jugendliche aus allen Kultursparten. Dabei wird von einem weiten Kulturbegriff ausgegangen: von Tanz, Zirkus, Trickfilm über Rap und Alltagskultur ist alles möglich. Der Fokus sollte auf dem gemeinsamen ästhetisch-kulturellen Prozess liegen. Wichtig ist außerdem, dass die beteiligten Kinder und Jugendlichen im Projekt möglichst stark beteiligt werden: von der Projektplanung bis zur Projektumsetzung. Bewerben können sich Kinder und Jugendliche (mit Unterstützung einer volljährigen Person), Bürgerinitiativen, Vereine, operative Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften. Organisierte Jugendinitiativen, Schülervertretungen oder Kinder- und Jugendparlamente, die nicht selbst rechtsfähig sind, können eine Förderung über eine Kooperation mit gemeinnützigen Trägern erhalten. Bewerbungsschluss: 30.9.2026
Open Call: ARTIFICIAL Kunst & KI Festival
ARTIFICIAL lädt Künstler*innen, freie Gruppen und soziokulturelle Zentren aus ganz Deutschland ein, Arbeiten einzureichen, die sich künstlerisch mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Gesucht werden Projekte aus allen Sparten: Theater, Tanz, Literatur, Film, bildende Künste, Medienkunst, Musik, Performance und hybride Formate. Besonders erwünscht sind Arbeiten, die KI nicht nur als Werkzeug nutzen, sondern als künstlerisches Gegenüber, als Thema oder als kritische Reibungsfläche. Projekte, die Mechanismen, Grenzen oder gesellschaftliche Auswirkungen von KI sichtbar machen, werden bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungsschluss: 30.11.2026
bkj: Mitarbeiter*in für Fördermittel gesucht (Berlin)
Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) sucht ab 01. September 2026 für ihren Standort in Berlin eine*n Mitarbeiter*in für Fördermittel mit einem Umfang von 30 Wochenstunden (verhandelbar). Die Stelle ist aus haushaltsrechtlichen Gründen zunächst bis zum 31. Dezember 2027 befristet – es wird jedoch ausdrücklich eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt. Die Vergütung erfolgt in Höhe der Entgeltgruppe 8 TVöD-Bund. Geboten werden 30 Tage Jahresurlaub, eine sehr gute betriebliche Altersversorgung, Möglichkeiten des mobilen Arbeitens, berufliche Fortbildungsmöglichkeiten und ein Zuschuss zum Deutschlandticket. Es erwartet Sie ein hohes Maß an Eigenständigkeit in der Zusammenarbeit mit motivierten Kolleg*innen, eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit mit Raum für individuelle Gestaltung und eine moderne IT-Ausstattung. Bewerbungsfrist: 31. Juli 2026
Generalsekretär*in bei der Jeunesses Musicales Deutschland (Weikersheim)
Die Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) mit Standort an der Musikakademie Schloss Weikersheim sucht zum 1. September 2027 eine herausragende Persönlichkeit als Generalsekretär*in (Vollzeit, unbefristet, bis TVöD E15). Die JMD ist die deutsche Sektion der Jeunesses Musicales International (JMI), der größten Jugendkulturorganisation der Welt. Die JMD vertritt als Fachverband deutscher Jugendorchester über 300 korporative Mitglieder mit 15.000 Jugendlichen auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene. Die gesuchte Person soll „die JMD mit strategischer Weitsicht, künstlerisch-pädagogischem Gespür und unternehmerischer Verantwortung weiter in die Zukunft führen“. Bewerbungsfrist: 30. September 2026
Kultursommer Rheinland-Pfalz 2027
„Scherz, Satire – und tiefere Bedeutung“ – das ist das Motto des nächsten Kultursommers. Im Jahr 2027 wird Dada 111 Jahre alt. Zu diesem Anlass will der Kultursommer Rheinland-Pfalz der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ein Kultursommer-Programm mit „schrägen“ Elementen und mit viel Witz, Scherz, Heiterkeit, Komik, Parodie und Satire zeigen. Unsinn, Frohsinn, Hintersinn – selbstverständlich auch mit tieferer Bedeutung, um den oft zitierten Titel des selten gespielten deutschen Lustspiels von Chr. D. Grabbe ansprechen. Die Antragsstellung für den Kultursommer 2027 ist ab sofort möglich und erfolgt komplett digital über das Antragsportal. Einsendeschluss: 31. Oktober 2026 (bei neuen Projekten mit einem Zuschussbedarf über 5.000 € bitte bis zum 30. September).
In diesem Jahr werden erstmalig digitale Beratungstermine angeboten; allgemeine Informationsveranstaltungen zum Kultursommer und der Antragsstellung (19.08./18.09.) sowie zum Motto (20.08./08.09.) (Anmeldung).
DJ-Contest 2026: Fett.ival
Fett e.V. und LAG Songkultur e.V starten gemeinsam einen DJ-Contest für das Fett.ival auf Niederburg Kranichfeld (21.-22.8.2026). Gesucht werden DJs mit eigenem Sound, die mehr wollen als Bedroom-Sets oder kleine Club-Slots. Zwei Gewinner*innen erhalten einen Auftrittsslot beim Festival sowie ein Preisgeld, das sie an eine selbst gewählte Initiative weitergeben. Organisiert von Fett e.V., steht das Festival für elektronische Musik, Subkultur und ein solidarisches Miteinander – ein Ort, an dem nicht nur aufgelegt wird, sondern Szene entsteht. Das Ziel ist es, neue Talente sichtbar zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Interessierte DJs bewerben sich über ein Online-Formular mit ihrem DJ-Namen, den eigenen Genres, einem Set (z. B. via SoundCloud oder Mixcloud) und ein paar Worten zu sich und ihrem Sound. Bewerbungsschluss: 26.07.2026
CfP: „Music, Gender, Climate, and the Natural World: Approaches Across Disciplines“ (20.-22.5.2027)
Der Klimawandel fordert uns auf, das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu hinterfragen und eine Neupositionierung sowie Dezentrierung des Menschen in Betracht zu ziehen. Im Rahmen dieses Diskurses haben Wissenschaftler*innen, Musiker*innen und Künstler*innen begonnen, sich zu fragen, wie künstlerische Prozesse zu diesen Denk- und Handlungsansätzen beitragen können und wie ein Umdenken hinsichtlich der Stellung des Menschen unser Verständnis von Musik und Kunst sowie deren Verhältnis zur Natur beeinflussen kann. Die Konferenz „Music, Gender, Climate, and the Natural World: Approaches Across Disciplines“ vom 20.-22.5.2027 am Zentrum für Genderforschung und Diversität in Graz (AT) ergründet die Zusammenhänge zwischen Musik, ästhetischer Reflexion und künstlerischer Praxis, die sich aus der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Ökomusikologie und Gender Studies ergeben. Konkrete Fragen könnten unter anderem folgende sein, sind jedoch nicht darauf beschränkt: Inwiefern stehen Geschlecht, Musik, Klang und Natur miteinander in Beziehung? Einreichfrist: 15.10.2026

