Koalition der Freien Szene: Honorarempfehlungen für Frankfurt

Die Koalition der Freien Szene Frankfurt setzt sich spartenübergreifend für die Interessen freier Künstler*innen ein. Der Arbeitskreis Freie Musikszene hat nun Honorar-Flyer für Unterrichts- und Konzerthonorare ausgearbeitet. Diese sollen Musiker*innen dafür sensibilisieren, die eigene Arbeit wertzuschätzen und auf ein tatsächlich auskömmliches Einkommen hinzuarbeiten. Gleichzeitig wollen sie so auch die Öffentlichkeit über die Arbeitsleistung von Musiker*innen informieren. Die Empfehlungen orientieren sich am TVÖD für festangestellte Musikschullehrkräfte und den bisher aufgestellten Honorarstandards von Ver.di, der DOV und den Empfehlungen des DTKVs Baden-Württemberg. Sie beziehen die Lebenshaltungskosten und Altersvorsorge mit ein, berücksichtigen die tatsächlich aufgewendeten Stunden der beruflichen Arbeit und setzen sich mit Fragen der Armutsschwelle auseinander. Bisher erzielen Musiker*innen in der Regel Einkommen, die unter den Lebenshaltungskosten in Frankfurt liegen. Das hat auch geringe Alterseinkünfte und damit eine langfristig prekäre Lebenssituation zur Folge. Auch die Vertragsbedingungen bei Konzerten sind oft nicht fair, so wird zum Beispiel oft kein Ausfallhonorar gezahlt. Auch solche Zusatzkosten sind in die Flyer eingearbeitet.

Die Koalition weist darauf hin, dass Berufsmusiker*innen eine lange Ausbildung und Professionalisierung mitbringen, sich während der gesamten Karriere durch tägliches Üben weiterbilden, das eigene Instrument (Anschaffungskosten meist im fünf- bis sechsstelligen Bereich) kostenlos zur Verfügung stellen, für dessen Versicherung und Unterhaltskosten selbst aufkommen und für dessen Pflege nicht vergütete Zeit aufwenden. Zudem werden sie im Fall von krankheitsbedingtem Ausfall nicht vergütet und sind bei Berufskrankheiten gänzlich sich selbst überlassen. In jedem nichtkünstlerischen Beruf werden entsprechende Faktoren selbstverständlich in die Honorarsätze einberechnet. Zwar können die angestrebten Honorarempfehlungen wahrscheinlich nicht von heute auf morgen erreicht werden, aber das Problem muss sichtbar gemacht und angegangen werden.

29.10.2021

Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. sucht Geschäftsführung

Der Landesverband Soziokultur Sachsen e.V., Dachverband für soziokulturelle Zentren und Initiativen im Freistaat Sachsen, schreibt die Stelle der Geschäftsführung neu aus. Die Stelle ist möglichst zum 01.01.2022 neu zu besetzen (Vollzeit, 40 Std./Wo., unbefristet). Dienstort ist Dresden. Gesucht wird eine führungserfahrene Person mit hohem Gestaltungsanspruch und einem ausgeprägten kulturpolitischen Verständnis sowie Fachkenntnissen der soziokulturellen Arbeit und ihr anhängender Arbeitsfelder. Bewerbungen bis zum 30.11.2021.

28.10.2021

Online-Vortrag über Macht und Missbrauch im Klassikbetrieb 03.11.2021

Wo fängt Machtmissbrauch an? Woher kommen die Strukturen in der Musikindustrie und Musikvermittlung, die Übergriffe unsichtbar und unsagbar machen? Wie können rechtzeitige Grenzsetzungen aussehen? Wohin kann ich mich wenden, wenn ich selbst Opfer oder Zeuge von Machtmissbrauch werde? Diese Fragen behandelt der Online-Vortrag „Es schadet sonst deiner Karriere – Macht und Missbrauch im Klassikbetrieb“ mit Ass.-Prof. Dr. Anke Charton (Universität Wien) am 03.11.2021, zu dem die Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ab 18 Uhr einlädt. Der Vortrag mit anschließenden Diskussionsgruppen bietet anhand von Fallbeispielen und Best-Practice-Modellen eine Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch in musik- und kulturbezogenen Arbeitsfeldern. Er liefert eine Einführung in den Themenkomplex Macht/Missbrauch und sensibilisiert für Strukturen und gewachsene Narrative in Praxis und Ausbildung. In der Kombination aus Vortrag und Diskussion werden Vokabular und Best-Practice-Beispiele bereitgestellt, um weitere Aufklärungs-, Präventions- und Mediationsarbeit zu unterstützen.
Die Teilnahme via Zoom ist kostenlos, eine Anmeldung bis 1. November 2021 per Mail erforderlich. Die Zugangsdaten werden per Mail vor Veranstaltungsbeginn zugesandt.

28.10.2021

#MelodivaSpotlight: Nicole Johänntgen mit neuer Radio Show & Workbook

Die Saxophonistin und Komponistin Nicole Johänntgen wohnt seit 16 Jahren in der Schweiz und hatte zu Beginn eine Radio Sendung bei Radio LoRa in Zürich: „die rote Sieben“. In Anlehnung an diese Sendung entstand eine neue, die Saxophone Online Radio Show auf Radio Popscene. Am kommenden Sonntag, 31.10. läuft sie zum ersten Mal von 14 – 15 Uhr, dann stellt sie Saxophon-Spieltipps und Musik von angesagten Saxophonist*innen vor. Hört doch mal rein und schreibt ihr, wie ihr die Show findet.
Außerdem hat sie ein neues Workbook veröffentlicht. Das Saxophone Workbook Vol. 2. enthält 40 groovige Eigenkompositionen mit Saxophone-Play-Along und erscheint als E-Book für 25 Euro. Hier könnt Ihr einen Einblick gewinnen und das Workbook direkt bei ihr per Mail bestellen.

28.10.2021

Juniorprofessur für Musikwissenschaft (W1) mit Tenure Track (W2) (w/m/d)

Die Universität zu Köln ist eine der größten und forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands mit einem vielfältigen Fächerangebot. Sie bietet mit ihren sechs Fakultäten und ihren interfakultären Zentren ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen und international herausragender Profilbereiche. Diese Ausschreibung erfolgt im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (WISNA). Sie richtet sich an Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase. Zu den Aufgaben der Professur gehört die Lehre in den Studiengängen des Fachs Musikpädagogik (Lehramt Musik, Musikvermittlung, Ästhetische Erziehung). Erwartet wird die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit sowie zur Mitarbeit in der akademischen Selbstverwaltung. Die/der künftige Stelleninhaber*in soll das Fach Musikwissenschaft in der Lehre in seiner ganzen Breite vertreten und im Bereich der historischen Musikwissenschaft ausgewiesen sein. Darüber hinaus wird mindestens ein Forschungsschwerpunkt im Bereich der systematischen Musikwissenschaft erwartet (z.B. Musikpsychologie, Musiksoziologie, Medienforschung oder Kulturwissenschaft). Bewerbungsschluss: 21.11.2021

28.10.2021

Video & Bundestags-Petition zur Erkrankung ME/CFS

Im Song „Believe Her“ hat die Singer-/Songwriterin Kaeley Pruitt-Hamm in sehr eindrücklichen und poetischen Worten ihre neuroimmunologische Erkrankung ME/CFS zum Thema gemacht. Diese ist noch nicht richtig erforscht und Betroffene werden, vielleicht weil die Krankheit wie andere immunologische Erkrankungen mehr Frauen als Männer betrifft, häufig nicht ernst genommen und als psychische Störung (weibliche Hysterie!) diagnostiziert. Jetzt gibt es die Chance, mit einer Petition für dringend notwendige Forschungsmittel, Versorgung und Anerkennung im Sozialgesetzbuch den Bundestag um Unterstützung zu bitten. Wenn bis zum 09.11.2021 50.000 Unterschriften zusammen kommen, erhalten die z.T. schwerkranken ME/CFS-Patient*innen automatisch eine Anhörung im Bundestag. Die Petition macht vielen Patient*innen, die z.T. seit 20-30 Jahren krank sind, unglaublich viel Hoffnung!  Hier könnt ihr die Petition mitzeichnen.

 

ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft zu einem hohen Grad der körperlichen Behinderung führt und häufig zu einer sehr niedrigen Lebensqualität führt. Ein Viertel aller Patient*innen kann das Haus nicht mehr verlassen, viele sind bettlägerig und schätzungsweise über 60% arbeitsunfähig. In Deutschland sind etwa 250.000 Menschen betroffen, darunter 40.000 Kinder. Angehörige müssen in vielen Fällen ihre schwerbehinderten Kinder, Partner oder Eltern selbst pflegen, weil Pflegekassen die Schwere der Krankheit nicht anerkennen. Anträge auf Sozialhilfe sowie auf Erwerbsminderungsrente werden oft abgelehnt. In Deutschland wurden bis zum Jahr 2021 keine Gelder für eine adäquate Aufklärung medizinischer Fachkreise oder zur Förderung biomedizinischer und klinischer Forschung bereitgestellt; 2021 erstmals ein geringer Betrag. Ein Wissenstransfer wegweisender internationaler Studien findet kaum statt.

 

28.10.2021

Digitales Symposium: „Jazzvermittlung trifft Politische Bildung“ 06.11.2021

Die Deutsche Jazzunion lädt gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zum digitalen Symposium Jazzvermittlung trifft Politische Bildung ein, das am Samstag, 6.11.2021 von 10–19 Uhr stattfindet. Im Fokus stehen Reflexive Praktiken in den unterschiedlichen Settings von Jazzvermittlung und politischer Bildung. Das Programm richtet sich an alle interessierten Jazzmusiker*innen, Jazzpädagog*innen und politischen Bildner*innen und findet im Rahmen der digitalen Veranstaltungsreihe Digitale Akademie „Insight Out” der Deutschen Jazzunion statt. Das Symposium ist Teil des Kooperationsprojekts “Jazzpilot*innen” der Deutschen Jazzunion, das seit 2020 läuft und gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb Berührungspunkte zwischen Jazzvermittlung und politischer Bildung auslotet. Grundidee des Kooperationsprojekts ist die Förderung von Diskurs- und Demokratiefähigkeit durch systematisch angeleitete und gerahmte musikalische Improvisation in Instrumentalklassen, Schulensembles und -chören. Ziel ist der Aufbau eines flächendeckenden Bildungsangebots, das die Potentiale der pädagogischen Arbeit mit improvisierter fokussiert. Eine Anmeldung zum Symposium ist bis zum 05.11.2021 hier möglich. 

28.10.2021

#MelodivaSpotlight: Salma mit Sahne mit neuem Video „Distanz“

Wer kennt es nicht, Distanzen in Beziehung, ob räumlich getrennt oder auseinander gelebt, ob Liebesbeziehung oder Freundschaften. „Ich hab’ da eine Ahnung das das nichts mehr wird“, so startet Salma den Song an der Gitarre und wird mit gesanglichen Harmonien, Akkordeon (Lisa Jeck), Schlagzeug (Mathieu Bech) und Bass (Lennart Scheuren) begleitet. Wie das Lied ausgeht? Am besten selbst hören, Song und Video haben Salma mit Sahne im Februar in der Filzerei von Steph Selke im Dezernat16 (Heidelberg) aufgenommen.

 

28.10.2021

Tagung „Nachhaltigkeit als kulturelles Projekt“ 19.-21.11.21

Vor zwanzig Jahren wurde an der Evangelischen Akademie Tutzing das Tutzinger Manifest verabschiedet, ein Aufruf zur nachhaltigen Gestaltung von Kultur(politik). Seitdem hat sich der Nachhaltigkeitsbegriff weiterentwickelt und auch gesellschaftlich hat sich viel getan: Mit der UN Agenda 2030, Fridays For Future und dem europäischen Green Deal wurde und wird Nachhaltigkeit zu einem großen, kulturellen Projekt. Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele formuliert, die neben der Ökologie auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Bildung, Diversität und Gesundheit in den Blick nehmen. Grund genug also, das Thema Nachhaltigkeit in der Kulturpolitik anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Manifests wieder aufzugreifen: In seiner Tradition sucht die Tagung nach Wegen für ein dynamisches Weitergehen. Ziel ist nicht zuletzt, im Anschluss an die Konferenz ein neues Manifest zu formulieren. Anmeldeschluss: 5. November 2021

Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Tutzing, Schlossstraße 2+4, 82327 Tutzing

28.10.2021

2021 MMRC Lecture: „Queering Identity in Music“ 11.11.21 Wien

Das Music and Minorities Research Center (MMRC) an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien lädt am 11.11.2021 ab 19 Uhr zur Veranstaltung „Queering Identity in Music: Perspectives from Ethnomusicology“ ein: „Das Anfechten fester Identitätskonzepte beeinflusst zunehmend den politischen Aktivismus mehrerer marginalisierter Gemeinschaften in Europa und darüber hinaus. Diese Entwicklungen sind auch in einer Reihe von musikalischen Praktiken wirksam. Anhand von Beispielen aus der LGBTQ+-Community und Minderheitengemeinschaften in Indien beleuchtet die MMRC-Lecture 2021 die Relevanz sowie die Herausforderungen von „Queering Identität“ für Minderheitenforschung und Minderheitenpolitik, indem sie wissenschaftliche, aktivistische und künstlerische Standpunkte zusammenbringt“. Die Veranstaltung in englischer Sprache kann vor Ort in der Universität für Musik und Darstellende Kunst (Joseph Haydn Halle) in Wien und online besucht werden.

26.10.2021

Konferenz „Stadt nach Acht“ 25.-26.11.2021 Berlin

„Stadt nach Acht“ – die international wichtigste Konferenz zum Nachtleben – präsentiert an drei Tagen im November wieder geballtes Expert*innenwissen in einem übervollen Programm. Mehr als 200 Expert*innen aus über 30 Nationen verknüpfen auf der Berliner Fachkonferenz in über 60 Panels und 6 parallelen Strängen ihr Wissen aus den Bereichen Kultur, Stadtentwicklung, Gesundheit & Sicherheit und Ökonomie. Auch zahlreiche Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung diskutieren mit den Anwesenden mögliche Entwicklungspfade für die nächtliche Stadt von morgen. Vor welchen Herausforderungen stehen die Städte und ihre Peripherien, ihren 24h-Gesellschaften gerade in der Nacht liebens- und lebenswerte sowie konfliktarme und zukunftsweisende Bedingungen zu bieten? Es geht um Strategien für nach und während Corona, Drogenpolitik, den Support von female Acts, das Bundesschallschutzprogramm, safer spaces, Nachhaltigkeit, Rassismus, Stigmatisierung, Sexismus, Nachtmobilität, Kulturräume und mehr.

26.10.2021

Jetzt bewerben: Dieter Wasilke Folk-Förderpreis

Der Dieter Wasilke Folk-Förderpreis ist eine jährliche Initiative des Vereins Venner Folk Frühling e.V. mit freundlicher Unterstützung der Zeitschrift Folker. Er hat das Ziel, den Folkmusik-Nachwuchs zu unterstützen und richtet sich an alle Musiker*innen, ganz gleich ob Solisten oder Gruppen, die in den Segmenten europäische und/oder nordamerikanische Folkmusik tätig sind.  Teilnahmeberechtigt sind alle Musiker*innen mit Wohnsitz in Deutschland, die zum Zeitpunkt der Bewerbung das 35te Lebensjahr nicht überschritten haben (Solisten) oder deren Durchschnittsalter 35 Jahre nicht überschreitet (Gruppen). Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Solisten und Gruppen, die bereits im Rahmen eines Konzertes beim Venner Folk Frühling e. V. aufgetreten sind. Bandmitglieder dürfen innerhalb des Wettbewerbes nicht in mehreren Formationen vertreten sein. Die Bewerbung erfolgt über die Homepage www.folkfruehling.de und beinhaltet maximal 3 MP3-Files mit jeweils 1 Musikstück (Maximallänge pro Stück 5 Minuten), ein Foto sowie einem File mit einer Eigendarstellung inkl. Altersangaben. Die Bewerbungsfrist für den 3. Dieter Wasilke Folk-Förderpreis läuft vom 01.09. bis zum 30.11.2021

Die Bewerbungen werden von einer zehnköpfigen Jury im Onlineverfahren nach Punkten beurteilt. Die drei Sieger erhalten eine Einladung zu dem Finalkonzert auf dem Festival 24. Venner Folk Frühling am 07.05.2022 auf der Mühleninsel. Für diese Einladung übernimmt der Veranstalter Fahrt- und Übernachtungskosten. Das Finalkonzert besteht aus einem Kurzauftritt von 30 Minuten Länge, der von einer fünfköpfigen Jury vor Ort bewertet wird. Alle Finalisten erhalten ein Preisgeld. 1.Preis 1000,- €, 2. Preis 500,- €, 3. Preis 250,- €. Der 1. Preis wird von Dieter Wasilkes Familie gesponsert, der 3. Preis von PROFOLK. Der Sieger erhält zudem einen bezahlten Auftritt im Rahmen des nächstjährigen Festivals sowie einen Artikel in der Zeitschrift Folker.

26.10.2021