Menschen produzieren auf einem Festival nicht mehr Müll als in ihrem Alltag. Das geht aus den ermittelten Abfallmengen hervor, die FKP Scorpio für seine Festivals Tempelhof Sounds, Hurricane, Southside, Highfield und M’era Luna im Jahr 2022 veröffentlicht hat. Mit dieser Auswertung sowie einem Überblick über seine Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Ziele möchte der Kulturveranstalter zeigen, dass Großveranstaltungen und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sein müssen. Die Müllmengen entsprächen der normalen Menge an Haushaltsabfällen, die jede*r Einwohner*in pro Tag produziere oder liege sogar deutlich darunter: M’era Luna: 0,53 kg, Highfield: 1,02 kg, Hurricane: 1,24 kg, Southside: 1,48 kg (im Vergleich: 2021 wurden 1,3 kg pro Person/Tag erzeugt). FKP Scorpio arbeitet mit seinem „Grün Rockt“-Programm bereits seit 2013 daran, seine Festivals möglichst ressourcenschonend aufzustellen. Die Firma setzt vor allem auf Müllvermeidung und -entsorgung bzw. Recycling. Mit seiner Abfall-Challenge „Trasholution“ – jeder vor Ort gesammelte volle Müllsack löst eine Spende von einem Euro an soziale Projekte in der Region des jeweiligen Festivals aus – konnte er im ersten Jahr 26.000 Euro für wohltätige Zwecke sammeln. Weitere Bausteine des Nachhaltigkeitskonzepts sind die Nutzung von Ökostrom, die Bereitstellung von Trockentoiletten und bewachten Fahrradparkplätzen, Wasserspendern, Pfandbechern, im Eintritt inkludierten ÖPNV-Tickets u.v.m. Einen Überblick über alle Maßnahmen am Beispiel des Hurricane Festivals gibt es hier. Die Sustainability Roadmap vom Tempelhof Sounds Festival ist hier abrufbar.
Bayern fördert über 70 kulturelle Projekte
Bayernweit erhalten 70 Kunst- und Kulturprojekte eine Förderung aus Mitteln des Kulturfonds in Höhe von maximal 25.000 Euro. Das gab Kunstminister Markus Blume kürzlich in München bekannt: „Wir bringen Kultur zu den Menschen: Mit dem Kulturfonds fördern wir das kreative Potenzial in allen Landesteilen. Ich freue mich, dass wir so mit 734.300 Euro dem kulturellen Leben in den Regionen zusätzliche Impulse geben können“. Die in dieser Runde bewilligten Fördermittel aus dem Kulturfonds bewegen sich in einem Rahmen bis maximal 25.000 Euro und unterstützen u.a. das „Wild Tunes Festival 2023“ in Bamberg. Weitere Anträge mit einer höheren Fördersumme werden im April auf Vorschlag von Kunstminister Blume durch den Ministerrat mit Billigung des Haushaltsausschusses beschlossen. Eine detaillierte Liste der im Kulturfonds Bayern 2023 mit bis zu 25.000 Euro geförderten Projekte findet ihr hier.
FKP Scorpio informiert über Müllaufkommen bei Festivals
Klimaschutz & Nachhaltigkeit: Online-Fokus bei miz & Enjoy Jazz als Vorreiter
Die ökologische Nachhaltigkeit gewinnt auch im Veranstaltungsbereich immer mehr an Bedeutung, schließlich wirken sich Konzerte und Festivals nicht unerheblich auf die Energiebilanz aus. Immer mehr Veranstalter*innen ergreifen Maßnahmen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, vom Catering, Recycling, Erneuerbare Energie-Nutzung, Komposttoiletten auf Open-Air-Konzerten bis zur Verkehrsinfrastruktur. Was alles möglich ist, hat jetzt das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) ein in einem umfangreichen Online-Fokus namens „Zukunftsmusik Klimaschutz“ zusammengestellt und online veröffentlicht. „Die Notwendigkeit von ökologischer Nachhaltigkeit im Musikleben wird immer deutlicher“, ist der miz-Leiter Stephan Schulmeistrat überzeugt. „Mit unserem neuen Informationsangebot möchten wir zu einer sachlichen Bewertung und Diskussion der Möglichkeiten und Maßnahmen beitragen.“
Ein Festival, das bereits Vorbildfunktion in diesem Bereich übernimmt, ist das Enjoy Jazz Festival in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen. Zum 25-jährigen Jubiläum in diesem Jahr strebt Enjoy Jazz als erstes dezentrales Festival in Deutschland eine ISO-20121-Zertifizierung an, mit der Anforderungen an ein nachhaltiges Eventmanagement beschrieben und festgelegt werden. Seit vergangenem Jahr begleitet und berät die Nachhaltigkeitsagentur 2bdifferent aus Speyer Enjoy Jazz in Fragen der ISO-20121-Zertifizierung.
Musikstadtfonds fördert freie Musikszene Hamburgs
Hamburg ist Musikstadt. Zu dieser Tradition gehören neben kulturellen Leuchttürmen vor allem die vielfältigen Angebote der Freien Musikszene. Um auch diese weiter auszubauen und ihr die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln, stellen Senat und Bürgerschaft im Zusammenhang mit der Finanzierung des Spielbetriebs der Elbphilharmonie mit dem Musikstadtfonds 2024 jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 600.000 Euro pro Jahr bereit. Gefördert werden Projekte wie Konzerte, Reihen und kleine Festivals, die im Jahr 2024 in Hamburg stattfinden. Mithilfe des Musikstadtfonds soll frei arbeitenden Klangkörpern, Musikschaffenden, Gruppen und Ensembles die Möglichkeit geboten werden, ihre Werke zu erarbeiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Insbesondere sollen künstlerisch hochwertige und programmatisch innovative Konzepte und Veranstaltungen gefördert werden, die Hamburgs Musikleben neue Impulse geben oder die Präsenz einzelner Musiksparten stärken und neue Kooperationen anregen. Darüber hinaus sind besonders solche Projekte förderwürdig, die die Internationalisierung des Hamburger Musiklebens vertiefen oder das speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene musikalische Angebot stärken. Bewerbungsschluss: 15.06.2023
Wirtschaftlichkeitshilfe für Kulturveranstaltungen in Hamburg
Hamburg setzt die Wirtschaftlichkeitshilfe für Kulturveranstaltungen für weitere sechs Monate fort. Die Hilfe greift, wenn eine Veranstaltung mit bis zu 2.200 möglichen Teilnehmenden wegen geringer Nachfrage nicht kostendeckend durchgeführt werden kann.
„Safe the Dance“ setzt sich für Awareness, Inklusion & Gleichberechtigung ein
Welche Maßnahmen Veranstalter*innen ergreifen können, um bei ihren Konzerten und Festivals eine sicherere Atmosphäre für alle und mehr Teilhabe marginalisierter Gruppen zu schaffen, erfahrt ihr von Mirca Lotz, Gründerin der Agentur „Safe the Dance“ in folgendem empfehlenswerten Video.
Bewerbung für Live Music Fonds Stuttgart ab 22.03. möglich
Der Live Music Fonds Stuttgart ist ein Förderfonds für Veranstalter*innen in popkulturellen und popmusikalischen Bereichen. Mit der Förderung unterstützen das Kulturamt Stuttgart und das Pop-Büro Region Stuttgart Veranstalter*innen aus der Region, die jeweils im vergangenen Jahr Livemusik Veranstaltungen oder Events mit künstlerischen DJs in Stuttgarter Clubs, Musikspielstätten und auf Open Air Flächen durchgeführt haben. Zu diesem Zweck stellte das Kulturamt Stuttgart eine Fördersumme von jährlich € 80.000,- zur Verfügung. Ab dem 22.03.2023 könnt ihr euch wieder für den LMFS 2023 bewerben!
Keychange präsentiert Pledge Action Plan
Jüngst gab Keychange, eine internationale Initiative für Geschlechtergerechtigkeit in der Musikindustrie, ein Update zu den bisherigen Fortschritten bekannt und enthüllte einen „Pledge Action Plan“, in dem die nächsten Schritte skizziert werden. Mit dem Feedback von mehr als 200 globalen Pledge-Unterzeichner*innen über 5 Jahre wurde der Pledge Action Plan von Keychange auf der Grundlage einer Datenanalyse der Erasmus-Universität Rotterdam erstellt. Der Aktionsplan hebt die erzielten Fortschritte, Herausforderungen und die nächsten Schritte hervor, die für Keychange erforderlich sind, um seine Arbeit zur Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit in der Musikindustrie fortzusetzen. Zum einen setzt er einen
starken Fokus auf Intersektionalität bei der Erstellung von Versprechen und der Überwachung des Fortschritts, um die Vertretung und den direkten Beitrag von Frauen und non-binären Menschen aller Herkünfte, Behinderungen und sozialen Klassen bei allen Aktivitäten von Keychange sicherzustellen. Außerdem soll die globale Musikindustrie ermutigt werden, detaillierte, zeitbezogene, intersektionale Zusagen zu machen, um proaktiv branchenweite Veränderungen herbeizuführen. Mit der Schaffung von Roundtables, Workshops und Gesprächsräumen für verschiedene Sektoren der Musikindustrie will die Kampagne erreichen, dass Best Practices, Informationen und Tipps für Entwicklung und Fortschritt bestmöglich ausgetauscht werden. Keychange wird auch neue Richtlinien, Best Practices und Überwachungsunterstützung für einzelne Unterzeichner*innen entwickeln.
Kulturfonds Energie unterstützt Kultureinrichtungen
Steigende Energiepreise gefährden den Erhalt von Kulturangeboten – aus diesem Grund haben Bund und Länder den Kulturfonds Energie des Bundes entwickelt. Insgesamt steht für den Förderzeitraum 01.01.2023 bis 30.04.2024 eine Milliarde Euro zur Verfügung. Über den Kulturfonds Energie des Bundes können Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltende eine Unterstützung zur Abfederung der durch die Energiekrise verursachten Härten beantragen. Wer ist antragsberechtigt?
- Zu den Kulturorten zählen: inländische, öffentliche und private Kultureinrichtungen inklusive Clubs und Musikspielstätten, deren Kulturprogramm nachweislich mindestens 80% der möglichen Auslastung ausmacht. Zu den Kulturorten zählen auch soziokulturelle Einrichtungen sowie Orte kultureller Bildung, die nicht an eine Hochschule angeschlossen sind.
- Kulturveranstaltende können Anträge für ihre Veranstaltungen stellen, wenn sie für diese Tickets verkaufen und die Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, die keine Kulturorte sind (d.h. Kulturveranstaltungen weniger als 80% ausmachen), stattfinden.
Festivals werden in dem Programm derzeit noch nicht berücksichtigt. Anträge für die erste Tranche (1. Januar bis 31. März 2023) müssen spätestens am 30. Juni 2023 eingereicht werden. Weitere Infos könnt ihr der Aufzeichung einer Online-Infosession hier entnehmen.
Kulturfonds Energie kommt
Das Konzept für den Kulturfonds Energie wurde gebilligt und eine erste Tranche von 375 Mio. Euro freigegeben; der Kulturfonds Energie des Bundes kann nun Anfang Februar gestartet werden. Er soll Belastungen abfedern, denen Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltende trotz Steuererleichterungen und Energiekosteneffekten ausgesetzt sind. Der Förderzeitraum des Kulturfonds Energie des Bundes erstreckt sich rückwirkend vom 1. Januar 2023 bis zum 30. April 2024. Antragsberechtigt sind private und öffentlich-rechtliche Kultureinrichtungen wie auch Kulturveranstaltende, sofern sie ticketfinanzierte Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen durchführen, die nicht selbst als Kultureinrichtung förderfähig sind.
Support Your Local Artist in Stuttgart
Das Förderangebot unterstützt kleine und mittlere Veranstalter*innen bei ihren Aktivitäten und dient als Impuls regionale Musiker*innen als Support Act für nationale und internationale Booking in Betracht zu ziehen. Art, Umfang und Höhe der Unterstützung: Bezuschusst werden Musiker*innen von Band in der Popmusik mit maximal 100,- Euro pro Bandmitglied, insgesamt maximal 500,- Euro. Ein formloser Antrag mit der Begründung ist an das Pop-Büro Region Stuttgart zu richten, das über die jeweilige Bewilligung entscheidet.
15 Spielstätten des Jazz und der Popmusik in NRW ausgezeichnet
Mit der Spielstättenprogrammprämie zeichnet das Ministerium für Kultur und Wissenschaft gemeinsam mit dem Landesmusikrat NRW seit dem Jahr 2009 kleine und mittlere Foren für Jazz und Popmusik aus, die in Form ihrer Live-Programme Musikerinnen und Musikern regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten bieten. Auch im vergangenen Jahr war es für Spielstätten aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen eine große Herausforderung, Konzertprogramme zu organisieren. Eine Fachjury u.a. mit der Bassistin Ulla Oster hat für die Spielzeit 2022/23 insgesamt 15 Spielstätten ausgewählt. Eine Prämie in Höhe von 15.000 € erhalten das Loft 2nd Floor (Köln), die Klangbücke (Aachen) und das Loch (Wuppertal). Je 10.000 € erhalten Bandfabrik – Kultur am Rand e.V. (Wuppertal), ZAKK (Düsseldorf), Black Box im Cuba (Münster), Bunker Ulmenwall (Bielefeld), Goldkante (Bochum) und das Domicil (Dortmund). 5.000 € gehen jeweils an In Situ Arts Society (Bonn), Jazz Initiative Dinslaken, Jazzkeller Krefeld, Jazzschmiede Düsseldorf, King Georg (Köln) sowie an den Ort (Wuppertal).

