Deutscher Jazzpreis 2026 verliehen
Am vergangenen Samstagabend wurde im Rahmen der jazzahead! in Bremen zum sechsten Mal der Deutsche Jazzpreis verliehen. Zu den Gewinner*innen gehören die Pianistin Olga Reznichenko („Piano/Tasteninstrumente“) (Foto: Brigita Kaspereite), die Kölner Sängerin Rebekka Salomea („Künstlerin des Jahres“), Été Large um die gleichfalls in Köln lebende Saxofonistin Luise Volkmann („Großes Ensemble des Jahres“), das Kris Davis Trio („Live Act des Jahres international“) u.a. Die Liste aller Preisträger*innen in 22 Kategorien findet ihr hier. Die Preisträger*innen erhalten je 12.000 Euro, alle nominierten Acts je 4.000 Euro. Finanziert wird dieser Jazzpreis mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Wolfram Weimer, durchgeführt und organisiert von der Initiative Musik.
APPLAUS-AWARD: Start der Bewerbungsphase
Bis 21.5.2026 können Clubs und Veranstalter*innen aus ganz Deutschland wieder ihre Livemusikprogramme für den APPLAUS-Award 2026 einreichen. Ausgezeichnet werden herausragende Programme, Spielstätten als zentrale Orte der Livemusikkultur sowie besonderes Engagement in den Bereichen Awareness, Inklusion und Nachhaltigkeit. In sechs Kategorien winken Preisgelder von bis zu 40.000 Euro. Für die Kategorien „Beste Livemusikprogramme“ und „Beste Livemusikspielstätten“ gilt erneut eine Fördermittelgrenze von 40 Prozent; bei Überschreitung ist eine Bewerbung nur für eine undotierte Auszeichnung möglich. Neu in diesem Jahr: Wer in den letzten drei Jahren in Folge ausgezeichnet wurde, ist von der Teilnahme ausgeschlossen. Zudem gilt für regionale Veranstalter*innen eine Open-Air-Quote von maximal 50 Prozent, während für Livemusikspielstätten keine Quote mehr besteht. Alle Details findet ihr in den Teilnahmebedingungen und FAQs.
Aki Takase erhält den Deutschen Jazzpreis für ihr Lebenswerk
Der Deutsche Jazzpreis würdigt 2026 eine der prägenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz: Aki Takase erhält den Deutschen Jazzpreis für ihr Lebenswerk. Seit Jahrzehnten steht die japanische Jazzmusikerin für eine eigenständige musikalische Sprache, die sich zwischen Komposition und Improvisation, zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten und ästhetischen Traditionen bewegt. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury des Deutschen Jazzpreises eine Künstlerin, die Jazz nicht als starre und unflexible, sondern als offene, sich stets verändernde Praxis versteht. Ihr Einfluss zeigt sich vor allem in ihrer partizipativen Arbeitsweise und in den vielen musikalischen Querverbindungen, die daraus entstanden sind. Aki Takase begann im Alter von drei mit dem Klavierspiel, studierte klassisches Piano in Japan, entdeckte dann den Jazz und ging nach ersten Konzerten in Japan in die USA. Die mehrfach preisgekrönte Musikerin lebt seit 1987 in Berlin. Die Verleihung findet am 25. April 2026 im Congress Centrum Bremen statt – im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der jazzahead!. Tickets und weitere Informationen gibt es hier.
Jazzpianistin Anke Helfrich bekommt Verdienstorden
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeichnete in einer der letzten Amtshandlungen seiner Regierungszeit 27 Bürger*innen mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg aus. Eine davon war die Jazzpianistin Anke Helfrich aus Weinheim, die die einzige Auszeichnung im Bereich Jazz bekam (normalerweise werden Staatssekretäre, ehemalige (Ober-)Bürgermeister*innen, Botschafter*innen o.ä. ausgewählt). Winfried Kretschmann begründete die Ehrung für Anke Helfrich wie folgt: „Anke Helfrich ist eine der bedeutendsten Jazz-Pianistinnen und -Komponistinnen Europas. (…) ihre Kunst begeistert und inspiriert Menschen auf der ganzen Welt“. Sie setze sich vor Ort gegen Diskriminierung und Rassismus und für eine offene Stadtgesellschaft ein und leiste als langjährige Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und an Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt am Main einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft (Foto: Petra Arnold). Quelle
SWR-Jazzpreis 2026 geht an Olga Reznichenko
Seit 1981 ehrt der SWR-Jazzpreis besonders kreative, innovative, experimentierfreudige Musiker*innen, die den Jazz in Deutschland prägen. Der Preis wird vom Südwestrundfunk jährlich zusammen mit dem Bundesland Rheinland-Pfalz vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Die diesjährige siebenköpfige Jury entschied sich in diesem Jahr für die in Berlin und Leipzig lebende Pianistin Olga Reznichenko. Diese wurde 1989 im südrussischen Taganrog geboren, bekam zuerst eine klassische Klavierausbildung, entdeckte dann aber den Jazz als Musik der Freiheit & Rebellion für sich. 2012 kam sie nach Deutschland, um in Leipzig bei Richie Beirach und Michael Wollny Jazzklavier zu studieren. 2018 gründete sie mit Lorenz Heigenhuber (Bass) und Max Stadtfeld (Drums) ihr Trio O.R.T., ist aber auch eine gefragte Mitmusikerin in anderen Bands (Pauline Réage, Jelena Kuljić Fundamental Interactions, Space Schädel u.a.). „Stilistisch agiert sie agil zwischen Modern Jazz bis Punk-Jazz; ihr künstlerisches Wirken orientiert sich dabei konsequent an einem der Grundpfeiler des Jazz: dem Bekenntnis zur Offenheit. (…) Ihr Spiel an Klavier, Keyboard und Keytar ist pianistisch souverän und intensiv; furios ist ihr Umgang mit hochkomplexen Rhythmen und eindrücklich ihre klangliche Gestaltungsfantasie“, heißt es in der Jury-Begründung. Preisträgerkonzert und Preisverleihung finden am 31. Oktober im Rahmen von Enjoy Jazz im BASF Gesellschaftshaus in Ludwigshafen statt. (Foto: Brigita Kaspereite)
Sophie von La Roche-Preis für Gleichstellung: jetzt bewerben (Offenbach)
Die Stadt Offenbach am Main verleiht seit 2009 den „Sophie von La Roche-Preis“ zur Förderung und Anerkennung hervorragender und innovativer Leistungen, die der Verwirklichung der Gleichberechtigung bzw. der Gleichstellung von Frauen dienen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert. Mit diesem Preis sollen das Lebenswerk der Autorin Sophie von La Roche (1733 – 1807) gewürdigt und besonderes Engagement und hervorragende Leistungen auf kulturellem, sozialem und gesellschaftspolitischem Gebiet sichtbar gemacht und ausgezeichnet werden. Die Stadt Offenbach ehrt mit diesem Preis natürliche und juristische Personen, Frauenprojekte, Vereine, Institutionen und Verbände, die sich mit ihrer Arbeit für Gleichberechtigung und Gleichstellung besonders hervorheben. Bewerbungen müssen bis 12.4.2026 eingegangen sein.
PanikPreis der Udo Lindenberg Stiftung (bis 21.04. bewerben)
Der PanikPreis der Udo Lindenberg Stiftung richtet sich an junge Musiker*innen, Texter*innen und Bands, die ihre eigene künstlerische Stimme entwickeln möchten. Gesucht werden individuelle Pionier*innen, mit frechen, engagierten, berührenden Texten und Musiker*innen, die etwas zu sagen haben, die sich einmischen und gegen den Mainstream schwimmen. Einzige Bedingung: die Texte sollten überwiegend auf Deutsch sein und ihr solltet keinen Deal bei einer Major-Company haben. Eine Expertenjury wählt aus allen Bewerber*innen sechs Finalist*innen aus, die in der Popakademie in Mannheim live auftreten. Danach werden dort live die drei Gewinner*innen ermittelt. Das ganze Finale wird im Internet gestreamt. Platz vier, fünf und sechs bekommen jeder ein Preisgeld von 2.500€ und für die ersten drei gibt es jeweils 5.000 € Siegerprämie. Außerdem einen Auftritt vor großem Publikum beim Hermann Hesse Festival 2026 in der wunderschönen Klosterruine in Hirsau. Bewerbungsschluss: 12.04.2026
Akademie für Populäre Musik vergibt Popmusikpreis POLYTON
Die Akademie für Populäre Musik (AfPM) hat am 25. März in Berlin zum dritten Mal den Popmusikpreis POLYTON vergeben. Gewürdigt wurden Werke in acht Genres sowie in der zusätzlichen Kategorie Newcoming. Zu den Preisträger*innen gehören unter anderem Nina Chuba mit dem Remix von “RAGE GIRL”, Domiziana mit ihrer EP “Club Inferno”, CATT mit dem Album “A Different Life” sowie Ellen Allien mit dem Liveset “Berlin Beats: Ellen Allien”.
Dieter Baacke Preis 2026: Sonderpreis „Von Pick-Me-Girls und Alphamales“
Die Bewerbungsphase für den bundesweiten Dieter Baacke Preis 2026 hat begonnen. Mit dem Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) sowie das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend jährlich in sechs Kategorien herausragende medienpädagogische Projekte aus, die junge Menschen in ihrer Medienkompetenz stärken. Der diesjährige Sonderpreis wird zum Thema „Von Pick-Me-Girls und Alphamales – geschlechtersensible Medienbildung in digital geprägten Lebenswelten“ verliehen. Ob Tradwives, Incels, Pick-Me-Girls oder Alphamales – online begegnen junge Menschen häufig Phänomenen aus der Anti-Gender-Bewegung und toxischen Männlichkeitskulturen. Auf Social-Media-Plattformen werden starre Geschlechterrollenbilder, antifeministische Erzählungen und digitalisierter Hass verbreitet, was Identität, Beziehungen und Selbstwert beeinflussen kann. Der Sonderpreis 2026 sucht daher medienpädagogische Projekte, die dabei unterstützen, solche Ideologien und Narrative zu erkennen, kritisch einzuordnen und ihnen selbstbewusst entgegenzutreten. Ausgezeichnet werden u.a. Ansätze aus der Kinder-, Jugend-, Jungen*- und Mädchen*-Arbeit, die alternative Vorbilder sichtbar machen, Empathie fördern, demokratische Werte stärken und gemeinsam mit jungen Menschen Wege für einen respektvollen, geschlechterreflektierten und solidarischen Umgang in digitalen Räumen entwickeln. Bewerbungsschluss: 31. Juli 2026
Der deutsche Weltmusikpreis RUTH geht an Dota Kehr
Die RUTH zeichnet Künstler*innen für herausragende Leistungen aus und wird seit 2002 jährlich während des Rudolstadt-Festivals verliehen. Dieses gilt als das größte Festival für Roots, Folk und Weltmusik in Deutschland und findet 2026 vom 02. bis zum 05. Juli statt. In diesem Jahr geht der Preis an die Songwriterin Dota Kehr (Foto: Annika Weinthal) für ihr Mascha-Kaléko-Programm “In der fernsten der Fernen”.
Zur Begründung schreibt die Jury: „Nach einem Konzert steckt ihr ein Fan ein Büchlein mit Gedichten von Mascha Kaléko zu. Dota Kehr entdeckt darin eine Seelenverwandte, ist angetan von der Direktheit, der Ironie, dem Herzblut, der schlichten Eleganz. Und mitunter erschrocken ob der Aktualität mancher Verse (beispielsweise Der Fremde). Sie fängt an, Musiken dafür zu schreiben. Mit Erfolg: Dota Kehr hat den ironisch-zärtlichen, oft aber auch melancholischen Ton von Kalékos Großstadt-Lyrik der 1920er Jahre in feine Töne gegossen, so dass die Gedichte klingen, als seien sie gerade erst in dieser Text-Musik-Form geschrieben worden. Große Kunst einer klugen Dichterin trifft auf farbige Vertonungen einer klugen Musikerin. Dafür gibt es die RUTH 2026.“
Dota Kehr lebt in Berlin und wurde Anfang der 2000er Jahre unter dem Pseudonym „Die Kleingeldprinzessin“ bekannt. Seit 2013 veröffentlichen sie und ihre Band unter dem Namen DOTA. Zwei ihrer Alben nahm die Musikerin in Brasilien auf, wo sie mit brasilianischen Künstlern wie Chico Cesár und Danilo Guilherme zusammenarbeitete. Das Preisgeld von 5.000 Euro, das mit der RUTH verbunden ist, möchte Dota Kehr spenden: „Zu gleichen Teilen an Ärzte ohne Grenzen und an meinen Kollegen und Freund, den brasilianischen Musiker Danilo Guilherme, um die Behandlungskosten seiner ALS-Erkrankung zu tragen.“
GEMA verleiht zum 17. Mal den Deutschen Musikautor*innenpreis
Am 26. Februar verlieh die GEMA in Berlin den 17. Deutschen Musikautor*innenpreis an insgesamt 19 Preisträger*innen. In sieben Kategorien waren insgesamt 26 Musikautor*innen nominiert. Aus diesen wählte die Fachjury der Akademie Deutscher Musikautor*innen (ADMA) die Gewinner*innen. Weitere Auszeichnungen erfolgten in den Kategorien „Nachwuchs“, „Lebenswerk“, „Erfolgreichstes Werk des Jahres 2025“ und „Sonderpreis Inspiration“.
FLINTA*-Repräsentation gab es in einigen Kategorien: unter den Gewinner*innen befinden sich Julia Mihály (Musiktheater/Bühne), Lisa Morgenstern (Komposition Neoclassic/Crossover), Anna Mateur (Text Chanson/Kabarett); die Band “Blond” (Text Singer-Songwriter), bestehend aus Nina Kummer, Lotta Kummer und Johann Bonitz sowie Lauren Siess (Nachwuchs, Sparte E).
Deutscher Jazzpreis 2026: Jazz Girls Day unter den Nominierten
Wer zu den Preisträger*innen des Deutschen Jazzpreises 2026 gehört, wird bei der Preisverleihung am 25. April 2026 in Bremen bekanntgegeben. Die Nominierten wurden jedoch jetzt schon veröffentlicht. Bei Musikvermittlung und Teilhabe wurden die Jazz Girls Days (Foto: Bethany Robinson) nominiert, die Monika Herzig seit einigen Jahren mit der Hannover Jazzwoche organisiert. Im Bereich Gesang wurden Almut Kühne, Christina Wheeler und Zuza Jasinska, bei den Holzblasinstrumenten Camila Nebbia, bei den Blechbläser*innen Carina Khorkhordina und Lina Allemano aufgestellt. Bei den Pianist*innen gab es drei Nominierungen, nämlich Masako Ohta und die gebürtigen Russinnen Olga Reznichenko und Svetlana Marinchenko. In der Kategorie Saiteninstrumente gehören Emily Wittbrodt und Maria Reich, beim Schlagwerk Evi Filippou und Mariá Portugal zu den Nominierten. Auch bei den Großensembles sind zwei weiblich geführte Formationen vertreten: zum einen Fabia Mantwills Orchestra und Luise Volkmann & Été Large; auch das in der Ukraine enstandene MEMENTO ODESA, eine Zusammenarbeit von Sebastian Studnitzky und Anastasiia Pokaz mit dem Kammerorchester der Philharmonie Odesa hat die Chance auf einen Preis. Das Projekt unterstützt über Konzerterlöse Hilfsprojekte in der Ukraine. In weiteren Kategorien finden wir z.B. hilde, Camila Nebbia ft. Marilyn Crispell & Lesley Mok, Maria Faust Sacrum Facere, Webber/Morris Big Band und Sophia Göken. Die Preisträger*innen werden mit einer Trophäe und einem Preisgeld in Höhe von mindestens 10.000 € prämiert. Nominierte, die keinen Preis gewinnen, erhalten mindestens 1.000 € Nominierungsgeld. Wir drücken all diesen Nominierten die Daumen!

