Der deutsche Weltmusikpreis RUTH geht an Dota Kehr
Die RUTH zeichnet Künstler*innen für herausragende Leistungen aus und wird seit 2002 jährlich während des Rudolstadt-Festivals verliehen. Dieses gilt als das größte Festival für Roots, Folk und Weltmusik in Deutschland und findet 2026 vom 02. bis zum 05. Juli statt. In diesem Jahr geht der Preis an die Songwriterin Dota Kehr (Foto: Annika Weinthal) für ihr Mascha-Kaléko-Programm “In der fernsten der Fernen”.
Zur Begründung schreibt die Jury: „Nach einem Konzert steckt ihr ein Fan ein Büchlein mit Gedichten von Mascha Kaléko zu. Dota Kehr entdeckt darin eine Seelenverwandte, ist angetan von der Direktheit, der Ironie, dem Herzblut, der schlichten Eleganz. Und mitunter erschrocken ob der Aktualität mancher Verse (beispielsweise Der Fremde). Sie fängt an, Musiken dafür zu schreiben. Mit Erfolg: Dota Kehr hat den ironisch-zärtlichen, oft aber auch melancholischen Ton von Kalékos Großstadt-Lyrik der 1920er Jahre in feine Töne gegossen, so dass die Gedichte klingen, als seien sie gerade erst in dieser Text-Musik-Form geschrieben worden. Große Kunst einer klugen Dichterin trifft auf farbige Vertonungen einer klugen Musikerin. Dafür gibt es die RUTH 2026.“
Dota Kehr lebt in Berlin und wurde Anfang der 2000er Jahre unter dem Pseudonym „Die Kleingeldprinzessin“ bekannt. Seit 2013 veröffentlichen sie und ihre Band unter dem Namen DOTA. Zwei ihrer Alben nahm die Musikerin in Brasilien auf, wo sie mit brasilianischen Künstlern wie Chico Cesár und Danilo Guilherme zusammenarbeitete. Das Preisgeld von 5.000 Euro, das mit der RUTH verbunden ist, möchte Dota Kehr spenden: „Zu gleichen Teilen an Ärzte ohne Grenzen und an meinen Kollegen und Freund, den brasilianischen Musiker Danilo Guilherme, um die Behandlungskosten seiner ALS-Erkrankung zu tragen.“
GEMA verleiht zum 17. Mal den Deutschen Musikautor*innenpreis
Am 26. Februar verlieh die GEMA in Berlin den 17. Deutschen Musikautor*innenpreis an insgesamt 19 Preisträger*innen. In sieben Kategorien waren insgesamt 26 Musikautor*innen nominiert. Aus diesen wählte die Fachjury der Akademie Deutscher Musikautor*innen (ADMA) die Gewinner*innen. Weitere Auszeichnungen erfolgten in den Kategorien „Nachwuchs“, „Lebenswerk“, „Erfolgreichstes Werk des Jahres 2025“ und „Sonderpreis Inspiration“.
FLINTA*-Repräsentation gab es in einigen Kategorien: unter den Gewinner*innen befinden sich Julia Mihály (Musiktheater/Bühne), Lisa Morgenstern (Komposition Neoclassic/Crossover), Anna Mateur (Text Chanson/Kabarett); die Band “Blond” (Text Singer-Songwriter), bestehend aus Nina Kummer, Lotta Kummer und Johann Bonitz sowie Lauren Siess (Nachwuchs, Sparte E).
Deutscher Jazzpreis 2026: Jazz Girls Day unter den Nominierten
Wer zu den Preisträger*innen des Deutschen Jazzpreises 2026 gehört, wird bei der Preisverleihung am 25. April 2026 in Bremen bekanntgegeben. Die Nominierten wurden jedoch jetzt schon veröffentlicht. Bei Musikvermittlung und Teilhabe wurden die Jazz Girls Days (Foto: Bethany Robinson) nominiert, die Monika Herzig seit einigen Jahren mit der Hannover Jazzwoche organisiert. Im Bereich Gesang wurden Almut Kühne, Christina Wheeler und Zuza Jasinska, bei den Holzblasinstrumenten Camila Nebbia, bei den Blechbläser*innen Carina Khorkhordina und Lina Allemano aufgestellt. Bei den Pianist*innen gab es drei Nominierungen, nämlich Masako Ohta und die gebürtigen Russinnen Olga Reznichenko und Svetlana Marinchenko. In der Kategorie Saiteninstrumente gehören Emily Wittbrodt und Maria Reich, beim Schlagwerk Evi Filippou und Mariá Portugal zu den Nominierten. Auch bei den Großensembles sind zwei weiblich geführte Formationen vertreten: zum einen Fabia Mantwills Orchestra und Luise Volkmann & Été Large; auch das in der Ukraine enstandene MEMENTO ODESA, eine Zusammenarbeit von Sebastian Studnitzky und Anastasiia Pokaz mit dem Kammerorchester der Philharmonie Odesa hat die Chance auf einen Preis. Das Projekt unterstützt über Konzerterlöse Hilfsprojekte in der Ukraine. In weiteren Kategorien finden wir z.B. hilde, Camila Nebbia ft. Marilyn Crispell & Lesley Mok, Maria Faust Sacrum Facere, Webber/Morris Big Band und Sophia Göken. Die Preisträger*innen werden mit einer Trophäe und einem Preisgeld in Höhe von mindestens 10.000 € prämiert. Nominierte, die keinen Preis gewinnen, erhalten mindestens 1.000 € Nominierungsgeld. Wir drücken all diesen Nominierten die Daumen!
Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE 2026 (bis 25.03. bewerben)
Es ist soweit: der Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE 2026 öffnet heute seine Bewerbungstore! Gemeinsam mit der Haspa Musik Stiftung und der hochkarätigen Fachjury, bestehend aus: Demian Kappenstein, Mariybu, Max Richard Leßmann, Philo Tsoungui und VANDALISBIN, sucht RockCity e. V. den spannendsten Musiknachwuchs aus Hamburg und Metropolregion. Den fünf Preisträger*innen winkt ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro sowie ein Jahr voller Chancen mit maßgeschneidertem Rückenwind in Form von u.a. Bookingslots, Beratung und Mediensupport! Zur Bewerbung gehören drei Songs als Stream (Spotify, Soundcloud, Bandcamp, YouTube), ein Musikvideo, ein aussagekräftiger kurzer Livemitschnitt und einen Link zur Website, Facebook, Instagram o.ä. Die Preisträger*innen werden am 09. Juni 2026 bei der Award Show im Imperial Theater gekürt und mit Live-Acts, Pokalen und jeder Menge Musik gefeiert. Bewerbungsschluss: 25. März 2026
ZukunftsGut 2026: Preis für institutionelle Kulturvermittlung
Der Startschuss für die Bewerbungsphase von ZukunftsGut 2026 ist gefallen: bis zum 20. März 2026 können sich Kulturinstitutionen für den mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Preis für institutionelle Kulturvermittlung in Deutschland bewerben. Zur Teilnahme eingeladen sind alle öffentlichen und privaten gemeinnützigen Kulturinstitutionen in Deutschland, die sich mit der zeitgemäßen Vermittlung des künstlerischen und kulturellen Erbes und seiner Gegenwart befassen. Dazu zählen die Bereiche Bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater sowie Kulturgeschichte. Besonders eingeladen sind Museen, Theater, Konzert-, Opern- und Literaturhäuser, die ihre Programme konsequent partizipativ ausrichten, neue Zielgruppen sowie Communities einbinden und ihre Institutionen als offene Orte des Austauschs und der Gemeinschaft weiterentwickeln. Vergeben werden jeweils drei Preise in den Kategorien urbaner sowie ländlich-kleinstädtischer Raum. Der erste Platz ist jeweils mit 25.000 Euro dotiert, der zweite mit 10.000 Euro und der dritte mit 5.000 Euro. ZukunftsGut wird alle zwei Jahre von der Commerzbank-Stiftung vergeben.
Preis für Popkultur braucht Unterstützung
Der Preis für Popkultur ist ein Community-Projekt. Für die Umsetzung der Preisverleihung 2026 fehlen den Macher*innen, dem Verein für Popkultur, aktuell rund 15.000 €. Daher suchen sie nach neuen Partnerschaften, angepassten Konzepten und Fördermöglichkeiten. Wenn du Kontakte zu Sponsor*innen, Unternehmen, Förderinstitutionen oder möglichen Partner*innen hast, melde dich gern per Mail (Kontakt).
GESOBAU Jazz & Soul Award: Gewinner*innen stehen fest
Einmal im Jahr prämiert der GESOBAU Jazz & Soul Award talentierte Nachwuchsmusiker*innen der Genres Jazz und Soul im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, die ihren Lebensmittelpunkt in Berlin haben. Jetzt wurden die diesjährigen Gewinner*innen bekannt gegeben: den 1. Platz machte die Sängerin und Multiinstrumentalistin Savannah Hauskeller aus Leipzig (Foto: Dirk Broszka). Die in der Demokratischen Republik Kongo geborene und von einem deutschen Ehepaar adoptierte Musikerin begann bereits mit fünf Jahren, Cello zu spielen und schrieb ihren ersten eigenen Song mit 8 Jahren. Sie verarbeitet Themen wie Herkunft, Privileg, Selbstakzeptanz und Verantwortung in ihren Songs. Mit nur 20 Jahren gründete sie einen Black Gospel Chor mit über 25 Mitgliedern – mit dem Ziel, durch Musik Empowerment zu schaffen. Weitere Preisträger*innen waren die Band Purse (2. Platz) und Akari (3. Platz). Die öffentliche Preisverleihung und die Preisträgerkonzerte finden am 13. und 14. Juni beim Kunstfest Pankow in Berlin statt. Neben einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 8.500 Euro gehören zum Gewinn für alle drei Shootings mit einem Fotografen. Hauskeller wird zusätzlich im A-Trane in Berlin auftreten.
POLYTON: Nominierungen stehen fest
Die Akademie für Populäre Musik richtet am 25.3.2026 die dritte Vergabe des Musikpreises POLYTON in Berlin aus. Der Preis feiert nicht nur die Artists im Rampenlicht, sondern auch die Menschen und Teams im Hintergrund, die diese Werke möglich machen. Jetzt wurden die Nominierungen bekannt gegeben: unter anderem haben Shirin David, ZAH1DE, Ikkimel, blond, CATT und die Kölner Band The Red Flags (Foto: Lisa Ordemann) eine Chance auf den begehrten Preis. Eine Übersicht über alle Nominierungen findet ihr auf Instagram. Eingebettet ist die Preisverleihung erneut in ein mehrtägiges Programm, das vom 23. bis 25.3. auch Diskussionsrunden und Think Tanks umfasst.
Sophie von La Roche-Preis: jetzt bewerben
Die Stadt Offenbach am Main verleiht seit 2009 den „Sophie von La Roche-Preis“ zur Förderung und Anerkennung hervorragender und innovativer Leistungen, die der Verwirklichung der Gleichberechtigung bzw. der Gleichstellung von Frauen dienen. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert. Bewerben können sich natürliche und juristische Personen, Frauenprojekte, Vereine, Institutionen und Verbände, die sich mit ihrer Arbeit für Gleichberechtigung und Gleichstellung einsetzen. Abgabeschluss: 12. April 2026
Preis für Popkultur – Shortlist 2026
Seit 2016 steht der Preis für Popkultur für Vielfalt, Haltung und frische Stimmen der Musikszene. Jenseits von Charts und Verkaufszahlen würdigt der Preis Künstler*innen, gesellschaftlich relevante Initiativen und außergewöhnliches Engagement. Im Fokus stehen Kreativität, Haltung und Innovation – und vor allem Newcomer*innen, die hier Sichtbarkeit bekommen und den nächsten Schritt gehen können. Kürzlich wurden die Nominierten für den Preis für Popkultur 2026 bekanntgegeben – ausgewählt von einer unabhängigen, prominenten Fachjury aus Musik, Medien und Popkultur. Jetzt ist die Community gefragt: In zehn Kategorien entscheiden die Vereinsmitglieder über die Gewinner*innen. Für den Lieblingssong wird es erstmals auch ein Publikumsvoting geben. Parallel dazu arbeitet das ehrenamtliche Vereinsteam an der Vorbereitung der Preisverleihung, die Mitte April stattfinden soll. Die Liste der Nominierten findest du hier. Hier geht es zum Mitgliedsantrag.
Grammys 2026
Am 1. Februar 2026 wurden in Los Angeles zum 68. Mal die Grammys verliehen. Im Hauptfeld wurden der Song „Wildflower“ von Billie Eilish (Song of the year), Olivia Dean (Best New Artist) und das Album „Luther“ von Kendrick Lamar & SZA (Record of the year) ausgezeichnet. Als Songwriter of the year, non-classical wurde Amy Allen ausgewählt. Im Pop konnten sich u.a. Lola Young, Cynthia Erivo & Ariana Grande, Lady Gaga und FKA Twigs über die begehrte Trophäe freuen. Im R’n’B/Rap/Spoken Word Bereich wurde u.a. Kehlani geehrt, im Jazz bekam „Portrait“ von Samara Joy den Preis für das beste Gesangsalbum. Die isländische Musikerin Laufey wurde für „A Matter Of Time“ mit dem Grammy Best Traditional Pop Vocal Album geehrt. Im American Roots Bereich gingen gleich zwei Ehrungen an Mavis Staples, und die all female Band I’m With Her (Foto: AlysseGafkjen) konnte mit ihrem Song „Ancient Light“ punkten und den zweiten Grammy Best Folk Album absahnen. Weitere Preise gingen an Natalia Lafourcade, Gloria Estefan, Tyla, Caetano Veloso And Maria Bethânia, Carla Patullo Featuring The Scorchio Quartet & Tonality und Doechii, die mit „Anxiety“ für das beste Musikvideo ausgezeichnet wurde.
Förderprogramm „Landmusikort des Jahres“ geht in die nächste Runde
Das Förderprogramm „Landmusikort des Jahres“ ruft ländliche Kommunen bis 12.000 Einwohner*innen auf, sich um die Auszeichnung „Landmusikort“ und eine Förderung zwischen 2.000 und 18.000 Euro zu bewerben. Der Preis wird vom Deutschen Musikrat und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester gemeinsam ausgeschrieben und vergeben. Das Förderprogramm würdigt innovative Musikprojekte und stärkt das kulturelle Leben in ländlichen Regionen. Ausgezeichnet werden besondere musikalische Aktivitäten mit Vorbildcharakter. Damit sollen Musikinitiativen sichtbar werden und neue Netzwerke im ländlichen Raum entstehen. Die Bewerbung muss durch den/die* Bürgermeister*in (oder Ortsvertreter*in) der jeweiligen Kommune unterstützt werden und bis spätestens 31. März 2026 über das digitale Antragsportal eingereicht werden.

