ZIRP-Musikstipendium 2027 für junge Artists aus RLP
Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) und die Villa Musica Rheinland-Pfalz vergeben auch für 2027 wieder ihre renommierten Jahresstipendien für junge Musiker*innen (Jg. 1999 u. jünger) aus Rheinland-Pfalz. Das Stipendium unterstützt herausragende Nachwuchstalente auf ihrem weiteren musikalischen Weg und ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Zusätzlich profitieren die Stipendiat*innen von wertvollen Auftrittsmöglichkeiten und einem starken Netzwerk aus Wirtschaft, Kultur und Politik. Bewerben können sich Sänger*innen, Instrumentalist*innen (außer Orgel) sowie Ensembles (Duo bis Quintett) aus allen musikalischen Sparten – darunter auch Jazz und Popularmusik. Voraussetzung ist unter anderem ein Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, ein noch nicht abgeschlossenes Musikstudium sowie eine musikalische Ausbildung mit wesentlichen Anteilen in Rheinland-Pfalz. Bewerbungsschluss: 4.11.2026
Gutachten: COSMO-Umbau verstößt gegen das WDR-Gesetz
Der WDR plant, zum 1. April 2027 sein interkulturelles Programm COSMO dem Popsender 1LIVE unterzugliedern, es in eine HipHop-Welle umzuwandeln und die Sendungen in anderen Sprachen zu streichen. Dagegen regte sich ein breiter Widerstand, unter anderem beauftragten die Neuen Deutschen Medienmacher:innen ein medienrechtliches Gutachten der Universität Leipzig. Demnach verstößt die geplante Umwandlung gegen das WDR-Gesetz. Da COSMO beauftragt sei, sich für alle Altersgruppen „vor allem Themen des interkulturellen Zusammenlebens“ zu widmen, würde eine Spezialisierung auf den HipHop diesem Auftrag nicht mehr gerecht. Das Gutachten wird nun von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen geprüft, die bereits angekündigt hat, dass das Programm sich weiterhin dem interkulturellen Zusammenleben widmen müsse. Der WDR widerspricht und sieht in der Einschränkung eine Verfassungswidrigkeit; den umstrittenen Namen 1LIVE Street für das geplante neue Format zog er nach Kritik jedoch zurück, weil der Titel als „diskriminierende Reduzierung vielfältiger migrantischer Lebensrealitäten“ gelesen werden könne.
Popkultur auf dem Land: N8Kultur-Veranstaltung 25.7. & Umfrage
Am Samstag, den 25. Juli 2026, lädt die LAG Songkultur e.V. im Rahmen ihres Projektes „N8Kultur“ im Kulturbiergarten Rippershausen zu einem Abend rund um Popkultur im ländlichen Raum ein. Dann diskutieren Musiker*innen, Veranstalter*innen und Kulturschaffende über Herausforderungen und Chancen der Musikszene abseits der Städte, mit der zentralen Frage: Wie entsteht Popkultur dort, wo es keine großen Clubs, kein dichtes Konzertangebot und keine urbane Szeneninfrastruktur gibt? Im Mittelpunkt des Abends stehen ab 18 Uhr eine Podiums-Gesprächsrunde und ein anschließender Netzwerkabend. Ziel der Veranstaltung ist es, die Realität von Popkulturarbeit im ländlichen Raum sichtbar zu machen und konkrete Erfahrungen und Praxisbeispiele in den Vordergrund zu stellen. Ab 22 Uhr bringt das junge Trio Atafrava aus Weimar eine Mischung aus Afro-Pop, Jazz und Klassik auf die Bühne. Eintritt frei!
Im Vorfeld der Veranstaltung werden Ideen, Wünsche und auch kritische Stimmen von Musiker*innen, Veranstalter*innen und Kulturschaffenden zur Musik- und Kulturszene im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gesammelt. Hier geht es zur Umfrage.
Volunteers (m/w/d) für den Grünauer Kultursommer gesucht
Das Soziokulturelle Zentrum KOMM-Haus koordiniert seit Jahrzehnten den Grünauer Kultursommer, und veranstaltet mit dem Schönauer Parkfest Schönauer Parkfest (17.08. – 24.08.) den jährlichen Höhepunkt und den Leipziger Tastentagen (28.08. – 13.09.) seinen Abschluss. Vor allem für diese beiden Veranstaltungen werden noch Volunteers gesucht, die in Absprache und nach Fähigkeiten und Neigungen gezielt eingesetzt werden sollen (Aufwand: 10-60 Std.). Dabei gewinnen sie Einblicke in die praktische Soziokulturelle Arbeit im Stadtteil Leipzig Grünau und in die Veranstaltungs- und (Sozio-)Kulturbranche im Allgemeinen. Sie geraten dabei in Austausch mit Künstler*innen, praktisch tätigen Kolleg*innen aus der Soziokultur und den kulturinteressierten Grünauer*innen. Die Betreuung und Koordination der Volunteers erfolgt durch drei berufserfahrene Kulturmanager in enger Zusammenarbeit und Abstimmung. Als Dankeschön für den Einsatz gibt es (neben einer Tätigkeitsbescheinigung) ein Freiticket für Beatz im Block 2026 am 21.08., ein Dankeschön-Event und eine kleine Aufwandsentschädigung.
Call for papers: Workshop „Musik und Herrschaft“ 16.-17.3.2027 Oldenburg
Für den Workshop „Musik und Herrschaft: Praktiken, Diskurse und Institutionen (18.–20. Jahrhundert)”, der vom 16.-17.03.2027 an der Universität Oldenburg stattfindet, ist jetzt ein Call for papers ausgeschrieben. Inhaltlich beschäftigt sich der Workshop mit den vielfältigen Verflechtungen von Musik mit Machtstrukturen, Herrschaftsformen und gesellschaftlichen Ordnungen. Es geht um Musik in Kontexten höfischer Repräsentation, kirchlicher Regulierung und kolonialer Aneignungsprozesse sowie massenmedialer Öffentlichkeiten und staatlicher Kulturpolitik, die nicht nur als ästhetische Praxis, sondern als soziales Handlungsfeld aufgefasst wird, in dem Herrschaft erzeugt, vermittelt und stabilisiert, zugleich aber auch reflektiert und infrage gestellt wird. Musikalische Praktiken treten dabei sowohl als Instrumente der Legitimierung von Herrschaft in Erscheinung als auch als Räume ihrer Kritik. Ziel des Workshops ist es, Beiträge aus unterschiedlichen historischen Kontexten, geographischen Räumen und methodischen Zugängen zusammenzuführen, um die vielfältigen Verschränkungen von Musik und Herrschaft systematisch zu untersuchen. Interessierte können Vorschläge für Beiträge aus der Musik-, Geschichts-, Kultur- und Medienwissenschaft, explizit auch unvollendete Forschungsarbeiten („work in progress“) bis 30.09.2026 einreichen. Die Teilnehmer*innen sind im Nachgang des Workshops eingeladen, ihre Beiträge für eine Veröffentlichung in einem Special Issue des Peer-Review Journals Musicologica Austriaca auszuarbeiten.
Dokumentarfilm über FLINTA*-Artists sucht Unterstützung
Das Dokumentarfilm-Projekt über die FLINTA*-Artists Bush.Ida, Liser und Eleo “Für immer falsch” (R: Miriam Schlünkes) erzählt, wie es sich aktuell in Deutschland anfühlt, als FLINTA*-Person Musik zu machen. Dabei entstanden ist ein 30-minütiger einfühlsamer Dokumentarfilm zwischen Studiosessions, privaten Momenten und Konzerten – inklusive übergriffiger Männer, Struggle mit dem eigenen Aussehen und dem Bild, das man nach Außen gibt. Am Ende geht es um die Kraft, die alle drei aus ihrer Kunst schöpfen und die Energie, die sie an ihre Hörer*innen weitergeben. Denn sie schreiben Songs, die wütend machen, Zusammenhalt schaffen, sowie Sichtbarkeit für queere und FLINTA*-Perspektiven schaffen. Der Film befindet sich aktuell in der Fertigstellung. Wer jetzt Lust bekommen hat, zu mehr Sichtbarkeit und Anerkennung für FLINTA*-Artists beizutragen und den Film im Kino sehen möchte, kann dabei helfen: Für die Kosten der Festivalauswertung sucht das studentische Team nach finanzieller Unterstützung, dabei hilft jeder Euro! Schreibt einfach eine Mail; das Team freut sich neben Geld auch über generelles Interesse an dem Film sowie Austausch zu dem Thema.
Initiative Musik stellt Förderprogramme vor: 1.9.2026 Saarbrücken
Bei ihrem Tourformat stellt die Initiative Musik Förderprogramme vor, gibt praktische Tipps zur Antragstellung und tauscht sich mit der lokalen Musikszene über Fördermöglichkeiten aus. Der nächste Tourstopp ist am 1.9.2026 im Dock11 in Saarbrücken im Saarland und beantwortet eure Fragen: Wie kommen Künstler*innen im Saarland an Förderung? Wie baut man nachhaltige Netzwerke auf? Und welche Strukturen braucht es, damit die Musikszene vor Ort langfristig gestärkt wird? Expert*innen und von der Initiative Musik geförderte Künstler*innen aus der Region teilen ihre Erfahrungen und geben Einblicke, wie Förderung wirken kann. Im Anschluss gibt es eine offene Q&A-Runde sowie Zeit für Austausch. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten.
German Music Export: SXSW (Texas)
Musiker*innen und Bands aufgepasst! Ihr könnt euer Talent auf den Bühnen der SXSW in Austin, Texas präsentieren. Bewerbt euch bei der Initiative Musik für einen Showcase-Slot bei einem der weltweit wichtigsten Festivals für Musik, Kreativität und Innovation. Voraussetzungen hierfür sind ein professionelles Umfeld, bestehende Geschäftskontakte in den USA und eine kurze Begründung, was mit dem SXSW-Auftritt konkret erreicht werden soll. Die Initiative Musik hat die Möglichkeit, professionelle Künstler*innen aus Deutschland bei der Showcase-Bewerbung für das SXSW 2027 zu unterstützen und vergibt ein begrenztes Kontingent an Coupons für eine kostenlose Bewerbung. Wichtig: Die Bewerbung für einen Coupon muss VOR der offiziellen SXSW-Bewerbung erfolgen. Bewerbungsschluss: 2.September 2026
SoundTrack_Cologne lädt die Filmmusikbranche nach Köln (14.-17.7.2026)
Auch in diesem Jahr beleuchtet SoundTrack_Cologne vom 14.-17.7.2026 die Schnittstellen zwischen Musik und Film und richtet sich an Fachleute aus der Branche, Musikstudierende und alle, die sich für Film und Musik interessieren. Im Vordergrund stehen rechtliche, wirtschaftliche und ästhetische Arbeitsbedingungen von Filmkomponist*innen auf einem globalen Markt, während in Workshops, Workshop-Gesprächen, Fallstudien und Podiumsdiskussionen ein Dialog zwischen den verschiedenen Filmbranchen hergestellt wird, bei dem erfahrene und etablierte Filmkomponist*innen ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. Auf dem Panel „Film Scoring in Europe – Production Practices Compared“ geben am 17.7. die deutsche Filmmusikkomponistin Freya Arde, die französische Komponistin Clémentine Charuel, die Music Supervisorin Milena Fessmann und die Postproduction Supervisorin Anne Urban aus unterschiedlichen Perspektiven entlang des Produktionsprozesses Einblicke in ihre Arbeit. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der Women* Film Composer Class 2026 Workshops und Mentorings sowie den Auf- und Ausbau von Strukturen und Netzwerken. Mit Wettbewerben wie dem European Talent Competition und dem Peer Raben Music Award möchte SoundTrack_Cologne die jüngere Generation von Komponist*innen und Sounddesigner*innen ansprechen. Die Konferenz richtet sich an Fachleute aus der Branche, Musikstudierende und alle, die sich für Film und Musik interessieren.
Spielstättenprogrammprämie NRW
Die programmatische Kreativität und das Ermöglichen von Kultur zu fördern und zu unterstützen, das haben sich das Nordrhein-Westfalens Ministerium für Kultur und Wissenschaft und der Landesmusikrat NRW mit der Spielstättenprogrammprämie NRW zur Aufgabe gemacht, um herausragende Musikprogramme von Spielstätten und Clubs und deren besondere Rolle als Foren der musikalischen Innovation für das Musikleben in NRW zu würdigen. Die Prämien betragen 5. bis 25.000 Euro. Antragsberechtigt sind Spielstätten und Clubs, die in kreisfreien Städten mindestens 24 Livemusik-Veranstaltungen pro Jahr nachweisen können, in kreisgebundenen Gemeinden 12 Veranstaltungen. Die Kapazitätsobergrenze beträgt 1.500 Plätze, zudem muss Nachwuchskünstler*innen und regionalen Bands ein Forum geboten werden. Bewerbungsschluss: 15. Oktober 2026
Lila Downs bekommt einen Grammy für ihr Lebenswerk
Der „Lifetime Achievement Award“ wird in der kommenden Verleihung der Grammys an die 57jährige mexikanische Singer-/Songwriterin Lila Downs verliehen. Downs wurde mit ihrem Album „La Sandunga“ (1998) weltweit bekannt und veröffentlichte seitdem Meilensteine wie „La Linea“ (2001), „Una Sangre“ (2004) oder „Pecados Y Milagros“ (2011). Die in der Provinz Oaxaca geborene Mixtec-Musikerin verarbeitet in ihrer Musik und in ihren Texten Einflüsse der indigenen Kulturen, berücksichtigt dabei nicht nur ihr eigenes Volk, sondern auch das der Nahuatl, Zapotecs und der Mayas. Die indigenen Anliegen thematisiert sie auch immer wieder auf politischer und ökologischer Ebene. Downs‘ Arbeit zeichnet sich auch durch viele internationale Teamworks und Duette aus, etwa mit der Flamencosängerin Niña Pastori, der Argentinierin Soledad oder der Katalanin Sílvia Pérez Cruz. Mit Shakira und Burna Boy hat sie kürzlich die Fußballweltmeisterschaft musikalisch eröffnet. Der Preis wird ihr von der Latin Recording Academy in Miami im kommenden Winter verliehen (Foto: Johnny Castellanos).
Preis der deutschen Schallplattenkritik veröffentlicht neue Longlist
Der Preis der deutschen Schallplattenkritik stellt die aktuelle Longlist 3/2026 vor. Wieder haben die 155 Kritiker-Juror*innen in 32 Kategorien aus insgesamt 289 Neuerscheinungen des letzten Quartals ihre Favoriten herausgepickt und es sind einige tolle Alben aus unserem Netzwerk dabei wie z.B. „Elektrolyte“ (CD-Tipp April) von Flute’n’Bass (Stephanie Wagner & Norbert Dömling) im Genre Grenzgänge sowie das neue Werk des Fuchsthone Orchestras „Peaks And Plots“, das Gefallen bei einer der Jazz-Jurys fand (Foto: Volker Beushausen). In der Kategorie Weltmusik sind u.a. Fatoumata Diawaras CD „Massa“ und Naïssam Jalals „Landscapes of Eternity“ vertreten. Die Jury Filmmusik wählte u.a. Hildur Guðnadóttirs Arbeit für die rebellische Parodie „The Bride!“ und das eindrucksvolle Filmmusik-Debüt „Rose“ von Tara Nome Doyle aus, die ihr Werk für den gleichnamigen Film vollständig a cappella eingespielt hat. In der Traditionellen ethnischen Musik konnten die Ukrainierin Mariana Sadovska & Vesna überzeugen, die sich auf „You should live! ЖИВИ!“ (CD-Tipp April) collagenartig damit auseinandersetzen, wie aus Krieg und Gewalt Resilienz und Heilung entstehen kann. Im Liedermacher-Genre wurden Katja Werkers CD „An seidenen Fäden“ und „Poesie & Widerstand“ von Sarah Lesch (CD-Tipp April) auserwählt. Auch die neuen Alben von The Burnett Sisters Band (CD-Review), Paula Carolina, Namoli Brennet, Arlo Parks, Tori Amos, Christin Nichols, Courtney Barnett, Johanna Borchert & Miles Perkin (CD-Review), Ikkimel u.v.a. haben die Chance auf eine Aufnahme in die nächste Bestenliste, die am 14.8.2026 erscheint. Wir drücken allen die Daumen!

