Neue Verordnung in Rheinland-Pfalz bringt Lockerungen für Kulturszene
Vor einigen Tagen hat der rheinland-pfälzische Ministerrat über die 11. Corona-Bekämpfungsverordnung beraten. Die Verordnung, die ab dem 16. September in Kraft tritt, bringt weitere Lockerungen für die Kulturszene und die Veranstaltungsbranche in Rheinland-Pfalz. So wird der Mindestabstand in Räumen mit fester Bestuhlung oder mit Sitzplan auf einen Sitzplatz gesenkt. Die Publikumsbegrenzungen werden bei weiterhin geltenden Hygiene- und Abstandsregeln auf 250 Personen in Innenräumen und 500 im Freien erhöht. Zusätzlich wurde in Abstimmung mit dem Landesmusikrat Rheinland-Pfalz ein umfassendes Hygienekonzept für den Musikbereich auf den Weg gebracht. „Die Lockerungen sind ein wichtiger Schritt für die rheinland-pfälzische Kulturszene. Uns ist bewusst, dass die Einrichtungen stark unter den notwendigen Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung leiden. Mit dem Herbst werden Veranstaltungen in Innenräumen zunehmen. Durch angepasste Abstandsgebote wollen wir ermöglichen, dass mehr Menschen als bisher in den Genuss von Kultur kommen können und dabei gleichzeitig geschützt sind. Auch den Musikbereich stärken wir durch eine Abstandverringerung und machen Proben sowie Auftritte einfacher“, spricht sich Kulturminister Wolf für die Anpassungen aus.
Rheinland-Pfalz: Künstler*innenstipendien gehen in die 2. Runde
Seit Mitte Mai hat die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur 884 Projektstipendien für Kulturschaffende aus Rheinland-Pfalz vergeben. Das Kulturministerium ermöglicht es nun allen Stipendiat*innen, sich auf ein zweites Projektstipendium zu bewerben. Ab dem 15. September können Kulturschaffende, die bereits eine Förderung erhalten haben, den Antrag auf ein zweites Projektstipendium in Höhe von 2.000 Euro stellen. Antragsschluss ist der 15. Dezember 2020. Grundsätzlich sind Soloselbständige und Ensembles aller künstlerischen Sparten antragsberechtigt. Anträge können hier online gestellt werden.
Förderkriterien bei Projektstipendien in Rheinland-Pfalz erweitert
Die Förderkriterien für die Maßnahme 1 „Projektstipendien“ des Landes Rheinland-Pfalz wurden erweitert. Neben Mitgliedern der Künstlersozialkasse können nun auch Künstler*innen einen Antrag auf Förderung stellen, die über eine künstlerische Ausbildung, ein jährliches Einkommen von mindestens 3.900.-€ durch eine künstlerische Tätigkeit oder eine fachspezifische Ausstellungs- und/oder Publikationstätigkeit bzw. eine qualifizierte künstlerische Praxis verfügen. Diese Erweiterungen gelten auch für die Maßnahme 4 „Neue Medien direkt“, die in Ausnahmefällen auch Einzelpersonen die Möglichkeit einer Antragsstellung bietet. Antragsschluss für beide Maßnahmen ist der 15. September 2020. (Quelle: Newsletter Freie Szene Rheinland-Pfalz Nr. 193, Juli 2020)
10. Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz: Auftritte von Chören wieder möglich
Die 10. Corona-Bekämpfungsverordnung, die durch das Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz veröffentlicht wurde, ermöglicht ab dem 24. Juni wieder den Auftritt von Chören. Auch kann Chorgesang unter Auflagen im Innenraum wieder stattfinden, wenn dafür der Mindestabstand im Auditorium verdoppelt wird. Veranstaltungen im Freien dürfen nun mit bis zu 350 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 150 Personen durchgeführt werden. Für Unterricht mit Blasinstrumenten und Gesangsunterricht in Musikschulen gilt zukünftig das Abstandsgebot von drei Metern. Die Verordnung gilt voraussichtlich bis zum 31. August 2020.
Rheinland-Pfalz: 6-Punkte-Programm für die Kultur
„Kultur ist nicht alles. Aber alles ist nichts ohne Kultur. Deswegen wollen wir die Kultur stärken und für die Krisenzeit Möglichkeiten schaffen, Kultur stattfinden zu lassen“, erklärten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturminister Konrad Wolf kürzlich in einer Pressekonferenz in Mainz. Mit einem 15,5 Mio.€ umfassenden 6-Punkte-Programm wird die Landesregierung die Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz unterstützen. Das Programm soll neue Impulse für Kulturaktivitäten setzen, die auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen ihr Publikum finden. So vergibt das Land Projektstipendien: Künstler*innen sowie Ensembles können einmalig 2.000.-€ erhalten: Die Projektstipendien dienen dazu, in einer Zeit ohne Ausstellungen, Auftritte oder auch Workshops und eines massiven Wegfalls wichtiger Einnahmequellen das künstlerische Schaffen fortzusetzen, kreativ und innovativ arbeiten zu können und Projekte weiter oder neu zu verfolgen. Gefördert werden können Projekte in ihrer gesamten künstlerischen Vielfalt. Hierzu gehören bspw. künstlerische Textarbeiten und Publikationen, gestalterische Arbeiten, die Entwicklung neuer Kunstwerke (Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen etc.), die Herstellung von Filmen, Performances, aber auch Auftritte, oder die Transformation von analogen in digitale Formate. Die Stipendien werden als Projektstipendien für die Dauer von drei Monaten vergeben, in denen an dem Projekt gearbeitet werden kann. Ausschnitte oder Präsentationen der entwickelten Arbeiten können mit Abschluss des Projektes auf einer Kulturplattform des Kultursommers Rheinland-Pfalz der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur präsentiert werden. Anträge können seit dem 15.05. bis 15.09.2020 gestellt werden.
Auch Kultureinrichtungen, Programmkinos und Vereine erhalten finanzielle Unterstützung, um ihre Existenz zu sichern und die Arbeit fortzuführen. Ein Investitionsprogramm von 1 Mio. € soll die digitale Infrastruktur und die Arbeit mit Neuen Medien in der Kulturszene ausbauen. Die Bewerbungsphase für die 6 Maßnahmen ist gestartet. Der Bewerbungsschluss ist je nach Maßnahme unterschiedlich, bei Maßnahme 3 „Kulturvereine“ spätestens bis 01.12.2020.
Rettet die Popkultur Rheinland-Pfalz
Aufgrund der aktuellen Coronakrise brechen vielen Künstler*innen, Freiberufler*innen und Selbstständigen der Popkultur-Szene in Deutschland große Teil ihres Einkommens weg. pop rlp hat zu diesem Zweck eine Spendenaktion zugunsten der rheinland-pfälzischen Popkultur-Szene veranlasst und ein Hilfsprogramm entwickelt, das den betroffenen Akteur*innen direkt und schnellstmöglich hilft. Macht jetzt mit, und erhaltet die Popkultur in unserem Land! Während der Spendenaktion laufen Livestreams mit grandiosen Musiker*innen wie L I N, Alex Mayr, Hanne Kah, u.a.
Die Spendenaktion Rettet die Popkultur RLP unterstützt schnell und unkompliziert alle Akteur*innen der Musikszene in Rheinland-Pfalz. Nach jeder Spendenphase entscheidet eine unabhängige Fachjury über die eingereichten Soforthilfe-Anträge. Die derzeitige Spendenphase läuft bis zum 30.04.2020. Unmittelbar danach werden die Anträge bewilligt und kommen ggf. zur Auszahlung. Anträge können hier gestellt werden.
Rheinland-Pfalz veranstaltet Streaming-Konferenz für Kulturschaffende zur Corona-Krise
Morgen, am 17. 04.2020, von 17:00 bis 19:00 Uhr beantworten Fachexperten und der Kulturminister des Landes Fragen der rheinland-pfälzischen Kulturschaffenden. Das Angebot wird sowohl über den Youtube– als auch den Facebook-Kanal des Ministerium abrufbar sein. Aktuell könnt ihr eure Fragen an die Fachexperten und den Minister bereits einsenden, entweder per Mail unter ed.plr.kwwm@negarf oder über die Social Media Kanäle. Ebenso besteht die Option, freitags während der Konferenz Fragen und Kommentare unter den Livestream zu posten. Das Hilfsprogramm in Rheinland-Pfalz stützt sich auf zwei Säulen: Der „Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“ deckt betriebliche Kosten ab und die „Corona-Grundsicherung“ sichert die Lebenshaltungskosten. Aufgestockt werden die Maßnahmen durch Anpassungen bei den Projektförderungen des Landes. Der Kulturminister hatte bereits Anfang April entschieden, Projektförderungen zu verlängern und grundsätzlich auf Rückforderungen zu verzichten, wenn Kulturveranstaltungen aufgrund der Coronakrise nicht stattfinden konnten und Kosten angefallen sind, die höher als die Landesförderung sind. Weitere Informationen zur Grundsicherung und den Soforthilfen finden sich in den FAQs bei www.corona.rlp.de unter dem Schlagwort „Kultur“. Bei weiteren Fragen können sich Betroffene auch an ihre jeweiligen Interessensverbände sowie an die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Kulturszene im Land wenden. Die beiden Kulturberater Dr. Björn Rodday (nördliches Rheinland-Pfalz): ed.plr-oreubrutluk@yaddor und Roderick Haas (südliches Rheinland-Pfalz): ed.zlafpztenrutluk@saah.kciredor bieten umfassende Beratung für Kulturschaffende an. Ansprechpartnerin für die Kulturelle Bildung ist Christina Biundo: moc.ibuks@ecivres von der Servicestelle Kulturelle Bildung in Trier.
KULTURHAMSTER: Kultur aus der Quarantäne in Rheinland-Pfalz
Ein Kulturberater der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik e.V. hat einen Aufruf an die rheinland-pfälzische Kulturszene gestartet, in Zeiten der „Quarantäne“ die eigene Kunst digital zu präsentieren. Der Aufruf im Wortlaut: „Nachdem ich mich selbst krank in Quarantäne befinde (noch ohne Corona), kam mir die Idee, dass man diese Situation auch dafür nutzen könnte, mehr über die rheinland-pfälzische Kulturszene zu erfahren. Viele Aufführen, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen etc. sind zwar aktuell abgesagt worden, dennoch bleiben uns immer noch die digitalen Möglichkeiten, um Kultur ortsunabhängig erlebbar zu machen.
Deswegen folgende Idee: In welcher Kultursparte Ihr auch tätig seid, überlegt doch einfach mal, ob man Eure Kunst nicht virtuell präsentieren kann… Egal ob es ich um einen Youtube-Link von Eurem letzten Konzert handelt, um eine Online-Bildergalerie Eurer Gemälde, um den Mitschnitt einer Lesung, die Aufzeichnung Eurer Theateraufführung, oder einen Kurzfilm – schickt mir die Links, und ich bündele diese in einem gemeinsamen Internetauftritt. Falls Ihr ein Live-Streaming plant, könnt Ihr mir sehr gerne auch dafür die Einladung schicken. Ich bewerbe dies natürlich gerne. Alle Infos an: moc.yaddor@retsmahrutluk. Ziel wäre es, von jeder Kunstsparte möglichst viele Beiträge zu sammeln, so dass man die aktuelle Situation zumindest dafür nutzen kann, die rheinland-pfälzische Kulturszene besser kennenzulernen! Ich bin gespannt, ob dieser Aufruf klappt – ist mal ein Versuch.:)“.
Kulturstiftung Rheinland-Pfalz fördert Fortbildungsprojekt für Pop-Musiker*innen
Der Vorstand der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat entschieden, die Initiative Pop der Landesarbeitsgemeinschaft Rock & Pop Rheinland-Pfalz mit einer Förderung in Höhe von 25.000 Euro zu unterstützen. Mit der Initiative Pop soll ein grenzübergreifendes Fortbildungsprogramm für junge Musiker*innen im Bereich der Popularmusik geschaffen werden, um deren Kenntnisse über die Mechanismen des Musikmarktes zu erweitern. Ziel ist es, die Nachwuchs-Künstler*innen im Selbstmanagement zu stärken.
Neuer Jazzverband „Jazz RLP“ nimmt seine Arbeit auf
Der Landesverband „JAZZ RLP – Landesverband für Jazz in Rheinland-Pfalz“ wurde im Frühjahr mit dem Ziel gegründet, mit neuen Strukturen und frischem Wind die nötige institutionelle Arbeit für die Szene aufzunehmen. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind Nachwuchsförderung und Regionalarbeit. Dieser Schritt wurde auch deshalb notwendig, da sich die ältere Landesarbeitsgemeinschaft für Jazz in einem langjährigen Gerichtsverfahren befindet und seit geraumer Zeit handlungsunfähig ist. Der neue Verband macht sich frei von Altlasten und geeint für den Jazz in Rheinland-Pfalz stark. Unter den Hauptakteur*innen des Verbands sind Alexandra Lehmler und Kerstin Haberecht.
Kultursommer Rheinland-Pfalz 2020: Nordlichter
Das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2020 wird „Kompass Europa: Nordlichter“ heißen, teilte das zuständige Kulturministerium mit. „Es soll die Kulturszene des Landes dazu anregen, Angebote zu machen, bei denen wir die Kunst und Kultur, aber auch die Lebensart der Länder Nordeuropas noch etwas besser kennenlernen“
Dieses Motto steht im Zusammenhang mit dem „Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahr“ 2020 sowie dem anstehenden 25jährigen Jubiläum des Schengener Abkommens. Das Ministerium nimmt das zum Anlass, während der vier nächsten Kultursommer die Offenheit Europas, seine kulturelle Vielfalt und seine vielen Gemeinsamkeiten zu feiern und die große Bedeutung der europäischen Einigung erneut ins Gedächtnis zu rufen.
Quelle: www.kultursommer.de
Neues Förderprogramm für die Laienmusik in Rheinland-Pfalz
Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz hat in diesem Jahr zum ersten Mal Mittel aus dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur für ein „Förderprogramm zur Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Laienmusik“. Das mit 50.000 Euro ausgestattete Programm richtet sich an Vereine und gemeinnützige Initiativen der Laienmusik, die innovative Projekte durchführen wollen, die den Themenbereichen des vom Landesmusikrat entwickelten „Zukunftskonzepts Laienmusik“ orientieren.
Vom Antragssteller wird gefordert, 10% der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln zu tragen; der ausgewiesene Fehlbedarf soll bei mindestens 500 Euro liegen. Die thematischen Schwerpunkte aus dem „Zukunftskonzept Laienmusik“, an denen sich die Projekte orientieren müssen, sind
– Image und Ehrenamt in der Laienmusik
– Kinder und Jugendliche in der Laienmusik
– Kulturelle Vielfalt/Inklusion/Integration
– Vernetzung/elektronische Kommunikation
– Neue Formen der Laienmusik

