Podcasttipp zur Gleichstellung in Orchestern @ Dlf

Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz (Foto: Nikolaij Lund)
Ein Radiobeitrag im Deutschlandfunk bezieht sich auf die im Frühjahr veröffentlichte Studie des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) über die Geschlechterverteilung in 129 öffentlich finanzierten Berufsorchestern. Der Beitrag „Musikwelt und Gleichstellung – Frauen haben oft das Nachsehen“ beleuchtet die systematische Benachteiligung von Frauen in den öffentlich finanzierten Orchesterbetrieben, vor allem in höheren Positionen. Siegfried Ressel spricht u.a. mit Juliane Färber, festes Mitglied des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, die sich für eine Quote in Orchestern ausspricht. Zu hören ist auch Anke Steinbeck, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Musikrat, die 2010 eine Dissertation über Dirigentinnen geschrieben hat und den Mythos „Maestro“ unter die Lupe nimmt. Sie stellt fest, dass sich in den letzten 11 Jahren wenig verändert hat und Frauen gern als „bunte Hunde“ und aus Gründen der political correctness eingeladen werden, damit aber eine Art zweite Liga kreiert wird. Renate Matthei versucht seit 35 Jahren, mit ihrem Furore Musikverlag Komponistinnen aus dem Schatten ins Licht zu holen; Komponistinnen, die zu ihrer Zeit sogar viel gespielt wurden, aber dann in der Versenkung verschwunden sind. Sie fordert, dass wenigstens bei den öffentlichen, also von uns Steuerzahler*innen finanzierten Festakten zu 50 Prozent Werke von Frauen gespielt werden. Zum häufig angeführten Grund, man achte bei einem Festakt auf „Qualität“, sagt sie: „Wie wird Qualität bemessen? (…) jemand, der sagen kann, ich habe schon Aufführungen hier und da gehabt, steht natürlich ganz anders da, als wenn sie sagt: Nein, ich habe mich da und da beworben. Und ist immer abgelehnt worden. Und an den Verhältnissen muss man eben etwas ändern“. Manos Tsangeris von der Akademie der Künste und der Dramaturg des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Berlin Steffen Georgi merken an, dass neue Musik von zeitgenössischen Komponist*innen generell einen schweren Stand hätte.
Podcasttipp: „Warum ist klassische Musik so weiß?“ @ WDR 3
Blickt man in deutsche Konzert- und Opernhäuser, fehlen häufig Schwarze Musiker*innen und Dirigent*innen. Doch es gibt sie. Hier aufgewachsen und ausgebildet. Woran also liegt es, dass sie öffentlich kaum wahrgenommen werden? Und wie fühlen sich nicht-weiße Personen im Publikum, welche unausgesprochenen Regeln und Konventionen „gelten“ bei einem Konzertbesuch? Gibt es eine „racial burden“ und das Gefühl der Exponiertheit von PoC im öffentlichen Raum? Das und mehr beleuchtet ein hörenswerter Beitrag in der Reihe „Musikporträt“ von WDR 3 von Dr. Dr. Daniele G. Daude, den ihr hier nachhören könnt.
„Bühne frei!“-Livestreams mit Elda u.a. im Mai & Juni
Was machen Musiker*innen ohne Bühne? Vielen freischaffenden Künstler*innen ist durch die fehlenden Auftrittsmöglichkeiten ihre Lebensgrundlage entzogen worden. Deshalb startete der Hessische Rundfunk im April die Aktion „Bühne frei!“, bei der sich hessische Musikerinnen und Musiker bewerben konnten. Aus 1500 Bewerbungen wurden 24 Acts ausgewählt: Max Mutzke, Cassandra Steen, Laith Al-Deen, Sabrina Setlur, Gregor Meyle und Stefanie Heinzmann fungierten als Gastgeber*innen für insgesamt sechs Folgen der „Bühne frei“-Aktion und wählten jeweils vier Bands für einen Abend aus. Die erste Folge, die auch im hr-Fernsehen ausgestrahlt wurde, ging u.a. mit Elda an den Start. Geschichten sowie Porträts und Gespräche rund um die hessischen Musiker*innen zeigen Maintower und die Hessenschau ebenfalls ab 10. Mai. Auch die Radiowellen hr2-kultur und hr1 senden einzelne Konzerte, und YOU FM und hr3 laden Bands als Gesprächsgäste ein. Alle Konzerte werden auch in der ARD-Mediathek veröffentlicht.
Radio WeWeWe sucht Bands aus der Wetterau & (Mittel-)Hessen
Radio WeWeWe (WelleWestWetterau) geht vom 3. bis 11. Juli wieder per UKW und im Internet live auf Sendung und bietet Bands, Künstler*innen und Newcomer*innen aus der Region Wetterau und Umgebung Gelegenheit, ihre Musik einzusenden. Ein Team aus rund 30 Moderator*innen, Reporter*innen und Techniker*innen produziert in seiner Freizeit ein abwechslungsreiches Radioprogramm mit Infos zum Jubiläum des TSV Butzbach und Berichten aus der Wetterau. Und dazu gibt es eine besondere Mischung aus u. a. regionaler Musik. Kurz gesagt:
Hier kommt man als regionale Band ganz einfach ins Programm. Zu hören gibt es die regionale Musik rund um die Uhr innerhalb der Musikrotation verteilt sowie in separaten Sondersendungen, in denen dann ausgewählte Titel im Detail vorgestellt werden. Bands und Musiker*innen aus der Wetterau und (Mittel-) Hessen können bis 06.06.2021 ihre Songs hier einreichen.
Online-Voting: Bettina Henrich bei „Die Besten im Westen“
Regelmäßig stellt WDR 2 POP! drei Bands aus Nordrhein-Westfalen vor und stellt sie zur Abstimmung „Die Besten im Westen“. Mit dabei ist in dieser Woche die Düsseldorfer Sängerin, Drummerin und Komponistin Bettina Henrich, die am 16. April ihre neue Single „No More Grey“ veröffentlicht hat – als Statement gegen Alltagsroutine und für mehr Mut zum Neubeginn. Noch bis Sonntagabend könnt ihr hier für sie abstimmen.
Podcast-Tipp: Nachtclub ÜberPop: Gendergerechtigkeit im Pop
Neuer Video-Podcast: BunkerCast mit Luise Volkmann u.a.
Das Bunker Ulmenwall-Team hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt und mal wieder ein neues Projekt gestartet: „BunkerCast“ ist ein Video-Podcast, zu dem interessante Persönlichkeiten eingeladen werden, die über sich, ihre Arbeit, den Bunker und das Leben darüber hinaus (gibt es das?) plaudern. Dabei erfahren wir eine Menge Interessantes, manchmal sehr Persönliches. Aufgelockert werden die Interviews mit eingeschobenen Musikstücken zum Thema bzw. zur Person. Die Podcasts werden alle 14 Tage veröffentlicht, 14-täglich, am 05.05. ist Luise Volkmann zu Gast. Die Podcasts sind auf Facebook, Youtube, Instagram und als Spotify und Apple Podcast zu finden.
NDR Kultur à la carte Extra präsentiert norddeutsche Musiker*innen
Mit der Konzertreihe NDR Kultur à la carte EXTRA unterstützte NDR Kultur norddeutsche Musiker*innen während der Coronakrise; jeden Mittwoch präsentierte sie ein Live-Konzert im TV-Studio, Radio und als Videolivestream. In kleiner Besetzung, getrennten Studios, Pausen zum Erzählen – so entstanden in den vergangenen Monaten über 20 außergewöhnliche musikalische Begegnungen. Nachtschwärmer*innen konnten das Beste aus diesen 20 Konzerten voller Jazz, Singer-Songwriter, Folk, Chanson und Klassik nun sechs Stunden lang in einer langen Musiknacht am 4. April genießen. Mit dabei waren die Hamburger Liedermacherin Anna Depenbusch, das Duo Fjarill, Lisa Wulff, Cleo Steinberger, Bonny Ferrer, Valeriya Myrosh, Asya Fateyeva u.v.m. Die vollständige Sendung könnt ihr hier nachschauen, die Konzerte sind aber auch einzeln wählbar.
Radiotipp: Play Jazz! NDR Bigband & Julia Hülsmann 18.03.2021
In der Ausgabe von Play Jazz! – NDR Bigband am 18.03. um 22:35 Uhr stellt Henry Altmann die Projekte der NDR Bigband mit der Pianistin Julia Hülsmann vor. Diese hat in den letzten Jahren zusehends Gefallen an einer etwas üppigeren Klangpalette gefunden und im letzten Jahr den Schritt ins wuchtige Großformat der NDR-Bigband gewagt. Angeregt von der Farbenpracht und Individualität der Solisten aus der NDR Bigband hat sie aus vertrauten Motiven ihres Repertoires und einigen eigens für diesen Anlass entstandenen Neukompositionen ein Programm für dieses neue Kapitel zusammengestellt. Leider mussten die Konzerte im letzten November wegen Corona abgesagt werden, um so schöner ist es, wenn Altmann jetzt wie immer donnerstags auf dieses Projekt ein Schlaglicht wirft, mit Musiker*innen spricht, frische Aufnahmen präsentiert und über Hintergründe berichtet.
Radio- & Livestreamtipp: Christina Fuchs & flux live
Am 14.03. wird die Jazzmusikerin Christina Fuchs (Sopransax, Klarinette, Bassklarinette) live im Radio-Interview mit Uwe Bräutigam in der Sendung „jazz and beyond“ über ihre Musik sprechen, und natürlich wird auch Musik von ihr und anderen Musiker*innen gespielt. Von 11-13 Uhr könnt ihr euch hier in die Sendung des Kölner Senders 674.fm einklinken.
Am 20.03. steht sie dann im musikalischen Zwiegespräch mit dem Akkordeonisten Florian Stadler auf der Bühne, wenn ihr Duo flux in der Reihe „The Dissonant Series“ der In-Situ-Art-Society in Bonn zu Gast ist. Das Konzert wird ab 20 Uhr hier live aus dem Dialograum Kreuzung an St. Helena gestreamt.
Podcast-Tipp: „Musikerinnen weltweit“ @ SWR2
„Musikerinnen weltweit“ heißt eine neue Sendereihe auf SWR 2 Treffpunkt Klassik, die Ende Januar gestartet ist und freitags um 10:05 Uhr jeweils eine interessante Musikerin vorstellt. Die ersten Beiträge präsentierten Tania Saleh, Lido Pimienta, Mahsa Vahdat, am 12.02. war die Star Feminine Band aus Benin Thema. Die Sendungen stehen als Podcasts zur Verfügung.
Podcast: „Wissenswert: When a Woman gets the Blues“
IB.B. King, Muddy Waters, Robert Johnson, John Lee Hooker – die großen Namen des Blues sind vor allem von Männern bekannt. Dabei gab es von Anfang an Frauen im Blues, heißt es im neusten „Wissenswert“-Podcast von hr-INFO, der in der Mediathek nachzuhören ist. Schon im Sommer 1920 nahm Mamie Smith (Foto) einen Blues-Song auf Schallplatte auf und machte damit den Blues populär. Die Frauen hatten es schwer, sich zu behaupten, weil sie nicht nur schwarz waren, sondern eben auch Frauen – bluessingende Frauen galten als besonders liederlich. Aber sie waren da, schrieben Geschichte und fanden Nachahmerinnen. Ma Rainey, Sippie Wallace, Alberta Hunter, Bessie Smith, Memphis Minnie – die Musikerinnen sangen, managten ihre Bands, gingen auf Tour, kochten Mahlzeiten und zogen ganz nebenbei noch Kinder groß. Dagmar Fulle erzählt die vergessenen Geschichten dieser Frauen und folgt ihren Spuren zu den Bluesmusikerinnen von heute.

