Ausstellung „Genderspezifische Stereotype in der Musikbranche“ 13.09.2025

pop rlp und musicRLPwomen* laden zu einer Ausstellung zu genderspezifischen Stereotypen in der Musikbranche, die am 13.09. im Rahmen des Festivals authentic – junge Kultur made in Koblenz präsentiert wird. Die Ausstellung zeigt, wie tief sexistische Klischees in der Musikbranche verankert sind. Und wie absurd sie wirken, wenn man sie einfach mal umdreht. Die Ausstellung lädt zum Nachdenken, Diskutieren und Umdenken ein. authentic ist ein vielfältiges Festival von der Jugendkunstwerkstatt Koblenz e. V. und Music Live e. V., bei dem rund 30 junge Kreative zwischen 15 und 30 Jahren auf der Bühne, an Wänden und im Raum ihre Kunst zeigen: Musik, Performance, Theater, Mode und mehr. Der Eintritt ist frei – also: nichts wie hin!

Samstag, 13.09.2025 |  Rhein-Mosel-Halle Koblenz | 16-22 Uhr

10.09.2025

Tony Sender Preis 2025 geht an Anne Breick & Barbara Carvalho

Die Stadt Frankfurt am Main verleiht seit 1992 alle zwei Jahre den nach der Gewerkschafterin und Journalistin Tony Sender (1888-1964) benannten Tony Sender-Preis. Mit der Auszeichnung ehrt die Stadt einzelne Frauen oder aber Projekte, Institutionen oder Vereine in Frankfurt, die sich in hervorragender und innovativer Weise für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern eingesetzt haben. Erstmals wird der mit 10.000 € dotierte Preis an zwei Kandadatinnen vergeben: zum einen geht der 16. Tony Sender Preis an die queerfeministische Musik-Aktivistin Anne Breick (Foto links: Claudia Simchen), die Gründerin des Frauen* Musik Büros, die das Musikjournal & Netzwerk MELODIVA aufgebaut und maßgeblich geprägt hat und sich unermüdlich gegen strukturelle Benachteiligungen, Ausschlüsse und Diskriminierungen von Frauen und Queers engagiert. Zum anderen geht er an die künstlerische Leiterin des Internationalen Frauen*Theaterfestivals Bárbara Luci Carvalho (Foto rechts: Claudia Simchen), die sich seit vielen Jahren für Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich und für den Aufbau eines internationalen Künstler*innennetzwerks einsetzt und mit dem Festival feministische und antirassistische Perspektiven stärkt. Die Preisverleihung findet am 28. November 2025 in Frankfurt am Main statt. Wir freuen uns sehr über diese Auswahl und sagen: herzlichen Glückwunsch zum wohlverdienten Preis!

19.08.2025

Deutscher Frauenrat veröffentlicht Handreichung „Klare Kante für Gleichstellung“

Antifeminismus bedroht Gleichstellung, Demokratie und das Engagement vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen. Der Deutsche Frauenrat (DF) legt mit der neuen Handreichung „Klare Kante für Gleichstellung“ praxisnahe Empfehlungen für Verbände, Initiativen und Fachöffentlichkeit vor. Sie zeigt, wie Antifeminismus wirkt, wo er sich ballt und wie sich Organisationen wirksam dagegen positionieren können – auch im Umgang mit Anfeindungen und Desinformationskampagnen. Ziel ist es, demokratische Strukturen zu stärken und solidarische Bündnisse zu fördern. Der Deutsche Frauenrat (DF) versteht sich als Lobby der Frauen in Deutschland. Er engagiert sich seit 1951 für die Rechte von Frauen in Deutschland, der europäischen Union und auf internationaler Ebene mit dem Ziel der rechtlichen und faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen.

28.07.2025

MusicHBwomen* lädt zu Panel, Netzwerk & Konzert 20.05.2025

Wie steht es um die Geschlechtergerechtigkeit auf Bremens Bühnen? Wer den Status Quo ändern möchte, muss ihn erst mal überblicken. Daher hat das Ländernetzwerk MusicHBwomen* in Kooperation mit dem Clubverstärker die erste Erhebung zur Repräsentanz der Geschlechter auf Bremens Bühnen erarbeitet. Darüber hinaus erfassen sie zusammen mit der regionalen Musikplattform Stadtlauscher die Gender-Diversität der über 500 dort präsentierten Bands. Am 20. Mai werden die Zahlen vorgelegt und diskutiert.

Panelgäste: Bettina Wilhelm (Bremer Landesfrauenbeauftrage), Rike van Kleef (Kulturarbeiterin, Aktivistin und Autorin), Paula Gaertig (Clubbetreiberin und Vorsitzende des Clubverstärker e.V.), Elena Tüting (Kulturzentrum Schlachthof) und Kai Stührenberg (Staatsrat bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation)

Livemusik: NIA (Jazz) & Clitpics (New Wave Pop und Auf-die-Fresse-Rap)

Di, 20.05.2025 | 18 Uhr | Villa Sponte Zeitkultur e.V. | Bremen

16.05.2025

Call for papers: 5. International Conference on Women’s Work in Music

Die 5. International Conference on Women’s Work in Music wird vom 29. bis 31. August 2025 im Trinity Laban in London stattfinden. In einem aktuellen Call sind Forscher*innen und Praktiker*innen eingeladen, Vorschläge einzureichen, die sich mit einer Reihe von Perspektiven auf die Arbeit von Frauen in der Musik befassen, sei es aus akademischer, praxisbezogener oder pädagogischer Sicht. Es werden Themen zu allen musikalischen Genres, Epochen oder Praktiken gefördert, die sich mit den Themen wie Frauen und Musiktechnologie, Frauen als Dirigenten, Frauen in der Popularmusik, Musikwissenschaften, Feminismus, LGBTQ+, Aktivismus u.v.m. (mehr Themen hier) befassen können, aber nicht darauf beschränkt sein müssen. Vorschläge können für Impuls(vorträge) und Panels eingereicht werden. Einreichfrist: 12.05.2025

23.04.2025

Die Billige Gala 13.03.2025 @Heimathafen, Berlin

Lindemann, R. Kelly und P. Diddy zeigen, die Musikindustrie ist noch weit weg davon, das egalitäre, glitzernde Paradies zu sein, dass sie vorgibt. Auch post #MeToo kämpfen wir weiterhin mit männerdominierten Strukturen, Genderungerechtigkeit und undurchsichtigen Machtgefällen. Zeit, dass sich daran endlich etwas ändert! Eine Kooperation aus Bande, fæmm, MEWEM, Music is her Passion, Music Women* Germany u.a. veranstaltet am 13.03.2025 „Die Billige Gala“ im Heimathafen Neukölln. Angekündigt ist ein voller konstruktiver Kritik, Wut und Empowerment und es sollen Missstände angesprochen und Vorurteile ausgehebelt werden. Euch erwartet eine exklusive Premierenlesung aus dem Buch „Billige Plätze. Gender Macht und Diskriminierung in der Musikindustrie“, in dem sich Autorin Rike van Kleef ausführlich mit den sexistischen Strukturen in der Musikbranche auseinandergesetzt hat, sowie eine Reihe an Special Guests und musikalischen Highlights. 

10.03.2025

Gender Pay Gap sinkt – aber nicht im Kulturbereich

ver.di hat das Büro für Kulturwirtschaftsforschung (KWF) in Köln damit beauftragt, die Zahlen der KSK auszuwerten, um den Gender Pay Gap von selbstständigen Kulturschaffenden konkret zu beziffern. Die Zahlen sind erschreckend: Am geringsten sind die freiberuflichen Einkommen in der Berufsgruppe Musik je versicherte*r Künstler*in  – und der Gender Pay Gap ist in der Branche am meisten angestiegen. In der Musik verdienen Frauen durchschnittlich 13.583 Euro durch freiberufliche Tätigkeiten, ihre männlichen Kollegen 4.737 Euro mehr pro Jahr. Der Gender Pay Gap ist damit seit 2022 um 3% auf 26 Prozent gestiegen! Besonders groß ist die Lücke bei: Librettist*innen und Textdichter*innen (53 %), Komponist*innen (46 %) und Sänger*innen im Pop, Rock, Jazz & Unterhaltung (38 %). Sängerinnen verdienen in allen Sparten der Musik weniger als ihre männlichen Kollegen! Einzig unter Musiklehrkräften liegt der Gender Pay Gap mit 13 Prozent unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Ein Grund könnte sein, dass „Frauen weniger Erwerbsarbeit leisten als Männer. Von abhängig Beschäftigten wissen wir, dass aus strukturellen Gründen – beispielsweise wegen der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit – mehr Frauen in Teilzeit arbeiten. Es ist anzunehmen, dass diese Gründe bei selbstständigen Kulturschaffenden ebenfalls greifen. Teilzeitarbeit führt zu weniger Einkommen und schlechteren Karrierechancen, damit verbunden sind die finanzielle Abhängigkeit vom Partner sowie drohende Altersarmut. Kulturkürzungen würden den Konkurrenzdruck unter Kreativen und die Unsicherheiten bei Honorarverhandlungen verstärken, hinzu kämen eine fehlende Anerkennung von Kultur und Kunst als Arbeit sowie geschlechtsspezifische Gründe: sexistische Strukturen in der Arbeitswelt, patriarchale Rollenvorstellungen in der familiären Sorgearbeit sowie geschlechterspezifische Sozialisation. Es reiche daher nicht, Frauen für eine bessere Verhandlungsführung zu schulen. ver.di fordert daher:

– Mehr Transparenz bei Honoraren: Honorare müssen vergleichbar und öffentlich nachvollziehbar sein.
– Tarifverträge verhindern ungleiche Bezahlung: Sie ermöglichen faire Honorare und bessere Arbeitsbedingungen.
– Kollektive Verhandlungsmöglichkeiten für Selbstständige: ver.di setzt sich dafür ein, damit faire und transparente Löhne etabliert werden.

07.03.2025

Crowdfunding für „Komponistinnen im Klavierunterricht“ (Noten und CD)

Das Projekt „Komponistinnen im Klavierunterricht“ zielt darauf ab, Kompositionen von Frauen verstärkt in den Klavierunterricht und ins Repertoire zu integrieren. Geplant ist die Veröffentlichung von drei Klavierbänden und begleitenden CDs mit Werken von Komponistinnen aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Ergänzend dazu werden Konzerte und Workshops angeboten. Das Projekt wurde von der deutsch-kubanischen Pianistin Yami CruzMontero ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der Musikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Keil hat sie Material für drei faszinierende Bände mit Klaviermusik von Komponistinnen aus drei Jahrhunderten und 26 Ländern zusammengetragen, die im Frühjahr 2025 bei der Universal Edition Wien erscheinen werden. Mit einer Crowdfunding-Aktion will der Verein musica femina münchen e.V. Spenden sammeln, um die Produktionskosten für eine Doppel-CD zu finanzieren. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, Komponistinnen der Vergangenheit ans Licht zu holen und Komponistinnen der Gegenwart in ihrer Arbeit zu unterstützen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken – und zwar so lange, bis die Musik von Frauen im etablierten Konzertbetrieb gleichberechtigt und selbstverständlich neben der Musik von Männern gespielt wird.

09.12.2024

„Bericht zur Lage des Jazz in Deutschland 2024“ veröffentlicht

Auf dem 28. Jazzforum der Deutschen Jazzunion Jazz Now! wurde kürzlich der „Bericht zur Lage des Jazz in Deutschland 2024“ vorgestellt, der von der Deutschen Jazzunion gemeinsam mit der Bundeskonferenz Jazz herausgegeben wird. In diesem Bericht wird genauer analysiert und dargestellt, wie sich die Jazzlandschaft in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt hat. Dabei werden sowohl die Stärken und Potenziale aufgezeigt als auch Schwachstellen deutlich benannt. Die Autor*innen werfen einen Blick auf die aktuellen Bedingungen für Spielstätten und Festivals, die Veränderungen im Rundfunk und der Medienlandschaft, untersuchen die Wirksamkeit von Förderprogrammen und analysieren die soziale Situation der Jazzmusiker*innen. Denn trotz der Resilienz und Innovationskraft der Jazz- und Improvisationsszene in Deutschland sind die aktuellen Krisen und drohenden finanziellen Kürzungen alarmierend. Deshalb ist der Bericht auch ein Appell, die Bedeutung des Jazz und der Improvisierten Musik als lebendige und verbindende Kunstform noch mehr anzuerkennen und durch konkrete Maßnahmen zu stärken. Zu jedem Thema formulieren die Autor*innen Handlungsempfehlungen; beim Thema Diversität & Teilhabe sind das:

– Mehr Aufklärungsangebote zu struktureller Diskriminierung und Diversitätsentwicklung
– Schulungen und verpflichtende Weiterbildungen für Lehrpersonal an Musikhochschulen
– Einrichtung einer Beschwerdestelle bei Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexueller Belästigung
– Förderprogramme für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Arbeiterfamilien
– Forschung zu Zugangsschwierigkeiten und Ausschlüssen bestimmter marginalisierter Personengruppen
– Einbeziehung von Diversitätsfaktoren bei der Besetzung von Professuren
– Förderung und Unterstützungsangebote für Eltern im Jazz (z.B. Residenzen mit Kindern, zusätzliche Fördertöpfe)
– Flexibilität für andere Lebensläufe, etwa bei den Altersgrenzen von Preisen und Förderprogrammen

In Kürze werden die Panels des Jazzforums als Stream sowie eine Fotogalerie auf www.jazznow.de verfügbar sein.

06.11.2024

Panels zu Paritätischem Booking & Migra FLINTA*s @Newfall Festival 01.11.24

Viele Festivals nehmen es sich vor, aber die wenigsten setzen es wirklich um: Geschlechtergerechtes Booking. Dabei ist es doch gerade heute so wichtig, dass feministischen Worten auch Taten folgen und Festivals das Booking von FLINTA+ Acts in den Fokus rücken. Auch das New Fall Festival selbst würde gerne einen höheren FLINTA+-Anteil im Programm präsentieren und setzt sich mit dem Programm free:pop und kostenlosen Konzerten, Panels und Workshops für mehr Musikvielfalt ein und mit den Themen Mehrfachdiskriminierung, Fremdzuschreibungen und Empowerment auseinander. Gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen musicNRWwomen*, Cologne Music Week, NRW Music Conference sowie Weihnachtsdorf am Büchel (Aachen) laden sie am 01.11. ab 15 Uhr zum Panel „Paritätisches Booking“ mit Johanna Treydte (New Fall Festival), Lilou Halter (musicNRWwomen*/Pop NRW), Annika Hachmeister (Skandaløs Festival) und Philine Elster (Moderation). Das zweite Panel „Migra-FLINTA*s to the front“ mit EBOW, Vavunettha, Pamela Owusu-Brenyah (Moderation: Gîn Bali) beginnt um 16:30 Uhr im Gelben Saal (Rheinterrasse). Danach könnt ihr Konzerte von Vavunettha, Skuff Barby und EBOW genießen. Der Eintritt zu den Panels und Konzerten ist frei, um garantiert einen Platz zu bekommen, solltet ihr euch hier ein kostenloses Ticket buchen.

28.10.2024

Workshop „Haltung zeigen“ 15.10.2024 HMT Leipzig

Die strukturellen Probleme mit sexualisierter Gewalt und anderen Diskriminierungsformen in der Musikbranche waren vielen Akteur*innen schon offensichtlich, bevor die Vorwürfe um die Band Rammstein bekannt wurden. Doch warum sind die meisten dazu so schweigsam? Warum beziehen kaum Menschen aus der Branche eine Position? Es gibt Kritik, dass die Branche solche Zustände duldet, wegschaut und zu wenig Haltung zeigt. Das Ländernetzwerk von Music Women* Germany Sachsen lädt daher zu dem Workshop „Haltung zeigen“ am Dienstag, 15.10.2024 an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Gemeinsam mit den Workshopteilnehmer*innen wollen die Macherinnen* einen Blick auf Studien und Konzepte werfen, die dabei helfen können, eine Haltung zu entwickeln, sie mit Fakten zu unterfüttern und in Diskussionen standzuhalten. Außerdem möchten die Beteiligten Möglichkeiten sammeln, die es jetzt schon gibt, um sich zu engagieren. Der Workshop ist kostenfrei und richtet sich an alle, die Musik lieben und sich eine vielfältige, gerechtere und sicherere Musiklandschaft in Deutschland wünschen: All genders, genres and professions are welcome! Bitte meldet euch bis 12.10. per Mail an.

Veranstaltungsort: Hochschule für Musik und Theater, Dittrichring 21, 04109 Leipzig

10.10.2024

Ergebnisse der Umfrage zur Gendergerechtigkeit in der deutschen Jazzszene veröffentlicht

Lange Zeit wurde die Jazzszene in Deutschland und weltweit von Männern dominiert. Mit Zahlen belegt und damit Aufmerksamkeit für diese Situation geschaffen haben vor allem die Jazzstudie 2016 und die Nachauswertung „Gender.Macht.Musik.“ der Deutschen Jazzunion. Zwar spielen inzwischen viel mehr Frauen auf Festivals und in Jazzclubs als noch vor zehn Jahren – auch an Saxophon oder Trompete, am Kontrabass oder Schlagzeug. Dagegen sind Dozentinnen für Instrumentalunterricht in der Jazzausbildung an deutschen Hochschulen noch immer eine große Ausnahme. In einem Forschungsseminar am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena hat sich eine Gruppe von Studierenden mit den Hintergründen dieser genderspezifischen Ungerechtigkeiten im Jazz beschäftigt und eine Online-Umfrage zur aktuellen Situation in der deutschen Jazzszene konzipiert, deren Ergebnisse nun vorliegen. An der Umfrage haben sich deutschlandweit 136 Jazzmusiker*innen beteiligt, darunter 44 Studierende. Die Umfrage bestätigt die Ergebnisse früherer Studien und gibt vertiefende Einblicke auf ganz konkrete geschlechtsspezifische Benachteiligungserfahrungen: Vorurteile, Stereotypen, schlechtere Arbeitsbedingungen, Prekariat durch Mutterschaft, Mangel an Präsenz von Frauen in der Szene z.B. in Jurys, Hochschulen, Bigbands und Schlüsselpositionen, offen sexistisches Verhalten bis zu sexuellen Übergriffen – auch im Hochschulkontext. Ein positives Ergebnis war: es gibt eine wachsende Sensibilität für Fragen der Geschlechtergleichstellung insbesondere unter jüngeren Jazzmusiker*innen. Die Ergebnisse deuten aber auch darauf hin, dass es bei manchen Fragen noch Diskussions- und Handlungsbedarf gibt. Deshalb plädieren die Autor*innen für eine
Fortsetzung der Debatte um Gendergerechtigkeit im Jazz, eine weitere Sensibilisierung der Akteur*innen, insbesondere für sexistisches Verhalten, sowie eine Diskussion der Forderungen und Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen im Jazz, wie sie bereits 2018 von der Deutschen Jazzunion formuliert worden sind. Man könne z.B. Frauen explizit zu Workshops und Jam Sessions einladen und dadurch die Hürde, sich innerhalb der Szene zu vernetzen, zu senken. Musikerinnen könnten durch individuelle Förderung empowert werden. Auch das Thema Mutterschaft und die besondere Situation von Sängerinnen, latent rassistische Einstellungen auch im Jazzumfeld, die schlechte Vergütung von Auftritten, Missstände in der Ausbildung sowie Probleme bei der Vereinbarkeit von Musiker*innenberuf, Care-Arbeit und Freizeit sollten mehr in den Blick genommen werden. Die Studienergebnisse können hier heruntergeladen werden.

11.09.2024