Online-Talk: Gender-Gerechtigkeit auf den Bühnen des Landes 31.05.2021
Das Kompetenzzentrum Popularmusik Rheinland-Pfalz lädt am 31.05.2021 ab 19 Uhr zum Online-Talk „Gender-Gerechtigkeit auf den Bühnen des Landes“ ein. In ihrer Keynote nimmt Marie-Christine Scheffold (Selective Artists/ Berlin, Hamburg) das Publikum mit auf ihre Reise – wie sie ihren eigenen internalisierten Sexismus aufdeckte, bekämpft und begegnet. Warum ist es so wichtig, sich auf diesen Prozess einzulassen und dabei eigene Fehler einzugestehen? Genau da beginnt der Weg sich nicht nur persönlich, sondern auch im beruflichen Kontext für Chancengleichheit und Gleichberechtigung einzusetzen. In drei Breakoutsessions schauen sich die Teilnehmer*innen praktische Umsetzungsmöglichkeiten an: u.a. stellt Lea Karworth (Initiative Keychange/ Reeperbahn Festival, Hamburg) die Keychange-Initiative vor, die unterrepräsentierte Musiker*innen gezielt unterstützt und auf Bühnen bringt; es gibt Tipps von Julia Gudzent (Misc Berlin), wie ihr als Booker*innen für mehr Gendergerechtigkeit sorgen könnt und Marie-Christine Scheffold zeigt allen Neulingen Einstiege in die Branche als FLINTA+. Und warum genau braucht es diese Veränderungen jetzt? Dieser Frage gehen alle mit den Speaker*innen in der Abschlussdiskussion auf den Grund. Die Moderation übernimmt Lea Jung (pop rlp, Koblenz).TV-Tipp: „Macht Platz, Männer!“ @ NDR
„Macht Platz, Männer! Frauen im Musikbusiness“ heißt ein sehenswerter TV-Beitrag im Kulturjournal des NDR mit der Punkrockband 24/7 Diva Heaven (Foto: Maren Michaelis), der Rapperin KeKe, Promoterin Lina Burghausen, Musikerin Onejiru, Bookerin Vanessa Cutraro, Andrea Rothaug (RockCity/Music Women Germany) und Singer-/Songwriterin Alin Coen. Der Film steht ein Jahr zum Nachschauen bereit.
in:balance – Veranstaltungsreihe zu Gender Equality in der Musik in Rheinland-Pfalz

pop rlp startet eine Veranstaltungsreihe für mehr Gender Equality in der Musik, die in der Gründung des Ländernetzwerks musicRLPwomen münden soll. Über den Sommer werden verschiedene Aspekte in verschiedenen Formaten thematisiert.
Den Anfang macht ein Onlinetalk zum Thema Booking – Gender-Gerechtigkeit auf den Bühnen des Landes: Hast du schon mal versucht, dir Festivalplakate ohne männliche Musiker vorzustellen? Richtig, da bleibt an vielen Stellen wenig stehen. In ihrer Keynote zeichnet Marie-Christine Scheffold ihre eigene Entwicklung nach – wie sie ihren eigenen internalisierten Sexismus aufdeckte, bekämpft und begegnet. Warum ist es so wichtig, sich auf diesen Prozess einzulassen und dabei eigene Fehler einzugestehen? Genau da beginnt der Weg sich nicht nur persönlich, sondern auch im beruflichen Kontext für Chancengleichheit und Gleichberechtigung einzusetzen.
Es folgt ein Onlinetalk zu Macht in der Populären Musik am 7.6., Workshops zu Songwriting und bedroom-producing für FLINTA+ und ein Konzertlivestream zum Abschluss.
Podcast-Tipp: Nachtclub ÜberPop: Gendergerechtigkeit im Pop
Keychange-Umfrage zu Geschlechterverteilung in der Musikbranche
Mit einer groß angelegten Marktforschungsstudie untersucht das Reeperbahn Festival im Rahmen der Initiative Keychange die Geschlechterverteilung in allen Teilmärkten der deutschen Musikkultur und Musikwirtschaft. Erstmalig wird auch die Relevanz von Geschlechtergleichheit auf die Nutzung von Musikangeboten aus Sicht von Konsument*innen betrachtet. Die Ergebnisse sollen im Rahmen des Reeperbahn Festivals im September 2021 vorgestellt werden. Untersucht werden unter anderem die geschlechterspezifischen Unterschiede bei Anstellungsverhältnissen, Einkommensstrukturen und Aufstiegschancen innerhalb der Unternehmen der Musikwirtschaft. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Einflüsse Geschlechtervielfalt bei Kaufentscheidungen und dem Nutzerverhalten für Konsument*innen haben. Bis zum 30. April 2021 können Interessierte hier an der Befragung teilnehmen.
Muße, Musen und das Müssen – Ringvorlesung
Die Gender-Ringvorlesungstagung 2021 der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stellt unter dem Titel „Muße, Musen und das Müssen – Wissen und Geschlecht in Musik • Theater • Film“ Fragen nach dem Zustand der Welt, initiiert ein Hinterfragen, Besprechbar-Machen und Aktualisieren von Selbstverständnissen sowie Machtverhältnissen und lotet das Queeren neoliberaler Produktionszwänge und Vereinnahmungsmechanismen in Musik • Theater • Film aus.
Die Veranstaltung findet vom 29.-30.04.2021 als Zoom-Meeting statt. Um den link für die Onlineveranstaltung übermitteln zu können, wird um Anmeldung bis 27.4.2021 per Mail gebeten: ta.ca1775874907.wdm@1775874907mki1775874907
#artistathome: Ornella Mikwasa – FÉMINA
Composers‘ Equality Survey 2021: jetzt mitmachen
Eine neue Umfrage unter Komponist*innen möchte herausfinden, warum es noch keine Gleichtstellung unter Komponist*innen gibt. „Composers‘ Equality Survey 2021“ behandelt Fragen wie: Was muss für den Support von Komponistinnen* getan werden, braucht es mehr Unterstützung bei dem Kind-Karriere Spagat? Brauchen wir eine Quote bei Förderprogrammen und in Universitäten? Wie hoch ist der Anteil von Frauen* in Kompositionsklassen, bei Lehrer*innen und Studierenden, aber auch bei Weltpremieren und auf Festivals? Die Umfrage ist in Englisch, wird anonym behandelt und muss nicht vollständig beantwortet werden. Die Ergebnisse werden auf den Social Media Kanälen der Initiatorin, der Sängerin Sarah Maria Sun, und in den Medien veröffentlicht. Hier geht es zur Umfrage.
miz-Erhebung: Spitzenorchester haben beim Frauenanteil Nachholbedarf
In den 129 öffentlich finanzierten Orchestern in Deutschland sind durchschnittlich vier von zehn Pulten mit einer Frau besetzt, in den Stimmführungs- und Solopositionen hoch dotierter Orchester nur halb so viele. Dies zeigt die Erhebung „Am Pult der Zeit!?“, die das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) erstmals durchgeführt hat, um den Frauenanteil in deutschen Berufsorchestern festzustellen. Im Jahr waren von den in Teil- oder Vollzeit beschäftigten 9.884 Orchestermitgliedern in Deutschland durchschnittlich 39,6% weiblich. Mit steigendem Renommée des Orchesters und höherer Stimmposition sinkt diese Zahl aber, in Spitzenorchestern ist der Anteil an Frauen in höheren Dienststellungen mit 21,9% besonders niedrig. Die höchsten Frauenanteile gibt es bei den Harfen (93,7%), den Flöten (65,4%), der 2. (62,6%) und der 1. Violine (59,1%). Die höchsten Männeranteile finden sich bei der Tuba, der Posaune, der Pauke/Schlagwerk und der Trompete (94-98%). In niedrigeren Dienststellungen sind Frauen fast gleichauf mit ihren männlichen Kollegen, in höheren Positionen wie Konzertmeister-, Stimmführer- und Solopositionen sind Frauen mit 28,4% unterrepräsentiert.
Das gleichzeitig zur Erhebung veröffentlichte Poster zeigt eine detailreiche Infografik zur „Geschlechterverteilung in Berufsorchestern“ (kostenlos gegen eine Versand- und Servicepauschale erhältlich). Außerdem stellt das miz unter diesem Link ausführliche Infos zur Erhebung, Wortbeiträge und ein interessantes Interview mit Orchestermusikerinnen an überwiegend von Männern gespielten Instrumenten zur Verfügung.
Kunstuni Graz – Lehraufträge des Zentrums für Genderforschung zu vergeben
Die Bewerbungsfristen für mehrere Lehraufträge des Zentrums für Genderforschung der Kunstuniversität Graz wurden auf den 01.02.2021 verlängert. Vergeben werden zwei Lehraufträge zum Thema Diversität im Studienjahr 2021/22 sowie vier Lehraufträge zu Genderthemen im Studienjahr 2021/22.
Uni Passau untersucht Geschlechterunterschiede auf wissenschaftlichen Tagungen
Die Wissenschaft ist eine „Ökonomie der Aufmerksamkeit“, bei der es um Sichtbarkeit und Anerkennung geht. Wenn nicht gerade Corona grassiert, bieten Konferenzen Wissenschaftler*innen die Bühnen, um ins kollegiale Rampenlicht zu treten und ihr akademisches Selbst zu inszenieren. Es geht um persönliche Karrierechancen und das Machtgefüge in einer Disziplin. Eine umfangreiche Studie der Universität Passau belegt nun: Nach wie vor kommen Männer häufiger und länger zu Wort als Frauen. Ein Team der Universität Passau untersuchte Geschlechterunterschiede im Tagungsgeschehen auf dem 61. Deutschen Kongress für Geographie 2019 in Kiel. Es handelt sich dabei um die umfangreichste Studie dieser Art. Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse positiv. Die Zahlen der Kongressbesucherinnen und -besucher waren so gut wie ausgeglichen – 47 Prozent Frauen, 52 Prozent Männer. Nicht ganz so ausgewogen war die Zahl der Vortragenden, aber immerhin: 46 Prozent Frauen, 54 Prozent Männer – ein immenser Fortschritt im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Im konkreten Verhalten auf der Konferenz zeigen sich jedoch immer noch starke Geschlechterunterschiede. „Das hatten wir in dieser Deutlichkeit nicht erwartet“, sagt Philipp Aufenvenne, der gemeinsam mit Prof. Dr. Malte Steinbrink die Studie geleitet hat. „Überrascht hat uns zum Beispiel, dass Vorträge von Männern besser besucht werden als die von Frauen und dass das am Verhalten der Männer liegt. Vorträge ihrer Kolleginnen besuchen sie weniger häufig.“ Eine deutliche Diskrepanz stellt das Passauer Team zudem im Hinblick auf die Redezeiten beim Vortrag und in den anschließenden Diskussionen fest. Wissenschaftler überziehen die Zeitvorgaben nicht nur häufiger, sondern zudem ausgiebiger. Auch die Diskussionen werden tendenziell von Männern dominiert. „Da bestehen überkommene geschlechtsspezifische Kommunikationsmuster fort, und diese sind offenbar zählebiger als die formalen Strukturen und Positionen im Unisystem, wo sich in den letzten Jahren eine sehr positive Dynamik abzeichnet.“ Die Autorinnen und Autoren möchten mit der Studie darauf aufmerksam machen, dass trotz aller Erfolge universitärer Gleichstellungsbemühungen unbewusste Verhaltensweisen und tradierte Rollenvorstellungen noch immer wirken. „Hier gibt es weiter Reflektions- und Handlungsbedarf – nicht nur in der Wissenschaft“, so Steinbrinks Appell. Die Studie erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2021 unter dem Titel „Der alte weiße Geograph mit dem langen grauen Bart hat Recht! Genderbezogene Unterschiede hinsichtlich Partizipation und Kommunikationsverhalten auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2019 in Kiel.“ Die Autor*innen stellen das Manuskript gerne auf Anfrage per E-Mail zur Verfügung.
Vier Lehraufträge zu Genderthemen an Kunstuni Graz zu vergeben
Das Zentrum für Genderforschung der Kunstuniversität Graz (KUG) vergibt drei wissenschaftliche einsemestrige Lehraufträge und einen künstlerischen einsemestrigen Lehrauftrag zu Genderthemen in Musik-und/oder Theaterwissenschaft im Umfang von je zwei Semesterwochenstunden. Bewerben können sich neben einschlägig qualifizierten Wissenschaftler*innen und Künstler*innen der KUG auch externe Interessent*innen. Diese werden gebeten, sich im Vorfeld mit dem Institut in Verbindung zu setzen, an welchem sie ihre LV abhalten wollen. Zudem muss abgeklärt werden, in welchem Curriculum die LV angeboten wird. Bei Fragen wenden Sie sich bitte vorab an das Zentrum für Genderforschung. Für wissenschaftliche Lehrveranstaltungen im Curriculum Musikologie wird ein facheinschlägiges Doktorat vorausgesetzt, für die Abhaltung von Seminaren darüber hinaus eine facheinschlägige Venia. Bewerbungen um einen Lehrauftrag sind bis spätestens 17. Januar 2021 imZentrum für Genderforschung, Brandhofgasse 18, A-8010 Graz, oder in digitaler Form (in einerPDF-Datei) per Mail einzureichen.

