Ensembleförderung NRW unterstützt freie Szene

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert in der zweiten Runde 19 weitere freie Musikensembles aus dem ganzen Land mit bis zu 300.000 Euro. Die Förderung für professionelle freie Musikensembles aller musikalischer Gattungen schließt eine Lücke in der Förderlandschaft der Freien Musikszene: Während kurzfristige, projektgebundene Förderungen die Regel sind, wird die Ensembleförderung als systematische Unterstützung für die Dauer von drei Jahren und unabhängig von konkreten Einzelprojekten gewährt. Sie umfasst neben künstlerischen auch administrative Kosten, um die Gruppen strukturell zu stärken. Eine Fachjury hat in der zweiten Förderrunde 19 Ensembles aus insgesamt 45 Bewerbungen ausgewählt, die ab 1. September 2020 gefördert werden, darunter auch „Of Cabbages And Kings„, die im letzten Jahr bei uns zu Gast waren. Jedes Jahr werden neue Ensembles aus Nordrhein-Westfalen in die Förderung aufgenommen, um eine dauerhafte Dynamik in der Förderlandschaft zu etablieren. Am 28. Februar 2021 endet die Antragsfrist für die kommende Förderrunde bei den fünf Bezirksregierungen.

21.07.2020

Sachsen-Anhalt startet Stipendienprogramm „Kultur ans Netz“

Kulturschaffende in Sachsen-Anhalt können seit dem 20. Juli Anträge für das Stipendienprogramm „Kultur ans Netz“ bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) stellen. Mit dem Programm gewährt ihnen das Land für das Erstellen einer künstlerischen Leistung einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro monatlich, für die Dauer von bis zu drei Monaten. Das Programm soll neue Impulse für Kulturaktivitäten im Land setzen. Die Anträge können bis zum 31. 08.2020 per Onlineverfahren bei der IB gestellt werden. Es richtet sich an Künstler*innen, die hauptberuflich in den Sparten Musik, Bildende Kunst, Medienkunst, Darstellende Kunst, Literatur und intermedialen Kunstformen tätig sind und im Zuge der Einschränkungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie ihren künstlerischen Tätigkeiten nicht nachgehen konnten. Zuwendungsvoraussetzungen sind ein Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt sowie eine Mitgliedschaft in der Künstler- und Sozialkasse (KSK). Sollte keine Mitgliedschaft in der KSK bestehen, so ist alternativ ein Nachweis einer freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit in Sachsen-Anhalt durch geeignete Unterlagen zu erbringen. Zu den einzureichenden Unterlagen zählt u.a. ein Kurzkonzept, aus dem das künstlerische Vorhaben hervorgeht. Eine Auswahl der künstlerischen Arbeit, die im Rahmen des Stipendienprogramms entsteht, wird gegen Ende des Jahres auf der Website der Landesregierung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

21.07.2020

Wir für Euch – Demo für Veranstaltungswirtschaft in Frankfurt 04.08.2020

Am 04.08.2020 findet von 17-20 Uhr eine Demo für die Veranstaltungswirtschaft in Frankfurt statt. Sie fordert:
1.) endlich einen Dialog mit der Politik
2.) Sofortige Hilfe bereitstellen für den Lebensunterhalt
3.) Soforthilfen müssen verlängert werden
4.) Perspektive schaffen

Die Demo richtet sich an alle Betroffenen in der Veranstaltungswirtschaft und Sympathisant*innen, die die Kunst und Kultur erhalten wollen. Nach einer Kundgebung um 17 Uhr an der Konstablerwache geht ein Marsch Richtung Willy-Brandt-Platz, weiter zur Alten Oper, über die Hochstraße weiter zur Kurt-Schumacher-Str. und wieder zum Ausgangspunkt zurück. Banner, Fahnen und Megaphone sind ausdrücklich erwünscht – keine Gewalt, Mundschutz tragen und Abstand halten. Hingehen!

20.07.2020

Hilfs- und Förderprogramme der Initiative Musik: Neue Antragsrunde

Das Corona-Hilfsprogramm für Musiker*innen der Initiative Musik geht in die zweite Runde. Weiterhin sammelt die Initiative Spenden, die Musiker*innen, die mindestens 5 ausgefallene Konzerte nachweisen können, mit 1.000 Euro unterstützen sollen. Anträge können von Freitag, den 24. Juli 2020, um 10 Uhr bis Montag, 27. Juli 2020 um 19:59 Uhr bei der Initiative Musik gestellt werden. Über die Vergabe entscheidet eine dreiköpfige Jury. Auch die Tourförderung der Initiative Musik wird wieder aufgelegt. Sie unterstützt Musiker*innen und Bands mit einem Wohnsitz in Deutschland bei besonderen Auftritten im Ausland. Der Antrag auf Internationale Tourförderung muss spätestens 5 Wochen vor dem ersten Auftritt  eingegangen sein – sowohl online als auch postalisch (Initiative Musik, Friedrichstr. 122, 10117 Berlin).

14.07.2020

Neustart Kultur – 50 Millionen für die Bundeskulturfonds

Das Rettungsprogramm der Bundesregierung NEUSTART KULTUR sieht die Förderung ganz verschiedener Bereiche von Kultur und Medien vor. Im Fokus stehen dabei vor allem Kultureinrichtungen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstler*innen und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten. Als erste einer ganzen Reihe von Organisationen haben die sechs Bundeskulturfonds Informationen zu Fördergrundsätzen und Antragsmodalitäten auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Sie erhalten aus dem Programm NEUSTART KULTUR insgesamt 50 Millionen Euro zusätzlich, um in den von ihnen vertretenen Kultursparten Projekte zu fördern. Viele ihrer Förderungen richten sich unmittelbar an Künstler*innen. Der Fonds Soziokultur e.V. baut mit „Sonderförderung Neustart Kultur“ auf seinem Corona-Sonderprogramm „Inter-Aktion“ auf. Er wird die Kulturproduktion in Einrichtungen freier Trägerschaft, darunter auch Jugendkunstschulen, und anderer Akteure der kulturellen Bildung unterstützen. Ziel ist es, fragile Strukturen und kulturelle Teilhabemöglichkeiten zustärken. Der Musikfonds e.V. fördert die Stabilisierung und Neuorientierung des aktuellen Musikschaffens unter anderem durch ein neues Stipendienprogramm. Damit werden zum Beispiel Recherchen, Kompositionsvorhaben oder die Entwicklung neuer künstlerischer Arbeiten gefördert.

14.07.2020

Horst gibt auf – Frankfurter Club muss schließen

Sieben Jahre war das Horst im Gallus eine Institution für Konzert-, Film- und komische Kultur. Seit dem 05.07. ist klar: Horst hat Corona nicht überlebt. Das Projekt, dass Lolek Lorey und Caro Hock über die letzten sieben Jahre aufgebaut hatten, konnte die laufenden Kosten nicht mehr stemmen. Nach der  Schließung im Januar wegen einer Brandschutzsanierung kam die Corona-Pandemie – die Wiedereröffnung plante das Team damals für den ersten Mai und freute sich auf Konzerte, Parties, die Jam Session „The Horst Sessions“, Comedy und die im Stadtteil beliebte Veranstaltung „Pasta Kino e Vino“. Stattfinden konnte das alles aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Betriebsschließungen nicht. Das Horst beantragte Soforthilfe; diese reichte mit 10 000 Euro jedoch nur für rund sechs Wochen. Auch die Rücklagen, die das Team für die Zeit der Brandschutzsanierung gespart hatte, halfen nur kurzfristig. Eine weitere Förderung sei weder vom Land noch von der Stadt in Aussicht gestellt worden. Schließlich entschied sich das Team dafür, den Mietvertrag mit den Adlerwerken nicht zu verlängern. Dies ist auch schade für den Stadteil Gallus, in dem wenig Kultur ansässig ist. Auch die Musiker*innen und Künstler*innen aus dem Netzwerk des Horst verlieren so eine Unterstützungsmöglichkeit. Das Team ist jedoch entschlossen, sein Know-How und Netzwerk weiter zu nutzen. Wenn sie wieder einen Raum finden – auch eine Pop-up-Location sei denkbar, so Lorey, soll die Reise weitergehen. Wir können es der Stadt Frankfurt und uns nur wünschen, dass es hier weiterhin Kulturräume gibt, in denen Qualität wichtiger ist als Wirtschaftlichkeit.
14.07.2020

Mehr Kultur für Europa – Aufruf der Kulturpolitischen Gesellschaft

Die EU verhandelt im kommenden Halbjahr nicht nur über das europäische Corona-Hilfsprogramm, sondern entscheidet auch über den regulären »Mehrjährigen Finanzrahmen« der EU für die Jahre 2021–2027. Die Kulturpolitische Gesellschaft drängt nun darauf, die Kultur bei diesen Entscheidungen mehr zu berücksichtigen als bisher vorgesehen. In den bisherigen Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (Stand: Mai
2020) hat die Europäische Kommission lediglich 1,52 Milliarden Euro für den gesamten Kultur- und Medienbereich vorgeschlagen. Im selben Zeitraum 2021–2027 steht diesem Etatansatz eine avisierte Summe von 1,85 Billionen Euro für den Corona- Wiederaufbaufonds und das reguläre EU-Budget gegenüber. CREATIVE EUROPE, das einzige Programm der Europäischen Union, das explizit auf den Kultur- und Kreativsektor ausgerichtet ist, bekäme in dieser Rechnung nur umgerechnet 0,08% der EU -Gesamtfinanzen. Die Kulturpolitische Gesellschaft e.V., die auch die nationale Beratungsstelle »Creative Europe Desk KULTUR« trägt, fordert daher in ihrem Aufruf vom 08.07.2020 die Bundesregierung auf, den Vorschlag des Europäischen Parlaments zur künftigen Kulturfinanzierung umzusetzen und das Budget für CREATIVE EUROPE zu verdoppeln. Sie unterstützt des Weiteren das Vorhaben von Kulturstaatsministerin Grütters, gemeinsam mit ihren europäischen Amtskolleg*innen darauf hinzuarbeiten, dass Kultur und Medien in den EU-Aufbaumaßnahmen und -programmen zur Corona-Pandemie adäquat berücksichtigt werden. In der letzten Förderperiode seit 2014 wurden durch CREATIVE EUROPE 170 verschiedene kulturelle Kooperationen mit deutscher Beteiligung auf europäischer Ebene ermöglicht.

10.07.2020

Online-Festival: Sang und Klang

Sang und KlangDas Magazin Folker hat zusammen mit dem artes Konzertbüro und dem Dachverband Profolk ein Onlinefestival für Folk und Lied aus Deutschland ins Leben gerufen: Sang und Klang. Am Samstag, 11. Juli, werden auf Youtube, Facebook und Instagram live ab 16 Uhr sieben Stunden lang Konzerte des Genres Folk und Lied gestreamt. Das Line-Up umfasst eine stilistische Vielfalt von Liedermacher-Eminenzen bis Songwriting-Prominenz. Unter anderem dabei sind: Dota Kehr, Sarah Lesch, Bube Dame König, Akleja, Andrea Pancur, Die Feuersteins und Deitsch. Neben den Konzerten werden Exklusivinterviews zu sehen und hören sein. Sang und Klang möchte auf diese Weise dazu beitragen, dass Musiker*innen und Techniker*innen während der Corona-Krise unterstützt werden. Daher wird während des Festivalstreams die Möglichkeit zum Spenden bestehen. 50 Prozent der Einnahmen gehen an die Deutsche Orchester-Stiftung, die Initiative Musik gGmbH und #handforahand – den Solidaritätsfond für freie Bühnen und Tontechniker*innen, Beleuchter*innen, Stagehands und Veranstaltungshelfer*innen. Die übrigen 50 Prozent gehen an die Künstler*innen und Mitwirkenden des Festivals.

 
10.07.2020

Deutscher Musikrat und Landesmusikräte fordern die Bundesregierung zur Koordination der Corona-Studienlage auf

Derzeit werden bundesweit zahlreiche Studien zur Gefahr einer Corona-Ansteckung durchgeführt. Die vielfältigen und zum Teil sehr unterschiedlichen Erkenntnisse dieser Untersuchungen werden zur Begründung herangezogen, wenn es um konkrete Hygienekonzepte und Verordnungen geht. So beruft sich auch der Berliner Senat in seiner aktuellen Corona-Verordnung, in der gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen pauschal verboten wird, auf aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft. Der Deutsche Musikrat fordert die Bundesregierung angesichts dieser großen Bandbreite an Erkenntnissen und Meinungen unterschiedlicher Akteure dazu auf, die Studiesnlage zu koordinieren. Es gehe dabei um um Orientierung und Einordnung der natürlicherweise großen Bandbreite an Erkenntnissen. Ziel sei es, auch dem Musikleben unter Wahrung der Hygienevorschriften größere Handlungsspielräume zu eröffnen. Der Deutsche Musikrat hatte bereits am 03. Juni 2020 in einer Pressemitteilung das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt dazu aufgefordert, gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut federführend Corona-Grundlagenforschung zur Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen zu betreiben, zu koordinieren und zur Verfügung zu stellen. In Reaktion auf die aktuelle Corona-Verordnung des Berliner Senats hat der Deutsche Musikrat diese Forderung in einer Pressemitteilung vom 29. Juni 2020 nochmals bekräftigt.

08.07.2020

„Hessen kulturell neu eröffnen“ – Spielstätten- und Künstler*innenförderung

Die nächste Phase des hessischen Unterstützungspakets „Hessen kulturell neu eröffnen“ ist angelaufen. Seit heute können Spielstätten beim Ministerium für Wissenschaft und Kunst Anträge auf Hilfe aus dem Fonds „innovativ neu eröffnen“ (Phase 3a) stellen. Dieser soll Kultureinrichtungen mit regelmäßigem Veranstaltungsbetrieb die Wiederaufnahme erleichtern. Unter anderem Konzertsäle und Musik-Locations, Soziokulturelle Zentren und Freie Bühnenkönnen bis zu 18.000 Euro Unterstützung für Programm-, Marketing- und Baumaßnahmen erhalten. 500 solcher Fonds-Pakete werden vergeben, davon sind 100 für Spielstätten im ländlichen Raum reserviert. Eine Kombination mit anderen Hilfen ist möglich. Anträge werden bis zum 30.09.2020 möglich sein.

Auch Anträge in den beiden ersten Phasen des Programms „Hessen kulturell neu eröffnen“ können weiterhin gestellt werden. So können Veranstalter*innen bis 30.11.2020 die Festivalförderung „Sofort helfen“ (Phase 1) beantragen. Freie Künstler*innen können bis 15.09.2020 Arbeitsstipendien von je 2.000 Euro beantragen, um ihre Projekte in der Pandemie-Zeit weiter zu betreiben (Phase 2). Im August wird die Antragstellung für den letzten Baustein des Programms starten: Projektstipendien für freie Gruppen und Einzelkünstler*innen sollen den Übergang in die vollständige Neueröffnung und die Entwicklung neuer Formate unterstützen. Es stehen Mittel für 250 Gruppen in Höhe von je 18.000 Euro sowie für 1.000 Künstler*innen in Höhe von je 5.000 Euro bereit. Eine Fachjury beurteilt die Einreichungen.

08.07.2020

Schleswig-Holstein unterstützt Kunstschaffende und Veranstalter mit Festival

Mit einem breit angelegten „Kulturfestival Schleswig-Holstein“ will die Landesregierung Künstler*innen im Land sowie die Veranstaltungsbranche unterstützen. Neben einem hochkarätig besetzten Auftakt in Eutin am 10. Juli sind insgesamt etwa 90 Events in ganz Schleswig-Holstein geplant. Künstler*innen aller Genres – von Musik bis Literatur – können sich seit dem 7. Juli online unter www.kulturfestival.sh bewerben. Die Veranstaltungsserie steht unter dem Motto „Kultur verbindet“ und soll im ganzen Land präsent sein – in den Städten wie in kleinen Orten. Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei. Allerdings gelten aufgrund der Corona-Hygienevorschriften zurzeit noch Beschränkungen. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Lockerungen möglich sein, werden die Formate erweitert. Zudem werden die Events in den Sozialen Medien gestreamt. Vom 13. bis zum 25. Juli rollt zunächst ein „Kultur-Truck“ durch das Land, der das Festival bekannt machen soll und Kultur live präsentiert. In dieser Zeit können sich Künstlerinnen und Künstler für Veranstaltungen ab dem 27. Juli bewerben. Die Staatssekretärin im Kulturministerium, Dr. Dorit Stenke, verwies zudem auf die „#KulturhilfeSH“, eine Initiative des Landeskulturverbandes, wo ihr mit einer persönlichen Spende Kulturschaffende direkt unterstützen könnt.

08.07.2020

Virtuelles Festival-Feeling: 25.000 Online-Besucher*innen beim Morgenland Festival

Kann ein Festival im virtuellen Raum überhaupt funktionieren? Die Online Edition BALKANS BEYOND BRASS des Morgenland Festival Osnabrück 2020 hat sich mit weltweit über 25.000 Aufrufen als großer Erfolg erwiesen. Sechs Konzerte wurden zwischen dem 18. und 27. Juni als Online-Premieren auf dem Morgenland-YouTube-Kanal ausgestrahlt, wo die Konzerte auch weiterhin zu sehen sind. Aufgezeichnet in Belgrad, Thrakien, Sarajevo, Budapest und Thessaloniki, präsentierten die Musiker*innen aus ihren Heimatländern ein Konzertprogramm mit Hintergrundinformationen. Innerhalb weniger Wochen hatte das Festival das Format nach dem Lockdown entwickelt und die Förderer zogen mit. Das Festival wird im Laufe des Jahres durch weitere Live-Konzerte ergänzt.

08.07.2020