SEE THE SOUND Award für „Shut Up Sona“
Auf dem Festival SoundTrack_Cologne vergab in diesem Jahr die Jury für den SEE THE SOUND Award – den Preis für den Besten Musikdokumentarfilm 2021 – an „Shut up Sona“ von Deepti Gupta. Die Jury bestand aus der Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin Anna Ditges, der Regisseurin und Produzentin Fitore Muzaqi und Tasja Langenbach (Künstlerische Leitung Videonale).
Begründung der Jury:
„Drei Jahre lang begleitet die Regisseurin Deepti Gupta die indische Sängerin und Akivistin Sona Mohapatra in dem eindrücklichen Portrait „Shut Up Sona“. Der abendfüllende Dokumentarfilm bringt uns eine Frau näher, die mit ihrer Musik, ihren Texten, ihrer ganzen Haltung vehement und mutig – ständigen Drohungen zum Trotz – für das Recht der Frauen in Indien eintritt. Unermüdlich kämpft sie dafür, gleichberechtigt und in Freiheit zu leben, zu performen und am politischen Diskurs Indiens teilzuhaben. Gleichzeitig offenbart „Shut Up Sona“ Einblicke in die religiöse Mythologie Indiens und nimmt uns mit auf Sonas künstlerische Recherche-Reise, bei der sie einen neuen, eigenen Blick auf Traditionen und Gottheiten wirft.“
Jazzfest Berlin erhält EJN Award
Das „Europe Jazz Network“ (EJN) verleiht jährlich einen Award an ein Festival oder eine Spielstätte, die durch spannende, interessante Programme aufgefallen ist. Nach dem Jazz Festival Ljubljana 2018, dem Jazzfest Sarajevo 2019 und der doppelten Vergabe an die Spielstätten Victoria in Oslo und Porgy & Bess in Wien 2020 fiel die Wahl der Jury dieses Jahr auf das Jazzfest Berlin. Die Jury lobte das Festival als „…eines der ältesten Jazzfestivals in Europa, das sich immer wieder selbst erneuert, um musikalische und kulturelle Grenzen überschreiten zu können. Seit drei Jahren ist Nadin Deventer als erste Frau in der Jazzfestgeschichte künstlerische Leiterin. Sie gestaltete während der Corona-Pandemie 2020 an mehreren Orten ein fantastisches Programm – darunter digital eine ,musikalische Brücke‘ zwischen Berlin und New York, die deutlich machte, wie wichtig es ist, in Zeiten der Isolation nach Zusammenarbeit und Kooperation zu suchen.“ Der Preis wurde bei der gerade zu Ende gegangen Konferenz des EJN verliehen.
Arlo Parks gewinnt den Mercury Prize für ihr Debütalbum
Die junge Songwriterin Arlo Parks aus London hat gestern Abend den wichtigsten britischen Musikpreis für ihr Debütalbum „Collapsed In Sunbeams“ gewonnen: den Mercury Prize 2021. Die erst 21jährige Musikerin schließt damit zu Acts wie Arctic Monkeys, The xx, Alt-J und one and only Michael Kiwanuka auf, die bereits den seit 1992 vergebenen „Album des Jahres“-Award erhielten. „This is something that came off a lot of hard work from a lot of different people… it took a lot of sacrifice and hard work to get here and there were moments when I wasn’t sure whether I’d make it through, but I’m here today“, sagte sie bei der Preisverleihung im Hammersmith Apollo. „We chose an artist with a singular voice“, verriet Laudatorin Annie Mac bereits kurz zuvor, bevor die DJ den Preis an Arlo übergab, die sich u.a. gegen Wolf Alice, Celeste und Mogwai durchsetzte. „This is an artist who demonstrates how to be quietly strong in a world of extrovert noise, who expertly reflects the plurality of contemporary British life in their songs“. Zum krönenden Abschluss performte die Gewinnerin die aktuelle Single „Too Good“, einen der vielen besonderen Songs des Debüts, das im Januar über Transgressive erschien und Arlo zuvor bereits den BRIT Award als Breakthrough Artist bescherte. Parks ist momentan auf Konzerttour, im November kommt sie auch nach Deutschland (Foto: Alex Kurunis).
Neue Longlist & was wäre wenn…
Der Preis der deutschen Schallplattenkritik stellt seine aktuelle Longlist 3/2021 vor. Die zurzeit 156 Kritiker-Juror*innen haben in 32 Kategorien ihre Lieblings-Neuerscheinungen des letzten Quartals nominiert, die für die nächste Bestenliste in Frage kommen. Da sind einige Jazzmusiker*innen dabei wie Airelle Besson, Aki Takase & Daniel Erdmann, Irène Schweizer & Hamid Drake sowie Vijay Iyer, Linda May Han Oh & Tyshawn Sorey, die von der Jury für Zeitgenössischen Jazz ausgewählt wurden. In Weltmusik wurde u.a. Tania Salehs Album „10 A.D.“ ausgewählt. In der Kategorie „Traditionelle Ethnische Musik“ steht die CD „ZeitverLUST“ zur Auswahl, auf der Barbara Schirmer & Carlo Niederhauser mit Hackbrett, Kuhhörner, Cello und Shrutibox unterschiedliche Empfindungen von Fristen und Etappen ausloten. Schirmer war bereits mit ihrem Vorgänger „Falter“ für den Preis nominiert. Außerdem wurde die mehrstimmige all female Gesangsgruppe der Lettischen Kulturakademie in Riga Saucējas nominiert, die auf ihrem Album „Dabā“ alte, polyphone, lettische Gesangstraditionen in den Mittelpunkt stellt. Dota wurde für ihr neues Album „Wir rufen dich, Galaktika“, die Multiinstrumentalistin Miriam Hanika für ihr Werk „Louise“ und Le-Thanh Ho mit „Panoptikum“ von der Liedermacher-Jury ernannt. Weitere Nominierte sind: Japanese Breakfast, Wolf Alice, Rhiannon Giddens, Valerie June, Sophia Kennedy, St. Vincent, Fatima Al Qadiri, Loraine James und Sofia Kourtesis.
By the way: wie setzen sich die Jurys eigentlich zusammen? Zahlreiche Genres – nämlich Filmmusik, Musikfilm, Jazz I und II, Weltmusik, Pop, Hard & Heavy, Blues sowie R’n’B/Soul/Hiphop – scheinen ganz ohne weibliche Juroren auszukommen. In den jeweils mit fünf Mitgliedern besetzten Jurygruppen gibt es bei Grenzgänge, Traditionelle Ethnische Musik, Alternative, Electronic & Experimental und Liedermacher gerade mal 1 Frau, bei Folk & Singer-/Songwriter sitzen 3, bei Rock 2 Frauen in der Jury. Das heißt, in den 17 für die Popularmusik wichtigen Kategorien sind von 85 Jurymitgliedern gerade mal 12 Frauen. Es wäre doch mal interessant, wie das „unabhängige Gremium“ paritätisch besetzt und per blind audition entscheiden würde…
APPLAUS Awards 2021 an DIE FABRIK vergeben
Seit der Preisverleihung per Livestream gestern Abend ist es amtlich, wer bei den diesjährigen APPLAUS Awards mit einem Preis und der damit verbundenen Förderung rechnen kann. Wir freuen uns, dass unter den zahlreichen Clubs und Spielstätten wie A-Trane, Birdland, BIX Jazzclub, Domicil, Unterfahrt, Centralstation, Colos Saal u.a. auch DIE FABRIK (Foto: Klaus Bruns) in Frankfurt – eine unserer Koop-Partner*innen bei den MELODIVA Club Concerts – für einen Award ausgewählt wurde! Herzlichen Glückwunsch!
Mit dem Programmpreis ehrt Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters Konzertprogramme unabhängiger Musikclubs sowie Veranstaltungsreihen aus allen Genres der Popularmusik, wie Rock, Hip-Hop, elektronische und experimentelle Musik oder Jazz und improvisierte Musik. Im Jahr 2021 wurden zusätzlich 16 Sonderpreise (Sonder-APPLAUS) für kreative Formate von oder zur Unterstützung von Spielstätten während der Corona-Pandemie verliehen.
Nominierte für VIA – VUT Indie Awards 2021 verkündet
Insgesamt 19 Künstler*innen, Musikunternehmer*innen und Projekte haben es 2021 auf die Shortlist der ersten und einzigen Kritikerpreise der unabhängigen Musikbranche, der VIA – VUT Indie Awards, geschafft. Vergeben werden die Preise für Originalität und Qualität, kurz: unabhängige Großartigkeit, und nicht aufgrund von kommerziellem Erfolg. Zum neunten Mal zeichnet der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V. (VUT) herausragende Talente der unabhängigen Musikbranche aus. In der Kategorie „Beste*r Newcomer*in“ haben die VUT-Mitglieder in diesem Jahr u.a. Albertine Sarges, Sofia Portanet und die Band Sorry3000 aus Halle (Saale) (Foto: Lorenz Troll) auf die Shortlist gewählt. In allen anderen Kategorien stimmt eine Fachjury ab. Als mögliche Nachfolger*innen von Ebow ist dieses Jahr für den VIA als „Bester Act“ Masha Qrella u.a. nominiert, in der Kategorie „Bestes Label“ könnten Audiolith, City Slang oder PIAS treten. Anwärter*innen für den VIA Award in der Kategorie „Bestes Album“ sind Arlo Parks mit „Collapsed In Sunbeams“ und Noga Erez mit „KIDS“. Als „Bestes Experiment“ ist die Dresdner Band ÄTNA nominiert. Mit einem virtuellen Livekonzert, bei dem sie ihre Avatare in Echtzeit mit Motion-Capture-Anzügen steuerte, während das Publikum das Konzert über personalisierte Avatare in der immersiven virtuellen Musikfestivalwelt Yabal besuchte. „I’ll Marry You, Punk Come“, bei dem Dadabots und Portrait XO neuronale Netzwerke auf Acapella-Musik der 1950er Jahre trainierten, vermischt mit KI-generierten Death-Metal-Gesangsstilen und einer chromatischen Basslinie, das auf Bachs Kanon trainiert wurde, hat ebenfalls Chancen. Seit vergangenem Jahr werden zudem Unternehmen und Projekte mit dem Preis für „Best New Music Business“ ausgezeichnet; hier wurde z.B. das Berliner Mastering-Studio Queer Ear Mastering von Tara Transitory und Nguyễn Baly aufgestellt, die ihr Studio gegründet haben, um einen Ort besonders für FLINT und queere Künstler*innen zu schaffen, wenn sie ihre Musik zum Mastern bringen oder in der Musikproduktion Unterstützung benötigen. Außerdem ist hier das Green Touring Network nominiert, das Künstler*innen und Akteure der Musikbranche dabei unterstützt, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Die Gewinner*innen werden am 23. September auf der VIA-Preisverleihung im Beisein der nominierten Künstler*innen, Laudator*innen und geladenen Gästen im Rahmen des Reeperbahn Festivals verkündet. Die Verleihung wird live im Internet übertragen.
BMW Welt Young Artist Jazz Award vergeben
Zum sechsten Mal zeichnet BMW zusammen mit der Stadt München in diesem Jahr drei Musiker*innen aus: den diesjährigen „BMW Welt Young Artist Jazz Award“ bekommen Julia Hornung (Foto: Christoph Bombart), Sam Hylton und Alma Naidu. Die 30-jährige Julia Hornung spielt als Bassistin vornehmlich im rein weiblichen Indie-Pop-Ensemble SIEA sowie im Monaco Swing Ensemble, das Musik in der Tradition Django Reinhardt spielt. Die Sängerin Naidu konnte man als Frontfrau des Landesjugendjazzorchesters sowie mit ihrem eigenen Quintett hören, sie wird aber auch von Musikern wie Wolfgang Haffner oder der Jazzrausch Bigband immer wieder gerne ans Mikrofon geholt. Die Entscheidung wurde von einer fünfköpfigen Jury unter der Leitung des Journalisten Oliver Hochkeppel getroffen. Erstmals gibt es für jeden der drei Preisträger*innen auch ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro.
W.A.M. Awards 2021 sucht independent artists
Die 2021 W.A.M. Awards – We Are The Music Makers – feiern die“unglaublichsten“ independent Künstler*innen der Welt in verschiedenen Genres und Kategorien. Bands und Soloacts ohne Majorlabel und mit eigenen Songs können sich bis 15.07. bewerben (Gebühr: 24,98$). Den (Haupt-)Gewinner*innen winken hauptsächlich PR, Radioplays und Recordingsessions.
Jazz Journalists Association gibt Gewinner*innen bekannt
Die amerikanische Jazz Journalists Association (JJA) hat die Gewinner*innen des Jazz Awards 2021 bekannt gegeben. Maria Schneider und Terri Lyne Carrington haben Preise in mehreren Kategorien gewonnen. Für „Data Lords“ bekam Schneider den Preis des Albums des Jahres, sie wurde außerdem als Komponistin und Arrangeurin und ihr Orchester als bestes großes Ensemble ausgezeichnet. Carrington wurde unter anderem zur Musikerin und zur Schlagzeugerin des Jahres gewählt. Bei vielen Preiskategorien gab es keine Überraschungen: Cécile McLorin Salvant wurde wie im letzten Jahr als beste „Female Vocalist“ gekürt und Nicole Mitchell (Flöte), Anat Cohen (Klarinette), Linda May Han Oh (Kontrabass), Kris Davis (Piano) und Brandee Younger (Harfe) (Foto: Melanie Nanez) überzeugten nicht zum ersten Mal an ihren Instrumenten. Neu dabei ist die Pedal Steel-Gitarristin Susan Alcorn, die bei den „Instruments Rare in Jazz“ punkten konnte. Auch weibliche Ensembles wie Duchess und Artemis bekamen eine Auszeichnung. Neben Musiker*innen und ihren Produktionen wurden auch Journalist*innen, Bücher und Dokumentationen ausgezeichnet.
1. Deutscher Jazzpreis: die Nominierten stehen fest
Der Deutsche Jazzpreis wird als neuer internationaler Musikpreis erstmals am 3. Juni von der Kulturstaatsministerin Grütters vergeben und zeichnet in 31 Kategorien künstlerische Leistungen im Jazz und der improvisierten Musik aus. Im Vokalbereich stehen drei großartige Sängerinnen zur Auswahl: Lucia Cadotsch, Almut Kühne und Rebekka Salomea. Bei den Holzblasinstrumenten wurde u.a. Angelika Niescier nominiert, in der Blechblasabteilung Shannon Barnett. Johanna Summer und Aki Takase haben Chancen, den Piano-Preis zu bekommen. Eva Kruse wurde für Bass, Eva Klesse im Bereich Schlagzeug ausgewählt. Das Fuchstone Orchestra unter der Leitung von Christina Fuchs und Caroline Thon sowie Hendrika Entzian+ freuen sich über die Nominierung in der Kategorie „Großes Ensemble des Jahres“. Das Julia Hülsmann Quartet könnte für „Not Far From Here“ einen Preis als Album des Jahres bekommen. Zwei Mitglieder des A Cappella Ensembles Of Cabbages And Kings sind mit ihren Bandprojekten für das Vokalalbum des Jahres nominiert: Salomea mit „Bathing in Flowers“ und Zola Mennenöhs „Longing for Belonging“ (Foto: Hipermania). Weitere Nominierungen in den internationalen Kategorien listen die Cellistin Elisabeth Coudoux und die Harfinistin Kathrin Pechlof (Besondere Instrumente), Jaimie Branch, Tania Giannouli, Kinga Głyk, u.v.m. auf. Luise Volkmann konnte als Komponistin überzeugen, als Arrangeurinnen Claudia Döffinger und Fabia Mantwill. Die Preisverleihung findet am 3. Juni 2021 im Vorfeld des in diesem Jahr ebenfalls digital umgesetzten Hamburger Festivals ELBJAZZ statt und wird via Livestream übertragen.
Zwei Erfolge für Nadine Deventers „Jazzfest Berlin“
Das Jazzfest Berlin, das seit 2018 von Nadine Deventer (Foto: Roland Owsnitzki) kuratiert wird, ist in der Kategorie „Festival des Jahres“ für den Deutschen Jazzpreis nominiert worden. Die digitale Preisverleihung findet am 3. Juni 2021 im Vorfeld des in diesem Jahr ebenfalls digital umgesetzten Hamburger Festivals ELBJAZZ statt und wird via Livestream übertragen.
Einen Preis hat das Festival bereits in der Tasche: den diesjährigen EJN-Award für Adventurous Programming für das Festivalprogramm 2020. Der Preis wurde bereits am 14.04. vom Europe Jazz Network online verliehen und so begründet: “Jazzfest Berlin is the perfect choice for the 10th EJN Award for Adventurous Programming. It is one of the oldest jazz festivals in Europe and yet it has been able to innovate itself, striving to break musical and cultural boundaries. This included engaging with a younger generation of organisers and artists, experimenting with new fruition spaces and commissioning innovative musical projects. Three years ago it appointed a young woman as artistic director – the first in its history – and in the year of the pandemic it created a fantastic programme in several locations including a live “musical bridge” between Berlin and New York, reminding us about the importance of collaboration and exchanges at a time of acute isolation. These are the traits of a festival that is not afraid to take risks and push its limits- just as jazz and creative music should do!“

