Allianz der Freien Künste warnen vor ersatzlosem Ende der Coronahilfen des Bundes

Die 18 in der Allianz der Freien Künste (AFK) zusammengeschlossenen Bundesverbände, darunter die Deutsche Jazzunion, warnen eindringlich vor drastischen Konsequenzen für die berufliche Existenz tausender Kunst- und Kulturschaffender in ganz Deutschland, sollten die Corona-Soforthilfen des Bundes nach dem 31. Mai ersatzlos enden. Die Allianz der Freien Künste schreibt in einer Presseerklärung: „Mit Ernüchterung nimmt die Allianz der Freien Künste zur Kenntnis, dass der heute von den Ländern Berlin und Bremen im Bundesrat eingebrachte Antrag zur Sicherung der Kunst-, Kultur- Kreativ und Medienlandschaft nicht entschieden und in die Ausschüsse verwiesen wurde. Die AFK weist erneut darauf hin, dass auch bei den bestehenden Hilfsprogrammen dringender Korrekturbedarf besteht. Dies wurde zuletzt in einem jüngst veröffentlichten Appell zahlreicher Verbände mehrerer Kunstsparten ausführlich dargelegt: Die Soforthilfen des Bundes für Soloselbstständige greifen vielfach nicht; das Sozialschutzpaket erschwert unternehmerische Aktivitäten und Investitionen erheblich. Eine Änderung der Regularien bei den aktuellen Soforthilfen des Bundes ist dringend notwendig – insbesondere in den folgenden Punkten:

  1. Anerkennung einer pauschalen Summe als betrieblich relevante Lebenshaltungskosten
  2. Anerkennung von einmaligen Investitionen, ohne die für viele Soloselbständige eine Weiterführung der beruflichen Existenz nicht möglich ist
  3. Schaffung von Rechtssicherheit und Transparenz bzgl. der Mittelverwendung

Die Allianz der Freien Künste unterstützt darüber hinaus die Forderung des Deutschen Kulturrats nach einem Kulturinfrastrukturfonds. Mit Blick auf die Rückkehr zu einem kulturellen Leben schlägt die AFK außerdem die Einrichtung einer Taskforce vor. In beide Instrumente müssen unbedingt Vertreter*innen der Freien Künste einbezogen werden.“

Der Gemeinsame Appell an die Bundesregierung als Download: https://tinyurl.com/yatlb9lr
19.05.2020

Hessen startet Kulturpaket für Künstler*innen & Kulturbetriebe

Das Land Hessen hilft Künstler*innen, Festivals und Kultureinrichtungen mit einem umfassenden 50 Millionen Euro umfassenden 3 Phasen Unterstützungspaket:

Phase 1: Sofort helfen – Unterstützung für Festivalveranstalter*innen
Unterstützung von Festivals (Musik, Theater, Film), die als Großveranstaltung (>100 bis mindestens 31. August 2020) abgesagt werden müssen. Die maximale Höhe richtet sich nach der Zahl der verkauften Eintrittskarten im Schnitt der letzten drei Jahre: 2.50€ pro Ticket bei öffentlich getragenen Festivals, 5.-€ pro Ticket bei von gemeinnützigen Vereinen oder privaten Institutionen getragenen. Der Betrag ist auf 500.000.-€ gedeckelt. Anträge sind ab 01. Juni möglich. Infos

Phase 2: Übergang meistern – Arbeitsstipendien für freie Künstler*innen
Unterstützung freier Künstler*innen mit Arbeitsstipendien von je 2.000 Euro. Das ermöglicht ihnen, neue Projekte zu erarbeiten oder bestehende fortzuentwickeln. Anträge sind ab 01. Juni bei der Hessischen Kulturstiftung möglich. Infos

Phase 3: Innovativ neu eröffnen – Fonds-Pakete für Einrichtungen & Projektstipendien
Unterstützungsfond für Kultureinrichtungen und Spielstätten, der 500 Fonds-Pakete zu je pauschal 18.000.-€ vergibt. Anträge werden über das HMWK voraussichtlich ab 01. Juli möglich sein. Der Fonds für Projektstipendien für freie Gruppen hält Mittel für 250 Gruppen in Höhe von je 18.000.-€ sowie für 1.000 Einzelkünstler*innen in Höhe von je 5.000.-€ bereit. Er wird über die Hessische Kulturstiftung abgewickelt und steht ab 01. August zur Verfügung. Infos

18.05.2020

Überbrückungsstipendien für Musiker*innen aus Meckenburg-Vorpommern

Die Landesregierung in Meckenburg-Vorpommern hat für Künstler*innen, Kulturschaffende, Weiterbildungsträger und Gedenkstätten ein 20 Mio. teures Corona-Hilfspaket geschnürt. Die Millionenhilfen sind Teil des MV-Schutzfonds des Landes, der insgesamt 1,1 Milliarden Euro umfasst.
In Ergänzung zu den bestehenden Hilfen (Soforthilfen, Grundsicherung etc.) sieht das Hilfspaket für die Kultur Unterstützungen auf sechs Säulen vor, unter anderem Überbrückungsstipendien in Höhe von je 2000.-€ für freischaffende Künstler*innen,
die durch die Absage von Engagements in Existenznot geraten und bei der KSK angemeldet sind. Das Stipendium dient in Abgrenzung zur Grundsicherung der Sicherung des künstlerischen Arbeitens und Wirkens.

Bewilligungsbehörde ist das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern. Der Antrag wird in Kürze bereitgestellt. Weitere Informationen erhaltet ihr beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Tel. 0385 –588 7033. Bitte sendet eure Anfrage gerne auch per E-Mail an ed.gn1781128010ureig1781128010er-vm1781128010.mb@L1781128010KW-911781128010C1781128010, ihr erhaltet dann so schnell wie möglich eine Rückmeldung. (Quelle: Newsletter DRMV)

13.05.2020

Berlin startet Corona-Soforthilfepakt für kleine und mittlere Kulturbetriebe – vom 11.-15. Mai Antrag stellen!

Der Berliner Senat hat Anfang April das Soforthilfepaket IV in Höhe von 30 Millionen Euro beschlossen. Es gilt für kleine und mittlere Unternehmen im Kultur- und Medienbereich, für die es bisher kein passendes Förderinstrument gab. Damit leistet Berlin einen weiteren Beitrag zur Sicherung und zum Überleben der vielfältigen Kulturlandschaft der Stadt. Die Anträge auf Mittel aus dem Soforthilfeprogramm IV können von Montag, 11. Mai 2020, 09:00 Uhr bis zum Freitag, 15. Mai 2020, 18 Uhr in einem ausschließlich online-basierten Antragsverfahren über die Website der Investitionsbank Berlin eingereicht werden. Dort gibt es auch weitere Informationen und einen ausführlichen FAQ-Katalog. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen im Kultur- und Medienbereich, die nicht regelmäßig oder nicht überwiegend öffentlich gefördert werden, mit mehr als 10 Beschäftigten (in Vollzeitäquivalent), mit Betriebsstätte oder Unternehmenssitz in Berlin und die bei einem Berliner Finanzamt angemeldet sind. Der jährliche Umsatz darf im Mittel 10 Millionen Euro nicht überschreiten. Die Hilfe adressiert Kultureinrichtungen/ -betriebe, die auf professioneller Basis agieren und landesweite Ausstrahlung haben. Dies umfasst private Museen, Theater, Musikensembles, Musiktheater, Clubs/Musikspielstätten, Festivals, private lokale Radio- und Fernsehveranstalter, Filmtheaterbetreiber. Ebenfalls gehören dazu Unternehmen, die an der Produktion und dem Verleih von audiovisuellen Inhalten beteiligt sind, sofern sie in den letzten drei Jahren eine Förderung durch das Medienboard Berlin-Brandenburg erhalten haben. 

05.05.2020

#artistathome: Christina Lux schreibt Brief zur Systemrelevanz

Die Musik-Welt steht Kopf und keine*r weiß, wie lange noch. Die Singer-/Songwriterin Christina Lux tut deshalb dieser Tage vor allem eins: sie engagiert sich politisch. Ihr Brief zur Systemrelevanz von Musiker*innen, den sie vor einigen Wochen auf Facebook veröffentlicht und an Politiker*innen verschickt hatte, wurde jetzt auch im culturmag abgedruckt. Wer sich bisher nicht recht vorstellen konnte, was der Lockdown für Musiker*innen und Kulturschaffende bedeutet, sollte ihren Brief unbedingt lesen. Darin redet sie Tacheles und informiert zum einen darüber, wie mies Musiker*innen am Musik-Stream ihrer Werke verdienen (im Schnitt 0,003 €) und dass die Livekonzerte nicht nur über Tickets Einnahmen generieren. Sie verkauft auch viele CDs bei ihren Konzerten, die jetzt nicht mehr stattfinden können und GEMA-Einnahmen fielen dadurch auch weg. Sie erinnert daran, dass an der Musik unendlich viele weitere Berufsgruppen (grade nicht mehr) verdienen: Veranstalter*innen, Ton,-und Lichttechniker*innen, Cateringservices, Booker*innen, PR Leute, Grafiker*innen, Fotograf*innen, Studios, Presswerke, Labels, Roadmanager*innen, Verlage und selbstredend auch Musiker*innen, die man sich für ein Projekt buche. Auf Tantiemen durch Radio-Airplays könnten Musiker*innen in diesen Tagen auch nicht hoffen, weil die meisten Radiosender ohnehin nur sehr etablierte oder Mainstream-Künstler*innen spielten. Die Soli-Aktion Airplay for Artists, die von Tokunbo und ihr gestartet wurde und die für mehr Solidarität durch verstärkte Radiopräsenz in Coronazeiten warb, ergab kaum Resonanz von Seiten der Radiosender, obwohl diese – vor allem öffentlich rechtliche! – den Auftrag haben, die Kultur des Landes abzubilden. Jetzt seien Musiker*innen und andere Soloselbstständige größtenteils sich selbst überlassen: sie hat sich ausgerechnet, dass sie nur 150.-€ Grundsicherung monatlich bekäme, momentan ist sie auf CD-Käufen und Spenden treuer Fans angewiesen, die sie über eine eigens aufgesetzte Künstlerartenschutz-Seite sammelt. „Aber von Spenden zu leben kann der Weg langfristig nicht sein. Ich habe einen Beruf“, schreibt sie zu Recht. Es reiche eben nicht, sich als Politiker*in hinzustellen und von der Wichtigkeit der Kultur zu reden und sie zugleich als nicht systemrelevant zu betrachten oder sie zu kleinen Bittstellern zu degradieren. Daher plädiert auch sie wie so viele dieser Tage (und bisher weitgehend ignoriert) für eine Nachjustierung der Soforthilfe, damit Künstler*innen wie in Bayern oder Baden-Württemberg ein Einkommen haben, mit dem sie einigermaßen über den Lockdown kommen. Den vollständigen Brief könnt ihr hier nachlesen und hier teilen. (Foto: meyeroriginals)

05.05.2020

Bund legt neues Unterstützungsprogramm „Neustart“ für Kultureinrichtungen vor

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das Programm„NEUSTART. Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen“ ins Leben gerufen, um insbesondere kleinen und mittleren Kultureinrichtungen eine rasche Wiedereröffnung nach der Corona-bedingten Schließung zu ermöglichen. Antragsberechtigt sind Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten sowie Veranstaltungsorte von Konzert- und Theateraufführungen, soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser. „Mir ist bewusst, dass unsere Kultureinrichtungen – und ihr Publikum – sehnsüchtig darauf warten, ihre ‚Pforten‘ nach der Corona-bedingten Schließung wieder öffnen zu können“, erklärt Monika Grütters. Die Museen hätten unter dem Dach des Museumsbundes inzwischen sehr vernünftige und verantwortungsvolle Vorschläge entwickelt, wie sich Zugang und Gesundheitsschutz miteinander verbinden lassen. Das möchte die Staatsministerin für Kultur und Medien durch das Programm Neustart unterstützen. Finanziert werden Investitionen in den Umbau und zur Ausstattung, zum Beispiel der Einbau von Schutzvorrichtungen oder die Optimierung der Besuchersteuerung. Auch die Einführung beziehungsweise Anpassung digitaler Vermittlungsformate können unterstützt werden. Für die Maßnahmen sind zwischen 10.000 und 50.000 Euro pro Kultureinrichtung vorgesehen, insgesamt stehen dafür 2020 einmalig bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Anträge können ab dem 6. Mai 2020, 10.00 Uhr, online über die Webseite des Bundesverbands Soziokultur gestellt werden. Welche Angaben erforderlich sind, ist dem Musterantrag zu entnehmen. Außerdem bietet der Bundesverband Soziokultur eine individuelle Antragsberatung an.

05.05.2020

Protest gegen mangelnde Soforthilfe in Hessen: jetzt mitmachen!

Der Frankfurter Tonkünstlerbund stellt via Facebook eine Vorlage für eine Email zur Verfügung, um eine bessere Unterstützung von Kulturschaffenden in der Coronakrise einzufordern. Musiker*innen und andere Kulturschaffende und Soloselbstständige, die sich von der Soforthilfe alleingelassen fühlen, können den Brief für sich nutzen und auf die eigenen Belange umändern und ergänzen. Damit soll eine zahlenmäßig breite Betroffenheit demonstriert und der existentiellen Not ein konkreter Name gegeben werden, damit die Landesregierung endlich Maßnahmen ergreift, um freie Kulturschaffende besser zu unterstützen.

04.05.2020

Deutscher Musikrat setzt sich in einem Offenen Brief für Soloselbständige ein

In einem offenen Brief hat sich der Deutsche Musikrat am 20.04.2020 an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, gewandt und auf dringende Nachsteuerungsbedarfe in Bezug auf die aktuellen Hilfsmaßnahmen für Soloselbständige hingewiesen. In dem Brief von Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates, und Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, heißt es: „Wer als Soloselbstständiger seine Lebensgrundlage auf seiner persönlichen Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgebaut hat, steht jetzt oftmals schlicht vor der Existenzfrage. Denn diejenigen, die nicht kapitalintensiv arbeiten und daher wenig Betriebskosten vorweisen können, erhalten aufgrund der aktuellen Vergaberegelung derzeit keine Soforthilfen vom Bund. Kredite und Stundungen helfen Soloselbständigen auch nicht weiter, da diese in der Regel ihre Leistungen nicht nachholen und damit ihre Einnahmeausfälle nicht kompensieren können. Der übergangslose Weg andererseits vom steuerzahlenden Kleinstunternehmer zum ALG II-Empfänger ist für die systemrelevante Arbeit der Kulturschaffenden kritikwürdig. So führen die aktuellen Regelungen zu doppelter Bürokratie und Systemverdruss.

Um die Existenzbedrohung Kulturschaffender und die langfristige Zerstörung der bildungskulturellen Infrastruktur in unserem Land zu vermeiden, bitten wir Sie gleichermaßen herzlich wie nachdrücklich, den einstimmig verabschiedeten Vorschlag der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder vom 07. April 2020, Soloselbständigen der Kulturbranche eine Pauschale von „bis zu 1.000 Euro je Monat (für max. drei Monate)“ zu zahlen, zu übernehmen.“

Die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hatte in einem Schreiben vom 08. April 2020 die aktuelle, ungerechte Verteilung der Hilfsgelder in Bezug auf die Soloselbständigen thematisiert. In dem Brief wird eine zeitlich befristete Pauschalzahlung vorgeschlagen, durch die Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von freiberuflichen Kreativen ein Stück weit ausgeglichen werden.

28.04.2020

Rettet die Popkultur Rheinland-Pfalz

Aufgrund der aktuellen Coronakrise brechen vielen Künstler*innen, Freiberufler*innen und Selbstständigen der Popkultur-Szene in Deutschland große Teil ihres Einkommens weg. pop rlp hat zu diesem Zweck eine Spendenaktion zugunsten der rheinland-pfälzischen Popkultur-Szene veranlasst und ein Hilfsprogramm entwickelt, das den betroffenen Akteur*innen direkt und schnellstmöglich hilft. Macht jetzt mit, und erhaltet die Popkultur in unserem Land! Während der Spendenaktion laufen Livestreams mit grandiosen Musiker*innen wie L I N, Alex Mayr, Hanne Kah, u.a.

Die Spendenaktion Rettet die Popkultur RLP unterstützt schnell und unkompliziert alle Akteur*innen der Musikszene in Rheinland-Pfalz. Nach jeder Spendenphase entscheidet eine unabhängige Fachjury über die eingereichten Soforthilfe-Anträge. Die derzeitige Spendenphase läuft bis zum 30.04.2020. Unmittelbar danach werden die Anträge bewilligt und kommen ggf. zur Auszahlung. Anträge können hier gestellt werden.

28.04.2020

Hartz IV als Soforthilfe für Künstler*innen nur für Alleinstehende

Hessische Kulturschaffende und andere Soloselbstständige werden während des Corona-Lockdowns gern auf die Möglichkeit, Grundsicherung zu beantragen, verwiesen. Das Antragsverfahren sei vereinfacht worden und Künstler*innen sollten sich in dieser schwierigen Phase nicht scheuen, diese Unterstützung zu beantragen, sagt der neue Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. Dass das nicht für alle gilt, zeigt der TV-Beitrag der Hessenschau, der einen Fotografen besucht hat. Als dieser einen Antrag stellt, wird klar, dass die vereinfachten Zugangsvoraussetzungen nur für Alleinstehende gelten. Am Ende kann er – weil seine Familie mithinzugezogen wird – nicht auf Grundsicherung zurückgreifen. Volker Köhnen von Verdi hält es für einen Skandal, wie in Hessen mit Kulturschaffenden umgegangen wird und fordert von der Landesregierung, einen Sondertopf für Soloselbstständige einzurichten.

Wie sind Eure Erfahrungen als hessische Musiker*innen? Schreibt uns eine Mail an ed.av1781128010idole1781128010m@kis1781128010um1781128010.

27.04.2020

Anhörung im Bundestag zur Lage der Kulturschaffenden ergebnisarm

Der Kulturbetrieb und die Kulturschaffenden sind durch die Covid-19-Pandemie besonders stark betroffen und benötigen weitere Hilfen. Das war der Grundtenor in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 22.04. im Deutschen Bundestag. Zum Auftakt der Sitzung informierten Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, den Ausschuss über die Auswirkungen auf die Kulturszene und die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung. Zentrales Thema war vor allem die Situation von Solo-Selbstständigen und freischaffenden Künstler*innen. Diesen müsse verstärkt geholfen werden, lautete zwar das einhellige Votum aus allen Fraktionen. Ein konkretes Ergebnis gab es bedauerlicherweise jedoch nicht. Olaf Zimmermann verwies darauf, dass die Maßnahmen der Soforthilfe nicht ausreichten, weil Künstler*innen einfach zu wenig Betriebkosten hätten, die sie geltend machen können. Er warb für die Auflage eines Fonds bis 2021, um die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu sichern und dafür, die begonnene Reform des Urheberrechts voranzutreiben. Die Opposition aus Linke, FDP und Grünen kritisierten, die Maßnahmen seien ein Flickenteppich und nicht ausreichend. Monika Grütters verwies auf den erleichterten Zugang zur sozialen Grundsicherung, sie sei aber auch bereit, über andere Modelle wie Pauschalzahlungen zu sprechen.

Dies begrüßen wir ausdrücklich! Länder wie Baden-Württemberg und sogar Bayern sind mit solchen Unterstützungszahlungen vorangegangen und haben gezeigt, dass solche Pauschalzahlungen möglich sind. Es kann nicht sein, dass der Föderalismus zu solchen gravierenden Ungleichbehandlungen führt!

23.04.2020

Französischer Streaming-Anbieter unterstützt Künstler*innen

Der französische HD-Musik-Streaming- und Download-Service Qobuz Qobuz engagiert sich für Künstler*innen, deren Live-Auftritte in diesen Zeiten leider wegfallen. Von allen Streaming-Abonnements, die bis zum 15. Mai abgeschlossen werden, gehen 100% der Einnahmen, die im ersten zahlungspflichtigen Monat des Abonnements generiert werden, an die Rechteinhaber*innen. Eine einzigartige Gelegenheit für Musikliebhaber*nnen, Künstler*nnen zu unterstützen und gleichzeitig den Qobuz-Katalog mit mehr als 50 Millionen Titeln in CD-Qualität (FLAC 16-Bit) und Hi-Res-Qualität (FLAC 24-Bit) zu entdecken.

21.04.2020