Die Ärzte veranstalten mit Labor Tempelhof nachhaltige Konzerte
Die drei August-Konzerte der Die Ärzte auf dem Flughafen Tempelhof sind zwar noch ein paar Wochen hin, aber schon jetzt lässt es sich das Berliner Trio nicht nehmen, dem geschichtsträchtigen Flughafen ein Zeichen zu setzen – genau genommen sogar zwei: An diesem Juliwochenende lesen tausende Besucher des Flughafengeländes anstatt „Tempelhof“ das Wort „DÄmpelhof“. Ende August 2024 werden sie erneut unter dem Motto „OMG die ärzte LOL“ drei Konzerte auf dem „Flughafen DÄmpelhof“ spielen – zwei sind bereits ausverkauft. Wieder mit an Bord: Das Labor Tempelhof, das sich der Durchführung von klima- und ressourcenpositiven Veranstaltungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft verschreibt und am Beispiel dieser drei Konzerte verdeutlicht, wie die Zukunft der Konzerte für Mensch und Umwelt aussehen kann: Von 100% Ökostrom, nährstoffrückgewinnenden Trenntoiletten bis zu wassersparendem Bier aus Brotresten wurde jeder Großkonzert-Aspekt auf Ressourceneffizienz überprüft und bestmöglich angepasst. Das Ziel ist es zu zeigen, wie bereits heute vorhandene Cradle to Cradle-Lösungen zu einer Kreislaufwirtschaft führen können, die ökonomische, ökologische und soziale Mehrwerte für die gesamte Gesellschaft bietet – und wie daraus abgeleitet auch Großveranstaltungen mit positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt zum Standard werden können.
Neues Förderprojekt ECO2CONCERT entwickelt Nachhaltigkeits-Konzepte für Festivals
Nachdem Crowd Impact gemeinsam mit The Changency erst kürzlich seine Forschungsergebnisse aus dem Mobilitätsprojekt TICKET TO RIDE geteilt hat, gibt es bereits eine neues „Forschungsbaby“: ECO2CONCERT. Im Mai 2024 startete das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Projekt im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND, um mögliche Konzepte für nachhaltige Festivals zu entwickeln und zu testen. Hierbei sollen sowohl technologische Lösungen zur Datenerfassung und -analyse sowie intelligente Steuerungskonzepte erarbeitet als auch Synergiepotenziale durch Kopplung der Sektoren Verkehr und Energie genutzt werden. Im Rahmen des Projekts wird zudem eine Planungs- und Monitoringplattform mit der benötigten Datengrundlage entwickelt, die es Organisator*innen von Festivals ermöglicht, die verschiedenen Veranstaltungsprozesse (bspw. An- und Abreiseorganisation, Logistikprozesse, Energieversorgung) integriert zu planen und zu bewerten, um so die Nachhaltigkeit eines Festivals zu überwachen und die Wirkung einzelner Maßnahmen zu untersuchen. Ein tolles Projektteam aus Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW, Ferropolis, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Energieavantgarde Anhalt e.V. , Goodlive GmbH, Firlefanz GmbH schaut sich 2024 und 2025 die Festivals FullForce, Splash, Melt und Feel an und entwickelt gemeinsam ganzheitliche Verkehrs- und Nachhaltigkeitskonzepte. Mitte Juni ging es bereits los mit dem ersten Festival, bei dem die Mobilitätserfassungs-App Crowd Impact bereits 1.200 Besuchende zu ihrem Anreiseverhalten befragt hat. Das Projekt ‚ECO2CONCERT‘ läuft von Mai 2024 bis April 2026. Die Projektkoordination übernimmt der Energieavantgarde Anhalt e.V.
Ergebnisse des Projekts „Ticket To Ride“ über nachhaltige Mobilität im Kulturbereich
Durch die Verbrennung von Kohle, Erdgas, Erdöl ist der Verkehrssektor einer der größten Verursacher von Treibhausgasen und der damit zusammenhängenden Erderwärmung und Klimakrise. Dies ist auch für Großveranstaltungen relevant: Die An- und Abreise des Publikums ist mit 40 % bis 90 % der gesamten Emissionen der größte Hebel für eine CO2-Reduktion! Das Projekt „Ticket To Ride“ von The Changency und Crowd Impact nimmt sich dieses Problems an und zeigt auf, was schon jetzt für eine umweltfreundliche Mobilität unternommen werden kann. Die Macher*innen wollen ein Bewusstsein für eine nachhaltige Publikumsanreise schaffen und Künstler*innen wie (einflussreiche!) Veranstalter*innen ermutigen, diese aktiv bei der Umsetzung ihrer eigenen Konzerte oder Veranstaltungen einzufordern. Ihr Vorgehen: Bei 10 Konzerten der Sommertournee 2023 von AnnenMayKantereit mit insgesamt 215.000 Besucher*innen wurde eine Kommunikations- und Aktionskampagne umgesetzt, um das Publikum für eine Anreise zu motivieren, die wenig Treibhausgase verursacht und somit nachhaltiger ist. Auf allen Konzerten wurde mit der Umfrage-App Crowd Impact und einer zusätzlichen Befragung die Publikums-Anreise erfasst. Bei einem runden Tisch im März 2024 wurden die Erkenntnisse aus dem Projekt mit Entscheidungsträger*innen der Musik- und Veranstaltungsbranche, Verkehr, Politik und Wissenschaft diskutiert. Eine kürzlich veröffentlichte Projektzusammenfassung zeigt die Ergebnisse und das erlangte Projekt-Wissen, aus dem nun Handlungsempfehlungen hervorgegangen sind: da ist zum einen die Forderung an die Politik, die nachhaltige Verkehrswende ernsthaft als Ziel zu verfolgen und angemessene Investitionen in den Ausbau von Infrastruktur zu tätigen. Aber auch die Veranstaltungsbranche kann die umweltfreundliche Anreise mit Angeboten fördern wie z.B. ÖPNV-Kombitickets, Aufrufen zu Fahrgemeinschaften, dem Angebot von sicheren Fahrradstellplätzen und einer guten, motivierenden Kommunikation. Und nicht zuletzt sorge eine geringe Anreisedistanz des Publikums für geringe Anreiseemissionen: „Die Bands müssen zum Publikum reisen, nicht umgekehrt!“, schreiben die Macher*innen. Die Zusammenfassung ist kostenlos unter www.tickettoride.net abrufbar.
Shortlist für WIRKMÄCHTIG Culture4Climate Preis 2024 bekannt gegeben
Es bewegt sich einiges mit dem Klimaschutz im Kulturbereich! Kulturschaffende, Organisationen, Netzwerke und Verbände reden nicht nur über den Klimaschutz, sie handeln auch und setzen konkrete Maßnahmen um. Die Initiative Culture4Climate möchte dieses Engagement würdigen und zeichnet 2024 erstmals Menschen und Organisationen aus, die innovative Wege des Klimaschutzes im Kultursektor in Deutschland beschreiten, durch ihr vorbildliches Engagement wichtige Impulse setzen und andere zur Nachahmung inspirieren können. Kürzlich wurden die 10 Nominierten des WIRKMÄCHTIG Culture4Climate Preises 2024 bekannt gegeben. Zu ihnen gehört der Verein “Orchester des Wandels e.V.”, der eine Plattform schaffen möchte, in der sich Orchestermusiker*innen zum Thema Klima- und Umweltschutz vernetzen und engagieren wollen. Auch das Kultur- und Konzerthaus halle02 in Heidelberg wurde ausgewählt, das mit der Abwärme der tanzenden Gäste Heizenergie erzeugt. Außerdem steht das E-Tool Kultur des Referats für Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig zur Auswahl, der bundesweit erste webbasierte CO2-Rechner, der die Anforderungen des Kulturbetriebs abbildet und eine vollständige Treibhausgasbilanzierung nach GHG-Protocol gewährleistet. Die Preisverleihung findet am 17. September 2024 im Rahmen der Bundeskonferenz für Klimaschutz im Kulturbereich im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg statt.
Bundesweite Konferenz für Klimaschutz im Kulturbereich „Kultur wirkt nachhaltig“ 17.-18.09.2024
Im Rahmen der Initiative Culture4Climate findet am 17. und 18. September 2024 im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg die bundesweite Konferenz für Klimaschutz im Kulturbereich „Kultur wirkt nachhaltig“ statt. Die Konferenz bietet eine Plattform für Diskurs und Kompetenzentwicklung und soll zu handlungsorientierten Strategien, Praktiken sowie deren Umsetzung inspirieren und motivieren. Dabei wird diskutiert, wie der Beitrag von Kulturorganisationen, Kulturschaffenden, Verbänden, Kulturverwaltung und –politik zur Erreichung der nationalen und globalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele aussehen könnte und müsste, und über Herausforderungen und Lösungsansätze heute und in Zukunft gesprochen. Am Abend des 17. Septembers 2024 findet außerdem die Verleihung des WIRKMÄCHTIG Culture4Climate Preis 2024 für innovative, wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen im Kulturbereich statt. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich.
Open Call: Konferenz zu Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Musik
Bei den Konferenzen der letzten beiden Jahre wurde der Zusammenhang klangästhetischer Konzepte in Bezug auf Diversität und Dekolonisierung untersucht, die dritte Konferenz von inm / field notes und der Akademie der Künste steht unter dem Motto „Time To Listen“ und widmet sich der Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Musik nach Berlin. Vom 1.-2. Oktober 2024 soll in offenen Gesprächsrunden, bei gemeinsamem Essen und in Fachvorträgen aus musikalischer, politischer und wissenschaftlicher Sicht diskutiert werden, wie klangästhetische Ansätze zur Klimagerechtigkeit beitragen können. Wie kann die Praxis des Hörens und Zuhörens verändert werden, um auch denjenigen eine Stimme zu geben, die bisher nicht gehört wurden, wie z.B. den Bevölkerungsgruppen im globalen Süden, wo die Folgen des Klimawandels zu ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen führen und soziale Ungerechtigkeit verstärken? Noch bis 9. Juni 2024 können über einen „Open Call“ Vorschläge für Workshops, Sound-Walks, Listening-Sessions, Vorträge und anderes eingereicht werden. Ergänzend zur Konferenz wird es die Workshopreihe „Community Of Practice – Nachhaltigkeit in der zeitgenössischen Musik geben“, bei der es um Fragen zur nachhaltigen Entwicklung in der zeitgenössischen Musikszene geht – wie etwa Tourneen, Anreise des Publikums oder nachhaltige Festivalorganisation.
EU-Förderprogramm LIVEMX fördert Vielfalt & Nachhaltigkeit im Musiksektor
Das Projekt LIVEMX zielt darauf ab, die Vielfältigkeit und Nachhaltigkeit im Musiksektor zu fördern. Noch bis zum 24.06.2024 können sich Musik-Professionals, die Projektideen für die Bereiche Musikexport, Live Music Venues und Digital Circulation und Engagement haben, für den zweiten Open Call des EU-Förderprogramms LIVEMX bewerben. Am 10.06. findet von 16:00 – 17:00 Uhr ein Infocall statt, bei dem Fragen zum Programm geklärt werden können.
2. Open Call SDG Tandem-Programm: Kultureinrichtungen für Klimapartnerschaften gesucht
Die Initiative Culture4Climate ermöglicht jeweils 10 Kultureinrichtungen und nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen den Aufbau innovativer Tandem-Partnerschaften für gemeinsame Klimaschutzaktivitäten: Die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) gehören zum Leitbild Ihrer Kultureinrichtung und Ihres Unternehmens. Wenn es darum geht, Initiativen in Ihrem Sektor voranzubringen oder zu unterstützen sind Sie vorne dabei. Dabei zählen Sie zu denjenigen, die Dinge möglich machen und für die neuen Lösungen im Ausprobieren und Machen liegen. Sie suchen neue Ideen und offenen Austausch, um mehr zu sehen und gemeinsam mehr bewegen zu können“, heißt es in der Ausschreibung. Bewerbungsfrist: 16. Juni 2024
Projekt „Greener Fête de la Musique“ geht ins fünfte Jahr
Im Rahmen eines Green Deals hat sich die Fête de la Musique Berlin 2021 dazu verpflichtet, Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei der Durchführung der Veranstaltung zu intensivieren, aber auch auf nationaler Ebene in über 80 deutschen Städten, die die Fête de la Musique feiern, eine Pilotfunktion zu übernehmen. Seit 2019 wird das Festival von Dr. Birte Jung in Sachen Nachhaltigkeit beraten. Sie ist für das Projekt Greener Fête de la Musique zuständig, das den ökologischen Fußabdruck des Festivals reduzieren und langfristig ökologisch und sozial verträglich gestalten will. Damit möchte das Festival zeigen, dass nachhaltige, klimasensible und umweltverträgliche Veranstaltungen dieser Größenordnung – das Festival findet an 150 Auftrittsorten statt – möglich sind. Ihr Vorhaben setzen die Macher*innen auf mehreren Ebenen um: Zum einen wurde ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für nachhaltige Musikveranstaltungen entwickelt und es werden Schulungen und Workshops angeboten sowie konkrete Maßnahmen wie die Vermeidung von Abfällen, Nutzung erneuerbarer Energien, Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und das Messen von Verbräuchen umgesetzt. Zum anderen wurde ein Gütesiegel entwickelt, das besonders nachhaltige Bühnen würdigt, und eine Charta veröffentlicht, zu der sich Veranstalter*innen bekennen können und verpflichten können. Sog. Greener-Fête-Piloten dienen als wichtige Vorbilder für andere Musikorte. „Die Reaktionen aus der Szene sind positiv, aber natürlich lassen sich viele Ziele nicht sofort umsetzen, auch weil solche Dinge Zeit und Geld benötigen, und oft mangelt es an beidem“, sagt Birte Jung in einem Interview mit tip Berlin. „Dafür müssen wir neben einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage auch konkrete Strukturen schaffen. Hier sind alle gefragt, nicht nur die Veranstaltenden selbst, sondern auch die Politik, Verwaltung, Energieunternehmen etc.“
Am 4.6. stellen die Projektmacher*innen beim Green Culture Festival die Ergebnisse ihrer Arbeit vor; außerdem ist Birte Jung zu Gast bei der nächsten großen Runde des Arbeitskreises Nachhaltigkeit, zu der die Berlin Music Commission am 12.06. um 17 Uhr einlädt.
Handbuch „Nachhaltigkeit in der Popmusik“
Mit dem Handbuch zur Nachhaltigkeit in der Popmusik stellt das PopBoard NRW ein kompaktes Nachschlagewerk für alle Kulturschaffenden zur Verfügung, die sich dem Thema nähern möchten und auf der Suche nach praktischen Tipps sind. Mit dem Fokus auf die Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit bietet das Handbuch eine Sammlung mit Verweisen auf u.a. Definitionen, Anlaufstellen, Tools und Leitfäden. Abgerundet wird das Dokument mit Good Practice Beispielen aus der Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens.
Rockcity präsentiert Ergebnisse der Nachhaltigkeitsumfrage
Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Martina Zurhold von RockCity Hamburg hat eine Nachhaltigkeitsumfrage in der freien Hamburger Musikszene durchgeführt. Die Umfrage sollte ergeben, inwieweit Nachhaltigkeitsthemen bereits in den Arbeitsprozessen von Kreativen der Hamburger Musikszene bereits Realität sind und wie die Haltungen und Handlungen zu diesen Themen sind. Ein Fokus lag dabei auf Produktion, Vertrieb & Merchandise, da es in diesem Teil der Wertschöpfungskette noch keine Daten gibt. Aus den Ergebnissen sollen Maßnahmen zur Energieeinsparung und Klimaschutz entwickelt werden. Wer neugierig ist, kann hier in die digitale Version reinschnuppern!
Green Culture Festival 03.-04.06.2024
Beim Green Culture Festival am 03. und 04.06. vor der malerischen Kulisse der Orangerie im Schlosspark Sanssouci in Potsdam, lädt die Initiative Musik zwei Tage lang kreative Köpfe, Kollektive, Verbände und Institutionen ein, über nachhaltige Entwicklungen in der Musik- und Kulturwirtschaft zu diskutieren. Zahlreiche Partner*innen bringen sich ein: Yourope, Höme und drei Festivals (u. a. Lollapalooza) diskutieren über Klimawandel & Verantwortung, bei der Livekomm geht es auf dem Podium um Nachhaltigkeit & Schallschutz und The Changency stellen die Ergebnisse der Studie „Ticket to Ride“ vor. Das Team der Strukturförderung inszeniert für die Talks das Open-Air-Auditorium „FORM“ unter den Bäumen im Park, um hier gemeinsam über eine wünschenswerte Zukunft für die Kultur nachzudenken – bringt eure Picknickdecken, Hunde und Wasserflaschen mit! Das Green Culture Festival ist eine Veranstaltung der BKM und der Anlaufstelle Green Culture. Die Teilnahme ist kostenlos, die Plätze sind aber begrenzt!

