Initiativen fordern landesweite Awareness-Strukturen in Rheinland-Pfalz
Mit einem offenen Brief wenden sich über 30 Fachakteur*innen und Initiativen aus Awareness-Arbeit, Veranstaltungswesen, Prävention und Gewaltschutz an die Politik und Verwaltung in Rheinland-Pfalz. Gefordert werden der Aufbau und Ausbau landesweiter Awareness-Strukturen bei öffentlichen und kulturellen Veranstaltungen, da diese zentrale Orte für gesellschaftliche Teilhabe seien.
Awareness-Arbeit soll diese Räume für alle sicher nutzbar machen und Menschen vor sexualisierter Gewalt, Diskriminierung und Grenzüberschreitungen schützen, Betroffene stärken und Übergriffen präventiv entgegenwirken.
Keychange-Report stellt Fortschritte bei der Geschlechterparität in der Musikbranche fest
Keychange, die internationale Initiative für ein Geschlechtergleichgewicht in Musikorganisationen und Festivals, hat den Keychange Pledge Report 2023-2025 veröffentlicht.
Die Datengrundlage zum Geschlechtergleichgewicht und zur intersektionalen Inklusion in der globalen Musikbranche liefern die Unterzeichnenden der Pledge. Rund die Hälfte der berichtenden Organisationen erreicht das Ziel der Geschlechterparität, etwa ein Drittel verpflichtet sich 2025 zu zusätzlichen intersektionalen Maßnahmen.
Es werden jedoch Fortschrittsunterschiede je nach Regionen, Sektoren und Identitäten sichtbar: Weiterhin dominieren westeuropäische Festivals und Organisationen aus dem Vereinigten Königreich und Deutschland. Die Repräsentation aus Ost- und Mitteleuropa sowie der Majority World bleibt begrenzt.
Der Bericht betont die Notwendigkeit für weitere Maßnahmen und ein breiteres Engagement, um einen systemischen Wandel in der Musikbranche voranzutreiben.
Bremen startet Projektförderung „Junge Szene und Subkultur“
Die Projektförderung Junge Szene – Subkultur zielt auf die Unterstützung von Projekten, die wesentlich geprägt sind durch eine experimentelle Herangehensweise sowie noch in der Entstehungsphase befindliche Vorhaben. Die Projekte adressieren zumeist ein Publikum abseits sonstiger geförderter oder kommerzieller Angebote. Es werden auch Projekte unterstützt, die unterschiedliche Sparten miteinander verbinden, zum Beispiel durch die Integration von Vorträgen oder interaktiven Elementen sowie spartenübergreifende Raumnutzungen von Ateliers, Werkstätten oder Workshops. Darüber hinaus sollen dabei vor allem Teams von Kulturschaffenden gefördert werden, in denen unter 35-Jährige maßgeblich in Entscheidungsprozesse eingebunden sind. Auch „Start-Ups“ im Bereich Kulturprojekte können sich mit innovativen Ideen und neuen kreativen Ansätzen bewerben. Die Antragsfrist für die nächste, 2. Tranche ist vom 20.3.-9.4.2026 (Förderzusage mit Beschluss der Kulturdeputation voraussichtlich Anfang Juni 2026). Die 3. Tranche endet Ende Juli.
Erste Erkenntnisse im Pilotprojekt wtf – what the fear
Das Pilotprojekt wtf – what the fear des Clubkombinat Hamburg e.V., welches von Juni bis September 2025 im öffentlichen Raum auf St. Pauli durchgeführt wurde, befasst sich mit Sicherheit im Nachtleben. Im Fokus standen dabei der Austausch und Diskurse über Schutzmaßnahmen, die Sensibilisierung für Gewalt- und Diskriminierungsformen, Empowerment für Betroffene, die Erfassung von Fallzahlen aus der Praxis sowie die Abfrage von Sicherheitsbedarfen im öffentlichen Raum. Maßnahmen umfassten hierbei beispielsweise einen gläsernen Informations- und Gesprächscontainer oder eine digitale Meldestelle.
Die Auswertung der digitalen Meldestelle lieferte erste Erkenntnisse: häufig auftretende Kategorien umfassen sexualisierte Grenzüberschreitungen; sexualisierte, körperliche Gewalt sowie Rassismus und körperliche-, queer- und transfeindliche Gewalt. Zudem ist über die Hälfte der Teilnehmenden (70%) weiblich oder divers (23%), während die Täterpersonen überwiegend als männlich oder unbekannt beschrieben werden.
Im Jahr 2026 soll das Projekt weitergeführt werden, mit dem Ziel den öffentlichen Raum und das Nachtleben auf St. Pauli sicherer und inklusiver zu gestalten.
GESOBAU Jazz & Soul Award: Gewinner*innen stehen fest
Einmal im Jahr prämiert der GESOBAU Jazz & Soul Award talentierte Nachwuchsmusiker*innen der Genres Jazz und Soul im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, die ihren Lebensmittelpunkt in Berlin haben. Jetzt wurden die diesjährigen Gewinner*innen bekannt gegeben: den 1. Platz machte die Sängerin und Multiinstrumentalistin Savannah Hauskeller aus Leipzig (Foto: Dirk Broszka). Die in der Demokratischen Republik Kongo geborene und von einem deutschen Ehepaar adoptierte Musikerin begann bereits mit fünf Jahren, Cello zu spielen und schrieb ihren ersten eigenen Song mit 8 Jahren. Sie verarbeitet Themen wie Herkunft, Privileg, Selbstakzeptanz und Verantwortung in ihren Songs. Mit nur 20 Jahren gründete sie einen Black Gospel Chor mit über 25 Mitgliedern – mit dem Ziel, durch Musik Empowerment zu schaffen. Weitere Preisträger*innen waren die Band Purse (2. Platz) und Akari (3. Platz). Die öffentliche Preisverleihung und die Preisträgerkonzerte finden am 13. und 14. Juni beim Kunstfest Pankow in Berlin statt. Neben einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 8.500 Euro gehören zum Gewinn für alle drei Shootings mit einem Fotografen. Hauskeller wird zusätzlich im A-Trane in Berlin auftreten.
ChorLAB „The Body that Sings – Chorpraxis aus feministischer Perspektive“ 26.02. (digital)
Am 26. Februar 2026 lädt das Goethe Institut Schweden von 13–14:15 Uhr herzlich zum digitalen ChorLAB „The Body that Sings – Chorpraxis aus feministischer Perspektive“ ein. Wer singt? Was singen wir? Wie singen wir und vor allem in welchen Strukturen und unter welchen Voraussetzungen? Darüber soll es in einem digitalen Gespräch zusammen mit der Musikerin und Philosophin Rosa Klee (DE) sowie der Komponistin und Klangkünstlerin Brenda El Rayes(SE) gehen. Ausgehend von ihren künstlerischen und praktischen Erfahrungen werden die sozialen Dimensionen gemeinschaftlichen Singens diskutiert, Hierarchien und Traditionen hinterfragt und erkundet, wie feministische Perspektiven das Arbeiten im Chor verändern kann.
Das ChorLAB versteht sich als digitales Denk- und Austauschformat: eine Art „Think Tank“ rund um Fragen zu Musik und Gesellschaft. Es bringt Akteur*innen aus Chorpraxis, Kunst und Wissenschaft zusammen und schafft einen offenen und zugleich geschützten Raum für Impulse, Diskussion und Vernetzung. Die Veranstaltung findet online und in englischer Sprache statt, die Teilnahme ist kostenlos.
Reeperbahn Festival sucht innovative Stimmen & mutigen Formaten
Hast du einen Trend, eine Kontroverse oder eine Entwicklung in der Musik- und Kreativbranche entdeckt, die kritische Aufmerksamkeit, eine eingehende Analyse oder neue Sichtbarkeit erfordert? Das Reeperbahnfestival sucht nach innovativen Stimmen und mutigen Formaten, die komplexe Themen angehen und sinnvolle Gespräche anregen. Reiche deine Vorschläge für Sessions und Referent*innen bis zum 15. April 2026 ein. Begrüßt werden ausdrücklich Einreichungen von Personen mit unterrepräsentierten Hintergründen und Perspektiven.
Auch für das Arts & Word Programm werden Beiträge gesucht, wie z.B. Lesungen, Stand-Up, Live-Podcast oder Talkrunde. Einreichfrist: 15. April 2026
Bericht „Live Music Has A Baseline“ zur CO2 Bilanz in USA/UK
Es ist kein Geheimnis, dass die Musikbranche mit ihrem Publikumsverkehr und ihren Veranstaltungen zur Klimakrise beiträgt. Gleichzeitig hat sie das Potential, Trends zu setzen, Menschen mit gemeinsamen Zielen zusammenzubringen und so Dinge anzustoßen. Dazu braucht es jedoch ein Wissen über die Ursachen und das Ausmaß des Problems sowie Antworten auf die Frage, wie die Branche zur Lösung beitragen kann. Der Bericht „Live Music Has A Baseline“ des MIT, mitfinanziert von Coldplay, Live Nation, Hope Solutions und Warner Music – liefert jetzt eine robuste und qualitativ hochwertige Analyse der Treibhausgasemissionen von Live-Musikveranstaltungen in den USA und Großbritannien für das Jahr 2023. Das nicht verwunderliche Hauptergebnis: die größe Emissionsquelle ist die Anreise der Fans (77,2% UK, 62,2% USA), gefolgt von Essen & Getränken bei Veranstaltungen. Der Bericht hat 33 Maßnahmen zur wirkungsvollen Emissionsreduktion identifiziert. Die erhobenen Daten sind als Orientierungsinstrument für strategisches Handeln gedacht. Sie sollen zeigen, wo die Branche ihre Nachhaltigkeitsbemühungen konzentrieren kann, von der Optimierung der Logistik und des Transports bis hin zur Verbesserung der Energieeffizienz in Veranstaltungsorten. Eine Zusammenfassung findet ihr hier.
Gemeinsam für einfachere ÖPNV-Kombitickets: Umfrage für Veranstalter*innen
Nachhaltiger Publikumsverkehr – aber wie? Um dem Publikum ÖPNV-Kombitickets für Live-Veranstaltungen bieten zu können, müssen Veranstaltende aktuell je nach Region und Verkehrsverbund eigene Lösungen entwickeln. Oft mit hohem Kosten- und Abstimmungsaufwand, individuellen Verhandlungen und bürokratischen Hürden. The Changency, die Agentur für nachhaltigen Wandel, möchte das jetzt ändern. Gemeinsam mit dem BDKV will sie mit der Machbarkeitsstudie „Kombiticket ohne Limit“untersuchen, wie die nachhaltige Publikumsanreise durch ein Deutschland-Kombiticket kostengünstig und niedrigschwellig ermöglicht werden kann. Mit der Studie wird erstmals öffentlich zugängliches Wissen rund um das ÖPNV-Kombiticket geschaffen und auf dieser Basis konkrete Lösungsvorschläge entwickelt. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen, ruft The Changency Veranstaltende auf, bis 11.03.2026 an einer anonymen Umfrage teilzunehmen (Dauer: 10-15 Minuten). Die Ergebnisse werden kostenlos veröffentlicht und stehen der gesamten Branche zur Verfügung.
Für die ersten 500 Teilnehmer*innen spendet The Changency jeweils 1 € an BIKEYGEES: Eine Organisation, die Frauen und Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrung das Fahrradfahren ermöglicht und damit Mobilität, Selbstständigkeit und Teilhabe stärkt.
3 Vollzeit-Doktorand*innenstellen für Musikwissenschaften (Schweden)
Umstiegsmasterstudiengänge Lehramt Musik @ Musikhochschule Lübeck (Infocall 25.02.)
Die Musikhochschule Lübeck (MHL) bietet mit den Studiengängen „Musik Vermitteln“ & „MusikPlus“ zukunftsweisende Studienmöglichkeiten für Menschen, die ihre berufliche Leidenschaft in der musikpädagogischen Arbeit mit anderen sehen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf unseren innovativen Umstiegsmasterstudiengängen (Master of Education) für die Schulformen Gymnasium/Gemeinschaftsschule und Grundschule. Diese Studiengänge ermöglichen Absolvent*innen künstlerischer oder künstlerisch-pädagogischer Musikstudiengänge den gezielten Einstieg in die zweite Phase der Lehrkräftebildung (Referendariat/Vorbereitungsdienst). Um Studieninteressierten umfassende Informationen über Inhalte, Voraussetzungen und Möglichkeiten dieser Masterstudiengänge zu bieten, gibt es eine digitale Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 25.02.2026 ab 18 Uhr.
Für den erfolgreichen Start ins Studium unterstützen sie Interessierte außerdem mit kostenfreien Vorbereitungsangeboten zur Eignungsprüfung.
Online-Lernplattform von Better Live
Das von einem europaweiten Konsortium aus elf Partnern der Jazz- und Improvisationsmusikszene geleitete Projekt Better Live unterstützt aktiv die ökologische Transformation des europäischen Live-Musiksektors. Seit neustem ist jetzt eine kostenlose Lernplattform zugänglich. Sie vermittelt Musiker*innen und Musikfachleuten das nötige Rüstzeug, um den ökologischen Wandel in der Live-Musik voranzutreiben. Diese können in ihrem eigenen Tempo mit Fachinhalten von 18 europäischen Spezialist*innen lernen: es gibt 12 thematische Pfade (Mobilität, Energie, Ernährung, Abfall, CO2-Fußabdruck, Politik…), praktische Fälle aus aktuellen Studien und Erfahrungen aus der Praxis sowie Ressourcen und Umsetzungsleitfäden für konkrete Maßnahmen. Die Inhalte sind in Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch verfügbar.

