Erste umfassende Studie zu Sexismus in der deutschen Arbeitswelt

63 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben bereits Sexismus im Job erlebt. Das ist eins der zentralen Ergebnisse der ersten repräsentativen Befragung zu Sexismus am Arbeitsplatz in Deutschland, die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der EAF Berlin im Rahmen des Projekts Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ veröffentlicht wurden. Die erste branchenübergreifende Studie zeigt: Betroffen sind vor allem Frauen und genderqueere Personen, während Sexismus mehrheitlich von Männern ausgeht. Die Erfahrungen führen häufig zu emotionalen und psychischen Belastungen und können Karriere und finanzielle Situation beeinträchtigen. Formelle Beschwerdewege werden von Betroffenen kaum genutzt und die Folgen meist allein bewältigt. Genau da setzt das Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ an: Es unterstützt Organisationen dabei, wirksame Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen und bietet u.a. Handreichungen und weiteres Infomaterial. Desweiteren informiert es über Hilfsangebote und Anlaufstellen.

22.06.2026

Broschüre „Haltung zeigen“ gegen rechte Angriffe auf Clubkultur

Musikclubs und Festivals sind Orte der Begegnung, Vielfalt und demokratischen Teilhabe und geraten gleichzeitig zunehmend ins Visier rechtsextremer Akteur*innen. Mit der neuen Handreichung „Haltung zeigen – Extrem rechte Angriffe auf die Club- und Festivalkultur abwehren“ veröffentlichen die LiveKomm und der Bundesverband Mobile Beratung erstmals einen praxisnahen Leitfaden speziell für die Live-Branche. Dieser bietet wertvolle Orientierung und mehr Handlungssicherheit im Umgang mit demokratiefeindlichen, diskriminierenden oder rechtsextremen Vorfällen. Die Broschüre zeigt auf, mit welchen Strategien die extreme Rechte versucht, Kulturveranstaltungen zu beeinflussen oder zu stören und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis. Themen sind unter anderem Leitbilder und Code of Conducts, Awareness- und Sicherheitskonzepte, Ausschlussklauseln sowie Handlungsmöglichkeiten im Ernstfall. Die Broschüre steht kostenfrei zum Download bereit.

22.06.2026

Clubkultur im Baurecht: Durchbruch greifbar

Musikclubs waren im deutschen Baurecht bislang nur in wenigen Gebietskategorien grundsätzlich zulässig – selbst in Industriegebieten nicht. Der Ende Mai vorgelegte Gesetzesentwurf zur Baurechtsreform könnte dies ändern und die prekäre Lage der Musikspielstätten insgesamt verbessern, schrieb der Bundesverband LiveMusikKommission e.V. (kurz: LiveKomm) kürzlich in einer Pressemitteilung. Neben verbesserten Gebietszulässigkeiten in urbanen, Gewerbe- und Industriegebieten, seien nun zusätzlich auch Ansiedlungen in dörflichen Wohngebieten ausnahmsweise vorgesehen. Außerdem enthalte der Entwurf präzisere und konsistentere Formulierungen, was für die spätere Auslegung durch Kommunen und Gerichte hilfreich sein könne. Der große Wurf ist es nach Ansicht der LiveKomm allerdings nicht. Sie regt entscheidende Nachbesserungen an, allen voran, Clubs und Livespielstätten mit nachweisbarem kulturellen Bezug nicht mehr als Vergnügungsstätten, sondern als Anlagen für kulturelle Zwecke zu definieren. Die Arbeitsgruppe Kulturraumschutz der LiveKomm hat weitere erforderliche Anpassungs- und Ergänzungsbedarfe erarbeitet. Die parlamentarischen Beratungen stehen noch aus. 

22.06.2026

Themis Vertrauensstelle vermeldet steigenden Beratungsbedarf

Themis, die Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der Film-, Fernseh-, Musik- und Theaterbranche hat Zahlen aus 2025 sowie dem ersten Quartal 2026 vorgelegt. Das Team der Beraterinnen hat 2025 insgesamt über 600 Beratungsgespräche geführt, darunter waren 105 Erstberatungen, wovon mehr als die Hälfte Betroffene sexualisierter Belästigung oder gar Vergewaltigungen waren. Der Trend setzt sich 2026 fort, es gibt einen steigenden Bedarf an rechtlicher (2/3) und psychologischer Beratung (1/3), überwiegend von Frauen (70%), die von sexueller Belästigung und Gewalt betroffen waren. Täter*innen waren in über 80% aller Fälle Männer und häufig Vorgesetzte oder höhergestellte Personen.

Martina Zöllner, seit 2025 Präsidentin der Themis Vertrauensstelle: „Das Ausmaß sexueller Belästigung und Gewalt im Kultur- und Medienbereich ist nach wie vor erschreckend. Die hohe Zahl an Anrufen zeigt aber auch, dass die Themis in den von ihr betreuten Branchen inzwischen ein gewisses Maß an Vertrauen besitzt.“ Maren Lansink, Geschäftsführende Vorständin der Themis ergänzt: „Unser mit viel persönlichem Engagement aufgebautes Seminar und Webinar Programm, das sich an Arbeitnehmer*innen, frei Arbeitende, Azubis, Studierende, Gleichstellungsbeauftragte und Vertrauenspersonen sowie mit anderen Formaten an Arbeitgeber*innen, Führungskräfte, Vertrauenspersonen und Verantwortliche in Beschwerdestellen richtet, zeigt Wirkung. Einerseits trauen sich die Beschäftigten endlich eher nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz Beschwerden einzureichen. (…) Und auch auf Arbeitgeberseite scheint sich das Bewusstsein durchzusetzen, dass Prävention Sinn macht. Gleichzeitig bauen wir unser Beratungsangebot aus. Seit April bieten wir Chat-, Video- und Mailberatung an, datenschutzkonform und sicher.“

18.06.2026

Neue Umfrage: fast 70% halten Musikunterricht in der Schule für wichtig

Musikunterricht genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert: 69 Prozent der Bevölkerung halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in der Schule Musikunterricht erhalten. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Deutschen Musikinformationszentrums (miz), die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde und die den Auftakt der neuen Umfragereihe „Musikmonitor Deutschland“ bildet. Die Untersuchung beleuchtet, wie Menschen in Deutschland ihren Musikunterricht rückblickend erlebt haben – und welche Bedeutung sie ihm heute beimessen. Die Ergebnisse zeigen: Wer regelmäßig Musikunterricht in der Schule hatte, ist heute häufiger musikalisch aktiv und Musikunterricht ist für eine absolute Mehrheit ein wichtiges Schulfach. Ein Zahlenauszug:

52% hat der Musikunterricht in der Schule Spaß gemacht (Frauen: 64%/Männer: 40%), 64% erinnern sich gern an gemeinsames Singen und Musizieren, 56% profitieren bis heute von im Unterricht erworbenen Fähigkeiten (Notenlesen, Rhythmusgefühl oder Allgemeinwissen). 17% aller Befragten hat der Unterricht sogar darin bestärkt, auch außerhalb der Schule Musik zu machen, 42% der Menschen, die während ihrer gesamten Schulzeit Musikunterricht hatten, musizieren heute noch selbst (im Gegensatz zu Personen ohne Musikunterricht: 14 Prozent); der Unterschied ist bei Instrumentalist*innen am Größten. 39% der ostdeutschen/20% der westdeutschen Bevölkerung hatten während der gesamten Schulzeit Musikunterricht.

18.06.2026

Strukturförderung unterstützt 21 Projekte

Genial: In der aktuellen Förderrunde der Strukturförderung der Initiative Musik erhielten 21 tolle Projekte eine Förderzusage, vor allem solche, die sich für Diversity & Chancengleichheit und den Auf- und Ausbau von Strukturen und Netzwerken einsetzen. Zu den geförderten Vorhaben zählen das FLINTA* MUSIC LAB, eine Workshopreihe für die regionale Musikszene in Wiesbaden und dem Rhein-Main-Gebiet, FLINTA-DJ- und Producing Workshops in der Region Bayreuth, MatchMaking RLP, die Moms Got Talent Academy u.v.m. Auch das Pilotprojekt Live Music Fund Germany, das mit einem freiwilligen Solidaritätsfonds kleinere Venues unterstützen will, und das neue Pop Netzwerk Darmstadt zum Ausbau einer nachhaltigen Struktur für die lokale Popkulturszene gehören zu den Geförderten. Wir gratulieren!

18.06.2026

Nächste Antragsrunde der Künstler*innenförderung

Die Künstler*innenförderung der Initiative Musik richtet sich an Solokünstler*innen und Bands, die auf dem deutschen und internationalen Musikmarkt Fuß fassen wollen. Mögliche Fördergegenstände sind Komposition und Konzeption, Produktion und Aufnahme, Tonträgerherstellung, Videos und Contentproduktion, Promotion und Marketing und Tour. Anträge für die 74. Förderrunde können von 26.6.-17.7.2026 gestellt werden.

Zur optimalen Vorbereitung wird empfohlen, an einem Infocall am 24.6.2026 um 17 Uhr teilzunehmen (Anmeldung). Dort werden die Grundlagen, Ziele und Verfahren des Förderprogramms erklärt sowie die Voraussetzungen für die Antragstellung. Im Anschluss bleibt Zeit für eure Fragen. Zur Klärung offener Fragen bietet die Initiative Musik auch telefonische Beratungszeiten an. Ein ausführliches Video enthält viele nützliche Infos zum Förderprogramm; ein weiteres Video führt durch die Antragstellung.

18.06.2026

Neues Spotlight On-Programm: Heavy Reeperbahn

Ab diesem Jahr soll es beim Reeperbahn Festival ein neues sog. „Spotlight On“-Programm geben, das Fachthemen in kuratierten Themenbereichen bündelt und ausgewählten Branchengruppen gezielten Zugang sowie spezielle Tickets bietet. Das erste Spotlight heißt „Heavy Reeperbahn“ und richtet sich an alle Branchenvertreter*innen, die sich auf härtere Musikgenres spezialisiert haben. Gemeinsam mit Partner*innen aus Szene, Kultur und Musikindustrie entsteht ein Raum für Austausch, Sichtbarkeit und neue Verbindungen — zwischen Artists, Fans, Labels, Festivals, Medien und der internationalen Musikbranche. 

Von Mittwoch bis Samstag bietet dieses Spotlight den Teilnehmer*innen Zugang zur MoreCore Music Awards-Show im „Uebel & Gefährlich“ sowie zu Showcases von Veranstaltungen wie dem Wacken Open Air und MoreCore und zu Networking-Events wie der HEAVY Music Conference und dem Networking im B2Beergarden. Auch ein FLINTA* Metal Evening am Samstag ist geplant (Foto XOXO: Celine Luetolf).

18.06.2026

Offener Brief zur Abschaffen des WDR-Senders „Cosmo“

Mehr als 500 migrantische Organisationen, Initiativen sowie weitere Unterstützende aus Kultur, Wissenschaft und Politik wollen das faktische Aus des einzigen interkulturellen und mehrsprachigen ARD-Programms COSMO zum 1. April 2027 nicht akzeptieren. In einem kürzlich veröffentlichten offenen Brief an alle Intendant*innen der ARD mit dem Titel „Einschalten gegen das Abschalten.“ fordert die Allianz den sofortigen Stopp der Streichpläne. Diese sehen vor, dass COSMO in die HipHop-Welle 1LIVE Street für Radiohörer*innen bis 30 Jahre umgewandelt wird. Das von den Neuen deutschen Medienmacher*innen initiierte Bündnis fordert statt einer Abwicklung eine bundesweite Zukunftsoffensive: COSMO soll zum starken, bundesweiten ARD-Gemeinschaftsprogramm ausgebaut werden. Gefordert wird ein modernes crossmediales Angebot für eine vielfältige Gesellschaft, das auch muttersprachliche Angebote im öffentlich-rechtlichen Radio weiterhin bereithält.„In Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus fehlt die ARD dort, wo sie gebraucht wird. Fällt COSMO weg, schrumpft der interkulturelle, mehrsprachige Raum für diverse Perspektiven und ein unverzichtbarer Schutzschild gegen Desinformation,“ schreiben die Initiator*innen. „Es braucht mehr Erzählungen aus und über unsere Einwanderungsgesellschaft statt weniger, um den Auftrag für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erfüllen“, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. 

18.06.2026

Studienteilnehmer*innen gesucht: Branding-Strategien unabhängiger Musikprojekte

Für ein Forschungsprojekt der Hochschule Macromedia Stuttgart werden aktuell Bands/unabhängige Musikprojekte gesucht, die an einer Umfrage teilnehmen: Untersucht wird, wie die Außenwirkung und Markenführung – also Profil, Wiedererkennbarkeit, Online‑Auftritt und Professionalität – mit Erfolg unabhängiger Musikprojekte zusammenhängt (Sichtbarkeit, Nachfrage, Booking, Szene‑Anerkennung). Ziel ist es, praxisnahe Erkenntnisse für unabhängige Künstler*innen zu gewinnen. Die Befragung richtet sich an aktive Musikprojekte (Bands, Solo‑Acts, Kollektive, Producer‑Projekte). Sie ist anonym, dauert ca. 10–15 Minuten und es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Eine Teilnahme ist noch bis zum 26. Juni 2026 möglich. 

18.06.2026

Förderpreis Musik der Stadt Trier ausgeschrieben (bis 30 J.)

Du bist Musiker*in oder Teil einer Band und hast einen Bezug zu Trier? Dann könnte der Förderpreis Musik der Stadt Trier interessant für dich sein. Gesucht werden selbst komponierte Songs aus den Bereichen Pop und Rock von Musikschaffenden bis 30 Jahre, die einen Lebensbezug zur Stadt Trier aufweisen. Auch Bewerbungen von Duos oder Bands sind zulässig, hier darf das Durchschnittsalter nicht über 30 Jahren liegen. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 2.250 Euro vergeben. Bewerbungsschluss: 10. August 2026

18.06.2026

MatchMaking Tandem- und Netzwerkprogramm für FLINTA Akteur*innen aus Rheinland-Pfalz

Mit MatchMaking RLP startet musicRLPwomen* 2026/27 ein neues Tandem- und Netzwerkprogramm für FLINTA*-Akteur*innen der Musikszene und Musikbranche in Rheinland-Pfalz. Statt klassischem Mentoring setzen sie auf gezieltes Matching: Wer passt fachlich, künstlerisch oder strategisch besonders gut zusammen? Über mehrere Monate entstehen so neue Kontakte, Kooperationen und Netzwerke. Begleitet wird das Programm durch gemeinsame Veranstaltungen, Workshops und Austauschformate. Bewerben können sich Musiker*innen, Produzent*innen & DJs, Veranstalter*innen & Booker*innen, Label- und Managementakteur*innen, Musikjournalist*innen & Medienschaffende, Kulturmanager*innen und Akteur*innen aus Musikmarketing, Vertrieb und Kulturpolitik. Egal ob Einsteiger*in oder erfahrene Branchenakteur*in — entscheidend ist die Lust auf Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Bewerbungsphase: 01.-30.07.2026

18.06.2026