Culture Helps Solidarity – zweite Ausschreibung

„Culture Helps Solidarity“ ist die zweite Ausschreibung zur Unterstützung ukrainischer Kulturtätiger. Der aktuelle Projektaufruf von Culture Helps fördert kollaborative Projekte von mindestens zwei Organisationen: einer in der Ukraine ansässigen Organisation und einer Organisation aus einem am Programm Kreatives Europa teilnehmenden Land. Die Projekte sollen Kultur nutzen, um den Zugang zu kultureller Teilhabe zu verbessern und die Integration vertriebener Ukrainer*innen sowie Geflüchteter in ihre Aufnahmegemeinschaften zu unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt auf vulnerablen Gruppen und Veteran*innen sowie auf deren psychischem Wohlbefinden.

10.09.2026

Metalsängerin Nokt in Belarus als angebliche Extremistin angeklagt

Die belarussische Katsiaryna „Nokt Aeon“ Mankevich, die Sängerin der Metal-Bands DYMNA LOTVA und HANGOVER IN MINSK, nimmt seit Jahren an Protesten gegen ihr Heimat-Regime teil und unterstützt die Ukraine. Deshalb musste sie Belarus vor Jahren verlassen und lebt heute in Polen im Exil. Jetzt soll sie in ihrem Heimatland wegen „extremistischer Aktivitäten“, „Terrorismusfinanzierung“ und drei weiteren Straftaten angeklagt werden, da einige ihrer Musikvideos als „extremistisches Material“ eingestuft worden waren. „Dieses Strafverfahren ist komplett aus der Luft gegriffen und politisch motiviert. (…) Bitte macht euch keine Sorgen um mich. Polen hat mir aufgrund dieser politischen Verfolgung internationalen Schutz gewährt. Infolge dieses Prozesses könnte Weißrussland alle meine noch im Land verbliebenen Vermögenswerte beschlagnahmen. Nun, mein Geld für die Musikproduktion auszugeben, hat sich doch als großartige Idee herausgestellt.“ Von DYMNA LOTVA ist kürzlich das symbolträchtige Musikvideo zu Return My Coffin Home veröffentlicht worden, in dem auch der ukrainische Musiker Ingvarr (SCHREIGARM) mitwirkt. Der Titel ist die dritte Vorab-Single aus dem kommenden neuen Album Vyraj, welches am 7. August erscheint. „Viele unserer Freunde und wir selbst werden vielleicht im Exil, in Gefangenschaft oder im Krieg sterben, aber wir alle möchten, dass unsere Leichname in unserer Heimat beigesetzt werden“, erklärte Sängerin Nokt aus eigener Erfahrung.
10.08.2026

Open Call: Werde Mentor*in für ukrainische Masterstudierende

Das UAxEU-Mentorenprogramm für ukrainische Masterstudierende lädt Fachleute aus Kunst und Kultur, Pädagog*innen und Praktiker*innen aus europäischen und internationalen Institutionen ein, aufstrebende Künstler*innen und Kulturschaffende aus der Ukraine zu unterstützen. Gesucht werden 30 Mentor*innen, die Erfahrung in der Arbeit über nationale oder kulturelle Grenzen hinweg haben und einen Beitrag zum Kultursektor in der Ukraine leisten wollen. Sie werden für die Dauer des Programms jeweils einer*/einem Student*in zugeordnet. Das Mentoring ist flexibel und orientiert sich an den Bedürfnissen der Mentees. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen, die für die individuelle Praxis, die Ziele und die berufliche Entwicklung der Mentees am relevantesten sind. Interessierte können sich bis 29.06.2026 hier melden.

23.06.2026

UAxEU: Stärkung der Kapazitäten für eine kreative Zukunft in der Ukraine

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 haben mehr als 500 Kulturschaffende, Künstler*innen, Pädagog*innen und Student*innen ihr Leben verloren. Mehr als 197 Kultur- und Kunstbildungseinrichtungen wurden verlegt, von denen nur 83 noch aktiv sind. In diesem Kontext arbeiten ukrainische Kunst- und Kulturschaffende seit vier Jahren täglich weiter, unterstützt durch die UAx-Plattform, die als Notfallmaßnahme begann, um Studierenden zu helfen, ihr Studium in der Ukraine fortzusetzen und gleichzeitig international vernetzt zu bleiben. Zwischen 2022 und 2025 hat UAx fast 100 ukrainischen Kunststudierenden uneingeschränkte Stipendien gewährt, sie mit über 40 internationalen Mentor*innen zusammengebracht und 15 Partnerschaften zwischen ukrainischen und internationalen Kunsthochschulen in der EU und darüber hinaus aufgebaut. Was als Sofortmaßnahme begann, hat sich zu einer engagierten Gemeinschaft der Fürsorge und Solidarität mit über 30 Kunst- und Kulturhochschulen und -organisationen entwickelt.

Von 2026 bis 2028 geht UAx über die Notfallhilfe hinaus. Das Programm UAxEU baut Bildungsstärke, Fachkompetenz und dauerhafte europäische Partnerschaften auf – und sorgt so dafür, dass die Kultur in der Ukraine nicht nur erhalten und geschützt wird, sondern auch für die Zukunft gerüstet ist. Es soll mehr als 450 Kulturschaffende erreichen und Kapazitäten und Kompetenzen in wichtigen Bereichen wie Kulturmanagement, Finanzen, Digitalisierung, Schutz des kulturellen Erbes und traumainformierte kulturelle Praktiken aufbauen. Gleichzeitig bindet die Plattform durch Arbeitsgruppen, Wissensforen, Peer-Learning-Besuche und Praktika ukrainische Institutionen stärker in europäische Kulturnetzwerke ein. Hier könnt ihr für ukrainische Studierende spenden.

04.03.2026

„Culture Helps Solidarity“ hilft ukrainischen Kulturschaffenden und -organisationen

Das Projekt „Culture Helps Solidarity“ wird im Rahmen einer Creative Europe Initiative gefördert und unterstützt Kunst- und Kulturtätige aus der Ukraine dabei, während und nach dem Krieg ihre Kreativität, Widerstandsfähigkeit und Verbundenheit mit ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Das bis 2028 laufende Projekt kombiniert drei Förderprogramme mit einem reichhaltigen Angebot an Mentoring, Weiterbildungen und Austauschmöglichkeiten. Aktuell sind zwei Aufrufe geöffnet: 

– Die Förderlinie Einzelförderungen zur individuellen Förderung von ukrainischen Kulturtätigen im Bereich psychische Gesundheit und Wohlbefinden wird 10–14-mal im Zeitraum 2026-2028 ausgeschrieben werden. Einreichungsfrist: 23. Februar 2026

– Die Förderlinie Kooperationsförderung zielt darauf ab, Kooperationsprojekte zwischen mindestens zwei Organisationen in der Ukraine und Ländern des Programms „Kreatives Europa“ zu unterstützen, um den Zugang zu kultureller Teilhabe zu verbessern und die Integration von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen in ihre Aufnahmegemeinschaften zu fördern – mit besonderem Augenmerk auf schutzbedürftige Gruppen wie Veteran*innen und deren psychisches Wohlbefinden. Einreichungsfrist: 31. März 2026

09.02.2026

Symposium „Zum sozialen Nutzen von Musik für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine“ 8.11.2025

Ein öffentliches Symposium des Landesmusikrats NRW mit vier moderierten Konzerten und zwei Panels beleuchtet den sozialen Nutzen von Musik für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine am Beispiel der traditionellen ukrainischen Musik. Basierend auf der Bachelorarbeit von Jasper van den Hövel aus dem Jahr 2024 wird in zwei Gesprächsrunden mit Musiker*innen u.a. Bezug auf das Thema genommen. Mit dabei sind Religimuz, Trio Ukraina, dem jungen all female Gesangsensemble Ralets und dem deutsch-ukrainischen RAI-Chor, der die traditionelle Technik des Singens ohne Dirigat praktiziert und traditionellen Chorgesang aus der Ukraine präsentiert. Ein gemeinsames Singen aller beteiligten Musiker*innen mit dem Publikum wird die Veranstaltung abrunden und vom Pianisten Yaromyr Bozhenko begleitet. An Informationsständen werden musikalische Initiativen und Vereine aus NRW mit Bezug zur Ukraine über ihre Tätigkeiten berichten, sich austauschen und vernetzen. Die gesamte Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung per Mail ist bis zum 3. November 2025 möglich.

Wann? Samstag, 8.11.2025, 14-19 Uhr
Wo? Sozialzentrum des LVR-Klinikums Düsseldorf (Saal), Bergische Landstraße 2, 40629 Düsseldorf 

27.10.2025

Die Situation der Kultur in der Ukraine

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine jährte sich am 24.02.2025 zum dritten Mal. Anlässlich dieses Jahrestags hat das Netzwerk Culture Action Europe seine Unterstützung für die Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine ausgesprochen. Die Zerstörung von Kultur – einschließlich Plünderungen und der gezielten Zerstörung von kulturellem Erbe und Infrastruktur – sei kein Kollateralschaden, sondern eine strategische Waffe in Russlands Krieg, die nicht unbeantwortet bleiben dürfe. Das Netzwerk fordert daher, dass jegliche Verhandlungen die Souveränität der Ukraine über ihre eigene Zukunft in vollem Umfang respektieren und aufrechterhalten und dass mindestens 2 % der von Russland eingefrorenen Vermögenswerte für den kulturellen Wiederaufbau der Ukraine bereitgestellt werden. 

Auf der Website von CAE könnt ihr jetzt eine Rede der politischen Beraterin Luiza Moroz nachlesen, die sie am 19. November 2024 auf der Konferenz „Resilience Through Culture: Die Unterstützung der EU für den ukrainischen Kultursektor“ in Brüssel gehalten hat. Darin schildert sie, wie der Kultursektor auf der einen Seite eine kulturelle Renaissance erlebt und wie die Ukrainer*innen trotz knapper Ressourcen ihre Identität durch Kultur behaupten. Gerade jetzt verkörpere die ukrainische Kultur das Prinzip der kulturellen Demokratie und biete einen Raum für kollektives Denken. „Sie ist der Ort, an dem wir unseren gemeinsamen Schmerz verarbeiten und über unsere Vergangenheit und Zukunft nachdenken“, schreibt sie in ihrer Rede. Auf der anderen Seite würde die Kultur ermordet. Viele Kulturschaffenden würden in den Streitkräften dienen, viele seien im Einsatz vermisst oder wurden getötet. Doch „Nicht nur die Beiträge der Ermordeten sind ausgelöscht. Sie ziehen ihre Kinder nicht auf. Sie unterrichten ihre Schüler nicht. Die nächste Generation von Künstlern verschwindet mit ihnen. Und es geht nicht nur um bekannte Namen. Es geht um Tausende von Kulturschaffenden in kleineren Städten und Dörfern, die nie Schlagzeilen machen werden, aber im Stillen ihre Gemeinden verändern“. Die EU könne die ukrainische Kultur u.a. unterstützen, in dem sie demokratische Institutionen supporte und Ukrainer*innen eine Plattform biete. EU-Förderung sei jedoch oft an Bedingungen geknüpft, die mit der Realität in der Ukraine abgewogen werden müssten. Hier bräuchte es mehr Vertrauen in dem Kultursektor, der in die Gestaltung von Unterstützungsmechanismen einbezogen werden müsse.

13.03.2025

Ausschreibung zur Unterstützung ukrainischer Künstler*innen und Kulturschaffender

Als Reaktion auf den russischen Krieg in der Ukraine und seine dramatischen Auswirkungen auf die ukrainische Bevölkerung und das kulturelle Erbe unterstützt die Europäische Kommission mit 5 Millionen Euro Projekte für den ukrainischen Kultur- und Kreativsektor. Gefördert werden Konsortien von Organisationen, die Aktivitäten durchführen und damit einer größeren Anzahl von Akteur*innen zugutekommen. Somit sollen ukrainische Künstler*innen, Organisationen und Fachleute aus der Kreativ- und Kulturbranche erreicht und unterstützt werden. Die Ausschreibung führt zu einer Auswahl von Projekten zu folgenden Themen: Wiederaufbau des ukrainischen Kultur- und Kreativsektors in der Nachkriegszeit, Förderung des Zugangs der ukrainischen Bevölkerung zur Kultur und zum kulturellen Erbe sowie der Unterstützung ukrainischer Künstler*innen und kultureller Organisationen bei der Schaffung gemeinsamer Werke. Die Frist für die Ausschreibung ist der 6. Februar 2025, 17 Uhr.

09.12.2024

ZMINA Rebuilding: zweite Runde für Projekte mit der Ukraine

Das Projekt ZMINA: Rebuilding hat den zweiten Call für Projekte mit der Ukraine veröffentlicht. Im Rahmen eines Projekts sollen mindestens eine Organisation aus der Ukraine und eine aus einem anderen Creative Europe-Land zusammenarbeiten. Die Projekte sollen dazu beitragen, die ukrainische Kultur im Ausland bekannter zu machen und internationale Perspektiven zu zeigen. Das Programm ZMINA: Rebuilding unterstützt Projekte, die Visionen zum Übergang vom Krieg zum Wiederaufbau entwickeln, die Widerstandsfähigkeit im Krieg und danach thematisieren und Gespräche, Fachwissen und Kenntnisse über den Wiederaufbau nach dem Krieg vermitteln. Alle kulturellen und kreativen Bereiche sind förderfähig. Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt 60.000 €. Bewerbungsschluss: 07.04.2024

12.03.2024

#MelodivaSpotlight: 15 für UA singen ukrainischen Song „OBIJMY“

Zum zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine veröffentlichten fünfzehn Songwriter*innen aus Deutschland unter dem Namen 15 für UA (ausgesprochen: “Fünfzehn für Ukraine”) ein gemeinsames Cover des Songs „Obijmy“ der ukrainischen Band Okean Elzy. Die Idee dazu hatte der Tonmeister und Produzent Simon Gordeev, der selbst gebürtiger Ukrainer ist. Nach zwei Jahren Krieg in der Ukraine fiel ihm zunehmend auf, dass sich die Berichterstattung und Aufmerksamkeit dazu verringert hat. Mit dem Projekt möchte er ein Zeichen setzen und auf die Leidtragenden des Angriffskriegs aufmerksam machen, denn in dem Song geht es um das Verarbeiten eines Kriegstraumas: Es kommt ein Tag | Dann ist der Krieg vorbei | Dort hab ich mich verloren | Ich sah ihn wie er war (…) Halt mich fest | Bitte halt mich fest | Bitte halt mich fest | Ich wünsche dir | Dass dein Frühling kommt (…) Und meine Seele legt | Die Waffen endlich ab | Sie hat doch nie gewollt | Die Tränen die du weinst“, heißt es darin. 15 deutsche Songwriter*innen, darunter Catt, Charlotte Brandi, Cäthe, Larissa Pesch, Juli Gilde, Liv Solveig, Piya, Marlena Käthe u.a. sangen eine Songzeile ein und filmten sich dabei. Mit dem Song sollen Spenden für ein ziviles Wiederaufbau-Projekt in der Ukraine eingeworben werden, auch die Einnahmen durch Streaming sollen an Projekte in der Ukraine gespendet werden (mehr dazu hier). Aber auch unabhängig von der finanziellen Unterstützung spendet das Songprojekt vor allem Hoffnung und Trost, wie zahlreiche Kommentare von Ukrainer*innen zeigen.

11.03.2024

Buch- & Musiktipp: „Ukrainian Field Notes“

„Ukrainian Field Notes“ ist ein 567-seitiges, vollständig illustriertes A5-Buch mit Farb- und Schwarzweißfotos, das nachzeichnet, wie sich die Musikszene in der Ukraine seit dem Überfall von Putins Armee verändert hat. Dazu hat der italienische Filmemacher Gianmarco Del Re Interviews mit 170 ukrainischen Musiker*innen, DJs, Freiwillige und Künstler*innen der Nachbardisziplinen geführt. Von überarbeiteten Setups und Playlists bis hin zu unterschiedlichen Klangansätzen sprechen die beteiligten Künstler*innen über PTBS, kriegerische Geräusche, Phantomluftsirenen, die Ethik von Live-Auftritten in Kriegszeiten und das sich verändernde Gesicht der Clubszene unter Ausgangssperren. Auf der Website „A Closer Listen“ findet ihr eine kleine Auswahl der Interviews, auf Bandcamp 86 Tracks aller Stile, die von Klassik bis zur Ambient Music reichen. Dort könnt ihr auch das Buch kaufen, die Erlöse gehen an die Kampagne „Musicians Defend Ukraine“, eine NGO, die Musiker*innen selbst gegründet haben und die Musiker*innen in Kriegszeiten unterstützt.

31.01.2024

Tamara Lukashevas Crowdfunding wurde erfolgreich beendet

„Eine Annäherung von Musik und Poesie, Jazz und Klassik, Ost und West, Tradition und Moderne“ nennt die ukrainische Musikerin ihr nächstes Studio-Projekt, bei dem sie mit dem internationalen Symphonie Orchestra Lviv und dem preisgekrönten Trompeter Matthias Schriefl deutsche und ukrainische Poesie vertonen will. Damit möchte sie etwas kreieren, „was man mit keinem Raketenangriff zerstören kann: Musik, die eine kulturelle Verbindung auf einer neuen Ebene schafft“. Ihre Crowdfunding-Aktion, mit der sie bis 23.08. um Spenden geworben hat, ist jetzt erfolgreich zu Ende gegangen und hat 5286 € von 64 Unterstützer*innen eingesammelt. Damit wird sie die Honorare für ukrainische Orchester-Musiker*innen, Kosten für die Aufnahme, das Honorar für Tonmeister und Assistent, die Miete für Equipment und die Fahrtkosten in die Ukraine bezahlen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Tamara!

24.08.2023