Forschungsprojekt untersucht innovative Ansätze der gesundheitlichen Versorgung professioneller Musiker*innen
UNISONO kooperiert mit der Hochschule Osnabrück bei einem innovativen Projekt, das neue Ansätze der gesundheitlichen Versorgung professioneller Musiker*innen erforscht: PA.H|LIFETIME.ai. „Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Muskel- und Skeletterkrankungen bei Musikern frühzeitig erkannt und vermieden werden können“, sagt der beteiligte Osnabrücker Wissenschaftler Prof. Dr. med. Christoff Zalpour, der auch Präsident des neu gegründeten European Networks for Performing Arts Physiotherapy (ENPPA) ist. „Unser Ziel ist die Verbesserung der Gesundheit von darstellenden Künstlern. Dafür wollen wir eine weltweit neue Wissenschaftsdisziplin aufbauen: die Performing Arts Physiotherapy. Dadurch sollen Grundlagen für eine maßgeschneiderte und wissenschaftlich fundierte physiotherapeutische Versorgung geschaffen werden“, erläutert er. „Musikerinnen führen täglich über viele Stunden hochpräzise Bewegungen aus und sind dadurch erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt“, sagt die UNISONO-Geschäftsführerin Julia Hofmann. Das Forschungsprojekt leiste einen wichtigen Beitrag, Beschwerden frühzeitig zu erkennen und Musiker*innen langfristig gesund durch ihre berufliche Laufbahn zu begleiten.
Digitale Talkreihe zur Mittagszeit „TikTok-Talks: Bildung, Haltung & Plattformpolitik“ 18.11./4.12.
Wie funktioniert politische Bildung auf TikTok? Wie geht man mit Hate, Sichtbarkeit und algorithmischem Druck um? Welche Potenziale – und welche Grenzen – hat die Plattform für Akteur*innen, die Haltung zeigen? Bei der digitalen Talk-Reihe „TikTok-Talks: Bildung, Haltung und Plattformpolitik“ der Bildungsstätte Anne Frank wird ein Raum für Austausch, Reflexion und Praxis geöffnet. Mit Expert*innen, Creator*innen und einer interessierten Öffentlichkeit sprechen die Macher*innen über Plattformpolitik, Desinformation, Sichtbarkeit, Selbstschutz und Community-Arbeit. Der nächste Talk findet am 18.11. mit dem Titel „Plattformpolitik, Diskursdynamiken und Desinformation: TikTok als politischer Raum“ mit dem Medienforscher, Journalist und Berater Marcus Bösch statt, bei Talk #3 am 4.12. geht es um „Haltung zeigen auf TikTok: Zwischen Sichtbarkeit, Hate und Community-Arbeit“ mit den (freien) Creatorinnen Niyousha, Amira und Rosa Jellinek. Beide Termine finden digital via Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können sich per Mail mit dem Betreff „TikTok“ anmelden.
Die Talk-Reihe wird im Rahmen des Projektes „Akademie #DigitalDemocracy – Nachhaltige Präventionsstrategien für ein demokratisches Netz“ angeboten, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird.
Awarenesskonzept für Wiener Clubs wird ab 2026 Pflicht
Ab 2026 müssen Veranstalter*innen in Wiener Clubs und bei Konzerten ab 300 Besucher*innen ein Awarenesskonzept vorlegen, wenn bestimmte Rahmenbedingungen und ein Ende nach 21 Uhr gegeben sind. Das Konzept muss laut Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) zum Beispiel eine genau festgelegte Rettungskette enthalten. Außerdem sind je nach Publikumsgröße gestaffelt Awarenessbeauftragte zu bestellen. Die Veranstaltungsstätten müssen sicherer gemacht werden – etwa durch ausreichende Beleuchtung bei WC-Anlagen in Freibereichen oder von schwer einsehbaren Bereichen (zum Beispiel Gebüschgruppen).
Nach einer Umfrage 2023, der zufolge sich etwa 40 Prozent der Clubgäste gelegentlich unsicher fühlen, wurde die Workshopreihe „Safer Feiern“ der Vienna Club Commission aufgesetzt, mit der die Stadt Veranstaltende in Wien unterstützt. Diese umfasst sechs Module, in denen sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Umgang und der Prävention von Diskriminierungs- und Gewaltformen in Clubs und auf Veranstaltungen beschäftigen. Die Reihe wird nun verlängert und auch auf die neuen Vorgaben ausgerichtet.
Healing Culture Network hebt Rolle der Kultur bei Gesundheitsförderung hervor
Die von Culture Action Europe geleitete neue CultureAndHealth Platform ist eine auf vier Jahre angelegte transformative Initiative zur Unterstützung von mehr als 200 europäischen Nachwuchskünstler*innen, die an der Schnittstelle von Kultur, Gesundheit, Pflege, Bildung und sozialen Bereichen arbeiten. Durch die Bereitstellung von Stipendien, Mobilitäts- und Vernetzungsmöglichkeiten und die Sichtbarkeit ihrer Arbeit soll die Initiative die entscheidende Rolle der Kultur bei der Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und sozialer Innovation in ganz Europa hervorheben. Healing Culture beschreibt ein ganzes Ökosystem unterschiedlicher Herangehensweisen und Perspektiven, das einen großen Bogen von Projekten im Gesundheitswesen (Arts in Health), im Kulturbetrieb und Gemeinwesen (Culture for Health and Wellbeing, Social Prescribing), bis hin zur Forschung z.B. der Neurowissenschaften (Neuroarts) spannt. In Großbritannien, Skandinavien, Spanien, Nordamerika und Australien ist es längst als ergänzender Baustein in der Gesundheitsversorgung etabliert und Kulturinstitutionen werden als Orte des Wohlergehens, der Inspiration und Kontemplation angesehen – Resilienz und Prävention. In Deutschland führt Healing Culture zur Zeit noch ein Nischendasein. Es gibt zahlreiche Leuchtturmprojekte und engagierte Menschen, doch fehlt es ihnen an Sichtbarkeit, oftmals auch an Kontinuität und an professioneller Vernetzung untereinander sowie in die Öffentlichkeit. Hier will das Healing Culture Network ansetzen und diese Leerstelle mit Leben füllen. Die im Aufbau befindliche Plattform will gute Praxis samt Forschung sichtbar machen und Projektbeteiligte und Interessierte aus Fachöffentlichkeit und Zivilgesellschaft vernetzen. Der Verein nimmt Interessensbekundungen gern entgegen.
Aktionsfonds der Notfallallianz Kultur unterstützt Kulturinstitutionen
Ab sofort können sich Kultureinrichtungen um Mittel zur Notfallhilfe und -prävention aus dem Aktionsfonds der Notfallallianz Kultur bewerben. Unterstützt wird der Fonds von der Kulturstiftung der Länder, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen und dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz mit insgesamt 135.000 Euro. Ziel des Aktionsfonds ist es, insbesondere kleinere Kultureinrichtungen bei der Implementierung eines nachhaltigen Risiko- und Gefahrenmanagements zu unterstützen und so deren Resilienz nachhaltig zu stärken. Bewegliches und unbewegliches Kulturgut einer Gesellschaft ist grundsätzlich denselben Gefahren ausgesetzt, die auch andere gesellschaftliche Bereiche existentiell bedrohen. Dazu zählen bewaffnete Konflikte ebenso wie Extremwetterereignisse, Havarien, Schädlinge, Hochwasser, Brände oder Vandalismus.
Musikermedizin-Studie: Wie geht es dir?
Das Berliner Centrum für Musikermedizin (BCMM) führt aktuell eine Studie zur psychischen Gesundheit von Musiker*innen durch. Im Rahmen einer kurzen anonymen Online-Befragung sollen Unterstützungsmöglichkeiten und Faktoren in Zusammenhang mit psychischer Gesundheit erfasst werden. Alle professionellen Musiker*innen und Musikstudierenden sind eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Das Projekt wurde im Rahmen der Infrastrukturförderung der Initiative Musik gefördert. Hier geht es zur Studie.
Aktionsplan gegen sexuelle Belästigung in der Kultur- und Medienbranche
Die #metoo-Bewegung hat weltweit eine Debatte über Abhängigkeiten, Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe in der Kultur- und Medienbranche angestoßen. In diesem Zuge entstand 2018 die Vertrauensstelle Themis in Deutschland, die seither Menschen zur Seite steht, die im Kultur- und Medienbereich arbeiten und dort Erfahrungen mit sexueller Belästigung machen. Insgesamt 845 Fälle sexueller Belästigung wurden dem Verein bislang gemeldet, über 2.000 Beratungsgespräche haben die Mitarbeiter*innen geführt – Tendenz steigend. Anlässlich ihres 5-jährigen Bestehens hat Kulturstaatsministerin Roth im Kanzleramt jetzt einen Aktionsplan gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in Kultur und Medien vorgestellt. Oft seien es die Rahmenbedingungen, die die Kultur- und Medienbranchen für Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe anfällig machten, sagte Roth. Der Aktionsplan umfasst drei Komponenten: Zum einen soll ein breites Bündnis aus Verbänden und Organisationen einen Verhaltenskodex für die Kultur- und Medienbranchen erarbeiten, der möglichst konkrete Handlungsempfehlungen enthält und die Konsequenzen bei Verstößen festlegt. Als zweite Maßnahme sollen die Präventionsangebote der Themis erweitert werden, die sich speziell an Führungskräfte sowie Arbeitgeber*innen richten. Schließlich soll die Themis mit Unterstützung des Bundes ein Online-Tool entwickeln, das niedrigschwellig bei der Organisationsentwicklung hilft. Auch kleine Kultur- und Medienbetriebe sollen so dabei unterstützt werden, diskriminierungsfreie Arbeitsstrukturen zu schaffen.
Podiumsdiskussion – Prävention gegen sexualisierte Gewalt in Clubs und an Festivals
Was brauchen wir, um sexualisierte Gewalt in Clubs und an Festivals zu bekämpfen? In einer Podiumsdiskussion, die von Helvetiarockt zusammen mit We Can Dance It organisiert wird, diskutieren wir, welche (nationalen) Massnahmen ergriffen werden sollten, um Clubs und Festivals bei der Prävention gegen sexualisierte Gewalt zu unterstützen. Die Podiumsdiskussion findet am 16.09.2022 in Lausanne im Rahmen des Label Suisse Festival statt.
#artistathome: Diana Ezerex mit Albumvorbote „What Goes Around“
Popmusik & Gesellschaftskritik miteinander zu verbinden, ist schon lange eine Herzensangelegenheit der Singer-/Songwriterin und Pädagogin Diana Ezerex. Seit drei Jahren spielt sie ehrenamtlich Konzerte in Gefängnissen im deutschsprachigen Raum. Wie sie ihre Erlebnisse verarbeitet hat, ist in Kürze auf ihrer CD „My Past’s Gravity“ (VÖ: 25.06.) zu hören. Ergänzend zum Album arbeitet Ezerex an einem Buch, in denen sie ihre Lyrics mit Hintergrundgeschichten und Inspirationsquellen beleuchtet, aber auch autobiografische Kurzgeschichten & lyrische Beiträge und Illustrationen von Gefängnisinsass*innen präsentiert. Damit nicht genug: in kreativen Workshops möchte sie Jugendlichen die Möglichkeit geben, Musikvideos, ein Theaterstück, Kurzfilme und eigene Versionen der Songs des Albums zu kreieren und sich mit Gewalt- und Suchtprävention auseinanderzusetzen. Nach der Single „Memory Lane“ kam nun ein weiterer Vorbote raus: „What Goes Around“.
Bühnenverein verabschiedet Verhaltenskodex zur Prävention von sexueller Belästigung
Der Bühnenverein hat auf seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung in Lübeck einen „Wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch“ verabschiedet, den die Mitgliedstheater und -orchester in ihren Häusern kommunizieren und individuell weiterentwickeln werden. „Dies ist kein Katalog, der menschliches Verhalten bis in den letzten Winkel hinein diktiert und ausleuchtet. Aber er soll die Theater und Orchester bestärken, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder auszuhandeln, wie man miteinander umgeht und arbeitet“, sagte Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon in Lübeck. Der Verhaltenskodex steht auf der Website des Bühnenvereins als Download zur Verfügung.
Auch Schleswig-Holsteins Kunstministerin Karin Prien steht hinter der Initiative des Bühnenvereins: „Das ist ein wichtiges Signal“, so Ministerin Prien. „Ebenso richtig ist es, mit einer Beratungsstelle auch ein konkretes Angebot zu schaffen.“ Letzte Woche wurde ein Trägerverein gegründet, der die THEMIS-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der nächsten Zeit in Berlin einrichten wird. Als weiteren wesentlichen Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit beschloss der Bühnenverein, eine paritätische Besetzung aller Gruppenvorstände und Gremienpositionen in absehbarer Zeit umzusetzen. Die Modernisierung des Verbands und seiner Strukturen wird weiter vorangetrieben. Der Bühnenverein wird seine Fortbildungsaktivitäten in den Bereichen Kommunikation, Konfliktmanagement und Führung sowie Allgemeines Gleichstellungsgesetz (AGG) verstärken. Die im Bühnenverein organisierten Kulturpolitiker*innen aus Ländern und Kommunen wollen sich in Zukunft noch stärker vernetzen.
15. Symposium der DGfMM: „Die vielen Gesichter der Musikermedizin“
Die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin e.V. (DGfMM) veranstaltet vom 07.-08.10.2016 ein interessantes Symposium zum Thema „Die vielen Gesichter der MUSIKERMEDIZIN“ in Berlin, bei dem die Physiologie erfolgreichen Übens, die Prävention von Musikerkrankheiten und häufige Musikerkrankheiten aus interdisziplinärer Sicht im Mittelpunkt stehen, auch Workshops werden angeboten. Hier geht es zum vollständigen Programm: http://www.dgfmm.org/fileadmin/user_upload/_imported/fileadmin/downloads/Veranstaltungen/programm-vorlaeufig-symposium-2016.pdf
Infos: http://www.dgfmm.org/

