Musikfestivals in Deutschland werden in bundesweiter Studie untersucht

Eine bundesweite und genreübergreifende Bestandsaufnahme der Musikfestivals in Deutschland ist eines der zentralen Ziele einer neuen Studie, die die Bundesstiftung LiveKultur und die Initiative Musik unter fachlicher Einbeziehung des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) initiiert haben. Die erstmalige Vollerhebung zu Musikfestivals will statistische und inhaltliche Wissenslücken schließen, Förderbedarfe ermitteln sowie Handlungsempfehlungen präsentieren. Dabei soll die deutsche Musikfestivallandschaft in ihrer Gesamtheit untersucht werden – vom sogenannten Taste-Maker bzw. Boutique-Festival über Musikwochen und traditionsreiche Festspiele bis zum Mega-Spektakel mit internationaler Strahlkraft. Im Fokus der Festivalstudie stehen neben künstlerischer Programmatik und Arbeitsweisen wirtschaftliche Kennzahlen, Beschäftigungssituationen, soziale, kulturelle und räumliche Aspekte sowie die Themen Nachhaltigkeit, Diversität und Awareness. Auf der Grundlage einer genreunabhängigen Definition von Musikfestivals entsteht somit eine essenzielle Datengrundlage für Politik, Wirtschaft, Kulturschaffende und Wissenschaft. Im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen soll die Studie auch dazu beitragen, unsere Musikfestivals künftig gezielter unterstützen und erhalten zu können. Durchgeführt werden soll die Studie in zwei Befragungswellen ab Frühjahr 2023. Die Veröffentlichung der Studie ist für das Frühjahr 2024 geplant. Ein erster Zwischenbericht soll bereits im Spätsommer 2023 erscheinen. Finanziert wird die Studie durch eine Sonderförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

13.12.2022

Musikinformationszentrum gibt Überblick über Klimaschutzmaßnahmen im Musikleben

Bis zum Jahr 2045 möchte Deutschland die Treibhausgasneutralität erreichen. Was tun Clubs und Musikfestivals, Orchester und Opernhäuser, Veranstalter*innen und Musikverbände, um diese Zielsetzung zu unterstützen? Das erfahrt ihr im neuen Online-Fokus des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) – entstanden in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe). Unter dem Titel „Zukunftsmusik Klimaschutz“ stellt das miz klima- und kulturpolitische Hintergründe vor und benennt aktuelle Handlungsfelder. Darüber hinaus geben Kurzporträts Einblick in laufende Aktivitäten beispielhafter Initiativen und Projekte im Musikleben.

12.12.2022

MIZ-Wissensportal präsentiert neue Musikschulstudie „Wege zur Musik“

Bundesweit bieten öffentliche und private Musikschulen ein wohnortnahes Angebot. Wie weit sind die Wege zwischen ihren Unterrichtsstätten und wie hoch ist der Musikschüler*innen-Anteil an der Bevölkerung? Das zeigt die neue Musikschul-Studie, die das Musikinformationszentrum (MIZ) kürzlich veröffentlicht hat. Sie zeigt, dass die Zahl der öffentlichen Musikschüler*innen von Jahr zu Jahr steigt und 2019 bei 1,5 Millionen lag. Fünf von sechs Musikschüler*innen sind Kinder und Jugendliche, wobei Kinder im Alter von 6-9 Jahren mit 32,5 % die größte Gruppe stellen (0-6 Jahre: 17 %, 10-14‑Jahre: 25 %, 15-18 Jahre: 9%). Deutliche Zuwächse erfuhren Angebote wie das Instrumentenkarussell, Klassenmusizieren mit Instrumental- oder Chorklassen sowie Bandklassen, die zuletzt rund 250.000 Kinder und Jugendliche erreichten – fast 75.000 mehr als noch 2014.

Die Freien Musikschulen zählten 2016 rund 127.000 Schüler*innen, weitere 31.000 Schüler*innen wurden durch Kooperationen erreicht. Hier wurde auch nach Geschlecht unterschieden: der Anteil der Mädchen und Frauen (nach „divers“/non-binary wird nicht unterschieden) ist insgesamt erfreulich hoch. Bei den Schülerinnen unter 26 Jahren liegt er bei 51,9%, bei den 26-65-Jährigen bei 57,4% und bei den über 65-Jährigen bei 55%. Zupf- und Tasteninstrumente sind dabei die häufigsten Instrumente.

Eine ausgeklügelte Infografik zeigt außerdem, wie sich die Musikschüler*innen auf die 16 Bundesländer verteilen und welche Infrastruktur vorliegt: Wie weit liegen die Unterrichtsstätten auseinander? Wie unterscheidet sich die Musikschullandschaft in Regionen mit dichter, mittlerer und niedriger Bevölkerungsdichte? Baden-Württemberg ist klarer Spitzenreiter, es hat nicht nur die höchsten Schüler*innenzahlen, sondern auch die meisten Unterrichtsstätten und somit auch die kürzesten Wege zur Musikschule.

Die Studie steht als pdf zum Download bereit; ein Blick lohnt sich auch auf das neu gestaltete Informationsportal MIZ.

05.04.2022

Podcasttipp zur Gleichstellung in Orchestern @ Dlf

Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz (Foto: Nikolaij Lund)

Ein Radiobeitrag im Deutschlandfunk bezieht sich auf die im Frühjahr veröffentlichte Studie des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) über die Geschlechterverteilung in 129 öffentlich finanzierten Berufsorchestern. Der Beitrag „Musikwelt und Gleichstellung – Frauen haben oft das Nachsehen“ beleuchtet die systematische Benachteiligung von Frauen in den öffentlich finanzierten Orchesterbetrieben, vor allem in höheren Positionen. Siegfried Ressel spricht u.a. mit Juliane Färber, festes Mitglied des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, die sich für eine Quote in Orchestern ausspricht. Zu hören ist auch Anke Steinbeck, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Musikrat, die 2010 eine Dissertation über Dirigentinnen geschrieben hat und den Mythos „Maestro“ unter die Lupe nimmt. Sie stellt fest, dass sich in den letzten 11 Jahren wenig verändert hat und Frauen gern als „bunte Hunde“ und aus Gründen der political correctness eingeladen werden, damit aber eine Art zweite Liga kreiert wird. Renate Matthei versucht seit 35 Jahren, mit ihrem Furore Musikverlag Komponistinnen aus dem Schatten ins Licht zu holen; Komponistinnen, die zu ihrer Zeit sogar viel gespielt wurden, aber dann in der Versenkung verschwunden sind. Sie fordert, dass wenigstens bei den öffentlichen, also von uns Steuerzahler*innen finanzierten Festakten zu 50 Prozent Werke von Frauen gespielt werden. Zum häufig angeführten Grund, man achte bei einem Festakt auf „Qualität“, sagt sie: „Wie wird Qualität bemessen? (…) jemand, der sagen kann, ich habe schon Aufführungen hier und da gehabt, steht natürlich ganz anders da, als wenn sie sagt: Nein, ich habe mich da und da beworben. Und ist immer abgelehnt worden. Und an den Verhältnissen muss man eben etwas ändern“. Manos Tsangeris von der Akademie der Künste und der Dramaturg des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Berlin Steffen Georgi merken an, dass neue Musik von zeitgenössischen Komponist*innen generell einen schweren Stand hätte.

22.06.2021

„Amateurmusizieren in Deutschland“ – Studie des Deutschen Musikinformationszentrums

„Amateurmusizieren in Deutschland“ ist der Titel einer neuen Studie des Deutschen Musikinformationszentrums (miz). Grundlage ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung, die als erste ihrer Art einen differenzierten Überblick über Altersgruppen, schichtspezifische oder regionale Unterschiede im Amateurmusizieren bietet, und über die Wege, wie Musizierende in engeren Kontakt mit der Musik kommen. Die Zahlen zeigen, dass knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren in Deutschland ein Instrument spielt oder gemeinschaftlich singt, während es bei den über 30-Jährigen nur noch etwa 13 Prozent sind. Insgesamt musizieren 14,3 Millionen Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit. Mit durchschnittlich 11 Jahren liegt das Einstiegsalter für das Musikmachen niedrig. Aktiv sind die Amateurmusikerinnen und -musiker in verschiedensten Kontexten: Acht von zehn spielen zu Hause bzw. im privaten Umfeld; ein Viertel musiziert in einem Chor, knapp ein Fünftel in der Kirche; ebenso sind die Menschen in Bands, Blaskapellen und Spielmannszügen, Orchestern und Ensembles, bei Freizeiten oder Brauchtumsveranstaltungen engagiert. Aus den Ergebnissen geht unter anderem hervor, dass bei Kindern und Jugendlichen beim Instrumentalspiel die Geschlechterverteilung paritätisch ist, jedoch singen mehr Mädchen als Jungen. Bei den Erwachsenen hingegen ist der Anteil der Männer, die ein Intrument spielen, deutlich höher, während anteilig noch mehr Frauen singen. Die große Mehrheit macht regelmäßig Musik, mindestens einmal pro Woche. Daran hat auch die Corona-Pandemie nur zum Teil etwas geändert: Lediglich ein Viertel der musizierenden Kinder und Jugendlichen (25 %) sowie rund ein Drittel der Amateurmusiker*innen ab 16 Jahre (34 %) schätzt, dass das Musikmachen seit Corona seltener geworden ist. Unter den Singenden fällt die Bilanz deutlicher aus: Hier geht etwa die Hälfte der Amateurmusizierenden (48 %) davon aus, dass sie selbst oder ihre Kinder dadurch seltener musizieren.

25.03.2021

miz-Erhebung: Spitzenorchester haben beim Frauenanteil Nachholbedarf

In den 129 öffentlich finanzierten Orchestern in Deutschland sind durchschnittlich vier von zehn Pulten mit einer Frau besetzt, in den Stimmführungs- und Solopositionen hoch dotierter Orchester nur halb so viele. Dies zeigt die Erhebung „Am Pult der Zeit!?“, die das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) erstmals durchgeführt hat, um den Frauenanteil in deutschen Berufsorchestern festzustellen. Im Jahr waren von den in Teil- oder Vollzeit beschäftigten 9.884 Orchestermitgliedern in Deutschland durchschnittlich 39,6% weiblich. Mit steigendem Renommée des Orchesters und höherer Stimmposition sinkt diese Zahl aber, in Spitzenorchestern ist der Anteil an Frauen in höheren Dienststellungen mit 21,9% besonders niedrig. Die höchsten Frauenanteile gibt es bei den Harfen (93,7%), den Flöten (65,4%), der 2. (62,6%) und der 1. Violine (59,1%). Die höchsten Männeranteile finden sich bei der Tuba, der Posaune, der Pauke/Schlagwerk und der Trompete (94-98%). In niedrigeren Dienststellungen sind Frauen fast gleichauf mit ihren männlichen Kollegen, in höheren Positionen wie Konzertmeister-, Stimmführer- und Solopositionen sind Frauen mit 28,4% unterrepräsentiert.

Das gleichzeitig zur Erhebung veröffentlichte Poster zeigt eine detailreiche Infografik zur „Geschlechterverteilung in Berufsorchestern“ (kostenlos gegen eine Versand- und Servicepauschale erhältlich). Außerdem stellt das miz unter diesem Link ausführliche Infos zur Erhebung, Wortbeiträge und ein interessantes Interview mit Orchestermusikerinnen an überwiegend von Männern gespielten Instrumenten zur Verfügung.

09.03.2021

Mehr Platz für Musik – Neue Regelungen aus den Bundesländern

Manch eine Musiker*in darf sich doch endlich wieder aus ihrem Mauseloch wagen: in einigen Bundesländern geht es weiter in Richtung Lockerungen der Corona-Bestimmungen.

Rheinland-Pfalz erlaubt Proben von Chören und Blasorchestern im Freien seit 10. Juni unter strengen Hygiene- und Abstandsregelungen. Der Landesmusikrat Berlin fordert ebenfalls eine Erlaubnis des Musizierens im Freien: anders als für Sportgruppen ist dies für Musiker*innen dort noch nicht erlaubt. Allerdings will das Land professionellen Musikern im Sommer die Open-Air-Saison ermöglichen. Auch in Bayern ist seit dem 8. Juni ist ein eingeschränkter Probenbetrieb für Instrumentalgruppen im Laienbereich wieder möglich. Diese können nun unter Beachtung strenger Schutz- und Hygienemaßgaben in Gruppen von bis zu zehn Personen erfolgen. Grundsätzlich muss zum Beispiel ein Abstand von zwei Metern zwischen den Musikern eingehalten werden, bei Blasinstrumenten drei Meter. Der Bayrische Chorverband protestiert dagegen, dass Chöre von dieser Regelung ausgenommen bleiben und verweist auf mehrere Studien, die ergaben, dass Singen keine signifikant größeren Luftbewegungen verursacht als normales Sprechen.

10.06.2020

Neue Zahlen, altes Problem – MIZ veröffentlicht Statistik zum Einkommen von Musiker*innen

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) hat eine neue Statistik veröffentlicht, nach der Versicherte in der Künstlersozialkasse (KSK) im Jahr 2019 durchschnittlich knapp 14.500 Euro verdienen werden. Klare Einkommensunterschiede zeigen sich jedoch nicht nur zwischen den Arbeitsfeldern: Das MIZ hat die Daten erstmals geschlechterspezifisch aufbereitet und macht wieder einmal sichtbar, dass das prognostizierte Einkommen der freiberuflichen Frauen in allen von der KSK aufgeführten Tätigkeitsbereichen teilweise deutlich unterhalb des Einkommens der Männer liegt. Dies gilt auch für die Arbeitsbereiche, in denen Frauen die Mehrheit der Versicherten darstellen. Interessant ist dabei auch die Aufstellung darüber, wie viele Männer und Frauen für die verschiedenen Berufgruppen registriert sind. So liegt der Frauenanteil bei den freiberuflichen Musiker*innen im Bereich Klassik sogar leicht über 50% (1957 Frauen/1848 Männer), bei der U- Musik jedoch weit darunter (Jazz: 372 Frauen/2880 Männer, Pop-, Rock-, Jazz-, Unterhaltungsmusik: 800 Frauen/5480 Männer). Dabei verdienen Frauen in allen genannten Kategorien zwischen 3000-4000€ weniger als ihre männlichen Kollegen. Unter den Sänger*innen der Populärmusik, wo der Frauenanteil etwas mehr als 50% beträgt, ist der Unterschied in der Bezahlung deutlich höher: männliche Sänger verdienen mit 20.086 € deutlich über dem Durchschnitt, währen Frauen sich mit 13.048 € begnügen müssen.

Besonders klein ist der Frauenanteil unter den Komponist*innen – 412 Komponistinnen stehen 3359 Komponisten gegenüber. Einen besonders großen Pay-Gap haben die Librettist*innen und Textdichter*innen zu verzeichnen: Männer verdienen hier mit durchschnittlich 48.936€ mehr als dreimal so viel wie ihre Kolleginnen (12.335€). Die vollständige Statistik ist hier nachzulesen.

Das MIZ und der Dachverband Deutscher Musikrat stellen fest, dass 14.500 Euro Jahreseinkommen deutlich unter dem gesetzlich geregelten Mindestlohn liegen und für eine hochqualifizierte künstlerisch-pädagogische Arbeit absolut nicht angemessen sind. Darum fordert der Verband Gegenmaßnahmen von der Bundespolitik. Dem können wir uns nur anschließen.

09.09.2019

MIZ veröffentlicht Kompendium „Musikleben in Deutschland“

Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums legt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, ein neues Kompendium „Musikleben in Deutschland“ vor, das auf 620 Seiten Hintergrundwissen und Daten zur Musikkultur in Deutschland bündelt. In 22 Beiträgen beschreiben Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Kulturpolitik und Musikpraxis kenntnisreich gegenwärtige Strukturen und jüngste Entwicklungen des Musiklebens. Wie viele Menschen musizieren in Deutschland? Was sind die beliebtesten Musikrichtungen, und welche Trends zeichnen sich für die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen ab? Welchen Stellenwert hat der Musikunterricht an allgemein bildenden Schulen? Wie oft besuchen Menschen Musikveranstaltungen, und wie viel Geld geben sie dafür aus? Diese und andere Fragen werden umfassend untersucht.

Mehr als 50 Statistiken und topografische Darstellungen sowie zahlreiche QR-Codes mit Verlinkungen auf weiterführende Quellen geben Einblick in die vielfältige Themenbereiche. Über 160 Institutionen haben für das Projekt Material zur Verfügung gestellt.

„Musikleben in Deutschland“ wurde auf der Grundlage von Daten und Fakten erstellt, die der Deutsche Musikrat seit zwei Jahrzehnten sorgfältig recherchiert und aufbereitet. Das Werk soll auch eine fundierte Grundlage für den kulturpolitischen Diskurs in Deutschland bereitstellen, in dem es darum geht, die Herausforderungen für die Zukunft zu benennen und neue musikpolitische Akzente zu setzen. So zeigt die Bestandsaufnahme auch, dass trotz der beeindruckenden Dichte und Vielfalt des Musiklebens, für die Deutschland international hohe Anerkennung erfährt, auch deutliche Erosionserscheinungen zu beobachten sind, etwa durch die zunehmend ungesicherte Kontinuität musikalischer Grundbildung an allgemein bildenden Schulen oder die prekäre finanzielle Situation, in der viele freischaffende Musikerinnen und Musiker derzeit arbeiten, so das MIZ.

„Musikleben in Deutschland“ bietet reichen Lesestoff und detailliertes Hintergrundwissen für ein breites Publikum: Fachleute aus Wissenschaft, Kulturpolitik und Medien, Musikprofis und -amateure sowie die am Musikleben interessierte Öffentlichkeit.

Die Publikation ist gegen eine Versand- und Servicepauschale in Höhe von 10,00 Euro (Inland) bzw. 14,50 Euro (EU-Ausland) und 20,00 Euro (außerhalb der EU) online zu bestellen unter www.miz.org. Im Herbst 2019 erscheint der Band auch in englischer Übersetzung.

Gefördert wurde „Musikleben in Deutschland“ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Quelle: http://www.miz.org

Interview über die Hintergründe auf der Leipziger Buchmesse: Messetalks 2019: Buchvorstellung „Musikleben in Deutschland“

03.04.2019

MIZ sucht Wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w)

Die Projektgesellschaft des Deutschen Musikrats mbH wirkt als gestaltende Kraft durch effiziente und nachhaltige Maßnahmen auf die Weiterentwicklung des Musiklebens ein und prägt die deutsche Musiklandschaft durch innovative Programme. Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung der DMR gGmbH, sucht zum 1. August 2017 oder später in Vollzeit eine/en Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die Stelle ist vorläufig auf 2 Jahre befristet. Bei Bewährung ist im Anschluss daran die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis vorgesehen. Bei Erfüllung der Voraussetzungen erfolgt die Vergütung in Anlehnung an die Entgeltgruppe 12 TVöD. Dienstort ist Bonn.

Ihre Aufgaben: Konzipierung und Redaktion von wissenschaftlichen Fachbeiträgen für die Online-und Printpublikationen des MIZ / Redaktion des musikstatistischen Informationsangebots des MIZ / Erarbeitung und Veröffentlichung regelmäßiger Informationsangebote zu ausgewählten Themen des Musiklebens / Planung und Erstellung topographischer Darstellungen zum Musikleben / Redaktion und Weiterentwicklung der Informationsplattform www.miz.org / Organisation und Leitung des Anfragen- und Beratungsservice des MIZ / Mitarbeit an der Konzeption und Realisierung von Sonderprojekten / Öffentlichkeitsarbeit

Erwartet werden ein abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium, vorzugsweise der Musikwissenschaft, mit überdurchschnittlich gutem Examen oder vergleichbare Qualifikation mit mehrjähriger Berufserfahrung, fundierte Kenntnisse des Musiklebens und seiner Teilbereiche, ausgezeichnete Sprachkenntnisse und Stilsicherheit in Deutsch und Englisch, Praxiserfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, umfassende Kenntnisse der Funktionsweise von Desktop-Publishing-Programmen (z.B. InDesign, Photoshop), Excel und Content Management Systemen, Motivation, hohe Belastbarkeit, Kreativität bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Projektideen, Organisationstalent, Teamfähigkeit sowie Kommunikationstalent.

Schwerbehinderte Mitarbeiter werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX berücksichtigt. Bei Interesse senden Sie bitte Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 18. Mai 2017 an: Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH, Personalwesen, Weberstraße 59, 53113 Bonn oder per Mail an ed.ta1675043505rkisu1675043505m@tar1675043505tsiem1675043505luhcs1675043505.

Infos & Kontakt: Stephan Schulmeistrat, Tel: 0228-2091-180, http://www.miz.org

24.04.2017

MIZ veröffentlicht neue Daten zu Anteil weiblicher Studierender für Musikberufe

Die Nachfrage nach einem Musikstudium in Deutschland ist erneut gestiegen und der Anteil der weiblichen Studierenden hat sich in vielen Studiengängen erhöht. Das stellt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in seinen neusten Statistiken fest.
Rund 33.500 Studentinnen und Studenten waren im Wintersemester 2015/16 in einem künstlerischen, künstlerisch-pädagogischen oder musikwissenschaftlichen Studiengang an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben, über die Hälfte davon an einer der 24 staatlichen Musikhochschulen. Insgesamt hat sich die Anzahl der Studierenden damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Prozent weiter erhöht. Ausschlaggebend für den Anstieg ist vor allem ein Zuwachs bei den Studiengängen im Bereich Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen, deren Belegungszahlen um über 11 Prozent auf rund 4.300 Studierende gestiegen sind. Mit rund 9.000 Studierenden führen die Fächer Instrumental- und Orchestermusik die Beliebtheitsskala weiterhin mit Abstand an, gefolgt von Lehramtsstudiengängen für Musik an allgemein bildenden Schulen und der Musikwissenschaft.

Deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Studiengänge konnten bei den Anteilen weiblicher Studierender festgestellt werden, deren Entwicklung das MIZ erstmalig in Zeitreihen untersucht hat. Demnach wurden sechs der insgesamt elf ausgewerteten Musikstudiengänge zu teilweise weit über 50 Prozent von weiblichen Studierenden belegt. Insgesamt lag hier ihr Anteil bei 54 Prozent und damit um sechs Prozentpunkte höher als im Durchschnitt aller Studienrichtungen zusammen. In einigen Fächern – Dirigieren, Komposition, Kirchenmusik sowie Jazz und Popularmusik – sind sie jedoch nach wie vor unterrepräsentiert, auch wenn in den letzten Jahren auch hier steigende Tendenzen zu beobachten seien. So verzeichneten vor allem die Studiengänge Dirigieren, Komposition sowie Jazz und Popularmusik deutliche Zuwächse (allerdings wird hier nicht nach Instrumenten/Gesang differenziert). Im Studiengang Tonmeister hat sich der Frauenanteil nach einem zwischenzeitlichen Anstieg erkennbar nach unten entwickelt.

Einen kontinuierlichen Aufwärtstrend erlebte hingegen der Frauenanteil am Lehrpersonal der Musikstudiengänge. Lag dieser im Jahr 2000 insgesamt noch bei rund 33 Prozent, so sind aktuell über 37 Prozent der Dozenten an den Ausbildungsinstitutionen weiblich. In den Musikstudiengängen an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen lag der Frauenanteil nach einigen Schwankungen zuletzt mit knapp 47 Prozent sogar deutlich höher. Hier wäre eine Differenzierung nach Positionen hilfreich, z.B. im Zusammenhang mit der nächsten Aussage:
Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um die Vergütung von Lehrbeauftragten hat das MIZ neben genderspezifischen Entwicklungen erstmals auch das Verhältnis zwischen haupt- und nebenberuflichem Hochschulpersonal beleuchtet. Demnach werden an Hochschulen immer mehr Lehrbeautragte, Honorarprofessoren und Privatdozenten beschäftigt. Ihre Zahl ist seit der Jahrtausendwende von rund 5.000 kontinuierlich auf zuletzt über 6.500 Personen gestiegen. Verglichen mit dem hauptangestellten Personal liegt ihr Anteil aktuell bei 66 Prozent. Sie stellen damit den personenmäßig größten Teil der Lehrenden an deutschen Hochschulen. Aktuellen Umfrageergebnissen zufolge erteilen sie zwischen 40 und 60 Prozent des Unterrichts.

Hier geht es zu den Statistiken: http://miz.org/suche_1502.html#5

14.02.2017

MIZ baut neues Informationsangebot zum Thema „Musik und Integration“ auf

Im Rahmen eines Sonderprojektes plant das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) den Aufbau eines neuen Informationsportals zum Thema „Musik und Integration“ (Arbeitstitel). Das neue Angebot, das durch finanzielle Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ermöglicht wird, soll insbesondere den Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren und Veranstaltern musikbezogener Integrationsprojekte intensivieren und damit die Vielfalt und Qualität der angebotenen Maßnahmen nachhaltig stärken. Das MIZ baut dabei auf seinen Erfahrungen mit der im Oktober 2015 bereitgestellten Plattform „Musik macht Heimat“ auf, die als spontane Reaktion auf die vielfältigen und aus dem Stegreif organisierten Hilfsprojekte für Geflüchtete das große Engagement des Musikbereichs sichtbar machte. So sollen als Grundlage für das neue Projekt umfassende Informationen über die gesamte Bandbreite an Initiativen, Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema „Musik und Integration“ zusammengetragen und vorgestellt werden. In einem Mitgliederbereich erhalten Akteure und Interessierte der Szene ein Forum, um sich untereinander zu vernetzen, auszutauschen und Erfahrungen zu teilen. Mit dem neuen Angebot nimmt das MIZ die gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart auf, in der bereits ein Wandel von Projekten und Initiativen der „Willkommenskultur“ hin zu nachhaltigen und langfristig angelegten Integrationsangeboten zu beobachten ist. Die neue Informationsplattform soll im Laufe des nächsten Jahres online gehen.

31.10.2016