#MelodivaSpotlight: Karoline Höfler mit neuem Duo „Roof Songs“
„Roof Songs“ heißt ein neugegründetes Projekt in der ungewöhnlichen Besetzung Vibraphon und Kontrabass, das während der Corona Pandemie entstand. Konzerttätigkeiten und reguläre Bandarbeit waren fast unmöglich geworden, so erwuchs aus den spontanen Improvisationen des Tübinger Vibraphonisten Dizzy Krisch auf seinem Hausdach das Projekt „roof songs“. Dafür konnte er die Stuttgarter Kontrabassistin Karoline Höfler gewinnen, mit der er bereits seit ca. 25 Jahren in unterschiedlichen Formationen zusammenarbeitet. Die Musik spiegelt die Intimität des Rückzugs auf sich selbst wieder und folgt der Idee, das Gefühl des Eingesperrtseins im privaten Raum während dieser schwierigen Zeit zu überwinden, um ein Gefühl von Freiheit statt der Enge des Raumes zu vermitteln. Im Sommer 2020 folgten erste Duo-Aufnahmen für die SWR Produktion „#Zusammenspielen“ . Ende August 2021 fand dann das erste Livestreaming-Konzert bei „live at mochers Vol 48“ statt.
Corona-Sonderregelung bei der KSK gilt seit 23.07.2021
Vielen Kulturschaffenden sind in der Corona-Pandemie die Einnahmen aus ihrem künstlerischen Schaffen weggebrochen. Das Bundeskabinett hat daher im Mai einen Gesetzesvorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gebilligt, wonach sie bis Ende 2021 monatlich bis zu 1300 Euro zusätzlich durch nicht-künstlerische selbstständige Tätigkeiten hinzuverdienen dürfen. Die Regelung gilt seit dem 23. Juli und stellt sicher, dass ein bestehender Versicherungsschutz in der Künstlersozialversicherung nicht infolge der Covid-19-Pandemie verloren geht.
Corona-Verordnungen: Schwierige Lage für die Clubs
Seit einigen Tagen dürfen in vielen Regionen die Clubs wieder unter strengen Auflagen öffnen: alle Gäste müssen Maske tragen, es müssen fünf Quadratmeter Platz pro Gast zur Verfügung stehen, und es wird von Ungeimpften und Nicht-Genesenen ein negativer PCR-Test verlangt. Das erscheint vielen nicht praktikabel: „Bei 300 Quadratmeter Veranstaltungsfläche können wir mit bis zu 600 Gästen rechnen. Wie soll denn der Betrieb mit nur 60 Personen laufen, die dann auch noch mit Maske tanzen müssen? Die Politik muss dringend mit uns sprechen, damit wir diesen Unsinn klären können“, fordert Matthias Morgenstern, Betreiber des Tanzhaus West in Frankfurt und Vorsitzender von Clubs am Main, die die Interessen von etwa 30 Clubs in Frankfurt und Umgebung vertritt. Diese bezeichnet die Öffnungsstrategie der hessischen Landesregierung als „Etikettenschwindel“, Veranstaltungen in Clubs seien politisch nicht gewollt. Die aktuelle Verordnung lasse außer Acht, dass es mittlerweile viele Geimpfte und Genese gäbe; es gäbe für Genehmigungsbehörden und Clubbetreiber*innen keinerlei Handlungsspielraum, z.B. Veranstaltungen mit Konzepten für Geimpfte und Genese durchzuführen.
Dass die Vorsicht der Politik durchaus berechtigt ist, zeigt ein Coronaausbruch in Hannover, der Mitte Juli für Schlagzeilen sorgte. Die Inzidenz in der Region war unter 10 gefallen, woraufhin die Maskenpflicht aufgehoben wurde und Clubs ihre Räumlichkeiten wieder bis zu 100% auslasten durften. Das Ergebnis eines rauschenden Partywochenendes mit völlig überfüllten Clubs: 140 Menschen Corona-Neuinfektionen, ingesamt 3000 Menschen mussten in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelte 10 Lokalitäten als Ausbreitungsorte, vier Testzentren wurde die Genehmigung entzogen, weil nicht seriös gearbeitet wurde.
Der Dehoga Baden-Württemberg arbeitet zur Zeit gemeinsam mit Vertreter*innen der Club- und Diskothekenbetreiber*innen in enger Abstimmung mit dem Sozialministerium „mit Hochdruck“ an der Ausarbeitung eines Muster-Hygienekonzepts. Ein erster Entwurf soll am Freitag im Laufe des Tages an das Sozialministerium übermittelt werden (Foto: pexels/Edoardo Tommasini).
Online-Galerie der Jazz Coalition zeigt Arbeiten von US-Jazzmusiker*innen
Die US-amerikanische, von Terri Lyne Carrington, Dee Dee Bridgewater, Nicole Mitchell u.a. ins Leben gerufene Jazz Coalition hat 104 Jazzmusiker*innen während der Coronapandemie mit jeweils 1.000 Dollar finanziell unterstützt. Die in dieser Zeit entstandenen Werke werden nun als Audio-Files oder Videos in einer Online-Galerie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Was als fokussierte Mission begonnen hat, hat sich in eine emotionale Reise verwandelt“, sagt Danny Melnick, einer der Vorsitzenden. Unter den Künstler*innen, von denen Beiträge zu sehen oder zu hören sind, befinden sich Carla Bley, Linda May Han Oh, Jazzmeia Horn, Allison Miller, Amirtha Kidambi, Alexa Tarantino, Ava Mendoza, Brandee Younger, Cyrille Aimée, Christine Jensen, Jaimie Branch (Foto), u.v.m.
Pilotprojekt Clubculture Reboot macht Hoffnung auf baldige Clubbesuche
Für das Pilotprojekt “Clubculture Reboot” ziehen die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Clubcommission Berlin ein positives Zwischenfazit. Mit 2.110 Testpersonen wurden am 6.-8. August Indoor-Clubnächte in sechs verschiedenen Clubs auf Basis von PCR-Tests durchgeführt. Die Pilotveranstaltung zeigte auf, dass Clubnächte auch unter pandemischen Bedingungen sicher durchgeführt werden können. Ausgangspunkt für das Pilotprojekt war, dass Öffnungsschritte für Clubs nicht nachhaltig sein können, solange etwaige Öffnungsschritte ausschließlich an die Inzidenz gebunden sind. Die mangelnde Planbarkeit, die daraus resultiert, stellt für die Branche ein großes Problem dar und kann durch wissenschaftlich fundierte Modelle, die Tanzveranstaltungen auch unter pandemischen Bedingungen ermöglichen, gelöst werden.
Bevor die Clubnächte besucht werden konnten, mussten alle Teilnehmer*innen einen PCR-Test machen, der ihnen für 48h eine freie Bewegung zwischen den teilnehmenden Clubs ermöglichte. Eine Woche später erfolgte eine Nachtestung. Eine neue Infektion mit SARS-CoV-2 konnte nicht festgestellt werden. Finale Ergebnisse werden aber erst Ende August erwartet. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Charité Berlin.
Neue Corona-Einreiseverordnung für Künstler*innen
Seit 1. August gilt die neue Corona-Einreiseverordnung. Damit herrscht zumindest ein wenig Erleichterungen für Kunst- und Kulturschaffende: Neben den bereits vorhandenen Ausnahmen, beispielsweise für Sportler*innen, wird jetzt auch eine explizite Ausnahme von der Absonderungspflicht (Quarantäne) für kulturell oder kreativ tätige Personen geschaffen. Der Deutsche Kulturrat hatte die Bundesregierung am 14. Juli aufgefordert, in der neuen Corona-Einreiseverordnung den Kulturbereich dem Sport gleichzustellen.
#MelodivaSpotlight: Yvonne Mwale in „One Human“
Im Sommer 2020, Corona trieb gerade seit einigen Monaten sein Unwesen, wurde Yvonne Mwale von dem Komponisten und Produzenten Graham Czach aus Los Angeles kontaktiert. Die Idee: So viele Künstler wie möglich aus aller Welt auf einem Track zusammenzubringen um Zusammenhalt zu demonstrieren. Yvonne wurde ausgewählt um Ihr Heimatland Sambia zu repräsentieren. Jetzt, ein Jahr später, ist das Projekt abgeschlossen und der Song wurde veröffentlicht – inklusive Video, in dem alle Mitwirkenden zu sehen sind. Die erlöse des Titels werden an UNICEF gespendet.
Hamburger Gagenfonds (Deadline verlängert!)
Hier kommen gute Nachrichten: der Hamburger Gagenfonds geht in die Verlängerung! Die neue Förderrunde ist gestartet und endet am Dienstag, den 31. August 2021. RockCity freut sich auf eure neuen Anträge auf Gagenaufstockung für eure Konzerte, Streams oder DJ-Sets!
Wichtig: Von der Aufstockung durch den Hamburger Gagenfonds ausgenommen sind Veranstaltungen, die im Rahmen des „Hamburger Kultursommers“ stattfinden und gefördert werden.
Frankfurter Clubs wollen gegen Corona-Verordnung klagen
Quelle: Journal Frankfurt
Kulturinitiative am Main ruft zur Kulturdemo am 19.06. auf
Die Kulturinitiative am Main ist ein Netzwerk von Dutzenden Sub-Kulturschaffenden aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Als erste gemeinsame Aktion ist die Initiative mit der Kulturdemo Teil des bundesweiten Aktionstags „KULTURNOT- wie kulturrelevant ist das System?“. Sie lädt alle Menschen, denen Kunst und Kultur am Herzen liegen, dazu auf, am 19.06.2021 mit auf die Straße zu gehen. Geplant sind mehrere Kundgebungen, ein Demonstrationszug, Redebeiträge und natürlich Musik. Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Frankfurter Opernplatz.
Die Organisator*innen verstehen ihre Veranstaltungen als gelebte Schutzräume, in denen Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen keinen Platz haben und beachten selbstverständlich die aktuellen Corona-Regeln (Maskenpflicht und Abstandsregeln). Kontakt
„Kultursommer Frankfurt Rhein-Main“ startet im Juli
Von Juli bis Oktober wird es in diesem Jahr unter dem Titel „Kultursommer Frankfurt Rhein-Main 2021“ zahlreiche kulturelle Open-Air-Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet geben, berichtet das Journal Frankfurt. Ermöglicht werde dies mit 500 000 Euro aus Fördermitteln der Kulturstiftung des Bundes. Mit dem 30 Mio. Euro schweren Förderprogramm „Kultursommer 2021“ aus dem Rettungsprogramm „Neustart Kultur“ werden Kulturprojekte in insgesamt 54 deutschen Landkreisen und 63 Städten gefördert – darunter auch Frankfurt. Ziel des Projekts sei laut Bundesregierung die „kulturelle Wiederbelebung der Städte“. Von Juli bis Oktober soll es in Frankfurt zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen rund um Theater, Tanz, Konzerte, Kunst und Clubevents geben. Organisiert werden die Veranstaltungen von der Stadt in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm, dem Verein Clubs am Main sowie der Freien Kulturszene. Ein Schauplatz für die geplanten Kulturevents wird das temporäre Freilichttheater Sommerbau im Kaiserviertel sein: Hier sollen ab Mitte Juli Veranstaltungen mit bis zu 300 Zuschauer*innen unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln stattfinden. Der Sommerbau wird dabei auch von einigen Frankfurter Clubs mit einem eigenen Musikprogramm bespielt. „Gerade für Clubs ohne Außenfläche ist dies eine tolle Möglichkeit“, sagt Victor Oswald vom Verein Clubs am Main. Am 1. Juli beginnt der Vorverkauf für die Veranstaltungen im Sommerbau. Dann wird es auch eine detaillierte Programmübersicht auf der Webseite des Mousonturms geben (Foto: raumlaborberlin).#SchlussMitPause: Tag der Musik 21.06.2021
Vorfreude liegt in der Luft: Nach über einem Jahr der pausierenden Live-Klänge kehrt die Musikszene allmählich zurück. Und so wird am diesjährigen Tag der Musik, dem 21. Juni 2021, Musik endlich wieder hör- und erlebbar. Die Musikszene ist mehr als bereit und hat die Pause zur kreativen Weiterentwicklung genutzt: Musikmachende ebenso wie Zuhörer*innen und Musikbegeisterte. Positive Zeichen des Aufbruchs gibt es zahlreich, denn endlich können die Proben in der Amateurmusik in einigen Ländern wieder beginnen, die Musikfachhandlungen noch unter Einschränkungen das nötige Equipment liefern und die Musikschulen schrittweise wieder in Präsenz unterrichten. Deshalb rufen der Deutsche Musikrat, die Society Of Music Merchants, der Verband deutscher Musikschulen und der Bundesverband der freien Musikschulen erstmals gemeinsam dazu auf, den ersten Tag der Musik nach der Live-Pause zu nutzen und Musik wieder live erklingen zu lassen: #SchlussMitPause. Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „#SchlussMitPause: (…) der ‘Tag der Musik‘ signalisiert den Neustart der Live-Musik und richtet den Blick auf die kulturelle Vielfalt in unserem Land, die es zu erhalten gilt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den pandemiegerechten Möglichkeiten gemeinsamen Musizierens und Hörens ermöglichen mehr analoges Musikerleben, als derzeit praktiziert wird.“ Laut Prof. Ulrich Rademacher, dem Bundesvorsitzenden des Verbandes deutscher Musikschulen, musizieren über 14 Millionen Menschen in Deutschland aktiv, öffentliche Musikschulen schaffen mit jährlich rund 1,5 Millionen Schüler*innen Zugänge zum Musizieren und zum Musik-Erleben – in Musikschulen, Kitas, allgemeinbildenden Schulen, Amateurmusik-Vereinen oder Fördereinrichtungen. „Die Musik war in der Zeit der Pandemie und in der Gegenwart ihrer Folgen nie verstummt. Sie hat vielen Menschen viel Kraft gegeben. Jetzt gilt es aber, das aktive Musikmachen wieder in den Alltag zu holen (…). Der ‘Tag der Musik‘ soll uns allen ins Bewusstsein rufen, wie wichtig Musik für menschliches Leben ist,“ so Rademacher.
Der Tag der Musik findet auf Initiative des Deutschen Musikrates seit 2009 jährlich statt, seit 2019 immer am 21. Juni. Die Initiative Tag der Musik wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten gefördert. Als Medienpartner begleiten die ARD und Deutschlandfunk Kultur den Tag der Musik. (Foto: Pornpak Khunatorn)

