Nach einer gemeinsamen Begrüßung von Antje (Brotfabrik), Linda (Frauenreferat Frankfurt) und Mane (MELODIVA) ging es gleich mit dem ersten Talk in der gut gefüllten Brotfabrik los (Foto: Barbara Walzer). Auf dem Podium saßen die auftretenden Musikerinnen des Abends – Lena & Johanna von LUAH, Jamila von GG VYBE und BELQIS – sowie Mane von MELODIVA. Mit der Moderatorin Christina Mohr sprachen sie über ihre musikalischen Biografien, strukturelle Hürden und was es braucht, um Frauen* und Mädchen* beim Musikmachen und im Musikbusiness besser zu unterstützen (vor allem Räume und safe spaces!). Sascha Wild, der neue Referent für Popularmusik in Frankfurt und Vater einer kleinen Tochter, war ebenfalls Teil des Panels und vor allem da, um zuzuhören, wie er selbst sagte.
Danach präsentierte die Frankfurter Singer-/Songwriterin BELQIS mit Schlagzeuger Alex charmant-verträumten Indiepop auf Englisch und Deutsch. Die junge Musikerin arbeitet derzeit an einem Konzeptalbum, das sie mit Unterstützung der Initiative Musik verwirklicht (Foto: Barbara Walzer).
Der zweite Talk mit der Moderation Aisha Camara, Dr. Dorothee Linnemann (Historisches Museum), Be Shoo (Künstlerin, Choreografin, Kuratorin), Linda Kagerbauer (Referentin für Mädchen*politik und Kultur) und der Fotografin Katharina Dubno hob das Gespräch auf eine breitere Ebene, die alle Kultursparten miteinschloss. Auch hier wurde klar, dass es oftmals lange braucht, sich als Frau* durchzusetzen und einen Namen machen zu können. Berufliche Netzwerke von Frauen* seien dabei unverzichtbar, sind sich die Anwesenden einig.
Beim anschließenden Konzert standen LUAH aus Köln aufgrund der Corona-Erkrankung ihrer Gitarristin erstmalig nur zu zweit auf der Bühne. In ihrem Mix aus Jazz, Singer-/Songwriter, Pop, brasilianischer Musik und perfekt aufeinander abgestimmten zweistimmigen Gesängen ließ es sich wunderbar schwelgen.
Am späteren Abend übernahmen das female DJ-Kollektiv GG VYBE die Bühne und tanzwütige Gäste den Dancefloor. Ein grandioser Abschluss dieses bereichernden Abends!
Das Angebot der neuen Feministischen Bibliothek Ffm, von der in der Bar Bücher ausgeliehen werden konnten, wurde rege angenommen. In unserem Ideen-„Netz“ konnten wir im Laufe des Abends viele gute Ideen und Wünsche für ein lebenswerteres und gendergerechteres Frankfurt „einfangen“, von denen wir einige in die kommenden Workshops der Kulturentwicklungsplanung mitnehmen werden: Mehr Festivals für ALLE, mehr Cafés & Bars mit Livemusik, Livemusik in Innenhöfen, offene Bühnen & Auftrittsmöglichkeiten für alle (nicht nur für Profis), Vielfalt bei Line-Ups geförderter Konzertreihen & Festivals usw. Dazwischen wurden jede Menge neue Allianzen und gute Koop-Ideen geschmiedet. Fazit: die erste Fem*Night hat Mega-Spaß gemacht und wir hoffen, sie ist der Auftakt für ein jährliches Fest zum 8. März! Einen kleinen Videoclip findet ihr hier auf unserem Youtube-Kanal.
Begrüßung von Mane (MELODIVA), Antje (Brotfabrik), Linda (Frauenreferat)
1. Podium mit Christina, Lena, Johanna, Sascha, Belqis & Mane
Belqis
2. Podium mit Aisha, Dorothee , Be Shoo, Linda und Katharina
LUAH
LadyJam! 2019 (Foto: Patricia Ahrens)
Nicht jede*r hat gleich die Voraussetzungen, sich in so ein Setting zu begeben. Zum Glück gibt es ganz unterschiedliche Formate, von der Jamsession, bei der jede*r, auch Anfänger*innen mitmachen können, bis zur Jazzsession für Fortgeschrittene, auf der vorausgesetzt wird, dass frau die „üblichen“ Jazzstandards draufhaben. In Köln gibt es schon seit vielen Jahren die LadyJam!, zu der nur Frauen* eingeladen sind. Für Sänger*innen, die lieber keine Leadstimme in einer Band übernehmen wollen, die sich aber auch nicht in einem Chor fest anmelden wollen, gibt es sog. Sing-Alongs, wo die Liedtexte an die Wand gebeamt werden und nach Herzenslust bekanntes Liedgut geschmettert wird. Open Mic-Veranstaltungen eignen sich für Newcomer*innen, Singer-/Songwriter*innen, Rapper*innen und andere Künstler*innen, die mal was Neues ausprobieren wollen oder noch kein vollständiges Repertoire haben.
Einige Session-Formate erweisen sich als exklusive Zirkel, in denen sich wohl die ewig gleichen Musiker beim Solieren abwechseln, andere erklären ausdrücklich, eine musikalische Vielfalt und neue Erfahrungen jenseits aller Genres ermöglichen zu wollen. „Vom inspirierten Höhenflug bis zum spontanen Absturz ist alles drin“, wie es die Veranstalter*innen der Session im KuBa Mörfelden humorvoll ankündigen. Wir sagen: Traut euch und stürmt die Bühnen, ihr Musikerinnen!
Jam Session @ Fabrik, Frankfurt
In der Fabrik in Frankfurt eröffnet am 02.09. Natalya Karmazin eine Jam-Session, danach ist die Bühne frei. Montag, 02.09.2019 | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | Fabrik Frankfurt, Mittlerer Hasenpfad 1-5, 60598 Frankfurt | Infos
Spotlight on Swing @ Orange Peel, Frankfurt „Jaming the Swing” faszinierende, begeisternde heiße Live Musik! Swing der zum Mitwippen und Tanzen verführt. Bei den Sessions jeden Montag lassen die Macher*innen den großartigen Spirit und Glanz, die unsterblichen Songs und die mitreißenden Rhythmen der großartigen Swingära wieder aufleben, vor allem der legendäre Harlem- und Kansas City-Swing der 30er/40er Jahre. Von einer professionellen Rhythmusgruppe begleitet treffen sich hier dem Swingfieber erlegene Musiker*innen und Vocalist*innen, Gastmusiker sind willkommen! Ablauf: ab 20 Uhr – Tanzkurs („Taster“), ab 20:30Uhr – Live Swing Musik Immer montags | 20 Uhr | Orange Peel, Kaiserstraße 39, 60329 Frankfurt | Infos
Rudelsingen in Hamburg, Koblenz, Gelsenkirchen u.v.m.
Seit 2011 feiert das Rudelsingen – das in Münster geborene Kultformat zum Mitsingen – seinen Siegeszug durch ganz Deutschland und gehört bei vielen Fans inzwischen einfach zum Leben dazu. Regelmäßig treffen sich die unterschiedlichsten Menschen, um gemeinsam die schönsten Lieder von gestern bis heute zu singen. 10 Teams begeistern bundesweit in über 100 Städten mit immer neuen Programmen und erfüllen viele Hunderte Liedwünsche – dabei hält das stets bunt gemischte Repertoire für monatlich über 10.000 Rudelsänger*innen immer das Passende bereit, von Schlager bis Rock, vom aktuellen Radio-Hit bis zum Evergreen. Dabei wird das Publikum live von 2-3 Musiker*innen mit Klavier, Gitarre und weiteren Instrumenten begleitet, die Texte werden per Beamer auf eine Leinwand projiziert. Viele weitere Termine an verschiedenen Orten findet ihr hier. Einen Eindruck von der Veranstaltung gewinnt ihr im Video. Eintritt: 11.-€ Mittwoch, 04.09.2019 19:30 Uhr | Rieckhof, Rieckhoffstraße 12, 21073 Hamburg |Infos
Acoustic Jam Session @ Hesseneck, Frankfurt
Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es im Hesseneck eine Jam Session (unplugged blues, rock, folk, jazz). Alle Musiker*innen und Musikliebhaber sind willkommen. Die Session Band besteht aus Musikern des Rock’n’Roll Revolution Club: Chris Tucker (voc, guit), Lyle Naervaenen (guit.), Dennis Bergmann (bass), Martin Hahn (cajon). Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. Do 05.09.2019 | 19.30 – 22.00 Uhr | Hesseneck,Hessenpl. 9, 60487|Infos
Open Mic @ Tankstelle, Köln
Hier darfst Du als Künstler*in – egal ob als Band in Akustik-Form, Singer-/Songwriter*in, Poetry-Slammer*in oder Comedian – definitiv mal ran. Einfach vorne am Mischpult melden und warten, bis frau dran kommt. Die Kneipe Tankstelle hat sich als Jam- und Open-Mic-Session-Partie etabliert. Früh kommen lohnt sich, denn auch wenn die Chose bis drei Uhr nachts geht, so muss wegen der Nachbarn ab ca. 23.30 Uhr leiserer Spaß vollzogen werden. Voll wird es aber dennoch oft. Immer donnerstags bei freiem Eintritt. (Foto rechts: Rainer Schirrmeister) Donnerstag, 05.09.2019 | 20 Uhr | Tankstelle, Kyffhäuser Straße 19, 50674 Köln |Infos
Sing Along für Frauen @ Begine, Berlin
Begine Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V. in Berlin veranstaltet am 07.09.19 von 20-22 Uhr ein SING ALONG für Frauen mit Schlagern, Rock, Pop und Saisonalem. Denn Singen hilft gegen Depressionen und macht glücklich! Helga beamt die Texte an die Wand, Maike, Petra und Karina stimmen an und los geht´s! Jede Frau, die will, kann gerne das Saalmikrofon nutzen. Samstag, 07.09.2019 | 20-22 Uhr | Begine, Treffpunkt und Kultur für Frauen, Potsdamer Str. 139, 10783 Berlin-Schöneberg | Infos
Session „ Jazz beim Friseur“ @ Goldene Schere, Oberhausen
Nach dem großartigen Erfolg im Jahr 2018 erwartet der Pianist und Sänger Manfred Billmann wieder Musikbegeisterte, die ihre Instrumente mitbringen, und sich in einer beswingten Atmosphäre mit anderen Musiker*innen auszutauschen. Die Session findet im Rahmen des HÖMMA Jazzfestivals statt. Samstag, 07.09.2019 | 18 Uhr | Goldene Schere, Stöckmannstraße 72, 46045 Oberhausen | Infos
Jam Session – offene Bühne @ Die Stadtmitte, Karlsruhe Für die Besucher*innen wird es ein spannender Abend. Unterschiedliche Musiker*innen, diverse Instrumente, viele Konstellationen und Genres. Genießt mit uns die abwechslungsreiche Welt der Musik in entspannter Atmosphäre! Eintritt ist frei! Immer sonntags in der Stadtmitte mit wechselnder Opener-Band. Offene Bühne mit Sessionleitung und Moderation. Eintritt frei! Sonntag, 08.09.2019 | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr | Die Stadtmitte, Baumeisterstraße 3, 76137 Karlsruhe | Infos
Akustik Jam Session @ Waggon, Offenbach
Am Sonntag nach dem Riviera Festival kehrt in Form von einer Chill Out Session wieder ein bisschen Ruhe und Besinnlichkeit in den Waggon ein. Verstärker sind verboten, jedes akustische Instrument ist herzlich willkommen! Sonntag, 09.09.2019 | 16 Uhr | Waggon, Mainstraße 1, 63065 Offenbach | Infos
Stagetime Jam Session @ halle02, Heidelberg It’s stagetime people! Die Jam Session in der halle02 ist zurück und es wird wieder wild. Ölt nochmal eure Stimmbänder, zieht neue Saiten auf und wagt euch mit eurem Talent ins Rampenlicht. So läufts ab: Den Anfang machen (diesmal) die Funkloch Allstars mit einem groovigen Set aus Funk, Rock’n’Roll & Soul, bevor unser Heidelberger Rapper und Host Puls MC die Musiker*innen für die Jam-Runden zufällig auslost. So ist garantiert, dass ihr auch mal mit Fremden musiziert und nicht immer mit den gleichen Nasen. Jede Konstellation spielt 2-3 Nummern und dann wird die nächste Runde gelost. So einfach, so gut! Backline (Schlagzeug, Verstärker für Gitarre und Bass, Keyboard und Mikrofone) wird gestellt! Eintritt frei für teilnehmende Musiker*innen und mit Clubkarte. Mittwoch, 11.09.2019 | Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20 Uhr | halle02, Zollhofgarten 2, 69115 Heidelberg | Infos
Vischers Blues Jam @ Vischers Kulturladen, Nürnberg
Willkommen bei Nürnbergs offener Bühne für Blues und Jazz! Am 12.09. startet Vischers Blues Jam e.V. wieder mit einer Knaller-Session mit dem Opener The Jules Band um Julia Fischer. Nach ihrem einstündigen Auftritt darf und soll spielen, wer will. Eintritt: Mindestens 1.-€. Donnerstag, 12.09.2019 | Einlass: 19 Uhr | Vischers Kulturladen, Hufelandstr. 4, 90419 Nürnberg | Infos
Jamsession @ Jubez Café, Karlsruhe
Auch in der Umbauzeit des neuen Jazzclub-Domizils bleibt die Jam Session das Herzstück des Musiklebens im Jazzclub. Wie gewohnt fungieren Torsten Steudinger (b) und Stefan Günther-Martens (dr) als Gastgeber, die das Einsteigen ganz leicht werden lassen und zum befreiten Improvisieren einladen. In welche Richtung sich der Abend dann entwickelt, liegt ganz bei ihren Gästen, die das Programm bestimmen und gestalten. Nicht selten kommt es hier zu schwer erwartbaren Höhenflügen und mitreißenden Momenten. Der Eintritt ist frei, ein freiwilliger Unkostenbeitrag ist jedoch willkommen. Montag, 16.09.2019 | 20 Uhr | Jubez Café, Kronenplatz 1, 76133 Karlsruhe | Infos
Folk Jam Session #29 @ Glockenbachwerkstatt, München Klezmer trifft bayrische Volksmusik, Balkan auf Skandinavien, irische auf arabische Musik – bei der monatlich stattfindenden internationalen Folkjamsession sollen sich Musik und Musiker*innen unterschiedlichster Stile in einer offenen Session begegnen, sodass sich das kreative Potential der musikalischen Vielfalt entfalten kann: Stile und Stücke können kennengelernt und gemischt werden, Neues und neue Aspekte im Bekannten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdeckt werden, es darf und soll experimentiert werden, innerhalb und über Genregrenzen hinaus. Alle Stile und Instrumente sind willkommen. Stadtteiltreff: 17:00 Uhr, Essen: 19:00 Uhr, Session: 20:00 Uhr. Eintritt frei. Dienstag, 17.09.2019 | 19 Uhr | Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt, Blumenstr. 7, 80331 München | Infos
Jazz-Session @ Maximal, Rodgau
Im Rodgauer Maximal gibt es am 18.09. wieder eine JAZZ-SESSION: nach dem Teriyake Trio als Opener bietet die offene Bühne wieder Möglichkeiten für spontane Improvisationen mit jazzigen Standards. Die Musiker*innen sollten über eine gewisse Jazzerfahrung verfügen und einige der üblichen Jazz-Standards im Repertoire haben. Sie werden gebeten, sich per eMail anzumelden, damit der Abend etwas strukturiert werden kann und Songwünsche koordiniert und geplant werden können. Anmeldung unter: ed.ua1791781011gdor-1791781011lamix1791781011am@no1791781011isses1791781011zzaj1791781011. Mittwoch, 18.09.2019 | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | Maximal, Eisenbahnstraße 13, 63110 Rodgau | Infos
Jam Session @ Kulturbahnhof Mörfelden
Seit ein paar Jahren haben Musiker*innen von „blutjung“ bis „leicht betagt“ im KuBa die Gelegenheit zum Jammen. Vom inspirierten Höhenflug bis zum spontanen Absturz ist alles drin. Publikum ist herzlich willkommen. Eintritt frei. Freitag, 20.09.2019 | 20 Uhr | KuBa, Bahnhofstraße 38, 64546 Mörfelden – Walldorf | Infos
Améha Chants Mitsingevent @ Hinterhofsalon, Köln
Weltmusik zum Mitsingen! Neu, modern, anders…! Eine ganz neue Art des Mitsingens und Tönens bietet Sabine van Baaren in Köln im Hinterhofsalon. Für die Dauer von 2 Stunden kann das Publikum „Kraft und Freude tanken“. Hörproben findet ihr hier. Um eine verbindliche Anmeldung wird gebeten. Kosten: 12.-€ Sonntag, 22.09.2019 | 17:30 Uhr | Hinterhofsalon, Aachener str. 68, 50674 Köln | Infos
Jamsession im e-werk @ e-werk, Bad Homburg Von Jazz bis Metal, Funk, Hip Hop oder Blues für Anfänger*innen, Profis und alle, die dazwischen liegen zum Zuhören oder Mitspielen, Improvisieren, Covern oder eigene Songs spielen. Freitag, 27.09.2019 | 19 Uhr | e-werk, Wallstr. 24, 61348 Bad Homburg v. d. Höhe | Infos
Sorglos Jam Session @ clubCANN, Stuttgart
Offen #JamSession – von Musiker*innen für Musiker*innen – von Anfänger*innen bis zu Profis – alle Sparten – das Kulturbüro Sorglos Feierabendkollektiv will mit euch zusammen Musik feiern! Zuhörer & Genießer erwünscht! Meldet euch kostenlos an! Montag, 30.09.2019 | 20:30 Uhr | clubCANN, Stuttgarter Jugendhaus gGmbH, Kegelenstrasse 21, 70372 Stuttgart | Infos
LadyJam! @ Fiffi Bar, Köln Im Oktober geht es weiter mit der LadyJam-Reihe, wie immer jeden ersten Montag im Monat in der Fiffibar in der Kölner Südstadt. Die neue LadyJam-Saison wird von Julika Elizabeth als Opener eröffnet, einer Singer/Songwriterin aus Düsseldorf. Eintritt frei – um Spenden für die Musikerin wird gebeten. Nach dem Opener ist die Bühne offen für euch und eure musikalischen Beiträge… Montag, 07.10.2019 | Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20 Uhr | Fiffi Bar, Severinswall 35, 50678 Köln |Infos
(Titelbild LadyJam! 2017: Patricia Ahrens)
Das Konzept des Workshops sieht vor, dass Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 20 Jahren in die Jazzmusik und in gemeinsames Bandspiel hineinschnuppern und sich in ersten Improvisationen ausprobieren können. Sie sollen die Gelegenheit bekommen, erfolgreiche Profimusikerinnen als Role Models zu erleben, von ihrem Werdegang zu erfahren, aber auch andere junge Musikerinnen kennenzulernen. Nach und nach füllte sich die Anmeldeliste mit 22 Instrumentalistinnen und Sängerinnen, viele hatten bereits Band-, Orchester- und Chorerfahrung. Die meisten kamen aus Frankfurt, aber auch Mädchen aus Hanau, Darmstadt, Langen und Hofheim waren dabei.
Am Veranstaltungstag versammelte sich dann eine Horde gut gelaunter junger Frauen in der FMW Frankfurter Musikwerkstatt, unserem Kooperationspartner beim Jazz Girls Day. Die FMW ist eine private Musikakademie, an der Interessierte die staatlich anerkannte Ausbildung zum/zur Berufsmusiker*in und Instrumentalpädagogen/pädagogin machen können. Zuerst traf sich die Gruppe im großen Veranstaltungssaal, wo sich nach einer kurzen Begrüßung die Bandmitglieder der Sheroes einzeln vorstellten und von ihrem musikalischen Werdegang erzählten. Es war sehr eindrücklich, dass sich eigentlich alle Dozentinnen in ihrer Karriere ähnlichen Hürden und Schwierigkeiten ausgesetzt sahen, in ihren jeweiligen musikalischen Kontexten häufig die einzige Frau waren und oftmals wenig Ermutigung erfuhren. Das galt für die älteren Musikerinnen Leni Stern (Gitarre), Monika Herzig (Piano) und Jamie Baum (Flöte) genauso wie für die jüngeren Bandmitglieder Jennifer Vincent (Bass) und Rosa Avila (Drums).
Nachdem sich auch die Mädchen kurz mit ihrem Instrument vorgestellt hatten, ging es richtig los. Die Mädels packten ihre Instrumente aus und machten sich bereit. Währenddessen wurden Noten an alle Instrumente und die Sängerinnen ausgeteilt und zuerst einmal das Blues-Schema und verschiedene Patterns eingeführt, die dann in der großen Gruppe gemeinsam gespielt und gesungen wurden. Nach einiger Zeit ermutigte Monika jede Musikerin nach und nach, einmal eine kurze Improvisation zu versuchen, was immer mit großem Applaus gewürdigt wurde. Für die meisten – das ließ sich auch nachher in den Feedback-Bögen nachlesen – war es das erste Mal, dass sie sich getraut hatten, selbst zu improvisieren!
Nach einer Snackpause wurden die Mädchen in drei Gruppen eingeteilt: die Musikerinnen, die noch bis zum Abendkonzert bleiben konnten, probten mit der Pianistin Monika Herzig im Saal. Die Sängerinnen gingen in Begleitung von zwei Gitarristinnen zu Leni Stern, die einen Vocal-Impro-Workshop anbot. Die übrigen Instrumentalistinnen versammelten sich in einem anderen Raum um die Flötistin Jamie Baum und die Drummerin Rosa Avila. Eineinhalb Stunden waren für die Arbeit in den Ensembles vorgesehen, in denen jeweils ein anderes Stück einstudiert wurde. Um 17 Uhr kamen alle zusammen, um in der Gruppe die Ergebnisse zu präsentieren. Immer wieder waren Soli zu hören, aber auch das Zusammenspiel klappte erstaunlich gut. Es war großartig, was die Ensembles in so kurzer Zeit geschafft hatten!
Dann gab es ein gemeinsames Abendessen, bevor die Sheroes am Abend ein öffentliches Konzert gaben. Die Posaunistin Reut Regev, die unter Heiserkeit litt und daher als Dozentin für den Workshop ausfiel, gesellte sich für das Livekonzert zu ihnen. Zu Beginn und am Schluss holte die Band die Nachwuchsmusikerinnen auf die Bühne, um dem Publikum – Freund*innen & Familien der Teilnehmerinnen sowie Jazzfans – die im Workshop erarbeiteten Stücke zu präsentieren. Eine charmante Geste, mit der sie sich auf Augenhöhe mit den jungen Musikerinnen begaben und sie in ihre Mitte nahmen. Das wird den Mädels sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben! Die Sheroes gaben danach ein fantastisch dynamisches Konzert mit den Stücken ihres aktuellen gleichnamigen Albums. Ein tosender Applaus, überschwängliche Kommentare der Konzertbesucher*innen und ein durchweg begeistertes Feedback der Teilnehmerinnen bewiesen uns, dass sich der Einsatz mehr als gelohnt hat: Der erste Jazz Girls Day in Deutschland wird sicher nicht der letzte sein!
Der Jazz Girls Day war eine Kooperation des Frauen Musik Büros mit der FMW Frankfurter Musikwerkstatt. Mit freundlicher Unterstützung des Frauenreferats Frankfurt, des Kulturamts, der Frankfurter Stiftung maecenia, des Bildungs- und Förderungswerks der GEW im DGB e.V., der Frankfurter Sparkasse, der Dr. Bodo Sponholz-Stiftung und des Dezernats für Soziales, Senioren, Jugend und Recht.
Fotos: Jacci Larius; zum Vergrößern auf Bild in der Galerie klicken.
Ampaire:e sind Teil des diesjährigen Peng-Festivals (Foto: Ernst Luk)
Den sieben Jazzmusikerinnen (Barbara Barth, Marie Daniels, Rosa Kremp, Maika Küster, Mara Minjoli, Johanna Schneider und Christina Schamei) des PENG Kollektivs liegt es besonders am Herzen, Frauen im Jazz zu fördern und zu zeigen, wie vielfältig und lebensnah der Jazz im Ruhrgebiet ist. So unterschiedlich wie die Mitglieder des PENG e.V., so bunt ist auch dieses Festival und seine Musik. Dieses Jahr wird das Anna-Lena Schnabel Quartett aus Hamburg live zu sehen sein. Das Quartett hat es sich zur Aufgabe gemacht, ungewöhnliche und vertraute Klänge verschmelzen zu lassen. Thea Soti Electrified Island aus Serbien hingegen überraschen die Zuhörer mit einer Mischung aus Performance und Improvisation, bei der ungewöhnliche Klangexperimente mit der Stimme gezeigt werden. Ampair:E spielen improvisierte, elektronische Musik und Kusimanten aus der Ukraine begeistern mit einer extremen Präzision der Stimmführung von Sängerin Tamara Lukasheva. Caris Hermes ist ein Trio, welches bereits seit 11 Jahren zusammen musiziert, dies hat zur Folge, dass die Mitglieder perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das Eva Klesse Quartett ist international renommiert und wurde bereits mit einem Echo ausgezeichnet. Über das Festival 2017 schrieb nrwjazz.net: „Den Damen gebührt mein Respekt. Dieses „Frauen“ -Jazzfestival bietet eine bunte Mischung unterschiedlicher Stilrichtungen des modernen Jazz mit lokalen Bandleaderinnen und überregionalen Größen.“ Wir haben mit einer der sieben Gründerinnen, Mara Minjoli, ein Interview geführt, in welchem sie unter anderem über die Chancenungleichheit zwischen Musikerinnen und Musikern spricht, aber auch ihre Wünschen über die Zukunft des Festivals äußert.
Wie kam Euch die Idee für ein reines Frauenmusikfestival?
Thea Soti Electrified Island (Foto: Annamarie Ursula)
Eigentlich war es Maikas Idee, ein Kollektiv zu gründen. Zunächst ging es erstmal darum, sich gegenseitig als Musikerinnen zu unterstützen, sich auszutauschen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Im Gespräch wurde schnell klar, dass wir alle ähnliche Erfahrungen gesammelt hatten, gerade auch im Hinblick auf die Situation, sich als Frau in einer Männerdomäne durchzuschlagen. Dann kam die Idee, sich nicht nur gegenseitig zu unterstützen, sondern auch anderen Musikerinnen eine Plattform zu bieten. So entstand die Idee des Festivals.
War es von Anfang an klar, dass Ihr ein Jazzfestival gründen wollt, oder standen noch andere Genres zur Debatte?
Da wir alle Jazz studiert haben und uns auch hauptsächlich in diesem Genre bewegen, war klar, dass es ein Jazzfestival werden würde. Allerdings ist der Begriff so weit und läßt viel Raum für Vielfalt. Wir suchen Bands und Musikerinnen aus, die uns schlicht und ergreifend inspirieren.
Die Resonanz ist sehr positiv und die letzten Festivals waren ausverkauft; gab es auch Kritik oder hattet Ihr mit Vorurteilen zu kämpfen?
Kusimaten treten 2018 beim Peng-Festival auf (Foto: Julia Wesely)
Hin und wieder tauchte durchaus die Frage auf „wofür braucht man ein FRAUEN Jazzfestival, sollte es nicht ausschließlich um die Musik gehen und nicht um das Geschlecht?“ Wir haben uns die Frage selbst gestellt. Und ja, es soll um die Musik gehen. Allerdings sind Frauen in dieser Szene noch immer einer starken Männerdomäne unterworfen. Es gelten eben nicht die gleichen Rechte und als Frau hat man mit Vorurteilen zu kämpfen. In vielen Situationen wird leider allzu deutlich, dass man als Musikerin nicht die selben Chancen hat wie als Musiker. Viele sind skeptisch, dass Frauen ebenso gute MusikerInnen sein können wie Männer. Das Aussehen spielt auch immer noch eine große Rolle. Viele Frauen werden nur über ihre Außenwirkung und ihre potentielle Attraktivität bewertet. Gerade im Zuge der Festival-Planung und Verwirklichung ist unsere Motivation gewachsen, dran zu bleiben und hartnäckig weiter zu machen. Es gab immer wieder Momente, in denen wir selbst feststellen mußten, dass unserer Entscheidung ein Frauen-Festival zu gründen eine gewisse politische Notwendigkeit birgt. Wir als Musikerinnen und Organisatorinnen, aber auch die Künstlerinnen die wir eingeladen haben, mussten mehrmals feststellen, dass Gender-Equality keine Selbstverständlichkeit ist.
Wie wichtig ist es Euch, die regionale Jazzszene zu unterstützen?
Das Eva Klesse Quartett tritt auf dem Peng-Festival auf (Foto: Arne Reimer)
Das ist uns ein großes Anliegen. Wir haben alle in Essen studiert und einige von uns leben auch immer noch im Ruhrgebiet. Es gibt ein sehr großes Potential von jungen MusikerInnen, die aber leider kaum lukrative Auftrittsmöglichkeiten im Pott haben. Wir möchten unseren KünstlerInnen eine schöne Auftrittsatmosphäre schaffen und sie durch eine angemessene Gage wertschätzen.
Hat sich die Kulturszene im Ruhrgebiet in den letzten Jahren verändert? Finden Jazzmusiker*innen hier gute Bedingungen vor?
Es hat sich in den letzten Jahren auf jeden Fall was getan. Es gibt einige, die sich in der Jazzszene engagieren. Das hat dafür gesorgt, dass die Szene etwas gewachsen ist und Studenten nach Abschluss ihres Studiums im Ruhrgebiet bleiben. Aber es kann noch viel mehr passieren. Es gibt viel Hochkultur und große Konzertsäle im Pott. Aber wirklich attraktiv wird eine Region erst durch ein Kulturangebot, das für jeden zugänglich ist. Die Auftrittsbedingungen sind leider meistens eher bescheiden. Deswegen versuchen wir durch die Unterstützung von Sponsoren, unseren KünstlerInnen eine angemessene Gage zu gewährleisten.
Würdet ihr Euch erhoffen, dass das Festival in den nächsten Jahren weiter wächst, oder ist es Euch wichtig, die eher familiäre Atmosphäre zu bewahren?
Auch im Line-Up: das Anna-Lena Schnabel Quartett (Foto: Annamarie Ursula)
Wir freuen uns natürlich über steigende Besucherzahlen. Wir sind uns aber auch im Klaren darüber, dass der Charme unseres Festivals auch durch die familiäre Atmosphäre entstanden ist. Einen Ort zu finden, der mit dem Charme des Maschinenhauses mitzuhalten vermag, würde sich als sehr schwer erwiesen. Wahrscheinlich sogar unmöglich. Die Atmosphäre dort ist eine ganz besondere. Und auch das Team vor Ort ist respektvoll und „menschenorientiert“. Wir können mithilfe der Maschinenhaus-Mitarbeiter die KünstlerInnen aufgeschlossen willkommen heißen und sie in eine angenehme Atmosphäre aufnehmen. Wir wollen dem Maschinenhaus auf jeden Fall treu bleiben und zusammen mit den jeweiligen Organisatoren weitere Festival und Projekte planen.
Was wünscht Ihr Euch für die Geschlechterverhältnisse innerhalb der Musikszene, bzw. insbesondere der Jazzszene?
Caris Hermes ist Teil des diesjährigen Peng-Festivals (Foto: Gerhard Richter)
Noch ist es so, dass beispielsweise Instrumentalistinnen in der Minderheit im Jazz sind. Es wäre toll, wenn noch mehr junge Frauen ermutigt würden, den Weg als Musikerin zu beschreiten. Außerdem wünschen wir uns die gleichen Chancen, wenn es darum geht in bestimmten Clubs zu spielen, die gleichen Gehälter und den gleichen Respekt. Allerdings geht es vielen Frauen leider immer noch so, dass sie auf Grund ihres Geschlechts mit Vorurteilen zu kämpfen haben und noch immer nicht die gleichen Chancen wie Männer bekommen, ihre Musik zu präsentieren. Frauen sind in dieser Szene noch immer einer starken Männerdomäne unterworfen.
Die Festivaltickets kosten 25.-€/15.-€ erm. und Tagestickets 15.-€/10.-€ erm., hier sind sie erhältlich.