Die erst 15jährige Sarah Sunlight aus dem Odenwald hat schon viele Konzerte gespielt. Das merkte man ihrem Auftritt an. Ihre eigenen Songs von der verbindenden Kraft der Musik und von Freundschaft, die alle Distanzen überwindet, präsentierte sie mit viel Energie und Leidenschaft. Außerdem erfuhren wir, dass sie mit ihrer Husky-Hündin Shira viel Sport in der Natur betreibt (Videos).

 

Als nächstes betrat JoAna aus Bonn die Bühne. Sie hat erst vor einem Jahr mit der Musik angefangen, aber bereits mehrere eigene Songs auf Spotify und zudem ein Video veröffentlicht, das sie mit einem all female Team realisiert hat. Dass sie ein großes Talent und Händchen für Hits hat, zeigte sie mit ihrem  Lovesong „Sweet Love“ und dem Song „Like A Bird“, einem fiktiven Dialog mit ihren Eltern über ihren Wunsch, Musikerin zu werden.

 

Als dritte Künstlerin trat Damla auf, eine queere Musikerin aus Frankfurt, die vor 7 Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam.  Sie spielt nicht nur Gitarre, sondern auch Bass in mehreren Bands und hat bereits einige Bühnenerfahrung. Als Sänger*in und Songwriter*in hat sie allerdings noch keine Songs veröffentlicht. Ihre Musik ist vor allem von 90s Grunge, Alternative, und Trip-Hop Musik inspiriert. Mit ihrer soulig-bluesigen Stimme und ungewöhnlichen Harmonien bescherte sie uns so manche Gänsehaut.

 

Volle Power gab auch die letzte Künstlerin im ersten Set. Coralie Perle, eine ebenfalls erst 15jährige Musikerin aus Frankfurt, spielt seit ca. 6-7 Jahren Gitarre – am liebsten Coversongs. Für uns performte sie „Heather“ von Conan Gray und „This Is The Life“ von Amy Macdonald, aber auch einen eigenen Song über eine enttäuschende Beziehung sehr kraftvoll und leidenschaftlich.

 

Nach der Pause, in der wir die leckere Geburtstorte genießen durften, betrat Loen aus Mannheim die Bühne. Die Indie-Folk-Künstlerin Katerina stammt aus Russland und ist erst seit 3 Jahren in Deutschland. Umso erstaunlicher, dass sie nicht nur perfekt Deutsch sprechen kann, sie hat einen Tag zuvor schon ihr Studium an der Popakademie abgeschlossen! So ist auch kein Wunder, dass ihr Musikstil bereits voll ausgereift klingt: eine mit Effekten verfremdete Akustikgitarre, russisch- und englischsprachige Eigenkompositionen, tolle Harmonien und ein temperamentvoller Auftritt mit überraschenden Arrangements. Eine sehr besondere Musik!

 

Zum Abschluss des Konzertteils stellte Seren, eine junge Sängerin aus Frankfurt, die auf unserer Bühne schon mehrmals aufgetreten ist, ihren selbst geschriebenen, sehr poetischen Song „Nero e Bianco“ vor, den sie auf Italienisch geschrieben hat. Dabei wurde sie von ihrer Gesangslehrerin Lena gefühlvoll am Piano begleitet.

 

Nach dem Konzertteil eröffnete unsere „alte Häsin“ Lary mit „Feelin‘ Good“ von Nina Simone die Open Stage. Ein knackiger Rap von Johanna aka schwesterjever (Foto unten links) schloss sich an, danach stürmten einige Musikerinnen* des Abends sowie Gäste aus dem Publikum und unsere Technikerin Eli spontan die Bühne, um mit Lary und ihrem Duopartner Alessandro an der Gitarre Cover-Songs zu spielen und zu singen.

 

Es war wieder ein wunderbarer Abend in dieser besonderen Location mit besonderen Künstler*innen, einem besonderen Publikum und vielen besonderen Momenten. 

Herzlichen Dank an Jasmin, Uli & Zweti, die die dieses Event geplant, organisiert und toll moderiert haben, an Lary, die uns so wundervoll durch die Open Stage geleitet hat, an das Team des habel elf, das uns immer so großzügig seine Location zur Verfügung stellt, an unsere Technikerin Eli für den schönen Sound, das MELODIVA-Team für den Support und das Frauenreferat und Kulturamt der Stadt Frankfurt, die unsere Konzertreihe unterstützen!

Am 27. März 2026 geht es weiter mit der nächsten Open Stage, diesmal an einem neuen Ort: dem Jugendclub U68 im Gutleutviertel! Unser Jubiläumsvideo könnt ihr euch derweil hier anschauen.

Eine Fotogalerie mit vielen Impressionen findet ihr hier.

Nach einer herzlichen Begrüßung und einem kurzen Rückblick auf die Geschichte von MELODIVA und des Frauen* Musik Büro folgte unmittelbar das alle miteinander verbindende – die Musik. Im Mittelpunkt standen Musiker*innen und Bands, die den Abend durch ihre Auftritte bereicherten. Der BeVocal Choir  eröffnete die Feier mit einer kraftvollen emotionalen Darbietung. Der bewegende Song „Stand Up“ von Cynthia Erivo, Teil der Filmmusik des Biopics über die ikonische Freiheitskämpferin Harriet Tubman, beeindruckte das Publikum mit seiner Botschaft von Widerstand und Stärke. Für Gänsehautmomente und einen energiegeladenen Anfang des Abends war also gesorgt.

Danach spielten Lu Vains, eine ganz neue Darmstädter Band aus unserem Netzwerk, deren Musik mal zweistimmig, mal nachdenklich, aber immer auch hoffnungsvoll in Richtung Indie-Pop und Singer-Songwriter ging. Ihre Texte behandelten Themen wie die Herausforderungen des Lebens sowie die damit verbundenen täglichen Hürden. Mit ihren Songs nahmen sie die Zuhörenden mit auf eine emotionale Reise. Eine Coverversion von Yoko Onos feministischer Hymne „Sisters, oh Sisters“ als Zugabe rundete ihren Auftritt ab.

Das Jazz Sisters Quartet mit Sängerin Juliane Schaper, Katrin Zurborg an der Gitarre, Nina Hacker am Bass und Uta Wagner am Schlagzeug gab eine gelungene Vorstellung voller Lebens- und Spielfreude. Sie präsentierten ihre eigenen Interpretationen von bekannten Film- und Popsongs. Alles, was Spaß macht wurde verjazzt oder verswingt oder beides, von Amy Winehouse über Van Halen bis hin zu Tom Waits. Auch von ihrem neuen Album „Cookin’ with the Jazz Sisters Quartet“ konnte der ein oder andere kulinarisch inspirierte Song vernommen werden.

Der Abend wurde abgeschlossen von der preisgekrönten Musikerin Fee, einer Künstlerin, die mit ihrer besonderen Stimme und tiefgründigen Texten die Zuhörer berührte. Textlich ging es unter anderem um das prekäre Leben als Musikerin oder den Alltag in Langzeitbeziehungen bzw. dem Infrage stellen dessen. Mehrfach wurde von der Musiker*innen auf der Bühne die Bedeutung von MELODIVA als Plattform betont, die Künstler*innen nicht nur eine Stimme gibt, sondern ihnen auch hilft, sich zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen. Mit allen auftretenden Künstler*innnen hat MELODIVA  in der Vergangenheit in verschiedenen Formen schon zusammen gearbeitet, im Verein bei Workshops und Konzerten. Schön, so viele talentierte und starke Frauen* und auch ein paar Männer auf der Bühne sehen und hören zu können. Es könnte geradezu der Eindruck entstehen, wir haben die Gleichberechtigung auf den Musikbühnen schon erreicht.

In einer ihrer Moderationen an diesem Abend zitiert Mane Stelzer (Foto) von MELODIVA eine Studie der Malisa-Stiftung, derzufolge der Frauenanteil auf den Festivalbühnen im Jahr 2019 gerade einmal 16 Prozent betrug. Zum Beginn des Untersuchungszeitraums im Jahr 2010 lag dieser noch bei etwa 7 Prozent. Es tut sich also was, kleine Erfolge können durchaus gefeiert werden, aber nach oben ist immer noch ein „wenig“ Luft.

Das Jubiläum von MELODIVA war nicht nur eine Feier der vergangenen 40 Jahre, sondern auch ein kraftvoller Auftakt für die nächsten Jahrzehnte, in denen sich das Büro weiterhin für die Gleichberechtigung von Frauen* und nicht-binären Menschen in der Musik einsetzen wird. Der Abend wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Es war ein Fest der Musik und der gemeinsamen Vision einer gleichberechtigten Zukunft. Ein ganz besonderer Dank soll zum Abschluss noch an die vielen Personen gerichtet werden, die sich über die Jahre für diese Anliegen eingesetzt haben und das Frauen* Musik Büro/ MELODIVA unterstützt haben!

Du konntest nicht dabei sein? Hier geht es zur Bildergalerie:

Eine Kooperation des Frauen* Musik Büros und der Romanfabrik in Frankfurt