29.05. – 12.06.2026 BLAUES RAUSCHEN, Ruhrgebiet
Seit 2017 erforscht das Festival im Ruhrgebiet die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, Realität und Fiktion, Klang und Stille. Klang erscheint allerdings nicht als abgeschlossenes Werk, sondern als Bewegung zwischen Körper, Technologie und Raum. Nicht nur algorithmische Verfahren, performative Praktiken, Stimme, Instrument und Elektronik begegnen sich hier auf Augenhöhe – ein so FLINTA*-lastiges Lineup haben wir selten gesehen: mit Başak Günak (Foto: Arda Funda), Nadia Struiwigh, Yolanda Uriz Elizalde, Hye Young Sin, TinTin Patrone, Farzané, Molly Joyce, Stephanie Castonguay, NKISI, Steffi Weismann, Lisa L. Zwinscher x Neasa Ní Bhriain, Dana Schechter x Monocube, gamut inc, Navid Navab, burgund t brandt, Xiao Fu x Andzejus Voroneckis, Verena Hentschel, Andrea Ermke x Annette Krebs, Merche Blasco. Infos
30.05. – 31.05.2026 Luxoria, Berlin
Während wir viel über Diversität und Inklusion sprechen, bleibt eine Gruppe kulturell oft noch unsichtbar: Frauen ab der Lebensmitte. Dem möchte das neu gegründete „Luxoria – Frauen ab 50 ins Licht“ Festival etwas entgegensetzen. Am letzten Mai-Wochenende lädt es ein in die ufaFabrik zu Musik, Performance, Literatur, Gesprächen und Tanz, immer mit Künstlerinnen ab 50 im Fokus. Der Samstag startet mit dem Passa Cantu Chor unter Leitung von Annunziata Matteucci, weiter geht’s mit Carry on, Anne Haigis und Susanne Back und uSAMBAras Percussion (Foto), den Abschluss macht Ellen Esser und Band. Am Sonntag interpretiert und vertont Silke Breidbach Gedichte der Lyrikerin Eva Strittmatter und es warten spannende Vorträge und Workshops auf euch. Infos
03.06. – 07.06.2026 Hildener Jazztage, Hilden
Die Hildener Jazztage feiern dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen! Zum Jubiläum werden insgesamt 14 hochkarätige Jazzkonzerte in ausgewählten Hildener Locations stattfinden. Die Eröffnung macht das Clara Haberkamp (Foto) mit ihrem Trio im Kunstraum Gewerbepark-Süd. Außerdem dabei: Ella Zirina Trio, Kinga Głyk & Band, Carlotta Ribbe und Kristina Brodersen aus dem Jazzpool NRW und Tamara Lukasheva mit normal II. Infos
04.06. – 07.06.2026 Lovebird Festival, Düsseldorf
Die Lovebirds fliegen wieder aus! Mit Jazz im Fokus bleibt das Düsseldorfer Festival offen, neugierig und verbindend: so findet sich auch Hip-Hop, Electro, Indie, Funk und Soul auf dem Programm. Das Lovebird Festival versteht sich als Plattform für musikalische Vielfalt, künstlerischen Austausch und Begegnungen – für ein Publikum, das offen ist für Neues und Verbindendes. Neben dem musikalischen Programm wird es auch spannende Impulse jenseits der Bühne geben. Mit Adja, Daria & Marco, DELIZ, Janina Vogt, Johanna Schneider & Laia Genc Duo (Foto Johanna Schneider), Johanna Summer & Malakoff Kowalski, JULIKA & Band, kâyame, Kazdoura, Mari Froes, Nneka, Savannah Hauskeller, und der 1. Gewinnerin des diesjährigen Sparda Jazz Award Teresa Luna Quintett. Infos
05.06. – 06.06.2026 Freiraum Festival, Bad Nauheim
Das Freiraum Festival wird jährlich ehrenamtlich vom Jugendbeirat Bad Nauheim und dem Förderverein für Jugendkultur und Jugendarbeit (JUKA e. V.) organisiert. Das zweitägige Jugendkulturfestival präsentiert regionale junge Kunstschaffende aus den Bereichen Musik, Fotografie, Malerei, Film, Theater und Poetry Slam und bietet Workshops an – und das alles komplett kostenfrei! In der wunderschönen Trinkkuranlage erwarten euch Konzerte von shaNICE, Lea Pfeiffer (Foto: Dieter Keiner), Reni und mir – BELQIS mit Band. 🙂 Infos
12.06. – 13.06.2026 About Pop, Stuttgart
Seit 2019 verbindet About Pop in Stuttgart Konzerte, Musik, Diskurs, Workshops, Lesungen und Party zu einem lebendigen Festival- und Conventionerlebnis. An einem Wochenende wird die ganze Stadt zur Pop-Metropole: junge Kreative treffen auf internationale Impulsgeber*innen in Clubs, Museen, Jugendhäusern und Parks. Ein Highlight wird sicher der Auftritt von Musikerin, Produzentin und Performancekünstlerin und feministischer Ikone PEACHES (Foto: IMAGO/Martin Müller). Davor spielen u.a. Light Asylum, das Techno-Punk-Projekt der New Yorker Sängerin und Produzentin Shannon Funchess und das Deutschrap-Duo 6euroneunzig. Außerdem dabei sind Grace Ives, Uche Yara, Das Beat, Mandhla, Layla Boe, Maya Shenfeld, Thiermann / Edte, Hermetic Delight, Städtische Manieren, Defiance HC, shaeqi, MON€YGIRL, JISKA, Mausi G, Anina, ildikó, MYNT, Hélène Vogelsinger uvm. Infos
13.06.2026 Youth Culture Festival, Wiesbaden
Das Youth Culture Festival findet bei freiem Eintritt im Kulturpark auf dem Gelände vor dem berühmten Wiesbadener Schlachthof statt. Ab 15 Uhr geht’s los mit Live-Musik, außerdem gibt es (unter anderem vegane) Foodtrucks, kühle Spaßgetränke diverse Info-/Mitmachstände! Headlinerin ist Mia Morgan, außerdem dabei sind Silk, Die Störung (Foto: holdingontoromy), Sex im Dunkeln, Snuckouts und Monogam. Infos
13.06. – 14.06.2026 Ruhr International – Fest der Kulturen, Bochum
Auch das Ruhr International an der Jahrhunderthalle Bochum lockt uns mit freiem Eintritt und einem bunten Programm nach draußen. Im Line-up finden wir die brasilianische Sängerin, Komponistin und Multi-Instrumentalistin Bia Ferreira (Foto), DJane MALFEITONA, die in Berlin lebende iranische Sängerin, Songwriterin und Aktivistin Faravaz, die Kinder und Jugendlichen der Falken Bochum und das Transnationale Ensemble LABSA. Infos
19.06. – 20.06.2026 STERRRN Fest, Graz
In Anlehnung an das viel diskutierte Gendersternchen veranstaltet der Grrrls Kulturverein seit 2022 unter dem Titel STERRRN fest/ival ein multidisziplinäres queerfeministisches Kulturformat. STERRRN ist aus der langjährig laufenden Grazer Veranstaltungsreihe „Grrrls Night Out“ entstanden und versteht sich als Freiluft-Sonderformat mit klarem kulturpolitischen Anspruch: Sichtbarkeit für FINTA & queere Künstler*innen schaffen, Räume öffnen und strukturelle Ungleichheiten im Kulturbetrieb aktiv hinterfragen. An diesem Tag findet ihr in der Grazer City Musikprojekte, Workshops, performative Kunstaktionen, Vorträge, Gesprächsrunden und mehr! Mit Beaks, Cat Gadget, dem GRRRLS CHOR, Deta, Dexpleen (Foto), Glut, DJ Soare, DJ Vulverine, Lain Iwakura, PORTIA, Scheidenkleister, Small Souki, TOP_S und Sarah Dawy. Infos
20.06. – 26.06.2026 Jazzwoche, Berlin
Unter dem Motto „collective improv(e)ment“ bringt die 8. Jazzwoche Berlin Jazz, Improvisierte Musik und Diskurs in die ganze Stadt. Das 7tägige Jazfestival beginnt bereits am 19.6. mit einer Auftaktveranstaltung im Club Gretchen, bei der auch Musikerinnen aus unserem Netzwerk spielen werden: Pianistin Julia Hülsmann (Foto) und UNIQUE von Holly Schlott mit Birgitta Flick, Olga Amelchenko, Tanja Becker, Zuza Jasinska & Julie Sassoon. Am ersten Festivaltag spielt das Quartett um Klarinettistin und Saxophonistin Edith Steyer, auch Sängerin & Cellistin Savannah Hauskeller finden wir im Lineup und am Festival-Donnerstag zwei von Frauen geleitete Trios: das Gisela Horat Trio und das Ilona Damiecka Berlin Trio. Infos
25.06. – 28.06.2026 Jazz Baltica, Timmendorfer Strand
Das Jazz Baltica am Timmendorfer Strand bringt den berühmten Urlaubsort an der Ostsee für ein langes Wochenende zum Pulsieren. Wir freuen uns besonders, dass auch hier am Festival-Samstag so viele Musikerinnen aus unserem Netzwerk auf der Bühne stehen: das Lisa Stick Quartett, Rays of Light mit Nora Thiele und Fabiana Striffler, Clara Haberkamp und ELixir mit Lisa Wulff (Foto: Alex Kiausch)! Neben vielen spannenden Duos – David Helbock & Julia Hofer, Radek Szarek & Filippa Gojo, Kravchenko & Clees, Clara Lucas & Hauke Renken – finden wir im Programm das Britta Virves Trio, das Alma Naidu Quartet, das LJJO Schleswig-Holstein sowie das LJJO Hamburg. Infos
26.06. – 01.08.2026 Sonic Pluriverse Festival, Berlin
Das Sonic Pluriverse Festival im Haus der Kulturen der Welt, welches an fünf Wochenenden stattfindet, steht dieses Jahr unter dem Motto „Echoes of Gnawa“ – verwurzelt in westafrikanischen Geschichten von Migration, Diaspora und kultureller Transformation, verbunden mit dem Mittelmeerraum und afro-diasporischen Resonanzen bis nach Lateinamerika und darüber hinaus bringt es die Gnawa-Tradition als gegenwärtige Klangpraxis nach Berlin. Das Festival, kuratiert von Alaa Zouiten, versteht diese Verflechtungen nicht als bloße Begegnung verschiedener Stile, sondern als Ausdruck geteilter historischer Erfahrungen, die in unterschiedlichen musikalischen und spirituellen Formen weiterleben und heute neue Stimmen und Allianzen hervorbringen. Mit Asmaa Hamzaoui & Bnat Timbouktou (Foto: Lais Pereira) und Moonlight Benjamin. Infos
28.06.2026 Summerklaeng, Köln
Am letzten Sonntag im Juni lässt sich im Kölner Open-Air-Paradies Odonien beim Summerklaeng wunderbar der Sommer feiern – mit tollen Künstler*innen, kalten Getränken und Festival-Feeling unter freiem Himmel! Ob Indie-Folk, Rebetiko, Free Jazz oder Pop’n Roll für Kids – das Line-Up ist bunt, divers und voller Überraschungen. Mit Luise Volkmann & Été Large (Foto: Anna Roters), Hannah Köpf & Band und /inshi/. Infos
Titelfoto: Peggychoucair / Pixabay


02.05. – 09.05.2026 Women in Jazz, Halle
02.05. – 10.05.2026 folkBALTICA, Schleswig-Holstein & Dänemark
07.05. – 21.07.2026 Klavier-Festival Ruhr, Ruhrgebiet
08.05. – 30.05.2026 Queer Festival, Heidelberg
20.05. – 25.05.2026 Afro-Pfingsten Festival, Winterthur
20.05. – 04.07.2026 Ulmer Zelt, Ulm 
28.05. – 30.05.2026 Immergut Festival, Neustrelitz
29.05. – 31.05.2026 Lahneck Live, Lahnstein
29.05. – 06.06.2026 Morgenland Festival Osnabrück
02.04. – 12.04.2026 Tamburi Mundi, Freiburg
15.04. – 18.04.2026 Popsalon, Osnabrück
15.04. – 19.04.2026 c/o pop Festival + Convention, Köln
17.04. – 26.04.2026 Salam Music & Arts Festival, Wien


Zum 36. Mal bringt die Offbeat Concert GmbH mit ihrem Jazzfestival renommierte, internationale Jazzmusiker*innen nach Basel. Im April und Mai werden diese in fast 30 Konzerten in verschiedenen Locations der Stadt zu hören sein. Unter den Artists befinden sich Alexandra 
Frauenwochen
07.03.2026 La Figue, Karlsruhe
08.03.2026 Festliche Frauenversammlung mit Fete #5, Berlin
08.03.2026 THE STAGE IS (Y)OURS – Feministisches Festival, Wiesbaden
08.03.2026 Doris Lerche mit Heike Michaelis & Gala Rinck, Frankfurt
08.03.2026 FRAUPAUL und Missratene Töchter, Hamburg
09.03.2026 Frauen*Streik, bundesweit
12.03.2026 fem*spot music & statements Benefizkonzert, Frankfurt
26.02. – 29.03.2026 Irish Spring Festival
05.03. – 15.03.2026 Weinstadt Jazztage
14.03.2026 Berlin Folk Festival
17.03. – 22.03.2026 Jazzwoche Burghausen
Dass Akhondy ihre Heimat verließ, hat ihr zu großer künstlerischer Freiheit verholfen, die sie in Ensembles wie der Band Paaz nutzt oder dem Chor Banu, der wahrscheinlich einzigen iranischen Frauen-A Capella Gruppe weltweit. Bis zu 25 Sängerinnen zwischen 25-65 Jahren kommen donnerstags zur Probe, aber bei Konzerten stehen meist nur 7 von ihnen auf der Bühne. Eine Unmöglichkeit in ihrer Heimat, denn Frauen ist dort das öffentliche Musizieren und Singen nur ganz eingeschränkt möglich: vor weiblichem Publikum dürfen sie solistisch öffentlich auftreten, vor gemischtem Publikum aber nur, wenn ihr Gesang von männlichen Gesangsstimmen überdeckt wird. Wie sie die Islamische Revolution und den Umzug nach Deutschland erlebt hat und was ihren Chor so besonders macht, erzählt sie uns in folgendem Interview.
Das war kurz vor dem Jahr 2000. Da bekam ich Lust, mehr über die Volksmusik meiner iranischen Heimat zu erfahren. Weil ich ja aus der traditionellen persischen Kunstmusik komme, die man vom Anspruch her vielleicht mit der klassischen europäischen Musik vergleichen könnte, wusste ich gar nicht soviel über die Volksmusik Irans. Mit einigen meiner in Köln lebenden iranischen Gesangsschülerinnen gründete ich deshalb einen kleinen Chor, der vorerst nur aus sieben Frauen und mir bestand. Reizvoll war daran auch, dass wir keine zusätzlichen Musiker brauchten – Klanghölzer und Rahmentrommeln reichten völlig aus, um unseren Gesang selbst zu begleiten.
Es ist das Eintauchen in ein weiteres mit dem Iran verbundenes Genre und noch einmal etwas wesentlich Anderes als der Schritt, den ich seinerzeit von der klassischen persischen Kunstmusik meines Ensembles Barbad hin zu den mit meinem Frauenchor Banu gesungenen Volksliedern machte. Natürlich geht es auch um schöne Erinnerungen an meine Jugend. Die meisten der Paaz-Stücke entstanden ja in den 1950er bis 1970er Jahren, in denen sich viele iranische Komponisten von populärer europäischer Musik inspirieren ließen.
Wenn es möglich ist, reise ich einmal im Jahr in den Iran, treffe mich dort mit alten Kolleginnen und Kollegen oder bummele in Teheran durch den Stadtteil Baharestan, in dem es besonders viele Instrumentenbauer und Musikgeschäfte gibt. Eigentlich hätte ich in diesem Jahr erstmals eine Studienreise zu den Musikkulturen Irans begleiten sollen. Dabei wäre es möglich gewesen, weitere Kontakte zu Musikern in fast allen Landesteilen zu knüpfen. Das ging natürlich wegen Corona nicht. Meine letzte Begegnung mit im Iran lebenden Musikern hatte ich deshalb beim Rudolstadt Festival 2019, bei dem Iran der Länderschwerpunkt war und zu dem auch ich mit Banu eingeladen war. An den Kolleginnen und Kollegen im Iran bewundere ich sehr, mit welcher Ausdauer und Energie sie es schaffen, sich immer wieder neu auf sich häufig verändernde Regeln einzustellen und ihre künstlerische Arbeit fortzuführen.
Und obwohl die Band bis vor wenigen Jahren alles selbst machte und bis heute nur ein kleines Management-Team hat, hat sich ihre Musik herumgesprochen. Sie spielen häufig in ausverkauften Hallen und auch die Presse ist aufmerksam geworden: Der Rolling Stone listete sie im Mai unter die “10 New Country Artists You Need to Know”. Als ich am Konzertabend das Frankfurter BETT betrat, hatte ich davon keine Ahnung und vorher nur kurz in zwei Songs reingehört. Als Opener war Temple Haze eingeladen, ein US-amerikanischer Singer-/Songwriter, der seit geraumer Zeit in Berlin lebt. Dass er auch als Yogalehrer arbeitet, erfahren wir nach einiger Zeit, und es erklärt, warum das Publikum seine Musik zunehmend im Sitzen genießen wollte. Seine sehr freie Art zu singen, seine Ausdrucksstärke und sein akzentuiertes Gitarrenspiel waren beeindruckend, aber eher geeignet, den Puls zu verlangsamen und sich nach einer bequemen Couch zu sehnen.
Nach seinem Set und einer kurzen Pause begannen Leah und Chloe Smith ihr Konzert mit einem A Cappella-Stück, das vom Publikum mit Begeisterung gewürdigt wurde. Schnell wurde klar, dass die beiden mit ihrem zweistimmigen Gesang über ein großes Maß an künstlerischem Potential verfügen. Zwei wunderschöne Klangfarben, die sie in ihren Arrangements interessant variiert und verfeinert haben, die zugleich kontrastieren und perfekt zusammenpassen. Mit Wechselgesang, harmonisch toll gesetzten Stimmen und fast schon percussivem Einsatz der Stimme und des Atems werden sie mich im Laufe des Abends immer wieder auch an Zap Mama erinnern. Nach dem ersten Stück greifen sie zu Gitarre und Banjo und später auch zu Fiddle und Rahmentrommel, ganz in der Tradition der traditionellen Musik der Appalachen, mit der sie aufgewachsen sind. Es ist diese traditionelle Musik, auf die sie sich berufen, die sie in ihren 13 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte mit neuen Einflüssen vermischt haben.
Nicht alles ist in Englisch, da sind das spanische „Caminando“ und ein bulgarisches Lied namens „Zavidi Me Lalino“, das die schöne Reibung der traditionellen Gesangskunst Bulgariens offenbart. Am Ende erklingt „Downtown“, wo sich HipHop in Leahs Gesang mischt und ein noch kämpferischer Ton Einzug hält. Keine Frage, mit dieser Band kann frau nicht nur einen tollen Abend verbringen – sie hat das Zeug, Menschen zusammenzubringen und Veränderung ins Rollen zu bringen. Während ich dies schreibe, höre ich in den Nachrichten vom befürchteten Wahlsieg der Rechtspopulisten in Schweden (!). Da hilft nur noch Musik: „I am resilient | I trust the movement | I negate the chaos | uplift the negative | I’ll show up at the table | again and again and again | I’ll close my mouth and learn to listen“, heißt es in dem Song „Resilient“. Er wird in den nächsten Monaten noch oft bei mir zu hören sein.
Der Titel ist gleichsam Lebensmotto: der Glaube an eine Welt, die gerecht ist und gleiche Chancen für alle bietet. Mal sparsam vor allem mit filigranen Gitarren und perlenden Klavierklängen instrumentiert, dann rockig mit Band umgesetzt, singen die beiden mit ineinander verschlungenen schönen Stimmen von dem, was ihnen wichtig ist. Vom „grundlos Glücklichsein“, das vom rastlosen Drang nach immer mehr Geld und Besitz verdrängt wird, von ewig Gestrigen, die anderen das Leben schwermachen und dem „Großmaul Arnulf“, der gewohnt ist, dass alle vor ihm kuschen. Vom Gefühl der grenzenlosen Freiheit, einfach genau das tun zu können, wonach einem ist, aber auch von Einsamkeit und vom Verlassen werden. Und von der Liebe: „i bin erscht dahoim, wenn i bei dir bin“, der Sehnsucht nach dem Liebsten. Dabei schätzen sie die künstlerische Freiheit, neben Songs im allgäuerischen Idiom singen die beiden auch auf Englisch und Hochdeutsch. Wie in ihrer neuen Single „Schneeflockennacht“, die gerade erschienen ist und den beiden ein großes Publikum beschert hat. Der Song ist nämlich im Intro und Outro des brandneuen Augsburger Puppenkiste Kinofilms „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ zu hören und wird bereits viele Kinder- und Erwachsenenohren verzaubert haben.
Ihr habt vor 15 Jahren als Straßenmusikerinnen begonnen, was hat Euch damals gereizt?
