SPECIALS ZUM FEMINISTISCHEN KAMPFTAG
Frauenwochen
In diversen Städten finden rund um den Internationalen Frauentag am 8. März sogenannte Frauenwochen statt. In dem Zeitraum bieten die Kommunen ein großes Angebot an Workshops, Konzerten, Talks und anderen spannenden Formaten explizit für FLINTA* an – in Offenbach z.B. den Frauen*Marsch am 6.3. (Foto) mit anschließendem Get-Together. Aber auch in Hanau, Fulda und möglicherweise auch in einer Stadt in deiner Nähe finden Frauenwochen statt, die Recherche lohnt sich! Infos Offenbach / Hanau / Fulda
06.03.2026 Demo & Frauentagsparty, Frankfurt
Auch in diesem Jahr haben die DGB Frauen, ver.di Frauen und IG Metall Frauen wieder gemeinsam eine Kundgebung & Demo „Für unsere Befreiung weltweit — Ohne Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung“ organisiert. Um 15:00 geht’s los an der Hauptwache, am Abend geht’s dann zur Frauentagsparty mit DeeJ Amphibious im Club Voltaire! Infos
07.03.2026 RISING RHYTHMS, Dresden
Nach dem ersten Aufschlag rund um den feministischen Kampftag im letzten Jahr rollt die zweite Welle RISING RHYTHMS durch den Untergrund. Dahinter stecken FLINTA* Kräfte aus verschiedenen Dresdner Kollektiven, die sich zusammengeschlossen haben für eine strahlende, bunte Partynacht mit ausschließlich FLINTA* Artists an den Decks! Infos
07.03.2026 La Figue, Karlsruhe
Das La Figue ist ein Tagesfestival zum queerfeministischen Kampftag, welches dieses Jahr zum 3. Mal im P8 Club ausgerichtet wird. Beim Konzertteil werden REMOTE BONDAGE (Foto), Lilac Attitude und CATBITEBACK auf der Bühne stehen, danach geht’s weiter mit einem Rave mit Linér, Slava, Seifriedlich und T.i.k.k.e.r an den Decks! Drumherum gibt es einige Specials wie Tattoos, Crepes, queer-/feministische Infostände und mehr – all Genders welcome! Infos
08.03.2026 Festliche Frauenversammlung mit Fete #5, Berlin
„Frauen auf die Bühne – Mixed Publikum“ lautet das Motto der 5. Festlichen Frauenversammlung des Labels AHOI von Mahide Lein. Besucher*innen können sich freuen auf Konzerte von Beatriz Ferreira und Lotus (Foto: StreetUnivercity), Filmvorführungen, Poesie, eine Lichtinstallation und Kunstausstellung, inkl. des Magischen Wunschbaums, der geschredderte frauenfeindliche Sprüche positiv umwandelt. Abgerundet wird das bunte Programm durch eine Party mit DJane Carmel Zoum. Infos
08.03.2026 THE STAGE IS (Y)OURS – Feministisches Festival, Wiesbaden
Bühnen sind Orte der Sichtbarkeit. Sie zeigen, wessen Stimmen gehört werden, wessen Erfahrungen zählen und wessen Wissen Raum bekommt. „The stage is (y)ours“ steht für eine Bühne, die Frauen gehört und von ihnen gestaltet wird. Sichtbar, bunt und laut beschreibt dabei nicht nur die Vielfalt des Programms, sondern auch eine klare Haltung: Frauen nehmen Raum ein, zeigen Präsenz und machen Themen sichtbar, die im Alltag oft zu wenig Beachtung finden. Tanz, Musik, Theater und Poesie treffen hier auf persönliche Texte, humorvolle Beiträge und fachliche Impulse. Mit Looping Lulu, Lara & Marscha und Essential 5 (Foto). Infos
08.03.2026 Ausstellungseröffnung „Rebellinnen“, Magdeburg
Ab 13 Uhr lädt das Volksbad Buckau zur Eröffnung der Plakatausstellung „Rebellinnen“ ein, die Frauen verschiedener Epochen und aus den unterschiedlichsten Bereichen aus dem deutschsprachigen Raum vorstellt. Von der ehemaligen Nationaltorhüterin Nadine Angerer über die Philosophin Hannah Arendt bis zur Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch – gezeigt werden 25 Porträts von Frauen, die mit Mut, Vision und Engagement Geschichte geschrieben haben. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung läuft bis zum 30.4.2026. Infos
08.03.2026 Doris Lerche mit Heike Michaelis & Gala Rinck, Frankfurt
„Ist die Liebe ein Frauenproblem?“ lautet der Titel der Veranstaltung in der Frankfurter Denkbar. Die Schriftstellerin & Satirikerin Doris Lerche greift ins weitgefächerte Spektrum der Liebe mit all ihren inkompatiblen Sehnsüchten, libidinösen Verwirrungen, emotionalen Abstürzen… kommentiert und ergänzt wird sie von Pianistin Heike Michaelis (Foto) und Sängerin Gala Rinck. Infos
08.03.2026 FRAUPAUL und Missratene Töchter, Hamburg
Auch das f*mz in Hamburg bringt zum feministischen Kampftag die volle Packung FLINTA* Power auf die Bühne. Im Knust wird es laut wenn FRAUPAUL (Foto: Laura Affolter) und Missratene Töchter ihre Indie-Rock und Pop-Punk Songs präsentieren. Infos
09.03.2026 Frauen*Streik, bundesweit
Das Töchterkollektiv ist eine bundesweite, intersektional feministische Bewegung, die sich in Reaktion auf Bundeskanzler Merz berüchtigte Stadtbild-Aussagen formiert hat. Am 9. März wollen in über 70 Städten Frauen* ihre Arbeit niederlegen und zeigen, was sonst unsichtbar bleibt: welche Sorgearbeit, im sozialen Bereich, in Familien, in Communities Frauen* und marginalisierte Gruppen tagtäglich übernehmen. Der Streik wird in vielen Städten mit Kundgebungen & musikalischen Beiträgen begleitet, so auch in Frankfurt am Römerberg von 12:00 – 18:00 Uhr mit Aufmischen (Foto: Julietta Key), JULIAKIM und DJ nikesch. Infos
12.03.2026 fem*spot music & statements Benefizkonzert, Frankfurt
Frauen* Musik Büro Gründerin Anne Breick und ihre Formation KICK LA LUNA haben vor 3 Jahren ein Format ins Leben gerufen, bei dem Musik auf Redebeiträge von Powerfrauen* trifft. Nun geht der fem*spot in die 4. Runde, dieses Mal unter dem Motto „young meets old“: in kurzen Statements werden junge Feministinnen aufzeigen, wofür es sich zu kämpfen lohnt, umrahmt von Songs der Frankfurter Frauenband und Special Guest BELQIS. Die junge Singer-Songwriterin eröffnet den Abend, der unter der Schirmherrschaft von Frauendezernentin Tina Zapf-Rodriguez steht. In Kooperation mit dem Frauenreferat und uns! Eintritt gegen Spende, die Erlöse gehen an KOSI (Stadt für Mädchen*) & FEM Mädchen*haus in Frankfurt. Kommt zahlreich und bringt eure Freund*innen mit! Infos
Für weitere Konzerte am und um den 8. März schaut in unseren Veranstaltungskalender!
WEITERE FESTIVALS
26.02. – 29.03.2026 Irish Spring Festival
Vor genau 25 Jahren eroberte irische Folkmusik erstmal deutsche Bühnen, als das Irish Spring Festival ins Leben gerufen wurde. Seitdem touren jährlich vier renommierte Acts einen Monat lang gemeinsam durch Deutschland, mit feinster Folk Music aus keltischen Regionen im Gepäck. Dieses Jahr sind das Iona Fyfe Trio (Foto: Elly Lucas), Eleanor Shanley & Ultan Conlon und außerdem die Tänzerin Lenka Fairy mit dabei. Infos
05.03. – 15.03.2026 Weinstadt Jazztage
„In der Improvisation spiegelt sich unser eigenes Leben wider: Wir planen, wir probieren, wir scheitern, wir fangen neu an – und manchmal entsteht genau daraus dieser eine Moment, in dem plötzlich alles stimmt.“ Auf diesem schönen Credo basieren die Weinstadt Jazztage, die etablierte Größen sowie junge Talente auf die Bühne bringen. Im Programm entdecken wir Tuija Komi & Band aus unserem Netzwerk und das Ipanema Jazz Duo (Foto). Infos
14.03.2026 Berlin Folk Festival
Im März weht Flower-Power durch Kreuzberg. Das neugegründete Berlin Folk Festival lädt in Erinnerung an Woodstock in den Festsaal ein für warme Gitarrenklänge, harmonische Folk-Melodien und psychedelische Riffs, vom entspannten 60s-Vibe bis zum energiegeladenen Garage Rock. Bis Mitternacht teilen sich 17 internationale und lokale Acts die Bühnen – mit dabei sind Joan Shelley, Suzan Köcher’s Suprafon (Foto: Peter Szymanski), June Caroussel, Espuma, Mío Ma und Tessa Fleur ft. Winter McQuinn. Was wir besonders cool finden: Von jedem gekauften Ticket gehen 2 € an Hejmo (ehemals Give Something Back To Berlin), einen mehrfach ausgezeichneten Verein, der Migrant*innen, Geflüchtete und Locals verbindet und sich für eine offene, inklusive Gesellschaft einsetzt. Infos
17.03. – 22.03.2026 Jazzwoche Burghausen
In Burghausen beginnt die 55. Internationale Jazzwoche mit dem Finale des Burghauser Nachwuchs-Jazzpreises. Und genauso spannend geht das Programm auch weiter mit Stian Westerhus & Maja S.K. Ratkje, Amy Gadiaga, den jungen Formationen INUI und Ayé! und dem Shuteen Erdenebaatar Trio (Foto: Ralf Dombrowski), welches bei den Late Night Sessions ganze sechs Nächte lang im Jazzkeller zu erleben ist – am Eröffnungsabend ist der Eintritt hier frei. Infos


Dass Akhondy ihre Heimat verließ, hat ihr zu großer künstlerischer Freiheit verholfen, die sie in Ensembles wie der Band Paaz nutzt oder dem Chor Banu, der wahrscheinlich einzigen iranischen Frauen-A Capella Gruppe weltweit. Bis zu 25 Sängerinnen zwischen 25-65 Jahren kommen donnerstags zur Probe, aber bei Konzerten stehen meist nur 7 von ihnen auf der Bühne. Eine Unmöglichkeit in ihrer Heimat, denn Frauen ist dort das öffentliche Musizieren und Singen nur ganz eingeschränkt möglich: vor weiblichem Publikum dürfen sie solistisch öffentlich auftreten, vor gemischtem Publikum aber nur, wenn ihr Gesang von männlichen Gesangsstimmen überdeckt wird. Wie sie die Islamische Revolution und den Umzug nach Deutschland erlebt hat und was ihren Chor so besonders macht, erzählt sie uns in folgendem Interview.
Das war kurz vor dem Jahr 2000. Da bekam ich Lust, mehr über die Volksmusik meiner iranischen Heimat zu erfahren. Weil ich ja aus der traditionellen persischen Kunstmusik komme, die man vom Anspruch her vielleicht mit der klassischen europäischen Musik vergleichen könnte, wusste ich gar nicht soviel über die Volksmusik Irans. Mit einigen meiner in Köln lebenden iranischen Gesangsschülerinnen gründete ich deshalb einen kleinen Chor, der vorerst nur aus sieben Frauen und mir bestand. Reizvoll war daran auch, dass wir keine zusätzlichen Musiker brauchten – Klanghölzer und Rahmentrommeln reichten völlig aus, um unseren Gesang selbst zu begleiten.
Es ist das Eintauchen in ein weiteres mit dem Iran verbundenes Genre und noch einmal etwas wesentlich Anderes als der Schritt, den ich seinerzeit von der klassischen persischen Kunstmusik meines Ensembles Barbad hin zu den mit meinem Frauenchor Banu gesungenen Volksliedern machte. Natürlich geht es auch um schöne Erinnerungen an meine Jugend. Die meisten der Paaz-Stücke entstanden ja in den 1950er bis 1970er Jahren, in denen sich viele iranische Komponisten von populärer europäischer Musik inspirieren ließen.
Wenn es möglich ist, reise ich einmal im Jahr in den Iran, treffe mich dort mit alten Kolleginnen und Kollegen oder bummele in Teheran durch den Stadtteil Baharestan, in dem es besonders viele Instrumentenbauer und Musikgeschäfte gibt. Eigentlich hätte ich in diesem Jahr erstmals eine Studienreise zu den Musikkulturen Irans begleiten sollen. Dabei wäre es möglich gewesen, weitere Kontakte zu Musikern in fast allen Landesteilen zu knüpfen. Das ging natürlich wegen Corona nicht. Meine letzte Begegnung mit im Iran lebenden Musikern hatte ich deshalb beim Rudolstadt Festival 2019, bei dem Iran der Länderschwerpunkt war und zu dem auch ich mit Banu eingeladen war. An den Kolleginnen und Kollegen im Iran bewundere ich sehr, mit welcher Ausdauer und Energie sie es schaffen, sich immer wieder neu auf sich häufig verändernde Regeln einzustellen und ihre künstlerische Arbeit fortzuführen.
Und obwohl die Band bis vor wenigen Jahren alles selbst machte und bis heute nur ein kleines Management-Team hat, hat sich ihre Musik herumgesprochen. Sie spielen häufig in ausverkauften Hallen und auch die Presse ist aufmerksam geworden: Der Rolling Stone listete sie im Mai unter die “10 New Country Artists You Need to Know”. Als ich am Konzertabend das Frankfurter BETT betrat, hatte ich davon keine Ahnung und vorher nur kurz in zwei Songs reingehört. Als Opener war Temple Haze eingeladen, ein US-amerikanischer Singer-/Songwriter, der seit geraumer Zeit in Berlin lebt. Dass er auch als Yogalehrer arbeitet, erfahren wir nach einiger Zeit, und es erklärt, warum das Publikum seine Musik zunehmend im Sitzen genießen wollte. Seine sehr freie Art zu singen, seine Ausdrucksstärke und sein akzentuiertes Gitarrenspiel waren beeindruckend, aber eher geeignet, den Puls zu verlangsamen und sich nach einer bequemen Couch zu sehnen.
Nach seinem Set und einer kurzen Pause begannen Leah und Chloe Smith ihr Konzert mit einem A Cappella-Stück, das vom Publikum mit Begeisterung gewürdigt wurde. Schnell wurde klar, dass die beiden mit ihrem zweistimmigen Gesang über ein großes Maß an künstlerischem Potential verfügen. Zwei wunderschöne Klangfarben, die sie in ihren Arrangements interessant variiert und verfeinert haben, die zugleich kontrastieren und perfekt zusammenpassen. Mit Wechselgesang, harmonisch toll gesetzten Stimmen und fast schon percussivem Einsatz der Stimme und des Atems werden sie mich im Laufe des Abends immer wieder auch an Zap Mama erinnern. Nach dem ersten Stück greifen sie zu Gitarre und Banjo und später auch zu Fiddle und Rahmentrommel, ganz in der Tradition der traditionellen Musik der Appalachen, mit der sie aufgewachsen sind. Es ist diese traditionelle Musik, auf die sie sich berufen, die sie in ihren 13 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte mit neuen Einflüssen vermischt haben.
Nicht alles ist in Englisch, da sind das spanische „Caminando“ und ein bulgarisches Lied namens „Zavidi Me Lalino“, das die schöne Reibung der traditionellen Gesangskunst Bulgariens offenbart. Am Ende erklingt „Downtown“, wo sich HipHop in Leahs Gesang mischt und ein noch kämpferischer Ton Einzug hält. Keine Frage, mit dieser Band kann frau nicht nur einen tollen Abend verbringen – sie hat das Zeug, Menschen zusammenzubringen und Veränderung ins Rollen zu bringen. Während ich dies schreibe, höre ich in den Nachrichten vom befürchteten Wahlsieg der Rechtspopulisten in Schweden (!). Da hilft nur noch Musik: „I am resilient | I trust the movement | I negate the chaos | uplift the negative | I’ll show up at the table | again and again and again | I’ll close my mouth and learn to listen“, heißt es in dem Song „Resilient“. Er wird in den nächsten Monaten noch oft bei mir zu hören sein.
Der Titel ist gleichsam Lebensmotto: der Glaube an eine Welt, die gerecht ist und gleiche Chancen für alle bietet. Mal sparsam vor allem mit filigranen Gitarren und perlenden Klavierklängen instrumentiert, dann rockig mit Band umgesetzt, singen die beiden mit ineinander verschlungenen schönen Stimmen von dem, was ihnen wichtig ist. Vom „grundlos Glücklichsein“, das vom rastlosen Drang nach immer mehr Geld und Besitz verdrängt wird, von ewig Gestrigen, die anderen das Leben schwermachen und dem „Großmaul Arnulf“, der gewohnt ist, dass alle vor ihm kuschen. Vom Gefühl der grenzenlosen Freiheit, einfach genau das tun zu können, wonach einem ist, aber auch von Einsamkeit und vom Verlassen werden. Und von der Liebe: „i bin erscht dahoim, wenn i bei dir bin“, der Sehnsucht nach dem Liebsten. Dabei schätzen sie die künstlerische Freiheit, neben Songs im allgäuerischen Idiom singen die beiden auch auf Englisch und Hochdeutsch. Wie in ihrer neuen Single „Schneeflockennacht“, die gerade erschienen ist und den beiden ein großes Publikum beschert hat. Der Song ist nämlich im Intro und Outro des brandneuen Augsburger Puppenkiste Kinofilms „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ zu hören und wird bereits viele Kinder- und Erwachsenenohren verzaubert haben.
Ihr habt vor 15 Jahren als Straßenmusikerinnen begonnen, was hat Euch damals gereizt?
