PRO MUSIK teilt Stellungnahme zum „Politischen Fahrplan“ von Spotify

Der Verband freier Musikschaffender PRO MUSIK hat sich zum sog. „politischen Fahrplan“ von Spotify zu Wort gemeldet und zu zentralen Punkten Stellung genommen. Zum einen moniert er, dass Spotify nicht wie behauptet etwa zwei Drittel jedes Euros an Rechteinhaber*innen ausschütte, sondern nur 53 Prozent. Zum anderen erwecke die Plattform den Eindruck, die strukturellen Schwächen des Streaming-Systems lägen primär außerhalb der Plattform. Dabei bestimme sie selbst zentrale Parameter des Systems wie z.B. das Verteilungsmodell (pro rata), Monetarisierungsschwellen, algorithmische Sichtbarkeit, die vertraglichen Machtverhältnisse gegenüber Labels sowie die kuratorische Gewichtung von Inhalten und Credits. Viele Musiker*innen bekämen gar keine Erlöse, obwohl Spotify rechtlich verpflichtet sei, eine “angemessene Vergütung” zu zahlen. Weitere Kommentare beziehen sich auf Transparenz bei den Lizenzzahlungen und Algorithmen, fehlende KI-Kennzeichnung und die Forderungen von Spotify, der Staat solle seine Kulturförderung ausbauen und Rahmenbedingungen schaffen, die noch größeres Wachstum fördern.

Fazit: PRO MUSIK sieht im politischen Fahrplan ein Dokument der Verantwortungsverschiebung und nicht der Reformbereitschaft. Aus Sicht freier Musikschaffender hätte ein wirklich konstruktiver politischer Fahrplan folgende Punkte enthalten:

– die Einführung eines nutzerzentrierten Vergütungsmodells
– Faire Spielregeln: Kennzeichnung von KI generierter Musik
– Die Nennung aller Mitwirkenden an einem Werk in den Credits
– Ausschüttungen ab dem ersten Stream
– Transparenz über Gewinn- und Verteilungsstrukturen
– die Prüfung einer Beteiligung der Plattformen an nachhaltiger Musikförderung

16.03.2026