Die Allianz der Freien Künste fordert:
1. die Erhöhung des in Aussicht gestellten Pauschalbetrages auf monatlich mindestens 1.180 Euro
2. eine Verlängerung der Novemberhilfen bis zum 31. Dezember 2020, denn in Branchen mit langen Planungsvorläufen ist der Monat Dezember bereits jetzt verloren
3. die Sicherstellung, dass bei den Novemberhilfen alle selbstständigen Kunstschaffenden zur Gruppe der direkt Betroffenen gezählt werden
4. eine radikale Vereinfachung der Grundsicherung für die Dauer der Pandemie (Wegfall der Bedarfsgemeinschaft, Wegfall der Vermögensprüfung, Wegfall des Bewerbungszwanges, Wegfall des Mobilitäts-Verbotes etc.)
5. eine kurzfristige Aufstockung von bereits jetzt stark überzeichneten Förderprogrammen der BKM im Rahmen von NEUSTART KULTUR (Kultur-Milliarde)
6. eine ernstzunehmende Einbeziehung der Branchen- und Fachverbände auf Bundesebene bei der Ausgestaltung von Hilfs- und Fördermaßnahmen
7. einen überparteilichen, die Fachverbände einbeziehenden Runden Tisch Kunst und Kultur in der ersten Jahreshälfte 2021


Das Porgy & Bess in Wien lässt sich die Stimmung vom zweiten Lockdown nicht vermiesen und lädt im November und Dezember in seinen virtuellen Club ein. Der bietet allen Ensembles, die engagiert wurden, auch weiterhin die Bühne im leeren Club und aktiviert seinen bereits erprobten und bewährten Jazzzustellservice „The show must go on(line)“, um eine gewisse musikalische Grundversorgung zu garantieren. An Tagen, an denen internationale Bands, die nun nicht reisen können, ein Gastspiel gehabt hätten, streamt das Porgy & Bess-Team aus dem Archiv, das dato über 150 Konzerte umfasst. Es zahlt auftretenden Musiker*innen ihr vereinbartes Honorar und engagiert Ton-, Licht- und Streamtechniker*innen. Klar, dass das Publikum das honoriert, indem es den Pay-as-you-wish-Button möglichst häufig drückt und ein Hutgeld hinterlässt. Die nächsten Konzerte kommen u.a. von österreichischen Acts wie dem Kollektiv Mamma Fatale feat Milly Groz (Foto), außerdem stehen Anna Anderluh, SWANtje, Johanna Orsini-Rosenberg sowie internationale Künstler*innen wie The International Gospel Society w/Big John Whitfield (A/USA) und Chanda Rule (USA/A/CZ) auf der Bühne. Am 11.12. präsentiert der Österreichische Komponistenbund die Composers’ Lounge #17 mit Ankathie Koi, Elis Noa, Kathi Kallauch, Momo’s Marrow, Sinikka Monte u.a. Das Publikum und die Fachjury entscheiden gemeinsam, wer an diesem Abend mit dem „ÖKB Songwriter Award“ ausgezeichnet wird.
Astor Piazzolla (1921 – 1992) spaltete schon zu Beginn seines musikalischen Schaffens in den 40er Jahren die argentinische Nation und rüttelte an traditionellen Grundfesten. Anfang der 50er Jahre ging er zum Studium nach Frankreich, was den Wendepunkt in seinem Leben markierte. Daraus gestärkt ging er unbeirrt daran, seine Vorstellung eines zeitgenössischen Tangos in die Tat umzusetzen. Er verwendete darin Elemente der Klassik, des Jazz und des Klezmers. Dadurch veränderte er etwas, das nicht verändert werden durfte – den Tango Argentino, und er kreierte etwas Neues: Den Tango Nuevo. Internationale Erfolge ebneten ihm den Weg zum Erfolg in seinem Heimatland. Endlich, nach 40 Jahren Kampf, wurde er in Argentinien anerkannt. Die Akkordeonistin Cordula Sauter zeichnet sein Werk mit ihrer musikalischen Lesung „Mehr Tango geht nicht“ nach, die sie jetzt als CD veröffentlicht hat. Die CD kann bei ihr für 19.-€ (zzgl. Versandkosten) bestellt werden. Auf einer weiteren neuen CD spielt sie seine Stücke rein instrumental (15 € zzgl. Versand).
Seit dem 01.11. ist die Schweizer Singer-/Songwriterin Bettina Schelker mit ihrem neuen Album „Anonymous“ am Start, das sie u.a. mit dem Weltklasse-Gitarristen Carl Verheyen in den Sunset Sound Studios in Los Angeles aufgenommen hat. Wie viele Kilometer sie als Musikerin in den letzten knapp 30 Jahren abgespult hat, weiß sie wohl selbst nicht so genau, es waren auf jeden Fall drei Kontinente (Australien, Nordamerika inklusive Hawaii, Europa) und rund 1250 Konzerte insgesamt, solo als Support für die Band von Carl Verheyen (Supertramp), als Bandmitglied bei The Blackberry Brandies u.v.a. Fakt ist, dass die Schweizer Musikszene nur wenige Musikerinnen im Angebot hat, die so oft und fern auf Konzertreise sind und so lange und stark für ihre Kunst brennen wie Bettina Schelker, und zwar in guter, alter DIY-Manier. Schließlich betreibt die Musikerin seit 20 Jahren auch ihr eigenes Plattenlabel. Jetzt ist also ihr siebstes Soloalbum erschienen und auf ihm nennt Schelker ihre wichtigen Themen wieder beim Namen, allen voran die lesbische Liebe, den Kampf gegen Diskriminierung und für die Rechte der LGBT-Community.