Livemusik in Deutschland setzt Aufwärtstrend fort
Die GEMA veröffentlicht auf ihrer Datenplattform „Song Economy“ aktuelle Zahlen zur deutschen Konzertlandschaft. Im Jahr 2025 wurde erstmals seit der Corona-Pandemie wieder das Niveau des Jahres 2019 übertroffen. Die GEMA erfasste in ihrer Auswertung insgesamt 267.145 Konzerte, was 4,5% mehr als 2024 und 1,6% mehr als im letzten Jahr vor der Pandemie entspricht.
Mittlere und größere Konzerte wachsen zahlenmäßig stärker als kleine Veranstaltungen. Kleinere Konzerte bilden jedoch weiterhin das Rückgrat des Marktes. Auch die Konzertbesuche erreichten mit rund 74,5 Millionen Besucher*innen einen neuen Höchststand. Gegenüber 2024 stieg die Zahl um rund 5,3%, gegenüber 2019 um rund 7,7%.
Regional liegen Bayern und Nordrhein-Westfalen bei der absoluten Zahl der Konzerte vorn. Berlin führt sowohl bei den Veranstaltungen als auch bei den Konzertbesuchen. Bei den Besucherzahlen folgen Hamburg und Köln. Die Lanxess-Arena in Köln war 2025 erstmals die meistbesuchte Konzertlocation Deutschlands.
Katharina Morin erhält den Förderpreis Deutschlandfunk
Die 1994 geborene Dirigentin Katharina Morin (Foto: Jakob Schad) erhält den Förderpreis Deutschlandfunk beim Musikfest Bremen 2026. Sie überzeugte die Deutschlandfunk-Musikredaktion und die Leitung des Musikfest Bremen mit ihren einfühlsamen Interpretationen, ihrer differenzierten Gestaltung und natürlichen Ausstrahlung. Die Preisverleihung fand am 23. August im Konzerthaus „Die Glocke“ statt. Der Preis umfasst eine CD-Produktion und ein Engagement beim Musikfest Bremen 2027.
Katharina Morin erhielt mit acht Jahren ihren ersten Cellounterricht und spielte in ihrer Jugend in verschiedenen Jugendorchestern. Nach dem Schulmusikstudium absolvierte sie ein Chorleitungsstudium an der Universität für Musik und Theater München, anschließend bei Marcus Bosch und Georg Fritzsch ein Studium der Orchesterleitung. Sie debütierte bereits in renommierten Konzertsälen und mit namhaften Chören und Orchestern. Seit 2025 ist sie Assistentin des GMD am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Ein Jahr zuvor hat die heute 32-Jährige den Deutschen Preis für Chordirigieren beim RIAS Kammerchor in Berlin gewonnen und den dritten Preis beim Dirigierwettbewerb La Maestra in Paris.
Popakademie und Fraunhofer-Institut starten Forschungsprojekt „Perspektive 2036 – Musikwirtschaft in der Zukunft“
Die Popakademie Baden-Württemberg untersucht gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT im zweijährigen Forschungsprojekt „Perspektive 2036 – Musikwirtschaft in der Zukunft“, wie generative Künstliche Intelligenz Musikproduktion, Distribution, Rechteklärung, Lizenzierung und Verwertung bis zum Jahr 2036 verändern kann. Ziel ist es, mögliche Zukunftsbilder der Musikwirtschaft und Musikkultur zu entwickeln und daraus konkrete Empfehlungen und Handlungsbedarfe für politische Entscheidungsträger*innen abzuleiten. So sollen frühzeitig die Voraussetzungen für einen rechtssicheren, fairen und kulturell verantwortungsvollen Umgang von KI im Musikbereich geschaffen werden. Im Rahmen des Programms Insight II wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das Projekt wird beim „INSIGHT Forum 2026 – Interdisziplinäre Perspektiven auf disruptive Innovationen“ am 29. und 30. September 2026 in Berlin vorgestellt.
Kleinkunstreihe „Die Katze im Sack“ sucht Musiker*innen
create music NRW schreibt Band- und Solomusiker*innenförderung aus
Für Projekte in 2026 schreibt create music NRW wieder Fördermittel für Bands und Solomusiker*innen aus. Bis zum 1. September 2026 könnt ihr als Nachwuchsact aus NRW eine Förderung in Höhe von 500€ beantragen. Voraussetzung ist, dass:
- ihr wohnhaft in NRW seid.
- ihr zwischen 14 und 27 Jahre alt seid (bei Bands gilt der Durchschnitt).
- ihr eigene Musik schreibt.
- ihr Popmusik macht. Dazu gehören alle popmusikalischen Spielarten von Hip-Hop bis Metal (lediglich die Förderung von Jazz und Klassik ist ausgeschlossen).
- ihr ein Projektvorhaben mit konkretem musikalischen oder künstlerischen Output plant (keine Anschaffungen von Instrumenten oder
Software). - euer Vorhaben bis zum 31.12.2026 abgeschlossen ist.
Das Antragsformular könnt Ihr hier runterladen. Es muss per Mail (im offenen PDF-Format, nicht als Scan oder Foto-/Bilddatei) eingereicht werden.
Open Call: Sektor 9000 e. V. sucht Musiker*innen für Wohnzimmerkonzerte (Trier)
Der Sektor 9000 e. V. in Trier sucht Musiker*innen für seine Wohnzimmerkonzertreihe „Tapis rouge“ und freut sich über Bewerbungen aus allen Musikrichtungen, egal ob Solo-Act, Duo oder kleine Band, besonders von Nachwuchs-Künstler*innen. Die Konzertreihe soll im Oktober und November stattfinden, jede*r Künstler*in/ Band erhält eine Gage. Interessierte schicken eine Mail oder DM via Insta mit 2-3 Videos ihrer Musik, Weblinks und den gewünschten Zeitraum (Okt/Nov). Anmeldeschluss: 05.09.26
Musikfonds – Kleine Projektförderung
Der Musikfonds hat die dritte Runde der Kleinen Projektförderung ausgeschrieben. Bis zum 30. November 2026 können Anträge auf Förderungen von bis zu 3.000 Euro gestellt werden. Gefördert werden insbesondere Projekte im ländlichen Raum und in strukturschwachen Regionen sowie Vorhaben im öffentlichen Raum. Anträge können online über den Musikfonds eingereicht werden. Alle Informationen und die Antragsunterlagen gibt es auf der Website des Musikfonds.
Hi Five Jazz Award 2026: Preisträger*innen stehen fest
Die Rotary Organisation im Allgemeinen und der Rotary Club Hildesheim im Speziellen setzen sich seit vielen Jahren u.a. für die Kulturförderung ein. Der Rotary Club Hildesheim lobt einen oder zwei mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Musikpreise für Bands und Formationen in der Kategorie Jazz aus. In diesem Jahr hat sich die Jury in einem mehrstufigen Auswahl- und Bewertungsverfahren für zwei Preisträger*innen entschieden, die sich den Preis teilen und ihre Konzerte am 20.11.26 in Hildesheim geben werden: Das sind Karolina Strassmayer & Drori Mondlak – Klaro! mit ihrer Quartett-Besetzung sowie das Mareike Wiening Quintet um die herausragende Schlagzeugerin Mareike Wiening. Wir sagen herzlichen Glückwunsch an alle Musiker*innen!
Rescue Mechanismus für Veranstalter*innen
Das Risiko, auf Kosten sitzen zu bleiben, lähmt die Kultur. Immer mehr Events müssen verschoben oder sogar abgesagt werden. Die Macher*innen der Ticketplattform Good Tix wollen dem etwas entgegensetzen und wollen Veranstaltungen, denen wegen zu geringer Vorverkaufszahlen die Absage droht, mit einem sogenannten Rescue-Mechanismus unterstützen. Damit soll vor allem kleinere und mittlere Locations geholfen und die Vielfalt der Livekultur erhalten werden.
Wie funktionierts?
1. Einen kostenlosen Account anlegen.
2. Ab mindestens fünf online gestellten Events kann für jedes beliebige Event ein Antrag gestellt werden.
3. Die Plattform prüft jeden Antrag und macht bei Zusage ein Rescue-Angebot (max. 1.500 €) (Rechner).
4. Nimmt das Veranstaltungteam das Angebot an, wird ein vereinbartes Ticketkontingent in den Pay-as-you-wish-Modus geschaltet und die Plattform hilft bei der Vermarktung des Events.
Du erhältst den Rescue-Betrag unabhängig von der Menge der verkauften Tickets, sodass du Planungssicherheit bekommst. Klingt nach einer guten Idee!
Assistenz der Geschäftsführung (m/w/d) in Teilzeit (Bonn)
Die Kulturpolitische Gesellschaft ist eine bundesweite Vereinigung von ca. 1.400 Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen der Kulturpolitik mit Sitz in Bonn. Zum 1. November 2026 sucht sie eine Assistenz der Geschäftsführung (m/w/d) in Teilzeit (TV-L 6 – TV-L 8) im Umfang von 25 Wochenstunden. Gesucht wird eine motivierte Person, die ihre Aufgaben verantwortungsbewusst, zuverlässig und eigeninitiativ angeht und Freude daran hat, Teil eines engagierten Teams zu sein. Bewerbungsfrist: 21.09.2026
Open Stage @ IF*TF 14.-20.09.2026 & Volunteers gesucht
Unter dem Motto „Feminist Democracy“ schafft das Internationale Frauen* Theater Festival in Frankfurt (14.-20.09.2026) Räume für Begegnung, kreative Ausdrucksformen und die Stimmen von Mädchen* /MINTA* und jungen Frauen* /FLINTA*. Ob Musik, Tanz, Poetry oder Performance – junge Menschen sind eingeladen, ihre Talente zu zeigen und die Bühne zu erobern. Wer selbst auftreten möchte (max. 5 Minuten), kann sich per Mail anmelden.
Außerdem sucht das Festival noch Volunteers. Ob in der Organisation, Kommunikation, Vorbereitung oder direkt am Veranstaltungstag: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich einzubringen, neue Leute kennenzulernen und gemeinsam etwas Besonderes zu schaffen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – bringt einfach eure Begeisterung, Offenheit und die Liebe zur Kultur und Gemeinschaft mit. Wenn du interessiert bist, schicke bitte deinen Namen, deine Pronomen und deine Telefonnummer per Mail.
29. Ausgabe von Jazz Now! 1.-2.10.2026 Hamburg
Am 1. und 2. Oktober 2026 lädt die Deutsche Jazzunion zur 29. Ausgabe der Jazz Now! nach Hamburg ein – mit Panels, Workshops, einem Live-Podcast und jeder Menge Vernetzungsmöglichkeiten. Zwei Tage lang wird die Hansestadt zum Treffpunkt für Musiker*innen, Studierende, Veranstalter*innen, Kulturpolitik und Akteur*innen der Kreativwirtschaft. Die biennal stattfindende Fachkonferenz wird in diesem Jahr in Kooperation mit dem Jazzbüro Hamburg sowie der JazzHall Hamburg veranstaltet. Das erste Panel widmet sich der Frage, wie neue Zielgruppen für Jazz und Improvisierte Musik gewonnen sowie nachhaltige Zugänge für ein vielfältiges Auditorium geschaffen werden können. Der Basar der Kompetenzen bietet an beiden Konferenztagen Workshops zur physischen und mentalen Gesundheit an, die Impulse für einen langfristig gesunden Berufsalltag vermitteln. In dem Panel „Wie sichern wir Jazz und Improvisierte Musik? – Zwischen Prekarität, Struktur, Politik und Perspektiven“ diskutieren Vertreter*innen der Politik mit den Veranstaltern über die politischen und strukturellen Voraussetzungen für zukunftsfähige Perspektiven.
Der zweite Konferenztag beginnt mit der Mitgliederversammlung der Deutschen Jazzunion. Anschließend lädt die „Hamburg Experience“ Besuchende ein, sich im Rahmen eines Walk & Talk entlang der Alster zu vernetzen. Am Nachmittag folgt im Live-Podcast „The Shape of Jazz Records to Come – Die Zukunft von Jazzaufnahmen“ ein Blick darauf, wie Streaming, digitale Entwicklungen und veränderte Hörgewohnheiten die Zukunft von Jazzaufnahmen prägen. Schließlich beleuchtet das Abschlusspanel „Zwischen Vision und Struktur: Neue Wege der Jazzförderung – Fokus Large Ensembles“ aktuelle kulturpolitische Debatten und die besonderen Herausforderungen von Large Ensembles.
Interessierte können sich bis 30. September 2026 für die Fachkonferenz hier anmelden.

