Offener Brief fordert Regulierung des Ticketzweitmarkts
Der BDKV, die Deutsche Jazzunion und weitere Verbände, Unternehmen sowie Künstler*innen der deutschen Livebranche haben einen Offenen Brief an die Bundesregierung unterzeichnet, der sich für eine Regulierung des Ticketzweitmarkts ausspricht. Der Brief mit dem Titel „Gegen Wucher und Betrug – Tickets dürfen keine Spekulationsobjekte sein“ klagt an, „dass der Zugang zu Konzerten durch Spekulation, Wucherpreise und intransparente Weiterverkaufspraktiken erschwert wird – und das auf Kosten von Hörenden, Musizierenden sowie Veranstaltenden“. Gewerbliche Wiederverkäufer, die Tickets nicht selten mithilfe automatisierter Software (sogenannter Bots) in Massen aufkauften, böten sie anschließend zu horrenden Preisen auf Plattformen wie Viagogo oder Ebay zum Wiederverkauf an. Aufschläge von 250 Prozent und mehr seien keine Seltenheit, heißt es in dem Schreiben. Das Geld fließe weder zu den Künstler*innen noch in die Veranstaltungswirtschaft. Ebenso gravierend sei der Betrug mit gefälschten Tickets. Was die gesamte Branche brauche, sei ein gesetzlicher Rahmen wie er in Frankreich oder Großbritannien existiere. Die Unterzeichner*innen des Offenen Briefs fordern die Bundesregierung daher dazu auf, zügig einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Missstände beseitige.
Doku-Tipp zum Thema: Ein Rechercheteam des Bayrischen Rundfunks blickt in der dreiteiligen Dokureihe „Dirty Little Secrets“ hinter die Kulissen der glitzernden Musikwelt, schaut sich das Monopol von Eventim und des Streaming-Giganten Spotify genauer an. Das Team zeigt u.a. auf, wie der Ticketanbieter Eventim doppelt und dreifach absahnt – nicht nur bei Ticketverkäufen bei Konzerten & Großereignissen wie Fußball-Meisterschaften, sondern auch, in dem er Bookingagenturen und Konzerthallen aufkauft und sich damit nach und nach eine marktherrschende Stellung geschaffen hat.

