Offener Brief an den Kulturstaatsminister zum Bundeshaushalt 2027

In einem Offenen Brief vom 10.09.26 an den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, sowie an Mitglieder des Haushaltsausschusses und des Ausschusses Kultur und Medien äußern sich der Deutsche Komponist*innen Verband, die Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM) und die Gesellschaft für Neue Musik (GNM) zum Bundeshaushalt 2027. Die Unterzeichnenden fordern, die Förderung des Musikfonds e.V. verlässlich zu sichern und den gewachsenen Förderbedarf im weiteren parlamentarischen Verfahren im Blick zu behalten, also nicht nur abzusichern, sondern auch bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Für den DKV, DEGEM und GNM ist besonders wichtig, dass Förderung bereits dort ansetzt, wo Musik geschaffen und entwickelt wird. Künstlerische und kompositorische Arbeit brauche Zeit, professionelle Arbeitsbedingungen, Möglichkeiten der Erprobung und Aufführung sowie angemessene Honorare. Der Musikfonds habe sich als wichtiges bundesweites Förderinstrument für die freie aktuelle Musik bewährt. Zugleich sei der Förderbedarf größer als die vorhandenen Möglichkeiten. Produktions-, Personal-, Reise- und Betriebskosten seien gestiegen, gleichzeitig würden zu Recht bessere Honorarstandards für freischaffende Künstler*innen entwickelt.

Mit Sorge schauen die Verbände auch auf die vorgesehenen Kürzungen bei anderen wichtigen Bereichen der Musikförderung, wie der Initiative Musik, beim Deutschen Musikrat, beim Festivalförderfonds und beim Reeperbahn Festival. „Besonders in Hinsicht von in der Gesellschaft diskutierten, auch z.T. rechtspopulistisch angetriebenen Vorstellungen zu Umwälzungen des Kulturlebens in einigen Bundesländern, sollte der Bund bei allen Zuständigkeitsfragen ein stabiler und wichtiger Faktor in der Kulturförderung bleiben. Wir unterstützen die Bemühungen, im parlamentarischen Verfahren auch hier Verbesserungen zu erreichen. Dabei dürfen unterschiedliche Genres, Sparten und Bereiche des Musiklebens nicht gegeneinander ausgespielt werden“, heißt es im Brief.

16.09.2026