Musikfonds: Bis zu 50.000 € Projektförderung für Profimusiker*innen mit avantgardistischen Konzepten
Der Musikfonds startet die erste Förderrunde 2026 für Projekte der aktuellen Musik. Gefördert werden künstlerische Projekte in Deutschland mit 3.001 € bis 50.000 € Fördersumme, wovon mind. 10 % kofinanziert werden müssen. Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Förderung sind die künstlerisch-musikalische Qualität und die Innovationskraft des Projekts. Unabhängig vom musikalischen Genre stehen avantgardistische Konzepte im Fokus der Förderung. Mainstream kann beim Musikfonds nicht gefördert werden. Die Förderprogramme des Musikfonds richten sich an professionelle in Deutschland ansässige Musiker*innen, Komponist*innen und Klangkünstler*innen. Internationale Kooperationen sind möglich. Es werden keine reinen Tonträger-/Videoproduktionen, Wettbewerbe, Amateurprojekte oder reine Vermittlungsformate gefördert. Förderfähig sind: Künstlerische Honorare (mind. 300 € pro Konzert), projektbezogene Personalkosten, Veranstaltungs- und Produktionskosten sowie Reise- & Übernachtungskosten (gemäß BRKG). Anträge können bis 31. März 2026 (18 Uhr) online gestellt werden. Eine zweite Antragsrunde läuft vom 1.–30. September 2026.
73. Künstler*innenförderunde (ab 10.4. bewerben)
Die Initiative Musik unterstützt Solokünstler*innen, Bands und Autor*innen auf dem deutschen und internationalen Musikmarkt. Gefördert werden u. a. Produktion, Tonträgerherstellung, Contentproduktion, Promotion und Tourneen. Die nächste Antragsphase der Initiative Musik Künstler*innenförderung läuft vom 10.-30. April 2026 und fördert Projekte, die vom 19.6.2026 – 18.06.2027 stattfinden. Die Initiative Musik bietet hierzu telefonische Beratung an, ein ausführliches Video enthält viele nützliche Infos zum Förderprogramm; ein weiteres Video führt durch die Antragstellung.
Fristverlängerung Bundesschallschutzprogramm bis 16. März (12 Uhr)
2026 startet ein bundesweites Pilotprogramm für besseren Schallschutz bei Spielstätten und Festivals. Ziel ist es, Livemusik-Orte zu unterstützen, die aufgrund von Lärmbeschwerden unter Druck geraten sind. Das Programm ist für euch relevant, wenn eine Schließung oder Absage droht, wenn euer Programm stark eingeschränkt werden müsste (inkl. Einnahmeverlusten) oder wenn ein Umzug notwendig wäre, um weiterzumachen.
Prüft vorab eure Antragsberechtigung in der Programmbeschreibung. Wenn ihr die geforderte Veranstaltungsanzahl bspw. wegen behördlicher Auflagen oder schallschutzbedingter Einschränkungen nicht erreicht, reicht die Interessenbekundung bitte trotzdem bis Montag, 16. März, 12 Uhr über das Online-Formular der LiveKomm ein.
Wohnzimmer der Gesellschaft: interaktive Karte für Begegnung ohne Konsum
Eine Demokratie braucht analoge Räume der Begegnung, sie braucht Wohnzimmer der Gesellschaft! Mit diesem Projekt möchte die FUTURZWEI Stiftung Zukunftsfähigkeit Orte sichtbar machen, an denen Menschen ohne Konsumzwang zusammenkommen, reden, teilen und aushandeln. Von der Scheune, in der sich das Dorf einmal im Monat trifft, über Menschen, die gemeinsam im Chor singen, bis zu Bibliotheken, in denen man nicht nur Bücher leiht – überall in Deutschland eröffnen solche Wohnzimmer der Gesellschaft, in Privaträumen, in Kommunen, in Institutionen oder in Unternehmen. Auf einer interaktiven Karte werden diese Begegnungsorte – bisher sind es 452 – bundesweit gesammelt. Tragt eure Einrichtung ein, macht sichtbar was ihr leistet und zeigt, wo Begegnung in Stadt und Land möglich ist (Mail).
79. Frühjahrstagung des INMM „echt“ (8.-11.4.2026) – Stipendien möglich
Vom 08. bis 11. April 2026 veranstaltet das Institut für Neue Musik und Musikerziehung (INMM) in der Darmstädter Akademie für Tonkunst seine 79. Frühjahrstagung. Die Tagung mit dem Titel „echt“ widmet sich Fragen nach Echtheit, Glaubwürdigkeit und Nachprüfbarkeit von Daten und Fakten in einer komplexen, medial geprägten Welt. Uneindeutigkeit und die Konfusion von Identitäten, politischen Richtungen und Aussagen prägen unsere Wahrnehmung. Diese Entwicklung bewirkt einerseits Verunsicherungen, andererseits Tendenzen zu einseitigen und scheinbar einfachen Problemlösungen. Es stellt sich die Frage, ob und wie zeitgenössische Musik Möglichkeiten eröffnet, diese Entwicklungen zu reflektieren.
Die breite Assoziationspalette von „Echt“ und „Echtheit“ soll genutzt werden, um eine Auseinandersetzung mit künstlerischen Deutungsspielräumen anzuregen, die sich eindimensionalen (Zu-)Stimmungen entziehen. Im Fokus stehen Kompositionen und künstlerische Projekte, die mit Opazität, Ambivalenz, Zeigen und Verbergen arbeiten. Kunst wird hier als Raum produktiver Irritation verstanden – Unsicherheit wird zum Ausgangspunkt für Erkenntnis. Die Tagung umfasst traditionell Konzerte, Vorträge, Diskussionsrunden, Workshops und Hörlabore sowie einen Parcours, so dass künstlerische Praxis, Reflexion und Vermittlung immer verknüpft sind.
Um Studierenden die Teilnahme an der Frühjahrstagung zu ermöglichen, vergibt das INMM eine begrenzte Anzahl von Stipendien in Höhe von bis zu 100 € für die Kosten von Anreise und Unterkunft. Zusätzlich werden die Tagungsgebühren erlassen. Interessierte senden bis 20.03. eine formlose Bewerbung mit Motivationsschreiben per Mail.
Europäische Kooperationsprojekte: Q&A Sessions / Antragscheck
Es ist wieder Zeit für grenzübergreifende Zusammenarbeit: Der Call für Europäische Kooperationsprojekte wurde jüngst veröffentlicht! Mit diesem Förderbereich unterstützt die EU Kulturprojekte, in denen Organisationen aus mindestens drei verschiedenen teilnahmeberechtigten Ländern zusammenarbeiten und europäische Lösungen für aktuelle Herausforderungen finden. Das Partnerkonsortium besteht dabei aus einer antragstellenden Einrichtung (Koordinator) sowie mindestens zwei weiteren Kultureinrichtungen (Partner). In dieser Ausschreibungsrunde werden Kleine und Mittlere Kooperationsprojekte gefördert. Die Ausschreibungsfrist ist am 5. Mai 2026 (17 Uhr MEZ). In wöchentlichen Q&A Sessions ab dem 12. März könnt ihr euch informieren und eure individuellen Fragen stellen. Außerdem könnt ihr euch bis 7.4. für einen detaillierten Antragscheck anmelden. Dieser kostenlose Service beinhaltet, dass eure Bewerbungsunterlagen gelesen und Feedback zur Application Form Part B sowie zum Budgetformular gegeben wird.
Wellemachen: Teile deine Geschichte zu Machtmissbrauch und Diskriminierung in der deutschen Musikindustrie
Wellemachen e.V. ist eine unabhängige Organisation und ein nachhaltiges Netzwerk von Akteur*innen aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, die sich für die Chancengleichheit und Gleichstellung in der Musikbranche einsetzen. Der Verein verfolgt das Ziel, strukturelle Ungleichheiten abzubauen und eine gerechtere, vielfältige und sicherere Zukunft für alle Akteur*innen in der Musikbranche zu gestalten. Derzeit entwickelt der Verein ein Online-Archiv und eine Ausstellung, in denen anonyme Betroffenenberichte zu verschiedenen Formen von Diskriminierung und Machtmissbrauch gesammelt und veröffentlicht werden. Die Beiträge können Erfahrungen mit Sexismus, Rassismus, Trans*feindlichkeit, Ableismus, Alters- oder Klassen-Diskriminierung umfassen. Das Projekt will den Mythos entkräften, dass Machtmissbrauch und Diskriminierung „Einzelfälle“ seien – und stattdessen das systemische Ausmaß sichtbar machen, Betroffenen Raum geben, ihre Erfahrungen sicher und anonym zu teilen und so öffentliche Aufmerksamkeit und Handlungsdruck zu erzeugen. So sollen Materialien und Statistiken für Aufklärung, Workshops und Sensibilisierungsarbeit bereitgestellt werden.
Über ein DSGVO-konformes Formular können Betroffene ihre Erfahrungen einreichen und selbst entscheiden, auf welchen Kanälen sie ihre Erfahrung geteilt wissen möchten – online, in Ausstellungen oder auf den Social-Media-Kanälen von Wellemachen.
XJAZZ! im Mai 2026 in Berlin abgesagt (jetzt unterstützen!)
Der Festivalleiter, Musiker und Labelbetreiber Sebastian Studnitzky hat kürzlich bekannt gegeben, dass er die für Mai geplante Ausgabe des seit 2014 stattfindenden XJAZZ! FESTIVALS absagen muss, weil die Kulturverwaltung die im Dezember 2025 zugesagten Gelder nicht auszahlt. Als Grund wurde mündlich „förderwidriges Verhalten“ angegeben, damit ist gemeint, dass mit der Arbeit am Projekt – mit mehr als 60 Acts – bereits begonnen wurde, bevor Gelder geflossen sind! „Das Förderkonstrukt der Berliner Kulturpolitik ist auf alarmierende Weise von der Wirklichkeit des Berliner Kulturlebens abgekoppelt“, kommentiert Jazzthing. Allein im Jahr 2025 mussten die Gesellschafter 125.000 Euro aus persönlichen Mitteln beisteuern, um verspätete, gekürzte und rückwirkend angefochtene Fördermittel auszugleichen. Eine weitere Absage dieser Größenordnung sei finanziell nicht tragbar, schreiben die Festivalmacher*innen auf ihrer Homepage. „Der Landtag hat drei Jahre in Folge eine eigene Haushaltslinie für unser Festival bewilligt. Die Verwaltung weigert sich, diese umzusetzen. Stattdessen: Prüfungen, Strafen und jetzt eine Streichung der Fördermittel – mitten in der Produktion. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ohne eine politische Lösung ist das Festival am Ende,“ prophezeit Studnitzky. Er sieht die Situation als Symptom für ein systemisches Problem in der Kulturförderung Berlins, das viele weitere Akteur*innen beträfe. Wer das Festival unterstützen möchte, wende sich schriftlich an die Senatorin für Kultur und die Kulturverwaltung – mit einer kurzen Erklärung, dass dieses Festival für die Berliner Szene wichtig ist und dass die Förderstrukturen reformiert werden müssen. Kontakt: Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson & Kulturverwaltung z. Hd. Dr. Steinhilber, Mail.
Abschlusstagung des Lehrprojekts Kölner Musikgeschichten: Postmigrantische Kulturen erforschen, verorten und vernetzen 23.-24.03.2026
Das Lehrprojekt „Kölner Musikgeschichten. Postmigrantische Kulturen erforschen, vernetzen und verorten“ ist Teil des Programms „Freiraum Lehre 2023“ der Stiftung Innovation für Hochschullehre und wird geleitet von Prof. Dr. Sabine Meine.
Kunst-Uni Graz sucht Universitätsassistent*in (w/m/d) für Historische Musikwissenschaft und Genderforschung
An der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz wird ein*e Universitätsassistent*in (w/m/d) für Historische Musikwissenschaft und Genderforschung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt gesucht. Die Stelle hat einen Umfang von 75 % und ist vorläufig bis 17.03.2027 befristet. Bewerbungsschluss: 25.03.2026
Neue Teilnehmende für Keychange Talent Leadership ausgewählt
Keychange wird vom Programm „Kreatives Europa“ der Europäischen Union unterstützt und ist ein globales Netzwerk und eine Bewegung, die sich für eine Umstrukturierung der Musikindustrie einsetzt, um vollständige Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Dafür hat Keychange 2024 das „Talent Leadership Programm“ aufgelegt, das das Ziel verfolgt, zukünftige Führungskräfte zu stärken, die Veränderungen in ihren Organisationen vorantreiben. Der Fokus liegt dabei auf den Faktoren Diversität, Gerechtigkeit, Inklusion und Barrierefreiheit. Für das Talent Leadership Programme 2026 wurden jetzt 44 Teilnehmende ausgewählt. Die finalen “Leaders” kommen aus 25 Ländern in Europa und Kanada und verfügen jeweils über mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Musikbranche.
Der aktuelle Keychange Pledge Report 2023–2025 hatte gezeigt, dass es weiterhin Geschlechterungleichheiten in verschiedenen Regionen und Sektoren gibt und westeuropäische Organisationen die Teilnahme dominieren. Aus diesem Grund wurde die neue Kohorte gezielt als eine geografisch diverse und intersektional inklusive Gruppe zusammengestellt.
Initiative Musik fördert 97 Projekte mit über 840 Tsd. Euro – Fokus auf nachhaltige Professionalisierung und Vielfalt
In der ersten Förderrunde des Jahres stellt die Initiative Musik mehr als 840 Tsd. Euro für 97 ausgewählte Musikprojekte aus den Bereichen Pop, Jazz, Indie sowie weiteren Genres bereit. Die Künstler*innenförderung richtet sich an aufstrebende Nachwuchstalente, die ihre musikalische Laufbahn nachhaltig professionalisieren möchten. Unterstützt werden dabei unter anderem Studioaufnahmen, die Planung von Tourneen, die Produktion von Musikvideos sowie maßgeschneiderte Marketingmaßnahmen. Wir freuen uns riesig, dass Elsdeer, die wir in diesem Jahr für das PopCamp nominiert haben, unter den Geförderten ist. Auch die Bassistin Franzi Aller, die sich u.a. in der Frankfurter Jazzszene einen Namen gemacht hat, kann sich über eine Förderung für die Produktion ihres Debüts „Bassline“ freuen. Weitere Geförderte sind die all-female Punkband Lady Lazarus aus Berlin und Principess aus Bayern, die Indiemusikerinnen Mina Richman und Stina Holmquist u.v.m.
Die Förderung soll insbesondere dazu beitragen, die begonnene Professionalisierung hin zur nachhaltigen Etablierung am Musikmarkt zu unterstützen, dabei die Genrevielfalt gezielt weiter zu stärken und auf Spezifika von diesbezüglichen Nischen differenziert einzugehen. Die Projektmittel für die Künstler*innenförderung stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zur Verfügung. In der nächsten Antragsphase vom 10. bis 30. April 2026 können Künstler*innen und Bands erneut ihre Projekte einreichen.

