Ringvorlesung „Zwischen Istanbul und Köln“ 10.04.-10.07.2024

An der HfMT Köln ist eine neue Ringvorlesung gestartet: „Zwischen Istanbul und Köln – Postmigrantische Klangräume im Dialog der Wissenschaftskulturen“ lotet Grenzen aus: Grenzen zwischen Musik und Klang, zwischen Disziplinen und Wissenschaftskulturen, Grenzen der Geschichte, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit, Grenzen der Zeit und des Raums, Grenzen des Affekts und der Klangatmosphäre. Und nicht zuletzt: Grenzen, die Migration erzeugt und Grenzen, die durch Migration gestaltet worden sind. Die Vorlesung, die ihm Rahmen des von Professorin Sabine Meine organisierten Projekts „Kölner Musikgeschichten“ stattfindet, verkörpert selbst diese Annäherung: Es sind nicht nur Kolleg*innen aus der Musikethnologie, der Historischen Musikwissenschaft und der Musikpädagogik geladen, sondern auch aus der Anthropologie, der Religionswissenschaft und anderen Fachdisziplinen. Sie bringen verschiedene nationale Hintergründe mit, aus Deutschland, der Türkei und den USA. Zusammen werden sie nicht gerade eine Aufhebung aller Grenzen verkünden, sondern sich auf die Suche machen, nach neuen Grenzen und ihren Resonanzen, um neue Klangraume auszuloten.

Die Ringvorlesungen im Sommersemester 2024 finden vom 10. April bis 10. Juli 2024 jeden Mittwoch von 18 – 19:30 Uhr im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln statt. Die Ringvorlesungen der HfMT sind öffentliche Veranstaltungen. Besucher*innen von außerhalb der Hochschule sind herzlich willkommen.

19.04.2024

Neue Konzertreihe „Musik Global“ in Frankfurt

Mit „Musik Global“ präsentiert das Internationale Theater Frankfurt (ITF) eine Konzertreihe, die von spanischer bis orientalischer, griechischer bis lateinamerikanischer Musik ein weltmusikalisches Angebot abdeckt, das ansonsten im Rhein-Main-Gebiet unterrepräsentiert ist. Mit Melike Şahin (27.04.) wird im ITF eine der erfolgreichsten türkischen Sängerinnen der letzten Jahre engagiert, die eine Kombination aus psychedelischem Pop, elektronischer Musik und einem Hauch von Disco einerseits und eine nostalgische Atmosphäre der türkischen Musik der Siebziger- bis Neunzigerjahre andererseits vermittelt. Sie ist derart bekannt, dass ihr Konzert in eine größere Halle – die Batschkapp – verlagert werden musste. Beim sardischen Duo Perfetto trifft am 12.05. Argentinien auf Italien, Astor Piazzolla auf Ennio Morricone, genial arrangiert für Klavier und Violoncello. SASA entführt das Publikum am 18.05. auf eine Reise durch zeitgenössische kurdische Musik. Ioulia Karapataki (Foto: Yiannis Margetousakis) präsentiert mit ihrer Band Atar tou Tar beliebte griechische Rebetika und Laika der 60er und 70er Jahre. Viele weitere Konzerte präsentieren Künstler*innen des Flamenco, Tango u.v.m.

18.04.2024

#MelodivaSpotlight: „MISHRA – mixture – composite compositions“

Die Musik der Cellistin und Komponistin Anka Hirsch „entsteht aus einer Auseinandersetzung mit sehr unterschiedlichen musikalischen Faszinationen“. Welche Klänge, Rhythmen und Musiktraditionen die Musikerin aus dem hessischen Lauterbach inspirieren, ist in seiner Vielfalt auf der neuen CD „MISHRA – mixture – composite compositions“ zu hören, die sie unlängst veröffentlicht hat. Darauf präsentiert sie fünf neue Kompositionen, die sie mit den zehn Musiker*innen aus den Ensembles Trio Aman Aman (Foto), Turnalar Quartett und lézarde jazz sowie weiteren Gastmusikern eingespielt hat. Auf dem multikulturellen Soundtrack sind Gesang, Rahmentrommel, Violincello, Sopransaxophon, Bassklarinette, Daf, Tar, Hang, Kanun und Surbahar zu hören, Hirschs Cellospiel bildet den durchgehenden roten Faden. Türkische, orientalische und nordindische Musik, aber auch zeitgenössischer Jazz sind in ihren Werken verwoben. Die Compilation kann per Mail bestellt werden (Laufzeit: 35 Min., 15 Euro inkl. Versand). Hier könnt ihr euch eine Kostprobe anhören.

22.09.2023

Gesprächsrunde „Magische Klänge baltischer Frauen“ 28.02.2023

Die Melodien und Texte der baltischen Mythologie werden bis heute vor allem von Frauen bewahrt. Mit magischen Beschwörungsformeln und fast tranceartigen Klängen steht die archaische Gesangstradition der Sutartines im Zentrum, jener ursprünglich vor allem im Nordosten Litauens beheimateten Lieder, gepaart mit den hypnotischen Klängen von Maultrommeln, Flöten und Dudelsack. Um diese Musik geht es bei der nächsten Gesprächsrunde der Veranstaltungsreihe „Mittendrin – Musiken der Welt“ des Amts für multikulturelle Angelegenheiten in Kooperation mit der Alten Oper am 28.02.2023. Bei diesem Format gibt es vor den Konzerten jeweils eine informative und unterhaltsame Gesprächsrunde zur Musik des kommenden Abends. Ende Februar sind die litauische Komponistin Diana Čemerytė und die Sängerin Vilma Pigagaitė zu Gast. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr im stadtRAUMfrankfurt, Mainzer Landstraße 293 in Frankfurt statt. Der Eintritt ist kostenlos, alle Teilnehmenden erhalten eine Freikarte zu dem Konzert mit Trys Keturiose (Foto: Daiva Vyciniene) in der Alten Oper am 11.03.2023.

21.02.2023

#MelodivaSpotlight: Nora Thieles neues Video „Into The Light“

Vier Jahre hat die Arbeit an dem Arrangement für verschieden gestimmte Rahmentrommeln, Stimme, Tar, Bendir, small percussion Nora Thiele begleitet. „Passend zur Licht-Zeit, Weihnacht, St. Lucia, Chanukkah und zur Wintersonnenwende ernährt diese Musik den lichtvollen Geist und lädt zu einem optimistischen Blick in die von uns gestalteten Zukunft ein“, schreibt die Percussionistin und Komponistin zu ihrem neusten Werk „Into The Light“. Musik könne Hoffnung in der Krise und in schweren Zeiten geben – dem Publikum und den Musiker*innen selbst. Bei der Komposition hat sie sich vom südindischen Rhythmus und der Rhythmussprache Solkattu inspirieren lassen. Ihr Ziel ist es, traditionelle Musik und den westlichen, klassischen Ansatz zu verbinden und eine neue Musik zu kreieren, die von alter rhythmischer Weisheit inspiriert ist. Thiele hat mehrere Tutorials und Übungseinheiten für Einsteiger*innen ins Netz gestellt, vom 18.-19.03.2023 gibt sie einen Workshop an der Musikakademie Basel.

 

18.01.2023

Angélique Kidjo live in Dortmund (22.06.2022)

Ich hetze durch die belebte Brückstraße, wo Dortmund sich in seiner ganzen Diversität zeigt, und komme gerade noch rechtzeitig im Konzerthaus der Stadt an, wo ein zu 99% weißes Publikum auf das Konzert von „Africa’s premier diva“, wie US-Magazin Time sie 2007 nannte, wartet. Im letzten Jahr ernannte sie dasselbe Magazin zu eine der 100 einflussreichsten Personen weltweit.

Weltstar Angélique Kidjo setzt sich für Fair Trade, für Frauenrechte und gegen Waffen ein. Ihre Lieder enthalten oft eine starke politische Botschaft. So auch an diesem Mittwochabend im Konzerthaus Dortmund, wo die mehrfache Grammy-Preisträgerin eine Deutschland-Programm-Premiere präsentierte. Die Sängerin aus Benin trat im ausverkauften Haus in Begleitung eines kompletten Symphonieorchesters auf.

Kidjo betritt die Bühne in einem bunten Hosenanzug mit afrikanischem Muster und einem Oberteil mit Glockenärmeln. Diese kommen im Laufe des Konzerts gemeinsam mit ihrer Trägerin in jede Menge Schwingung – und stehen in starkem Kontrast zu den schwarz bekleideten Musiker*innen des Orchesters Neue Philharmonie Westfalen, die hinter ihr auf der Bühne in üblicher Orchester-Disziplin steif auf ihren Plätzen sitzen und ihren Partituren folgen.

Der Abend beginnt mit einem symphonischen Intro, zu dem sich der Klang einer Gitarre gesellt, bevor die tiefe Stimme der Sängerin das Konzert eröffnet. Als zweites Stück wählt sie eine ganz eigene Interpretation der Arie „Summertime“ aus dem Gershwin Musical Porgy und Bess – passend zur Location, denkt man vielleicht. Außer, dass sie das bekannte Stück auf Fon singt und am Ende des Songs das Publikum auffordert, das Orchester zu ignorieren, aufzustehen und zu tanzen. Und sie macht es vor, legt ein paar Agbadja-Schritte – aus einem traditionellen Tanz aus Benin – aufs Parket, dreht sich zur Musik. Doch für das Publikum ist es noch zu früh. Kidjo muss noch ein halbes Dutzend Songs performen und das Publikum zum Mitsingen bringen, ehe die Menschen im Saal in die Hände klatschen, mitmachen und am Ende auch aufstehen und sich ein wenig bewegen.

Die Sängerin präsentiert an diesem Abend 16 Songs und eine Zugabe, alle gesungen in westafrikanischen Sprachen, bis auf den Jazzstandard „Petite Fleur“, den sie auf Französisch singt, und den Miriam-Makeba-Hit „Malaika“ auf Swahili. Neben Eigenkompositionen, die alle eine politische Message transportieren – es geht um Frauenrechte, um Bildung, um Krieg und Frieden, singt sie auch ein westafrikanisches Wiegenlied und versieht Santanas „Samba Pa Ti“ mit einem Songtext auf Yoruba. Und natürlich darf auch ihr Welthit „Agolo“ aus dem Jahr 1994 nicht fehlen. Für mich klingt dieser Song mit Orchestermusikbegleitung allerdings etwas seltsam und ich muss zugeben, dass mir die Originalversion besser gefällt. Hier, wie auch bei einigen anderen Songs wird die Stimme der Sängerin von der gewaltigen Orchestrierung leider verschluckt. Am schönsten fand ich eine Ballade, die ganz ohne Orchester auskam. Nur Kidjos Stimme begleitet von David Laborier an der Gitarre. Da kam die tolle Stimme dieser wunderbaren Sängerin zur vollen Geltung.

So schade, dass dies so wenig Menschen aus der Nordstadt hören konnten.

Tina Adomako

23.06.2022

Workshop „Weltmusik“ in postkolonialer Perspektive 13.05.2022

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik, Universität Freiburg veranstaltet in Kooperation mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien am 13. Mai den Workshop „Weltmusik“ in postkolonialer Perspektive – aktuelle Debatten in Forschung und Praxis (u.a. mit Sandeep Bhagwati, Rim Jasmin Irscheid, Natasha Loges) am Zentrum für Populäre Kultur und Musik. Der Workshop geht von 10:30-19 Uhr und kann auch online verfolgt werden. Anmeldung bis zum 10. Mai 2022 bei ta.ca1714011545.wdm@1714011545airam1714011545-shcu1714011545f1714011545 und ed.gr1714011545ubier1714011545f-inu1714011545.mkpz1714011545@ekse1714011545um.se1714011545nnaho1714011545j1714011545(bitte teilt bei der Anmeldung mit, ob Ihr vor Ort oder via Zoom teilnehmen möchtet).

13.04.2022

Chor des Fmck in Köln startet wieder

Es gibt Neues vom Frauen-Musik-Club in Köln: endlich kann ein neuer Chor unter der Leitung von Ursula Cuesta losgehen. Der erste Probetermin ist am Montag, den 25. April 2022 von 19:30 Uhr bis 21 Uhr im Raum 405 im 4. Stock des Bürgerhauses Stollwerck, danach findet der Chor regelmäßig jeden Montag statt. Sie selber sagt: „Mein Chor-Konzept ist etwas unorthodox: Ich möchte mit Euch die Freude am gemeinsamen Singen (wieder) entdecken. Wir werden ein buntes Repertoire erarbeiten (hauptsächlich Weltmusik) und stimmunterstützende Übungen machen. Du musst keine Noten lesen  können und/oder gesangliche Vorerfahrung haben. Du solltest einfach nur in einer bunten Gruppe singen und Spaß haben wollen. Ich freue mich auf Euch!“

Der Monatsbeitrag beträgt 42€.
06.04.2022

#MelodivaSpotlight: Kick La Luna Festtags-Streaming

Gute Neuigkeiten für Kick La Luna Fans! Die neue, zehnte CD und geplante Jubiläums-Edition zum 30. Bandjubiläum wächst und gedeiht und hat auch schon einen Namen: „Nicht ohne uns“. Unter der bewährten Fittiche von David Lang (Gitarrist und Komponist u. a. für TV und Musicals) entsteht ein Soundtrack mit Powersongs und sinnlichen Balladen. Power-Soul meets Latin-Funk und Salsa, mit Texten, die berühren, aufrütteln und Nachdenkliches vermitteln. Die ersten Konzerte sind frühestens ab März 2022 geplant – wer sich vorher schon mal einstimmen möchte, hat vom 24.12.2021 – 03.01.2022 die Gelegenheit dazu, denn dann streamt die Band eine Aufzeichnung des Konzerts, das sie im Oktober 2020 in der Brotfabrik gegeben hat. Also: Schampus bereitstellen, Coachkissen aufklopfen und Freund*innen zum Jubi-Abend einladen. Mehr dazu in Kürze hier (Foto: Wolfgang Schmidt Ammerbuch).

13.12.2021

Kinotipp: „Belina“ @ 27. Jüdisches Filmfest Berlin-Brandenburg

Beim 27. Jüdischen Filmfest Berlin-Brandenburg können Musikfans eine Weltpremiere erleben: am Dienstag, den 17. August ist erstmals eine Dokumentation über die Weltmusik-Interpretin Belina zu sehen. In seinem Film „Belina – Music for peace“ zeichnet der Filmemacher Marc Boettcher das Leben der jüdisch-polnischen Sängerin nach. 1964 reiste die Wahlhamburgerin gemeinsam mit dem Berliner Gitarristen Siegfried Behrend im Auftrag des Goethe-Instituts in über 120 Länder und setzte sich trotz ihrer eigenen traumatischen Erlebnisse in der NS-Zeit für Toleranz und Gleichberechtigung zwischen Deutschen, Juden und anderen Völkern ein.

17.08.2021 | Filmstart 21:00 Uhr | Am Kulturforum, Potsdamer Platz, Berlin | Tickets
18.08.2021 | Filmstart 22:00 Uhr | Waschhaus, Potsdam | Tickets
20.08.2021 | Filmstart 17:00 Uhr | Thalia Filmtheater, Potsdam | Tickets
20.08.2021 | Filmstart 20:00 Uhr | City Kino Wedding, Berlin | Tickets
10.08.2021

Masterclass: Morgenland Campus 2021 (jetzt bewerben)

Der Morgenland Campus findet vom 26.-31. Juli 2021 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg statt. 2016 startete das Morgenland Festival Osnabrück gemeinsam mit dem Institut für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück erstmals die einwöchige Meisterklasse. Sie bietet Studierenden aus aller Welt die Möglichkeit, mit herausragenden Musikerpersönlichkeiten wie Dima Orsho – Gesang (Syrien/ USA s. Foto), welche dem Festival verbunden sind, eine Woche zusammenarbeiten und Spezifika arabischer und „orientalischer“ Musik kennenzulernen. Bis zu 30 aktive und 30 passive Teilnehmer*innen aus ganz Europa können an dem kostenlosen Campus teilnehmen. Über digitale Medien können Gasthörer*innen aus der ganzen Welt an ausgesuchten Veranstaltungen teilnehmen. Acht Dozent*innen betreuen die Student*innen in verschiedenen Ensembles, Lectures ergänzen die Ensemblearbeit. Der Campus wird von abendlichen Jam Sessions an verschiedenen Orten begleitet. Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit in einem Konzert vorgestellt. Für weitere Infos oder Nachfragen kontaktiert bitte Theresa Mattusch per Mail.

26.04.2021

Koro Koro: neues digitales Worldmusic-Label gegründet

Koro Koro heißt eine neue Plattenfirma, die im Sommer 2020 von der Promoterin Julia Deimann, dem Filmemacher Tiago di Mauro und dem Eventmanager Margo Marques gegründet wurde. Das Label möchte rein digital arbeiten, um „unabhängig und flexibel die Musik zu veröffentlichen, die unsere Herzen und Hüften bewegt und die Künstler dafür sehr fair zu bezahlen“, so die Betreiber*innen. Außerdem könne man dadurch spannende und ungewöhnliche Acts fördern. Der Labelname bezieht sich auf eine lautmalerische japanische Redewendung, die den Sound eines kleinen runden, rollenden Gegenstands oder den hellen, angenehmen Klang einer Frauenstimme bezeichnet. Nach der ersten VÖ eines brasilianischen Künstlers folgt im April die Sängerin Aricia Mess mit ihrem Album „Versos Do Mundo“.

29.03.2021