SWR-Jazzpreis 2026 geht an Olga Reznichenko

Seit 1981 ehrt der SWR-Jazzpreis besonders kreative, innovative, experimentierfreudige Musiker*innen, die den Jazz in Deutschland prägen. Der Preis wird vom Südwestrundfunk jährlich zusammen mit dem Bundesland Rheinland-Pfalz vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Die diesjährige siebenköpfige Jury entschied sich in diesem Jahr für die in Berlin und Leipzig lebende Pianistin Olga Reznichenko. Diese wurde 1989 im südrussischen Taganrog geboren, bekam zuerst eine klassische Klavierausbildung, entdeckte dann aber den Jazz als Musik der Freiheit & Rebellion für sich. 2012 kam sie nach Deutschland, um in Leipzig bei Richie Beirach und Michael Wollny Jazzklavier zu studieren. 2018 gründete sie mit Lorenz Heigenhuber (Bass) und Max Stadtfeld (Drums) ihr Trio O.R.T., ist aber auch eine gefragte Mitmusikerin in anderen Bands (Pauline Réage, Jelena Kuljić Fundamental Interactions, Space Schädel u.a.). „Stilistisch agiert sie agil zwischen Modern Jazz bis Punk-Jazz; ihr künstlerisches Wirken orientiert sich dabei konsequent an einem der Grundpfeiler des Jazz: dem Bekenntnis zur Offenheit. (…) Ihr Spiel an Klavier, Keyboard und Keytar ist pianistisch souverän und intensiv; furios ist ihr Umgang mit hochkomplexen Rhythmen und eindrücklich ihre klangliche Gestaltungsfantasie“, heißt es in der Jury-Begründung. Preisträgerkonzert und Preisverleihung finden am 31. Oktober im Rahmen von Enjoy Jazz im BASF Gesellschaftshaus in Ludwigshafen statt. (Foto: Brigita Kaspereite)

20.04.2026

Harfinistin Kathrin Pechlof erhält SWR-Jazzpreis 2023

Die Harfe wird eher mit den Vorstellungen der europäischen Spätromantik in Verbindung gebracht als mit einem expressiven Klangbild im Jazz. Zurzeit erlebt dieses Instrument aber eine Art Renaissance im aktuellen Jazz – u.a. mit der Musikerin Kathrin Pechlof, die in ihrer Geburtsstadt München erst Klassik und dann Jazz in Köln studiert hat und heute in Berlin lebt. Um ihre künstlerische Arbeit und ihr kulturpolitisches Engagement zu würdigen, wird ihr in Kürze der diesjährige mit 15.000 Euro dotierte SWR-Jazzpreis verliehen. „Seit vielen Jahren wirkt Kathrin Pechlof mit ihrer künstlerischen Persönlichkeit stark in die deutsche Jazzszene hinein und über diese hinaus. Ihr prägnantes, dynamisches und klangsensibles Spiel zeugt von einem grundsätzlichen Mut, sich ins Unbekannte vorzuwagen: in weit offene Klangräume, in dröhnende Tiefen oder auch in Stille. Etliche von Pechlofs Kompositionen sind für ihr eigenes, langjähriges Trio mit dem Saxofonisten Christian Weidner und dem Bassisten Robert Landfermann entstanden. Außerdem tritt sie solistisch auf und ist eine geschätzte Kollaborationspartnerin, unter anderem von Nils Wogram, Pablo Held, Kit Downes oder Elisabeth Coudoux“, heißt es in der Jury-Begründung. Die Preisverleihung und das Preisträgerkonzert mit Pechlofs Trio finden im Rahmen von Enjoy Jazz als Encore-Veranstaltung am 14. November im Kulturzentrum dasHaus in Ludwigshafen statt. (Foto: Paula Winkler)

09.10.2023

SWR Jazzpreis geht an Liz Kosack

Der älteste Jazzpreis Deutschlands geht zum ersten Mal seit 1981 an eine US-amerikanische Musikerin. Die Keyboarderin Liz Kosack lebt seit 2013 in Berlin. Als Mitgründerin des KIM-Kollektivs realisiert sie immer wieder beeindruckende Konzertabende in multimedialen Aufführungsformaten mit Berliner Musikschaffenden und auswärtigen Gästen von anderen Kollektiven. Zu ihren Markenzeichen gehört, dass sie immer mit individuell gestalteten Masken auf die Bühne geht. Die Jury überzeugte ihr Spiel mit verschiedenen Identitäten, durch das sie auch ihre Rolle als Musikerin hinterfrage. Bei Liz Kosack fänden der Sinn für kollektive Spielweisen und der Weitblick für andere künstlerische Handlungsfelder zusammen. Nicht zuletzt durch sie ließe sich das Keyboard in der improvisierten Musik noch einmal neu entdecken, so der Veranstalter. Das Preisträgerkonzert findet am 07.11.2019 in Rahmen des Enjoy Jazz Festivals in Ludwigshafen statt.

18.07.2019