MIZ sucht Wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w)
Die Projektgesellschaft des Deutschen Musikrats mbH wirkt als gestaltende Kraft durch effiziente und nachhaltige Maßnahmen auf die Weiterentwicklung des Musiklebens ein und prägt die deutsche Musiklandschaft durch innovative Programme. Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung der DMR gGmbH, sucht zum 1. August 2017 oder später in Vollzeit eine/en Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlichen Mitarbeiter. Die Stelle ist vorläufig auf 2 Jahre befristet. Bei Bewährung ist im Anschluss daran die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis vorgesehen. Bei Erfüllung der Voraussetzungen erfolgt die Vergütung in Anlehnung an die Entgeltgruppe 12 TVöD. Dienstort ist Bonn.
Ihre Aufgaben: Konzipierung und Redaktion von wissenschaftlichen Fachbeiträgen für die Online-und Printpublikationen des MIZ / Redaktion des musikstatistischen Informationsangebots des MIZ / Erarbeitung und Veröffentlichung regelmäßiger Informationsangebote zu ausgewählten Themen des Musiklebens / Planung und Erstellung topographischer Darstellungen zum Musikleben / Redaktion und Weiterentwicklung der Informationsplattform www.miz.org / Organisation und Leitung des Anfragen- und Beratungsservice des MIZ / Mitarbeit an der Konzeption und Realisierung von Sonderprojekten / Öffentlichkeitsarbeit
Erwartet werden ein abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium, vorzugsweise der Musikwissenschaft, mit überdurchschnittlich gutem Examen oder vergleichbare Qualifikation mit mehrjähriger Berufserfahrung, fundierte Kenntnisse des Musiklebens und seiner Teilbereiche, ausgezeichnete Sprachkenntnisse und Stilsicherheit in Deutsch und Englisch, Praxiserfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, umfassende Kenntnisse der Funktionsweise von Desktop-Publishing-Programmen (z.B. InDesign, Photoshop), Excel und Content Management Systemen, Motivation, hohe Belastbarkeit, Kreativität bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Projektideen, Organisationstalent, Teamfähigkeit sowie Kommunikationstalent.
Schwerbehinderte Mitarbeiter werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX berücksichtigt. Bei Interesse senden Sie bitte Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 18. Mai 2017 an: Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH, Personalwesen, Weberstraße 59, 53113 Bonn oder per Mail an ed.ta1772707633rkisu1772707633m@tar1772707633tsiem1772707633luhcs1772707633.
Infos & Kontakt: Stephan Schulmeistrat, Tel: 0228-2091-180, http://www.miz.org
MIZ veröffentlicht neue Daten zu Anteil weiblicher Studierender für Musikberufe
Die Nachfrage nach einem Musikstudium in Deutschland ist erneut gestiegen und der Anteil der weiblichen Studierenden hat sich in vielen Studiengängen erhöht. Das stellt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in seinen neusten Statistiken fest.
Rund 33.500 Studentinnen und Studenten waren im Wintersemester 2015/16 in einem künstlerischen, künstlerisch-pädagogischen oder musikwissenschaftlichen Studiengang an Hochschulen in Deutschland eingeschrieben, über die Hälfte davon an einer der 24 staatlichen Musikhochschulen. Insgesamt hat sich die Anzahl der Studierenden damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Prozent weiter erhöht. Ausschlaggebend für den Anstieg ist vor allem ein Zuwachs bei den Studiengängen im Bereich Musikerziehung im freien Beruf und an Musikschulen, deren Belegungszahlen um über 11 Prozent auf rund 4.300 Studierende gestiegen sind. Mit rund 9.000 Studierenden führen die Fächer Instrumental- und Orchestermusik die Beliebtheitsskala weiterhin mit Abstand an, gefolgt von Lehramtsstudiengängen für Musik an allgemein bildenden Schulen und der Musikwissenschaft.
Deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Studiengänge konnten bei den Anteilen weiblicher Studierender festgestellt werden, deren Entwicklung das MIZ erstmalig in Zeitreihen untersucht hat. Demnach wurden sechs der insgesamt elf ausgewerteten Musikstudiengänge zu teilweise weit über 50 Prozent von weiblichen Studierenden belegt. Insgesamt lag hier ihr Anteil bei 54 Prozent und damit um sechs Prozentpunkte höher als im Durchschnitt aller Studienrichtungen zusammen. In einigen Fächern – Dirigieren, Komposition, Kirchenmusik sowie Jazz und Popularmusik – sind sie jedoch nach wie vor unterrepräsentiert, auch wenn in den letzten Jahren auch hier steigende Tendenzen zu beobachten seien. So verzeichneten vor allem die Studiengänge Dirigieren, Komposition sowie Jazz und Popularmusik deutliche Zuwächse (allerdings wird hier nicht nach Instrumenten/Gesang differenziert). Im Studiengang Tonmeister hat sich der Frauenanteil nach einem zwischenzeitlichen Anstieg erkennbar nach unten entwickelt.
Einen kontinuierlichen Aufwärtstrend erlebte hingegen der Frauenanteil am Lehrpersonal der Musikstudiengänge. Lag dieser im Jahr 2000 insgesamt noch bei rund 33 Prozent, so sind aktuell über 37 Prozent der Dozenten an den Ausbildungsinstitutionen weiblich. In den Musikstudiengängen an Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen lag der Frauenanteil nach einigen Schwankungen zuletzt mit knapp 47 Prozent sogar deutlich höher. Hier wäre eine Differenzierung nach Positionen hilfreich, z.B. im Zusammenhang mit der nächsten Aussage:
Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um die Vergütung von Lehrbeauftragten hat das MIZ neben genderspezifischen Entwicklungen erstmals auch das Verhältnis zwischen haupt- und nebenberuflichem Hochschulpersonal beleuchtet. Demnach werden an Hochschulen immer mehr Lehrbeautragte, Honorarprofessoren und Privatdozenten beschäftigt. Ihre Zahl ist seit der Jahrtausendwende von rund 5.000 kontinuierlich auf zuletzt über 6.500 Personen gestiegen. Verglichen mit dem hauptangestellten Personal liegt ihr Anteil aktuell bei 66 Prozent. Sie stellen damit den personenmäßig größten Teil der Lehrenden an deutschen Hochschulen. Aktuellen Umfrageergebnissen zufolge erteilen sie zwischen 40 und 60 Prozent des Unterrichts.
Hier geht es zu den Statistiken: http://miz.org/suche_1502.html#5
Deutscher Musikrat besorgt über soziale Bedingungen von Musikern
Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) hat Daten zur Beschäftigung und zur freiberuflichen Tätigkeit in Musikberufen veröffentlicht. Die Statistiken basieren auf regelmäßig erscheinenden Quellen der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamtes und der Künstlersozialkasse. Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Die vom Deutschen Musikinformationszentrum zusammengestellten Daten machen die bedenkliche bis dramatische soziale Situation von Musikerinnen und Musikern deutlich. Gleichzeitig zeigen sie die dringende Notwendigkeit der gesellschaftlichen Bewusstseinsschärfung für den Wert kreativen Schaffens auf. Der Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse insbesondere in den kulturvermittelnden Berufen muss entgegen gewirkt werden. Die gesellschaftliche Wertschätzung für Musik und Kultur muss sich auch in den sozialen Rahmenbedingungen unserer Künstler widerspiegeln – nur so wird es weiterhin Nachwuchs geben, der sich im Bereich der Musik professionalisieren wird. Der Deutsche Musikrat begrüßt den Beschluss des Bundeskabinetts zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes. Dies ist jedoch nur ein Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Sicherung der Künstlersozialversicherung. Ein nach oben variabler Bundeszuschuss muss genau so gegeben sein wie die Deckelung der Bagatellgrenze für kleine Unternehmen auf maximal € 450 pro Jahr im Sinne einer Beitragsgerechtigkeit für alle.“
Eine Zusammenfassung und Auswertung der Daten findet Ihr hier: www.miz.org/news_10975.html, alle Statistiken hier: www.miz.org/statistiken/bildung-ausbildung-s1502#6.
Deutsche Jazz Föderation veröffentlicht Jazzspielstätten- und Festivalreport 2014
Die Deutsche Jazz Föderation e.V. hat auf der Grundlage einer bundesweiten Befragung der Jazzspielstätten den Jazzspielstätten- und Festivalreport 2014 erstellt. Dieser zeigt auf, dass die Anzahl der Jazzspielstätten in Deutschland rückläufig und der Generationenwechsel in vollem Gange ist. Zur Sicherung der Spielstätten für die MusikerInnen müsse die Nachfolge der Betreiber, ob ehrenamlich oder professionalisiert, geregelt werden. Die Ausgangslage der Jazz-Spielstätten in Deutschland zeigt, dass sich hier unterschiedlichste Clubformen und Spielstätten etabliert haben, diese nicht nur in den städtischen Regionen, sondern auch in ländlicheren Strukturen und Gebieten. Die meisten Spielstätten liegen in NRW, im Ruhrgebiet und in Berlin. Eine große Dichte an Auftrittsmöglichkeiten hat sich ebenso in der Metropolregion Rhein-Neckar entwickelt. Die ausschließlich jazzorientierten Clubs und Spielstätten, sowie Veranstalter von Konzertreihen führen regelmäßig Veranstaltungen durch. Die AutorInnen unterscheiden zwischen 1. ehrenamtlich arbeitenden VeranstalterInnen und Vereinen zur Pflege der Ursprungsformen des Jazz, wie Swing, Blues, Ragtime, Oldtime-Jazz und moderne Spielarten, die kaum über öffentliche Fördermittel verfügen und bei denen die Nachfolge meist nicht geregelt ist; 2. professionell arbeitenden SpielstättenbetreiberInnen, die sich allen Genres des Jazz und den aktuellen Fusionen mit anderen Musikstilen zugeordnet fühlen und meist in Großstädten etabliert sind. Sie bekommen kommunale Förderungen und erfüllen im weiteren Sinne einen Bildungsauftrag, ähnlich wie soziokulturelle Zentren und sind ein Aushängeschild der Kulturarbeit der betreffenden Kommunen und 3. „Misch-Spielstätten“ für aktuelle Musik und andere Kulturprojekte (Kabarett etc.) statt, in denen sich der Jazz als Kunstform meist nicht professionell entwickeln kann. Diese Clubs gibt es in Kommunen, in welchen Jazzclubs und Jazzgenre-Veranstalter nicht etabliert sind. Für die weitere Entwicklung des Jazz in Deutschland hält die Deutsche Jazz Föderation daher besonders die Spielstätten der Kategorie zwei der mittleren und höheren Ebene wichtig. Diese Clubs und Spielstätten müssten noch intensiver gefördert und beraten und in ihrer strukturellen Entwicklung unterstützt werden.
Festival-Events seien ein Höhepunkt der kulturellen Jahressaison einer Stadt oder Region. Bei knapp 300 Jazzfestivals, die ein- bis mehrtägig und mehr als 45 % davon jährlich stattfinden, sei ein breites Angebot von Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland vorhanden. Die Kommunalpolitik der Städte und Regionen sähen ihre Festivals als kulturwirtschaftlichen und als kulturtouristischen Faktor in der Region an und seien deshalb leichter für ein Festival zu überzeugen, als für die dauerhafte Unterstützung einer Spielstätte. Verloren ginge so die künstlerische Förderung des eigenen Nachwuchses in der Region, da Festivals sich nicht zwangsläufig in dieser Verantwortung sehen, sondern sich nach der überregionalen, wie nationalen und internationalen Wahrnehmung orientieren. Gleichwohl die Festivals meist proportional besser finanziell gefördert würden als die Spielstätten, litten sie zunehmend unter dem gleichen Finanzdruck.
In ihrem Fazit führen die AutorInnen aus, dass sich nur in Städten und Regionen, bei welchen das Zusammenspiel aus Clubleben, Fanwelt in den Spielstätten, Hochschulausbildung, Nachwuchsförderung, gute Situation der allgemeinen Kaufkraft der Region, den regionalen Wirtschaftsunternehmen und die Überzeugung der Politiker sich für Fördermaßnahmen einzusetzen bzw. Veranstalter finanziell zu unterstützen, behilflich sei, eine Spielstätte dauerhaft und bestandssicher für die Zukunft etablieren könne.
Der älteste Jazzverband Deutschlands, die Deutsche Jazz Föderation, besteht seit dem 4. Mai 1952 und vertritt die Interessen der JazzveranstalterInnen, -Bühnen und – Festivals.
Mehr Infos: http://www.deutsche-jazz-foederation.de
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