Buchtipp: „Musik und Emotionen. Studien zur Strebetendenz-Theorie“

Musik wirkt emotional. Doch wie das funktioniert, war lange Zeit ein Rätsel – auch für die Wissenschaft. Besteht Musik doch – nüchtern betrachtet – nur aus schwingenden Luftmolekülen, die zunächst wenig Gemeinsames mit Emotionen erkennen lassen. Die Strebetendenz-Theorie (Theory of Musical Equilibration), die Daniela und Bernd Willimek in ihrem Buch „Musik und Emotionen“ (2019) entwickeln, besagt, dass Musik gar nicht in der Lage sei, auf direktem Weg Emotionen zu erzeugen. Vielmehr könne Musik bewirken, dass man sich mit „Willensvorgängen“ identifiziert, die in der Musik encodiert sind. Erst aufgrund dieser Identifikationen, so die Theorie, empfände man Musik emotional, ähnlich wie eine Kinobesucherin, die sich empathisch mit den Willensvorgängen der Protagonistin identifiziert.

Diese Willensvorgänge hätten etwas mit dem zu tun, was in der Musiktheorie als Leitton bezeichnet wird. Damit sind Töne gemeint, die den Drang zur Verwandlung in Nachbartöne in sich tragen. Die Strebetendenz-Theorie erklärt diese Leittöne jedoch auf eine andere Art: Sie sagt, dass man bei Leittönen keinen Drang zur Verwandlung in Nachbartöne wahrnimmt, sondern sich mit einem Willen identifiziert, den betreffenden Leitton unverändert beizubehalten. Aus dieser Sichtweise ergäbe sich die Möglichkeit, die emotionalen Charakter von Klängen zu erklären, z.B., warum ein Durakkord heiter, ein Akkord in Moll traurig klingt, warum der verminderte Septakkord als Ausdruck von Verzweiflung wahrgenommen wird usw. Die Autor*innen erklären ihre Theorie anhand zahlreicher Musikbeispiele – von Bach bis hin zur Popmusik. Ihre Erkenntnisse könnten auch für die Musiktherapie interessant sein: Schon vor einiger Zeit führten die Autor*innen weltweit Befragungen bei Schulkindern durch, die deutliche Übereinstimmungen in der Zuordnung von Klängen zu emotionalen Begriffen ergaben. Leichte Abweichungen zeigten sich jedoch, wenn Kinder mit psychischen Störungen diese Klänge emotionalen Begriffen zuordneten. Das könnte ein Hinweis sein, dass die Erkenntnisse der Strebetendenz-Theorie auch für die Musiktherapie wertvoll sein könnten, etwa bei der Diagnostik. Zukünftige Forschungen sollten darüber Aufschluss geben.

Das Buch ist im DWV-Verlag erhältlich und kostet 20 € zzgl. Versand.

11.01.2023

Fachtagung Musik und Demenz am 16./17.09.2022

Musik zeigt Wirkung bei Demenz – unter diesem Motto steht die diesjährige Fachtagung „Musik und Demenz“. Sie findet vom 16.-17.09.2022 am Campus der Medical School Hamburg statt und richtet sich vor allem an Menschen aus Musiktherapie, -Pädagogik, -Schulen sowie Personen aus medizinischen Berufen.

22.08.2022

Wettbewerb sucht „Neue Therapie-Instrumente“

Die Messe Frankfurt und die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) schreiben zur Musikmesse 2019 den Wettbewerb „Neue Therapie-Instrumente“ aus. Instrumentenbauer*innen, Künstler*innen und Musiktherapeut*innen sind eingeladen, im Rahmen des Wettbewerbs Ideen für neue Instrumente und Klänge zu entwickeln und umzusetzen. Die Verleihung findet im Rahmen der Musikmesse im April 2019 statt. Der Preis ist mit 2.000.-€ dotiert. 

Der Wettbewerb zeichnet nicht nur handwerklich erstellte Therapie-Instrumente aus, sondern auch neue digitale Anwendungen wie Musik-Apps. Voraussetzung ist, dass die Produkte für den Einsatz in der Musiktherapie in ihren vielfältigen Bereichen einsetzbar und hilfreich sind. Das können Entwicklungen sein, die leicht handhabbar sind, einen besonderen Aufforderungscharakter haben, beeindruckende Erfahrungen auslösen oder Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zur Musik erleichtern.

Eine Jury aus Musiktherapeut*innen, Musiker*innen und Instrumentenhersteller*innen wählt aus den Einreichungen die gelungensten Arbeiten aus. Endscheidend in der Begutachtung sind Kriterien wie Originalität, Design, Handhabbarkeit und das Potenzial für den therapeutischen Einsatz. Einreichungsschluss für einen Prototypen inkl. Produktinformation ist der 31. Januar 2019.

23.01.2019

Musikmesse 2019 schreibt Wettbewerb „Neue Therapie-Instrumente“ aus

Die Messe Frankfurt und die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) schreiben zur Musikmesse 2019 den Wettbewerb „Neue Therapie-Instrumente“ aus. Instrumentenbauer*innen, Künstler*innen und Musiktherapeut*innen sind eingeladen, im Rahmen des Wettbewerbs Ideen für neue Instrumente und Klänge zu entwickeln und umzusetzen. Die Verleihung findet im Rahmen der Musikmesse im April 2019 statt. Der Preis ist mit 2.000.-€ dotiert. Der Wettbewerb zeichnet nicht nur handwerklich erstellte Therapie-Instrumente aus, sondern auch neue digitale Anwendungen wie Musik-Apps. Voraussetzung ist, dass die Produkte für den Einsatz in der Musiktherapie in ihren vielfältigen Bereichen einsetzbar und hilfreich sind, das kann von der Inklusionsarbeit bis hin zur Neurologie reichen. Es können z.B. Entwicklungen sein, die leicht handhabbar sind, einen besonderen Aufforderungscharakter haben, beeindruckende Erfahrungen auslösen oder Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zur Musik erleichtern. Einreichungsschluss für einen Prototypen inkl. Produktinformation ist der 31. Januar 2019.

28.08.2018

Langzeitgedächtnis für Musik bleibt bei Alzheimer erhalten

Im Vergleich zu anderen Teilen des Gedächtnisses bleibt das Langzeit-Musikgedächtnis von Alzheimer-Patienten oftmals erstaunlich lange intakt und funktionsfähig. Die Ursachen dieses Phänomens lagen jedoch bisher im Dunkeln. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, der Universität Amsterdam und des INSERM Caen haben mit einer neuen Studie nun erstmals das Musikgedächtnis lokalisiert und gezeigt, dass dieses Gehirnareal während der fortschreitenden Degenerierung des Gehirns bei Alzheimer-Patienten weitgehend erhalten bleibt.

Überraschenderweise verschont Alzheimer häufig das langzeitliche Musikgedächtnis weitgehend. In der Praxis nutzen Betreuer und Therapeuten diesen Umstand und aktivieren ihre Patienten mit Musik. Mit Hilfe der Musik gelingt es den Betroffenen oft, an Gedächtnisinhalte wieder anzuknüpfen, Emotionen und Eindrücke zu beleben. Manchmal können sie Liedzeilen mitsingen, obwohl ihnen das Sprechen sonst nahezu unmöglich geworden ist.

Wissenschaftlich ist dieses Phänomen jedoch bisher weitgehend unerforscht. „Dies ist die erste neurowissenschaftliche Studie, die eine anatomische Erklärung für den Erhalt des Musikgedächtnisses liefert“, erklärt Jörn-Henrik Jacobsen, Wissenschaftler am Leipziger Max-Planck-Institut und der Universität Amsterdam.

Quelle: http://www.miz.org/news_12017.html

Weitere Infos: http://www.mpg.de

29.07.2015

Gesangstherapeut/in für Alten- und Pflegeheim in Ahrensburg gesucht

Im Alten- und Pflegeheim Tobias-Haus leben ca. 140 Menschen, die der Betreuung und Pflege bedürfen. Damit sich diese Menschen wie zu Hause und gut versorgt fühlen, sucht die Leitung des Hauses zum 01. September 2014 eine Gesangstherapeutin bzw. Gesangstherapeuten als Schwangerschaftsvertretung (mindestens 1 Jahr) für maximal 22 Stunden. Erwartet werden die Begleitung von Menschen mit Demenz, Sterbebegleitung, Einzel- und Gruppenarbeit und Festgestaltung. Sie arbeiten in einem Team von TherapeutInnen (Heileurythmistin, Rhythmische Masseurin), sozialer Betreuung und Pflege. Es erwartet Sie: leistungsgerechte Bezahlung, Orientierung am Tarifrecht, Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, betriebliche Altersversorgung, nettes Arbeitsklima. Ihren Bewerbungsunterlagen sieht das Haus mit Interesse entgegen. Richten Sie diese bitte an das Therapie-Team Am Hagen 6 • 22926 Ahrensburg, Tel.: 04102 – 806-0.

04.07.2014

Musiktherapie für Alzheimer-Patienten: Mitsing-CD’s und Buchtipp

Alzheimer-Erkrankte verlieren im Laufe ihrer Erkrankung häufig die Sprache und können kaum noch mit ihren Angehörigen kommunizieren. Anders ist es mit Musik – sie kann hier an die Stelle der Sprache treten oder sie ergänzen und so Alzheimer-Erkrankte erreichen und stärken. Die Altistin Wiebke Hoogklimmer präsentiert in diesem Zusammenhang bereits ihre zweite Mitsing-CD „Weihnachtslieder – Album 2 Volkslieder: Kindheit – Gedächtnis – Gefühl – Alter – Identität“, die für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen, für Kinder und alle, die gern Volkslieder singen, gedacht ist. Die Idee entstand durch eine Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter und die Erfahrung, dass diese zwar nicht mehr sprechen konnte, aber auf das Vorsingen ihrer Tochter reagierte und sogar wieder zu sprechen oder singen anfing. Nach der ersten CD mit Kinderliedern hat Hoogklimmer nun eine zweite CD mit Weihnachtsliedern veröffentlicht. Aus ihrer Recherche zu den Liedern wurde inzwischen eine umfassende Volksliedsammlung im Internet.

Wer sich für das Thema interessiert, sollte außerdem ein neues Buch nicht verpassen, das die Musiktherapeutinnen Simone Willig und Silke Kammer veröffentlicht haben: „Mit Musik geht vieles besser: Der Königsweg in der Pflege bei Menschen mit Demenz“, Verlag Vincentz Network (2012). Willig besucht mit einem umfangreichen Instrumentarium seit 12 Jahren ältere, hilfsbedürftige und dementiell erkrankte Menschen in verschiedenen Seniorenzentren, um mit ihnen und für sie Musik zu machen und damit ihre Identität zu erhalten und zu stärken. Sie arbeitet für das Franchiseunternehmen „Musik auf Rädern“, das 2003 von Musiktherapeutinnen gegründet wurde und bundesweit ambulante und stationäre Musiktherapie anbietet. Mehr Infos: http://www.musikaufraedern.de/

Weitere Infos & Kontakt: http://www.volksliedsammlung.com

10.11.2013

Fachtagung Musiktherapie „Gender auf der Agenda“ 09.11.2013 Berlin

Eine Fachtagung im Musiktherapiezentrum der Universität der Künste Berlin 2013 hat das Thema “Gender auf der Agenda… Oder: Welch Geflecht‘, dies Geschlecht!“ im musik- und psychotherapeutischen Alltag am Samstag, 09.11.2013 von 9.00 bis 17.30 Uhr. Es befasst sich mit Fragen wie „Was bedeutet uns und was verbinden wir mit Geschlechterzugehörigkeit und Geschlechterrolle? Wie halten wir es mit der zwischenmenschlichen Beziehung unter Geschlechtern? Was wird sichtbar, was bleibt unsichtbar? Hüten wir Geheimnisse in uns? Und schließlich: Können wir Geschlecht („weiblich“ / „männlich“) auch im Musikalischen hören, spüren und leiblich erfahren? Inwiefern und wie stark ist unsere therapeutische Haltung vom Gender-Fühlen, -Denken und -Handeln oder von Vorurteilen geprägt und beeinflusst?“ Die Referenten und Referentinnen werden die TeilnehmerInnen mit theoretischen Grundlagen, klinischen Erfahrungsberichten und wissenschaftlichen Erkenntnissen bereichern – für eine genderbewusste therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung. Zielgruppe der Fachtagung sind praktizierende Musik- und PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen, Studierende der genannten Fachrichtungen sowie InteressentInnen angelehnter Berufsfelder. Teilnahmegebühr: 60,-€, ermäßigte Kosten für StudentInnen 50,-€. Anmeldung unter www.udk-berlin.de/musiktherapie, Anmeldeschluss: 21.10.2013.

Veranstaltungsort: UdK Berlin, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin-Charlottenburg, Raum 158
Kontakt: Musiktherapiezentrum UdK Berlin, Zentralinstitut für Weiterbildung (ZIW), Tel: + 49 (0)30 3185 2553,
Fax: + 49 (0)30 3185 2680, E-Mail: ed.ni1675433133lreb-1675433133kdu@e1675433133ipare1675433133htkis1675433133um1675433133

29.09.2013