Konferenz „THE ARCHIVAL TURN IN MUSIC SOCIOLOGY“ 5.-7.2.2026 Wien & online
Die Geschichte der Musiksoziologie und etablierte Musikgeschichtsschreibungen sind häufig von androzentrischen Narrativen und Rekonstruktionen der Vergangenheit geprägt. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Instituts für Musiksoziologie im Jahr 2025 schlägt das Institut mit einer Konferenz den ARCHIVAL TURN IN MUSIC SOCIOLOGY vor, um die Beiträge von weiblichen, feministischen, queeren und post-/dekolonialen Wissenschaftler*innen, Musiker*innen, Aktivist*innen und Archivar*innen zur Geschichte der Musiksoziologie anzuerkennen und sich kritisch mit den Geschichtsschreibungen der musikalischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Physische und digitale Archive spielen in diesen Prozessen eine wichtige Rolle. Sie lassen sich als Orte und Praktiken der Wissensbildung, der kulturellen Produktion und des Aktivismus verstehen und bieten Möglichkeiten, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um die Konstruktion von Temporalitäten, Geschichten und kulturellem Erbe zu verstehen und den Kanon zu hinterfragen.
Die Konferenz findet an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt und wird online übertragen. Der Zoom-Link für die Online-Teilnahme wird spätestens ein paar Tage vor Konferenzbeginn auf der Konferenz-Website bereitgestellt. Das Programm findet ihr hier. Die Konferenzteilnahme ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.
Buchtipp: „Rebel Queens“ von Kersty & Sandra Grether
Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor Swift: Auf den fast 400 Seiten ihres neuen Buchs „Rebel Queens“ erzählen die beiden Zwillingsschwestern Kersty & Sandra Grether, wie die Heldinnen der Rockmusik den Konventionen trotzten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an? Wäre etwa Phoebe Bridgers ohne Joni Mitchell denkbar? Wieso konnten die 70er Jahre weder Yoko Ono noch Karen Carpenter verkraften? Und hat PJ Harvey den Feminismus verraten? Eine spannende Geschichte über Herausforderungen und Glücks-Highs! Mit großer Playlist zum Mithören und zahlreichen Interviews und Abbildungen. „Kersty und Sandra Grether sind die berühmtesten Pop-Feministinnen Deutschlands.“ (Birgit Fuß, Rolling Stone)
Das Buch ist u.a. hier erhältlich.
Call for papers: „Soziale Arbeit mit Musik im Kontext ihrer Professionalisierung um 1900“
Für die geplante Tagung „Soziale Arbeit mit Musik im Kontext ihrer Professionalisierung um 1900. Ein historischer und internationaler Vergleich“ an der Katholischen Stiftungshochschule München (13.-14.11.2026) wurde ein Call for papers veröffentlicht: „Die Bedeutung Kultureller und Ästhetischer Bildung in Kontexten Sozialer Arbeit wurde und wird vielfach betont, und Musik ist selbstverständlich Teil dieser Bildungs- und Unterstützungsangebote. (…) kaum eine Publikation nimmt eine historische Perspektive ein, die die Anfangsjahre der Professionalisierung Sozialer Arbeit mit Musik fokussiert. (…) nach wie vor ist u.a. offen, wann, wo, wie, von wem und für wen Musik im Rahmen Sozialer Arbeit in den Anfangsjahren der Professionalisierung Sozialer Arbeit (ca. 1900–1920) in Deutschland oder in anderen Ländern eingesetzt wurde. Ein weiteres Desiderat stellt die Ausbildungssituation dar. Es ist weitestgehend unklar, ob und mit welchen theoretischen Begründungen, Konzepten und Zielsetzungen Musik als Fach an den neu gegründeten Frauenfach- oder Wohlfahrtsschulen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelehrt wurde. Diesen Fragen möchte die zweitägige internationale Tagung an der Katholischen Stiftungshochschule in München nachgehen. Beiträge, die sich mit den o.g. Fragestellungen befassen, sind herzlich willkommen und können bis zum 15.12.2025 eingereicht werden“.
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in in Augsburg gesucht
An der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg ist an der Professur für Musikwissenschaft (Prof. Dr. Gesa zur Nieden) zum 1. Februar 2026 eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) im Umfang der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis zu besetzen. Die Stelle ist in die Lehre und Forschungen des musikhistorisch ausgerichteten Arbeitsbereichs mit einem Lehrdeputat von 5 Lehrveranstaltungsstunden/Semester eingebunden. Gesucht wird eine Persönlichkeit mit Interesse an forschungsgeleiteter Lehre sowie an der gesellschaftlich relevanten Ausbildung von Musiklehrkräften und praktischen Musikerinnen und Musikern (m/w/d). Internationale Vernetzungen und ein eigenes Forschungsprofil, das den Arbeitsbereich z. B. in den Feldern Populäre Musik, Gender Studies, Musiksoziologie, Globalgeschichte der Musik, digitale Musikwissenschaft oder empirischen Arbeitsweisen bereichert, ist sehr erwünscht. Bewerbungsschluss: 15.11.2025


„Meinten Sie ‚Komponist‘?“ Diese Frage stellte Google noch 2018, wenn man zum ersten Mal das Wort „Komponistin“ eingab. Nun ist Google nicht das Maß aller Dinge, aber durchaus ein Spiegel unserer Wahrnehmung. Und was die klassische Musik anbelangt, stehen hier eigentlich nur berühmte Männer im Fokus: Beethoven, Mozart und Bach sind Namen, die jeder kennt. Bei Komponistinnen sieht die Sache anders aus. Als die Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh feststellte, dass ihr Repertoire nur aus Musik von Männern besteht, begann sie, nach Stücken von Komponistinnen zu suchen. Ihre Recherchen in Archiven und bei Editionen förderten schnell eine Vielzahl fantastischer Klavierwerke zutage, die bis heute fast nie gespielt werden. Sie traf eine Auswahl von vier sehr unterschiedlichen Komponistinnen, die alle ein vielfältiges Gesamtwerk hinterlassen haben: Mel Bonis, Lilly Boulanger, Fanny Hensel und Emilie Meyer. Ihr Film
Am 24. September 2025 beginnt mit Jazzklub ein dreimonatiges hybrides Ausstellungs-, Konzert- und Veranstaltungsprojekt zum Thema „Jazz“ im Museum Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt am Main. Im Zentrum eines größeren Ausstellungsparcours entsteht ein Jazzklub, der in Kooperation mit Jazz Montez zum Ort für mehr als 60 Konzerte, Veranstaltungen und Workshops wird. Der Ausstellungsparcour regt an, historische Zusammenhänge aufzuspüren und sie mit heutigen Perspektiven auf die Bedeutung, Vielfalt und Entwicklung von Jazz zu reflektieren. Präsentiert werden musikwissenschaftliche und journalistische Beiträge, Perspektiven aus Film, Fotografie und pädagogischer Praxis, musikalische Beispiele und interaktive Stationen. Ein zentraler Aspekt der Ausstellung ist die Präsentation von Aktivitäten engagierter Akteur*innen, Clubs, Vereine, Institute, Filmschaffender und Musiker:innen aus Frankfurt. Wir sind natürlich auch dabei! Im Oktober lädt Jazz und Improvisierte Musik in die Schule! in Jazzkonzerten -und -Sessions Frankfurter Schüler*innen dazu ein, Jazz und seine verschiedenen Facetten kennenzulernen. Hier geht es zum
Am 15.07.2025 zeigt das naxos.Kino in Frankfurt um 19 Uhr den Dokumentarfilm: „Einfach machen! She Punks von 1977 bis heute“ (CH 2025, Regie: Reto Caduff). Der Film erzählt am Beispiel von Bands wie Östro 430, Mania D, Malaria! und Kleenex/LiLiPUT von den – wenigen – Frauen in Zürich, Düsseldorf oder Berlin, die die trotzige Kampfansage an Kommerz und Anpassung zur Selbstermächtigung nutzten.
Billie Holiday, Édith Piaf, Claire Waldoff – Chanson- und Jazzsängerinnen sind beliebte Sujets des populären Musiktheaters. Bei solchen Produktionen beschäftigen sich die Theaterakteur*innen mit Musikgeschichte, aber auch mit der Genderperformance der dargestellten Musikerin: Sie denken über Selbstinszenierung, Leben und Musik der historischen Person, aber auch über (Musik-)Geschichtsschreibung nach. Mit ihrer Dissertation „Musikgeschichte und Gender auf der Bühne – Historische Chanson- und Jazzsängerinnen im populären Musiktheater“ setzt Clémence Schupp-Maurer diese Auseinandersetzung in den wissenschaftlichen Fokus. Mit einer innovativen Methode, die Ansätze aus der Ethnologie, Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft kombiniert, analysiert sie, wie Musikgeschichte und Genderkonzepte auf der Bühne entstehen.