Initiative Musik tritt Keychange bei und will geschlechtergerechte Musikbranche fördern

Die Initiative Musik ist der Keychange-Kampagne beigetreten und setzt sich zum Ziel, bis 2029 mindestens 50 Prozent FLINTA* Künstler*innen zu unterstützen und FLINTA* Personen in all ihre Aktivitäten einzubinden. Die Absichtserklärung der Initiative Musik ist ein deutliches Bekenntnis zur Förderung von Diversität und Inklusion in der Musiklandschaft: „Wir, die Initiative Musik, sind fest davon überzeugt, dass unser Beitritt zur Keychange-Bewegung einen bedeutenden Beitrag zur positiven Veränderung der Musiklandschaft leisten kann. Als bundesweite Fördereinrichtung für Popularmusik und Jazz betrachten wir es als unsere Verantwortung, uns aktiv für gerechtere Bedingungen für Musikschaffende und die Kreativbranche einzusetzen. In diesem Sinne haben wir uns verpflichtet, in unseren Projekten und Programmen – von der Förderung von Künstler*innen und Livemusik bis hin zum Aufbau von Netzwerkstrukturen, dem Bereich Export und inklusive Deutscher Jazzpreis und APPLAUS – FLINTA* Personen zu fördern, zu unterstützen und sichtbar zu machen.“ Künstlerin Ariana Zustra begrüßt diesen Schritt, denn die stärkere Förderung von FLINTA*s sei „mitnichten eine Bevorzugung, sondern vielmehr der überfällige Versuch des Ausgleichs einer lange bestehenden systematischen Ungleichheit“. Zu den Aktivitäten der Initiative Musik für mehr Geschlechtergerechtigkeit gehört auch die engere Zusammenarbeit mit dem bundesweit aktiven Female* Producer Collective aus dem Saarland im Rahmen der Infrastrukturförderung. Einen weiteren Schritt in diese Richtung geht sie mit der Implementierung einer Diversitätsquote in das Förderprogramm „Live 500“. Die Quote legt fest, dass 30 Prozent der Künstler*innen, die bei geförderten Livemusikveranstaltungen auftreten, sich mit einer oder mehreren unterrepräsentierten Personengruppen identifizieren. Die Gruppen sind Frauen, LGBTQIA* Personen, rassifizierte Personen und Personen mit Behinderung. Außerdem will sie bei der Empfehlung von Acts für Showcasefestivals, der Besetzung von Gesprächsrunden bei Konferenzen und Informationsveranstaltungen oder bei der Berufung ihrer Jurys mehr FLINTA* fördern.

Anlässlich des 8. März 2024 ruft die Initiative Musik auf ihren Social-Media-Kanälen eine „FLINTA* Woche“ aus, um die Sichtbarkeit und Wertschätzung von Frauen, Lesben, inter*, nicht-binären, trans*- und agender Personen in der Musikbranche zu erhöhen.

20.02.2024

BDKV engagiert sich mit Act Aware für eine Kultur des Hinsehens

Das Netzwerk in der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft gegen sexuellen (Macht-)Missbrauch und für geschlechtergerechte Verhältnisse wächst weiter. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V. (BDKV) geht eine Kompetenzpartnerschaft mit Act Aware e.V. ein, um Kompetenzen weiterzugeben und auszubauen, wie er in seiner Pressemitteilung schreibt. Die „folgerichtige und schlagkräftige Allianz“ solle dabei helfen, dem Publikum auf Konzerten und Live-Events erfüllende und vor allem sichere Erlebnisse zu bieten und identitätsstiftende Momente möglich zu machen. Act Aware e.V. befördert Maßnahmen für mehr Awareness auf und im wirtschaftlichen Umfeld von Events – in der Theorie und in der Praxis. Sie unterstützen bundesweit Veranstalter*innen bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Awareness-Konzepte, darunter auch BDKV-Mitglieder wie zum Beispiel das Reeperbahn Festival, MS Dockville oder das Deichbrand Festival. Auftakt der Kooperation ist ein digitales Get Together für und von BDKV-Mitgliedern und Expert*innen von Act Aware. Nächste Schritte in puncto Awareness sind der Ausbau des Informations- und Beratungsangebotes sowie die Bereitstellung eines Code of Conduct zusammen mit neuen Vertragsmustern für BDKV-Mitglieder. Die knapp 500 im BDKV organisierten Unternehmen der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft haben seit 2020 die Möglichkeit, individuell von der Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V. in der Kulturbranche beraten und informiert zu werden. Seit März 2023 setzt sich der BDKV durch seinen Beitritt zur internationalen Initiative Keychange für paritätische Verhältnisse in der Musikwirtschaft ein. Auch mit Redezeit für dich, einer zivilgesellschaftlichen Unterstützung für psychisch belastete Menschen, besteht seit 2023 eine Kooperation. Insgesamt ergibt sich ein breitgefächerter Baukasten an Kompetenzpartnerschaften des BDKV für soziale Nachhaltigkeit und gegen (Macht-) Missbrauch – der nun durch die strategische Kooperation mit dem Act Aware e.V. auf ein nächstes Level gehoben wird.

29.08.2023

BDKV ist der Kampagne Keychange beigetreten

Fakt ist: Der Anteil von Frauen oder nicht-binären Personen auf und hinter den Bühnen der Konzertbranche liegt aktuell noch bei unter 20%. Damit sich daran etwas ändert, ist der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft der internationalen Kampagne für Gleichstellung in der Musikwirtschaft „Keychange“ beigetreten. So verstärkt der BDKV sein Engagement für eine diverse und sozial nachhaltige Veranstaltungsbranche – und sendet ein Signal darüber hinaus: Jede noch so kleine unternehmerische Maßnahme ist ein wertvoller Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit. Der BDKV hat mit dem Beitritt das Ziel definiert, in seinem Geschäftsbereich Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen und zu fördern. „Unsere ersten Maßnahmen haben wir mit der paritätischen Besetzung im neuen Vorstand und der Leitungsebene, in Teams und Gremien oder auf Panels unserer Veranstaltungen bereits verwirklicht. Die wichtigste Maßnahme für uns ist allerdings, dass wir in unsere Branche hineinwirken möchten, um dort zu mehr Diversität anzuregen und – neben den bereits beigetretenen – noch weitere unserer Mitgliedsunternehmen zu inspirieren, sich ebenso Keychange anzuschließen. Im ersten Schritt haben wir dazu Schulungsinhalte zur Verfügung gestellt und informieren über best practices“, so Johannes Everke.

15.03.2023

Keychange präsentiert Pledge Action Plan

Jüngst gab Keychange, eine internationale Initiative für Geschlechtergerechtigkeit in der Musikindustrie, ein Update zu den bisherigen Fortschritten bekannt und enthüllte einen „Pledge Action Plan“, in dem die nächsten Schritte skizziert werden. Mit dem Feedback von mehr als 200 globalen Pledge-Unterzeichner*innen über 5 Jahre wurde der Pledge Action Plan von Keychange auf der Grundlage einer Datenanalyse der Erasmus-Universität Rotterdam erstellt. Der Aktionsplan hebt die erzielten Fortschritte, Herausforderungen und die nächsten Schritte hervor, die für Keychange erforderlich sind, um seine Arbeit zur Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit in der Musikindustrie fortzusetzen. Zum einen setzt er einen
starken Fokus auf Intersektionalität bei der Erstellung von Versprechen und der Überwachung des Fortschritts, um die Vertretung und den direkten Beitrag von Frauen und non-binären Menschen aller Herkünfte, Behinderungen und sozialen Klassen bei allen Aktivitäten von Keychange sicherzustellen. Außerdem soll die globale Musikindustrie ermutigt werden, detaillierte, zeitbezogene, intersektionale Zusagen zu machen, um proaktiv branchenweite Veränderungen herbeizuführen. Mit der Schaffung von Roundtables, Workshops und Gesprächsräumen für verschiedene Sektoren der Musikindustrie will die Kampagne erreichen, dass Best Practices, Informationen und Tipps für Entwicklung und Fortschritt bestmöglich ausgetauscht werden. Keychange wird auch neue Richtlinien, Best Practices und Überwachungsunterstützung für einzelne Unterzeichner*innen entwickeln.

27.02.2023

Keychange Future Leaders 2023 bekannt gegeben

Das Talententwicklungsprogramm „Future Leaders“ der Keychange-Initiative bietet weiblichen* und diversen* Künstler*innen und Innovator*innen die Möglichkeit, sich ein Jahr lang professionell weiterzuentwickeln. Für die nächste Runde wurden aus 830 Bewerber*innen 74 Teilnehmende aus 12 Ländern – in Europa und Kanada – ausgewählt. Das innovative einjährige Talententwicklungsprogramm bietet Frauen* und diversen* Teilnehmer*innen die Fähigkeiten, Ressourcen und Wege, die sie benötigen, um ihr volles Potenzial in ihrem Fachgebiet auszuschöpfen. Aus Deutschland wurden Lucy Kruger & The Lost Boys, Gloria de Oliveira und Ava Vegas sowie Katie Wellenberg, Sarah Jane Nicholson und Amande Dagod ausgewählt.

31.01.2023

2. Keychange Studie zu Gender Balance bei Musikangeboten

Die Keychange-Kampagne hat auf dem Reeperbahnfestival die Ergebnisse ihrer zweiten Studie, der Keychange Studie 2022 vorgestellt. Der Ergebnisbericht der Nutzer*innenbefragung zur Ausgewogenheit von Geschlechterverhältnissen bei Musikangeboten“ zeigt, dass die Gruppe der jungen Musikkonsument*innen viel Wert auf eine ausgeglichenes Line-Up bei Festivals, Radio, Streaming und Alben legt und ihre Einkäufe auch davon abhängig macht.

28.09.2022

Keychange gibt „Future Leaders“ bekannt

Das Talententwicklungsprogramm „Future Leaders“ der Keychange-Initiative bietet weiblichen* und diversen* Künstler*innen und Innovator*innen die Möglichkeit, sich ein Jahr lang professionell weiterzuentwickeln. Für das Jahr 2022 sind 76 neue Teilnehmer*innen aus 12 Ländern in das Programm aufgenommen. Auch Talente aus Deutschland ist mit dabei: Die Künstlerinnen Albertine Sarges, Laura Lee & the Jettes, lùisa und die Innovatorinnen AZLAY, Imke Machura, Katharin Ahrend.

21.01.2022

Keychange Weekly – Playlist

Die Keychange-Initiative arbeitet unermüdlich daran, Musikerinnen* in der Branche, auf Festivals und in unseren Köpfen stärker ins Bewusstsein zu rücken. Auf der wöchentlichen Playlist „Keychange Weekly“ könnt ihr nun neue Musik aus dem Keychange-Netzwerk hören und euch zu neuen musikalischen Ufern aufmachen.

22.12.2021

Studie zur Geschlechtervielfalt in der Musikwirtschaft

Mit einer groß angelegten, von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Marktforschungsstudie hat das Reeperbahn Festival im Rahmen der Initiative Keychange die Geschlechterverteilung in den Teilmärkten der deutschen Musikkultur und Musikwirtschaft untersucht. Dazu wurden verschiedene Befragungen durchgeführt, die interessante Unterschiede bei der Wahrnehmung von Fortschritten zutage fördern: eine Verbesserung bei der Chancengleichheit nehmen 42% der Frauen, 65% der Männer wahr und dass die Geschlechtervielfalt in den Unternehmen bereits besprochen und umgesetzt wird, sehen auch Männer deutlich häufiger als Frauen. 96% der befragten Frauen haben schon Diskriminierung erlebt, besonders oft genannt wurden auch eine Zuschreibung von Geschlechterstereotypen und unangemessene Kommentare. Als Barrieren wurden am häufigsten „Vetternwirtschaft“, Intransparenz und Stereotypen identifiziert.
Aus den Expert*innen-Interviews wurden drei zentrale Herausforderungen abgeleitet:
1) Um Risiken zu vermeiden, werden selten mutige Entscheidungen zur Karriereentwicklung von weiblichen* Künstler*innen getroffen,
2) Männern werden häufig Attribute zugeschrieben, die in der Branche als erfolgsrelevant gelten. Frauen werden mit schwächeren Attributen assoziiert,
3) Frauen erleben eine Ausgrenzung aus männlichen Netzwerken, dies behindert ihre Karriereentwicklung.

Über nötige Maßnahmen sind sich die Befragten nicht gerade einig, fast die Hälfte der Frauen befürwortet z.B. eine Quotenregelung, aber nur 20% der Männer. In der Studie wurde auch die Geschlechtervielfalt bei der Musiknutzung zum Thema gemacht, z.B. ob ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei Festival Line-Ups die Kaufentscheidung beeinflussen würde (bei 16-29-Jährigen trifft das auf fast die Hälfte zu) und mehr.

Fazit: Der Weg der Keychange-Kampagne mit der 50/50Pledge für Festivals und Musikorganisationen muss konsequent weiterverfolgt werden. Um den Ausschluss von Frauen aus den bestehenden, männlich dominierten Netzwerken zu beenden, werden weibliche Netzwerke alleine vermutlich nicht ausreichen. Gemischte Netzwerke aus Männern und Frauen erscheinen eher zukunftsweisend. Der weitere Prozess sollte mit Zahlen und Fakten der Branche begleitet werden, um Fortschritte zu belegen und sichtbar zu machen.

01.11.2021

Bewerbung zum Keychange-Talententwicklungsprogramm 2022

Das von Kreatives Europa KULTUR geförderte Kooperationsprojekt Keychange ruft Künstler*innen dazu auf, sich für das Keychange-Talententwicklungsprogramm zu bewerben. Das Ziel von Keychange ist es, die Hürden für Frauen* und Gender Minorities in der Musikbranche abzubauen und ihnen Karrierewege zu ermöglichen. Wie jedes Jahr unterstützt Keychange auch 2022 europäische Talente mit einem einjährigen Programm. Insgesamt 74 Teilnehmende haben die Möglichkeit an internationalen Schulungen, Mentoring und Networking teilzuhaben. Das Programm startet im Januar 2022 und endet mit einem Meetup vom 16.-18.02.2022 in London und es schließt auch noch die Teilnahme am Reeperbahnfestival im September ein. Musiker*innen und Akteur*innen aus der Musikbranche können sich für das Keychange-Programm bis zum 4. Oktober 2021 anmelden.

10.08.2021

Jazz Conference zu Genderfragen

Eine virtuelle Konferenz in Schweden in Kooperation mit Keychange und dem Europe Jazz Network beschäftigte sich mit Fragen der Genderbalance auf europäischer Ebene und stellte das Stockholm International Women’s Jazz Festival vor.

15.06.2021

Podcast-Tipp: Nachtclub ÜberPop: Gendergerechtigkeit im Pop

Wie weit wir in der Popmusik von einer echten Geschlechtergleichstellung entfernt sind, bespricht Moderatorin Siri Keil mit Jovanka von Wilsdorf von Music Women Germany und Keychange-Projektleiterin Merle Bremer im Talk „Nachtclub ÜberPop: Gendergerechtigkeit im Pop“ des NDR. Jeden Sonntag greift Nachtclub ÜberPop aktuelle Themen aus Musik, Politik und Gesellschaft auf und diskutiert sie mit interessanten Köpfen aus dem Kulturbetrieb. Zur Sendung geht es hier.
12.05.2021