Rundfunk Berlin-Brandenburg und Land Berlin verleihen Jazzpreis Berlin 2026 an Julia Hülsmann

Der Jazzpreis Berlin 2026 wird vom radio3 des rbb und der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt an die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann (Foto: Dovile Sermokas) vergeben.
Julia Hülsmann studierte an der Universität der Künste in Berlin Jazzklavier und promovierte über das Selbstbild von Jazzpianistinnen. Die Jury bezeichnet sie als „Role Model für jüngere Jazzmusikerinnen“ und begründet ihre Wahl unter anderem damit, dass die Musikerin durch die Verbindung vieler Szenen ein breites Publikum anspricht. Außerdem fördert sie als Lehrende den Nachwuchs und hat sich in mehreren Gremien für die Besserstellung von Jazzmusiker*innen eingesetzt. Der Jazzpreis Berlin 2026 wird im Rahmen eines Konzertes am 16. Juni 2026, um 20.00 Uhr, im Kleinen Sendesaal des rbb verliehen. Das Konzert von Julia Hülsmann wird live auf radio3 übertragen.
Buchtipp: „Plötzlich Hip(p)“ von Ilona Haberkamp
Nicht allzu vielen dürfte die deutsche Pianistin Jutta Hipp (1925-2003) ein Begriff sein, dabei war sie Shooting Star und Ausnahmeerscheinung in der männerdominierten Welt des Jazz, bis sie zu Beginn der 60er Jahre ihre musikalische Karriere abrupt beendete. Keine hat ihre Biografie so genau unter die Lupe genommen wie die Musikerin Ilona Haberkamp, die ihr in New York noch einen Besuch abstatten konnte. Mit „Plötzlich Hip(p) – Das Leben der Jutta Hipp zwischen Jazz und Kunst“ hat sie jetzt eine ungewöhnliche Biografie veröffentlicht. Darin beleuchtet sie die Persönlichkeit und Vielseitigkeit der Künstlerin und bettet sie in die gesellschaftlichen und kulturpolitischen Geschehnisse ihrer Zeit ein. Von den Anfängen als Shooting Star und „Europe’s First Lady of Jazz“ im westlichen Nachkriegsdeutschland, bis zu ihrer Karriere in der New Yorker Jazzszene, in der sie mit den Jazzgrößen ihrer Zeit spielte und schließlich zum großen Durchbruch bei der renommierten Plattenfirma Blue Note Records, als sie als erste weiße und deutsche Jazzpianistin zwischen ausschließlich afroamerikanischen Kollegen wie Miles Davis, Thelonious Monk, Horace Silver u.v.a. unter Vertrag kam. Auf dem Zenit ihres Erfolgs beendete sie ihre Karriere und tauschte das Klavier gegen eine Nähmaschine, führte ihre Kreativität aber in der Kunst fort.
224 S., farb. Abb., pb., € 28.–, 978-3-95593-137-7

