Neustart Kultur ohne Frauen*

„Redet nicht, bucht Frauen“ heißt ein Gastbeitrag der Schweizer Musikerin Sophie Hunger im Spiegel, der kritisiert, dass die Kultur zwar nach der Pandemie neu startet, aber leider weitgehend ohne Frauen*. Und sie fragt zu Recht: „warum knüpft die Initiative Musik ihren Geldfluss nicht an Bedingungen? Will Olaf Scholz nur stolz auf seine 2,5 Milliarden »Neustart Kultur« sein oder auch darauf, worin man sie investiert?“ Auch uns beschleicht der Eindruck, dass bei sehr vielen Konzerten, die in den nächsten Wochen mit öffentlichen Geldern gefördert werden, doch wieder hauptsächlich Männer auf der Bühne stehen und die Pfründe unter den üblichen – männlichen – Verdächtigen aufgeteilt werden. (Foto: Ausschnitt Line-Up Rock am Ring 2022)

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17.06.2021

Podcast: Interview mit Sophie Hunger bei hr2-kultur

Aus Freude an ihrer Musik, aber auch um bekannt zu werden, hat die Künstlerin Sophie Hunger am Anfang ihrer Karriere sehr viele Konzerte gespielt. In hr2-kultur erzählte die 1983 geborene Schweizer Sängerin jetzt kürzlich in der Sendung „Kulturcafé“, wie es zu ihrer Auszeit von eineinhalb Jahren kam: „Ich habe gemerkt, dass ich während der Konzerte meine Finger so komisch angucke. Das hab‘ ich früher nie gemacht. Und plötzlich sind mir auch so Details aufgefallen, dass ich ein Loch im Strumpf habe. Da hab‘ ich mir gedacht oh, das ist aber nicht gut, wenn Du auf der Bühne über Deine Schuhe nachdenkst.“
Die Idee für ihren neuen Song „Supermoon“ hatte Hunger beim Besuch einer Ausstellung über die Entstehung der Welt: „Ich dachte immer, der Mond wäre etwas Fremdes, ein Himmelskörper, der nichts mit uns zu tun hat. Dabei ist er ein Stück abgesprengte Erde, wie ein verlorenes Schaf, das im All rumtreibt, eigentlich unser Bruder. Der gehört zu uns, kommt aber nicht an uns ran. Wir brauchen einander, aber berühren können wir uns nicht. Das fand ich sehr lustig.“
Vielseitigkeit ist Sophie Hungers Programm. Die Tochter eines Diplomaten lernte schon früh fremde Welten kennen. Musikalisch prägte sie die Liebe ihres Vaters zu Jazz und Punk und die der Mutter zum klassischen Volkslied. In Frankfurt ist die experimentierfreudige Künstlerin beim Frankfurter „Women of the World“-Festival zu erleben: sie wird am 16.05. in der Alten Oper die Bühne betreten und ihr neues Album „Supermoon“ vorstellen.

Das komplette Gespräch war am Mittwoch, 29. April, um 17.15 Uhr in der Sendung „Kulturcafé“ zu hören und ist als Podcast unter www.hr2-kultur.de abrufbar.

03.05.2015

Konzertreihe „female“ im E-Werk mit Sophie Hunger, Efrat Alony, Lisa Bassenge, Tina Dico u.a.

Das Kulturzentrum E-Werk in Erlangen setzt im Februar und März die Konzertreihe „female“ fort. So unterschiedlich diese Frauen für sich gesehen auch sein mögen, es ist ihnen eines gemeinsam: die Liebe zur Musik. Ob nun in der Sparte Weltmusik oder Independent oder Pop. Den Anfang macht Sophie Hunger, die ihr neues Album „The Danger Of Light“ im Gepäck dabei hat; danach folgt Efrat Alony im Trio mit ihren zwei Mitmusikern Oliver Leicht und Frank Wingold an Klarinette und Gitarre. Im März präsentiert Lisa Bassenge ihr drittes Soloalbum „Wolke 8“ und danach macht die Dänin Tina Dico mit ihrem Partner Helgi Jonsson auf ihrer Duo Acoustic Tour 2013 Halt im E-Werk. Den Abschluss bildet vorerst die Songwriterin Claudia Koreck, die mit neuem Album auf Tournee ist. Neben den musikalischen Events gibt es auch eine Lesung von Juli Zeh, sie liest aus ihrem neuen Roman Nullzeit.
Alle Termine auf einem Blick: SOPHIE HUNGER /// 27.02. / 20:00 Uhr EFRAT ALONY /// 28.02. / 20:00 Uhr
JULI ZEH /// 07.03. / 20:00 Uhr LISA BASSENGE /// 09.03. / 20:00 Uhr TINA DICO /// 14.03. / 20:30 Uhr
CLAUDIA KORECK /// 20.03. / 20:00 Uhr

20.01.2013