Filmtipp: „Meredith Monk – Die Welt in ihrer Stimme“
Ein neuer Dokumentarfilm auf dem Sender ARTE beleuchtet die Arbeit der visionären Komponistin, Performerin und interdisziplinären Künstlerin Meredith Monk. Die furchtlos experimentierende Künstlerin begann ihre Karriere in der männlich dominierten New Yorker Kunstszene der 60er- und 70er Jahre – und erkämpfte sich dort Respekt gegen alle Widerstände. ARTE präsentiert mit „Meredith Monk – Die Welt in ihrer Stimme“ (USA, 2025, 59 Min.) das außergewöhnliche Porträt einer Frau, die die Kunstwelt revolutioniert und seit den 1960er Jahren eine völlig neue Sprache aus Klang und Bewegung geschaffen hat. Sie gilt als eine der großen Pionierinnen unserer Zeit. Mit ihrer Musik im Mittelpunkt und Interviews mit Wegbegleiter*innen wie Björk und David Byrne kreieren die beiden Regisseure Billy Shebar und David Roberts ein Mosaik, das die Struktur von Monks eigenem Werk widerspiegelt und ihr äußerst originelles Vokabular aus Klängen und Bildern beleuchtet.
Filmtipp: „Sol Gabetta auf den Spuren von Lise Cristiani“
In einem neuen Dokumentarfilm hat sich die Frankfurter Autorin Simone Jung zusammen mit Star-Cellistin Sol Gabetta auf die Spuren der französischen Cellistin Lise Cristiani (1825–1853) gemacht. Der Film, der in einer gekürzten Fassung (52 Min.) in der ARD-Mediathek zu finden ist, zeichnet das Leben dieser Pionierin nach, die sich mit einem Cello auf die Bühne wagte und selbst Konzerte veranstaltete, als das für Frauen noch als unschicklich galt. Es ist eine abenteuerliche Geschichte, in der sie unehelich in einem schäbigen Viertel in Paris zur Welt kommt, es aber bis zur Kammervirtuosin des dänischen Königs schafft und als junge Profimusikerin bis nach Sibirien reiste, um an Orten Konzerte zu geben, wo noch nie ein*e klassische*r Musiker*in aufgetreten war.
Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis
Das DOK.fest München freut sich, den 14. Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis auszuschreiben, der beim 41. DOK.fest München im Mai 2026 vergeben wird. Einzigartig im deutschsprachigen Raum, würdigt der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis eine Komposition für einen abendfüllenden Kino-Dokumentarfilm, die sich auf besondere Art und Weise mit der dokumentarischen Filmerzählung verbindet. Der Preis versteht sich als Plattform für die Arbeit der Komponist*innen und den Wert der Musik als erzählerische Ebene im Dokumentarfilm. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 5.000 € dotiert. Ausgezeichnet wird der*die Komponist*in des Films. Die Vergabe findet im Rahmen des DOK.fest München statt. Die Bewerbungen werden bis zum 02. Februar 2026 entgegengenommen.
Filmtipp: „Being Hipp – First Lady Of European Jazz“ 25.1.26 @ARTE
Jutta Hipp war die erste Musikerin aus Europa, die beim legendären Blue Note Label veröffentlichte – eine weiße, deutsche Jazzpianistin, die sich in den 50ern von Nazi-Deutschland bis nach New York spielte. Damit war sie eine Sensation ihrer Zeit, eine Ausnahmekünstlerin und Autodidaktin (!), die gegen alle Widerstände zur Jazzgröße wurde. Der Dokumentarfilm „Being Hipp – First Lady Of European Jazz“ rekonstruiert ihren Weg mit seltenem Archivmaterial und unveröffentlichten Aufnahmen, erzählt von Jutta Hipps früher Liebe zur verbotenen Musik im Nazi-Deutschland, ihrer Flucht in den Westen, der Geburt ihres Sohnes Lionel – einem „Brown Baby“ – und ihrem kometenhaften Aufstieg in der amerikanischen Jazzszene. Doch der Ruhm hatte seinen Preis: Sexismus, Rassismus, Selbstzweifel und Alkohol bestimmten zunehmend ihr Leben. Als sie sich gegen eine Affäre mit ihrem Agenten wehrte, fiel sie in Ungnade – und verstummte. 1960 verließ sie die Bühne für immer. Die Musik tauschte sie gegen einen Job in einer Textilfabrik und fand Frieden mit sich selbst. „Being Hipp“ ist mehr als eine Musikerbiografie: Es ist ein Porträt über Selbstbehauptung, künstlerische Integrität und den Preis weiblicher Unabhängigkeit – im Showbusiness wie im Leben. Am 25. Januar um 23.50 Uhr läuft diese Doku auf ARTE, ab 23. Januar ist sie in der Mediathek zu sehen.Vorablesung: „TANZ AUF DEM VULKAN – Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ @ Metropolis Berlin 30.10.25
Im Jahr 35 nach der Wiedervereinigung könnte dieses Werk in deutschen Landen zum Musikbuch des Jahres avancieren: Geralf Pochop, selbst aktiver Ost-Berlin-Punk, reicht mit „TANZ AUF DEM VULKAN – Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ die längst überfällige systematische Darstellung zu den Frauen im DDR-Punk nach. Bevor der Berliner Verlag Hirnkost (Klaus Farin) Anfang November bundesweit die offizielle Lesetour startet, gibt es im Rahmen des UNERHÖRT! Filmfestivals in Berlin die Vorab-Hirnkostprobe: Nancy De Gregorio, Ost-Berliner Punk-Frau (fast) der ersten Stunde, liest am 30.10. ab 17 Uhr im Metropolis aus dem ihr gewidmeten Kapitel und zeigt dazu Fotos und Filmschnipsel. Daran anschließend findet ein moderiertes Gespräch zwischen Nancy D.G. und Annette Benjamin (ex-Hans-A-Plast, heute The Benjamins) statt, weitere Gäste nicht ausgeschlossen.
Kinotipp: „Queer As Punk“ @ Passage Kino 2 Hamburg 19.10.25
Im Rahmen des 36. Hamburg International Queer Film Festivals zeigt das Passage Kino 2 am 19.10. um 18 Uhr den Film „Queer As Punk“ von Yihwen Chen (MY/ID, 2025, 88 Min.), eine energiegeladene Dokumentation über Malaysias erste Queer-Punk-Band Shh…Diam!. Mit der nötigen Prise Humor sprechen die Bandmitglieder über die Herausforderungen, denen sich queere Menschen in Malaysia stellen müssen. „Queer As Punk“ ist ein kraftvoller Bericht von Regisseurin Yihwen Chen über Selbstbehauptung, Solidarität und Widerstand in einem Land, das queere Identitäten bedroht und von zunehmender staatlicher Repression geprägt ist. Trailer
Kinotipp: „Komponistinnen“ @ Naxos.Kino Frankfurt 14.10.2025
„Meinten Sie ‚Komponist‘?“ Diese Frage stellte Google noch 2018, wenn man zum ersten Mal das Wort „Komponistin“ eingab. Nun ist Google nicht das Maß aller Dinge, aber durchaus ein Spiegel unserer Wahrnehmung. Und was die klassische Musik anbelangt, stehen hier eigentlich nur berühmte Männer im Fokus: Beethoven, Mozart und Bach sind Namen, die jeder kennt. Bei Komponistinnen sieht die Sache anders aus. Als die Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh feststellte, dass ihr Repertoire nur aus Musik von Männern besteht, begann sie, nach Stücken von Komponistinnen zu suchen. Ihre Recherchen in Archiven und bei Editionen förderten schnell eine Vielzahl fantastischer Klavierwerke zutage, die bis heute fast nie gespielt werden. Sie traf eine Auswahl von vier sehr unterschiedlichen Komponistinnen, die alle ein vielfältiges Gesamtwerk hinterlassen haben: Mel Bonis, Lilly Boulanger, Fanny Hensel und Emilie Meyer. Ihr Film „Komponistinnen“ (D 2018, 95 Min.) beleuchtet das Leben dieser Frauen, die Widerstände, mit denen sie zu kämpfen hatten und die historischen und persönlichen Umstände, unter denen die vier Frauen im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Werke geschaffen haben. Der Berliner Filmemacher Tim van Beveren begleitet Kyra Steckeweh auf ihrer Spurensuche nach Frankreich, Italien, Polen und Deutschland, zu den Lebens- und Wirkungsstätten der Komponistinnen. Der Naxos.Kino – Dokumentarfilm & Gespräch e.V. zeigt den Film in Kooperation mit dem Archiv Frau und Musik & der Frankfurter Museumsgesellschaft e.V. am 14.10.2025 um 19 Uhr mit anschließendem Filmgespräch. Kartenreservierung
Filmtipp: „Monk In Pieces“ (Start: 18.08.2025)
„Ein fesselndes Porträt einer wegweisenden Ikone“ (The Film Verdict) kommt am 18. August in die deutschen Kinos: der Dokumentarfilm „Monk In Pieces“ von Billy Shebar und Co-Regisseur David C. Roberts widmet sich in zehn Kapiteln der Karriere der heute 82jährigen New Yorker Komponistin, Sängerin und Multimedia-Künstlerin Meredith Monk. Anhand von alten und neuen Interviews und einer Unmenge an Archiv-Material zeichnet er einfühlsam und hochinformativ die Biografie einer Künstlerin nach, die erst spät dieselbe Anerkennung erfuhr, die Künstlerinnen wie Laurie Anderson, Diamanda Galas oder Pina Bausch schon früh entgegenschlug. Dabei vereinte sie gewissermaßen all deren Ansätze in ihrer eigenen Arbeit: Die Aufführungen ihr zumeist um die Stimme herum aufgebauten Kompositionen inszenierte sie am liebsten selbst – als Bühnenstück, als Film oder als site-spezifische Performance. Dafür versammelte sie eine Kompanie von interdisziplinären Künstlerinnen und Künstlern um sich, die im Film ebenso zu Wort kommen wie frühe Fans, darunter David Byrne und Björk. Shebars intime Kenntnisse von Monks Werks und Biografie verdankt er nicht zuletzt seiner Frau Kate Geissinger, die 1990 an Monks ATLAS-Performance teilnahm und seitdem in allen ihren größeren Inszenierungen involviert war. Trailer
Kinotipp: „Joan Baez – I am a noise“ 11. & 15.07.2025 @ Cinéma, Frankfurt
Die Arthouse Kinos Frankfurt zeigen in der Reihe Sommerflimmern 24 besondere Filme noch einmal auf der großen Leinwand, in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln. Am 11. und 15. Juli könnt ihr den Dokumentarfilm „Joan Baez – I am a noise“ (USA 2023, Regie: Karen O’Connor, Miri Navasky, Maeve O’Boyle) im Cinéma genießen. Das außergewöhnliche Porträt der legendären Folksängerin und Aktivistin Joan Baez ist weder ein konventionelles Biopic, noch ein traditioneller Konzertfilm. Er begleitet Joan auf ihrer letzten Tour und taucht ein in ihr beeindruckendes Archiv aus Privatvideos, Tagebüchern, Kunstwerken, Therapie- und Musikaufnahmen. Im Laufe des Films zieht Baez schonungslos Bilanz und enthüllt auf bemerkenswerte Weise ihr Leben auf und abseits der Bühne: von ihren lebenslangen emotionalen Problemen, über ihr Engagement in der Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King, bis hin zu der schmerzlichen Beziehung mit dem jungen Bob Dylan. Als radikaler Blick auf eine lebende Legende wird dieser Film zu einer intimen Erkundungsreise einer ikonischen Künstlerin, die noch nie zuvor so viel über ihr Leben enthüllte.
Kinotipp: „Einfach machen! She Punks von 1977 bis heute“ 15.07.2025 @ naxos.Kino, Frankfurt
Am 15.07.2025 zeigt das naxos.Kino in Frankfurt um 19 Uhr den Dokumentarfilm: „Einfach machen! She Punks von 1977 bis heute“ (CH 2025, Regie: Reto Caduff). Der Film erzählt am Beispiel von Bands wie Östro 430, Mania D, Malaria! und Kleenex/LiLiPUT von den – wenigen – Frauen in Zürich, Düsseldorf oder Berlin, die die trotzige Kampfansage an Kommerz und Anpassung zur Selbstermächtigung nutzten. Er porträtiert Künstlerinnen, die 40 Jahre später immer noch oder wieder zusammen auf der Bühne stehen. Als Pionierinnen des deutschsprachigen She-Punk teilen Gudrun Gut, Beate Bartel, Bettina Köster, Sara Schär, Klaudia Schifferle, Martina Weith und Bettina Flörchinger, ihre Erfahrungen und Geschichten. Trotz des unterschiedlichen Sounds der Bands und ohne es damals zu wissen, waren sie Teil einer weiblichen Revolution in der Musikindustrie, die nachfolgende Künstlerinnen nachhaltig geprägt hat. Ein Film über Punk aus weiblicher Perspektive, Feminismus mit Gitarrenriff und das unvergleichliche Lebensgefühl der späten 70er und frühen 80er Jahre. Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur Reto Caduff und der Schlagzeugerin Suse Michel & Conni Maly (The Slags/Frankfurt). Filmtipp: „Ich will alles. Hildegard Knef“ (Kinostart: 03.04.2025)
Hildegard Knef: Weltstar, Stilikone, Grande Dame des Chansons, letzte deutsche Diva, meinungsstark, umstritten, Spiegel und Gegensatz ihrer Zeit. Als Schauspielerin, Sängerin und Autorin feierte sie internationale Erfolge, erlebte krachende Niederlagen und war mehr als fünf Jahrzehnte schöpferisch tätig. Bereits mit 20 wurde sie Teil der deutschen Öffentlichkeit und nie wieder daraus entlassen. Ihr Lieblingsthema, erfolgreich zu sein, zu scheitern, sich immer wieder neu zu erfinden und – against all odds – immer wieder aufzustehen, macht sie zu einer Expertin des Überlebens. In “Ich will alles” (D, 2025, 98 Min., FSK 12 J.) zeigt Regisseurin Luzia Schmid in Form einer filmischen Autobiographie das Bild einer hochbegabten, ehrgeizigen, lakonisch-scharfsinnigen Frau, die der Welt vorführte, wie man Ruhm und Niederlagen überlebt. Im Frankfurter Mal Seh’n Kino wird es am 07.04. um 18 Uhr eine Sonderveranstaltung in Anwesenheit der Regisseurin geben. Weitere Termine, auch Preview-Termine im März, findet ihr hier. Trailer
Filmtipp: „Sisterqueens“ Kinostart (06.03.2025)
Ab dem 06.03. gibt es einen ganz besondern Film in deutschen Kinos zu sehen: „Sisterqueens“ (Deutschland 2024, 97 Min.) ist eine Langzeitdokumentation über drei junge feministische Rapperinnen. Über 4 Jahre begleitet die Regisseurin Clara Stella Hüneke Jamila (9), Rachel (11) und Faseeha (12) als Teil des gleichnamigen Rapkollektivs SISTERQUEENS auf ihrem Weg vom Mädchenzentrum im Berliner Wedding auf die große Bühne. In der Hoffnung auf eine gerechte Welt rappen sie übers Mädchen sein, Ungerechtigkeit und Selbstbestimmung, demonstrieren für Black Lives Matter und praktizieren Sisterhood. Strophe für Strophe definieren sie Feminismus neu. Der Film lief bereits auf ausgewählten Festivals in ganz Deutschland und ist nun auch für den Grimmepreis nominiert. Geplant sind neben normalen Kinovorstellungen Impact- und Community Screenings gepaart mit Workshop-Formaten und spannenden Talks. Wer ein Screening, z.B. im ganz kleinen Rahmen eines Mädchenzentrums oder als größere Veranstaltung im Kino ausrichten möchte, melde sich bei Ida Hausdorf per Mail. Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen, für die Filmvorstellung am 12.03. im Mal Seh’n Kino in Frankfurt gibt es leider nur noch wenige Tickets.
