Robert Bosch Stiftung fördert kreative Projekte zur Demokratiearbeit
„Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen“, so heißt das Förderprogramm, das die Robert Bosch Stiftung zusammen mit dem Bundesverband Soziokultur ausgeschrieben hat. Damit unterstützt sie Ansätze für niedrigschwellige Demokratiearbeit in ganz Deutschland, die Menschen die Möglichkeit geben, den Mehrwert von Demokratie und Gemeinschaft wieder selbst zu erfahren. Das Förderprogramm unterstützt Kooperationen aus Ortebetreiber*innen, Soziokultur und politischer Bildung dabei, verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Meinungen an dem Ort konstruktiv ins Gespräch zu bringen und gemeinsame Ideen für Veränderung umsetzen. Experimentierfreude ist ebenso gefragt wie genaues Hinhören, was es im Umfeld braucht. So wird der Ort gemeinsam mit anderen Menschen aus dem Umfeld zu einem kommunikativen Treffpunkt, den man zusammen gestaltet und wo man etwas bewegen kann – zu einem gemeinsamen Allzeitort. Mit einladenden, kreativen und partizipativen Ansätzen sollen unterschiedliche Menschen ab 16 Jahren zusammengebracht werden. Ziel ist es, über den Förderzeitraum hinaus eine dauerhafte Kultur des Dialogs zu etablieren und so das demokratische Miteinander vor Ort nachhaltig zu stärken.
Förderung für soziokulturelle Zentren: Up Grants 2026
Das European Network of Cultural Centres (ENCC) hat seine diesjährige Ausschreibung ihrer Up Grants veröffentlicht, eine aktuelle Förderalternative für soziokulturelle Zentren: Der Call „Up Grants 2026: Culture for Democracy“ fördert innovative Projekte, die sich mit den Themenfeldern „Digital ethics and democracy“, „Dialogue in times of polarisation“ und „Participation and cultural resistance“ befassen. Alle eingereichten Projekte, die den Förderkritieren entsprechen, werden auf der Website des ENCC vorgestellt. Drei ausgewählte Projekte erhalten eine Förderung von 4.000 €. Bewerbungsfrist: 15. März 2026
Franz-Bobzien-Preis 2026
Culture Compass for Europe verabschiedet
Der neue Rahmen konzentriert sich auf vier Handlungsfelder:1. Europäische Werte und kulturelle Rechte stärken
Die Kommission bekräftigt ihr Engagement für künstlerische Freiheit und kulturelle sowie sprachliche Vielfalt. Geplant ist unter anderem ein neuer EU-Preis für die Darstellenden Künste.
2. Künstler*innen und Kulturschaffende unterstützen
Eine EU-Künstlercharta soll künftig Leitlinien für faire Arbeitsbedingungen setzen. Zudem sollen grenzüberschreitende Mobilität und Arbeitsprozesse weiter vereinfacht werden.
3. Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz fördern
Digitale Technologien und KI sollen im Kultursektor gezielt genutzt werden. Auch der Zugang junger Menschen zum europäischen Kulturerbe soll erleichtert werden, etwa durch einen freiwilligen Rahmen zur Anerkennung nationaler Kulturpässe.
4. Internationale Kulturbeziehungen ausbauen
Europa möchte seine Rolle als globaler Akteur in Kultur und Kreativität weiter stärken, auf Basis europäischer Werte und gegenseitigen Verständnisses.
Der Culture Compass for Europe soll zudem als strategischer Bezugspunkt im kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (2028–2034) dienen. Geplant sind unter anderem ein regelmäßiger Bericht zum Stand der Kultur in der EU sowie der Aufbau eines EU-Kultur-Daten-Hubs zur Unterstützung evidenzbasierter Kulturpolitik.
Digitale Talkreihe zur Mittagszeit „TikTok-Talks: Bildung, Haltung & Plattformpolitik“ 18.11./4.12.
Wie funktioniert politische Bildung auf TikTok? Wie geht man mit Hate, Sichtbarkeit und algorithmischem Druck um? Welche Potenziale – und welche Grenzen – hat die Plattform für Akteur*innen, die Haltung zeigen? Bei der digitalen Talk-Reihe „TikTok-Talks: Bildung, Haltung und Plattformpolitik“ der Bildungsstätte Anne Frank wird ein Raum für Austausch, Reflexion und Praxis geöffnet. Mit Expert*innen, Creator*innen und einer interessierten Öffentlichkeit sprechen die Macher*innen über Plattformpolitik, Desinformation, Sichtbarkeit, Selbstschutz und Community-Arbeit. Der nächste Talk findet am 18.11. mit dem Titel „Plattformpolitik, Diskursdynamiken und Desinformation: TikTok als politischer Raum“ mit dem Medienforscher, Journalist und Berater Marcus Bösch statt, bei Talk #3 am 4.12. geht es um „Haltung zeigen auf TikTok: Zwischen Sichtbarkeit, Hate und Community-Arbeit“ mit den (freien) Creatorinnen Niyousha, Amira und Rosa Jellinek. Beide Termine finden digital via Zoom statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Interessierte können sich per Mail mit dem Betreff „TikTok“ anmelden.
Die Talk-Reihe wird im Rahmen des Projektes „Akademie #DigitalDemocracy – Nachhaltige Präventionsstrategien für ein demokratisches Netz“ angeboten, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird.
Fühlst du das auch? Über Politik & Emotionen: Ein Festival der Bildungsstätte Anne Frank 15.11.2025
Angst, Wut, Schmerz, Ohnmacht: Die drängenden gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit schlagen aufs Gemüt. Wo man auch hinschaut: Krisen, Kriege, Konflikte. Auf Social Media kochen die Gefühle hoch, Debatten verlaufen hoch emotionalisiert, Gräben vertiefen sich. Demokratiefeindliche Stimmen nutzen die Verunsicherung der Bevölkerung erfolgreich für ihre Zwecke und schüren den Hass. Wie aber ließe sich konstruktiv und demokratie fördernd mit Gefühlen umgehen? Wie lassen sich berechtigte Ängste oder die Wut über gesellschaftliche Missstände, über Ungerechtigkeit oder den wachsenden Antisemitismus und Rassismus als Antrieb für Veränderung nutzen? Und wie kann es gelingen, in krisenhaften Zeiten Empathie, Vertrauen, Zusammenhalt zu stärken? Das fragt die Bildungsstätte Anne Frank beim Festival der (politischen) Gefühle am Samstag, 15.11.2025 im Alten Englischen Theater in Frankfurt. Darin entwickeln die am Programm Beteiligten emotionsorientierte Perspektiven auf Demokratie und Zusammenhalt. Ein Festival mit inspirierenden Impulsen und Paneltalks, Stand-up-Comedy, Musik mit dem SHE Choir Frankfurt, Aylin Çelik u.a. sowie einer Abschlussparty mit BeShoo. Der Eintritt ist frei, Getränke/Verpflegung auf Selbstzahler*innen Basis.
Wann? Samstag, 15.11.2025, ab 14 Uhr
Wo? Altes Englisches Theater, Kaiserstr. 52, 60329 Frankfurt
Innovationsfonds Kunst für gemeinnützige Kultureinrichtungen in BW
Der Innovationsfonds Kunst – Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst BW fördert innovative Kunst- und Kulturprojekte in Baden-Württemberg, 2025 mit Fokus auf Demokratie und Kooperation mit regionalen Akteur*innen. Die Fördersumme beträgt 10.000–30.000 €, der Eigenanteil muss mind. 20 % betragen. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Kultureinrichtungen in BW (z. B. Theater, Museen, Clubs, Orchester, Festivals, Kunstvereine, Literatur- und Medienprojekte), gegründet vor 1.1.2022. Die Antragstellung von Kommunen, Privatpersonen oder nicht zugeordnete Einrichtungen ist nicht zulässig.
Bewerbungsfrist: 4.9.2025
Ergebnisse des Dialogformats zur Popkultur im ländlichen Raum veröffentlicht
Wie könnte Popförderung im ländlichen Raum aussehen, wenn sie ehrenamtliche Strukturen ins Zentrum stellt? Wenn zivilgesellschaftliche Akteur*innen nicht nur gehört, sondern aktiv in kulturpolitische Prozesse eingebunden wären? Wenn die Förderpraxis tatsächlich vereinfacht und Regularien an reale Bedarfe angepasst würden? Wenn tragfähige lokale Netzwerke langfristig gefördert würden – über Projektlaufzeiten hinaus? Die Wirkung wäre unmittelbar: Die Motivation vor Ort würde steigen – eine zentrale Voraussetzung für kulturelle Teilhabe, lebendige Kommunen und demokratisches Miteinander. Denn gerade im ländlichen Raum hängt kulturelles Leben maßgeblich vom Engagement und den Perspektiven Einzelner ab. Mit dem Projekt dialogFORM hat die Initiative Musik erste Schritte in diese Richtung unternommen: In strukturschwachen Regionen Nord- und Ostdeutschlands wurde ein partizipativer Prozess angestoßen, der lokale Stimmen ernst nimmt. In drei Veranstaltungen über sechs Monate diskutierten Festivalveranstalter*innen aus dem Bereich Popularmusik und Jazz in der Lausitz (Brandenburg/Sachsen), Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein ihre Bedarfe, Potenziale und Herausforderungen. Gemeinsam erarbeiteten sie acht konkrete Empfehlungen mit praxisnahen Lösungsansätzen. Die Ergebnisse sind jetzt gebündelt und veröffentlicht – und laden dazu ein, die Zukunft der Popkultur im ländlichen Raum mitzugestalten. Die Beispiele zeigen: Wirkung ist nicht nur am Ende messbar, sondern bereits im Prozess sichtbar. dialogFORM soll auch künftig als Dialogplattform für regionale Kulturkonferenzen dienen. Das Format versteht sich dabei als Grundlage für den Dialog zwischen Kultur, Verwaltung, Wirtschaft und Politik – mit dem Ziel, Kulturentwicklung stärker mit Regionalentwicklung zu verzahnen.
Offener Brief von CAE: Kultur ist unverzichtbar für Widerstandsfähigkeit & Sicherheit der EU
Das Netzwerk CULTURE ACTION EUROPE hat sich in einem Offenen Brief an die Europäische Kommission dafür ausgesprochen, die Kultur in die EU-Politik in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Abwehrbereitschaft und Demokratie einzubeziehen, da sie für die Widerstandsfähigkeit der EU unverzichtbar sei. Erstens stärke die kulturelle Teilhabe die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt, zweitens sei die Förderung europäischer kultureller Inhalte ein strategischer Schutz gegen Desinformation, hybride Bedrohungen und psychologische Kriegsführung durch autoritäre Regime. Drittens spiele die Kultur eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung auf Notfälle, indem sie Gemeinschaften mobilisiere, eine Infrastruktur für den sozialen Zusammenhalt bereitstelle und die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden fördere. Culture Action Europe fordert die EU u.a. den kommenden mehrjährigen Finanzrahmen (2028-2034) dafür zu nutzen, 30 Milliarden Euro in die Schaffung europäischer kultureller Inhalte und die Stärkung des demokratischen kulturellen Ökosystems in Europa zu investieren.
Mehr dazu hier.
Frankfurter Interkulturelle Woche fördert ausrichtende*n Verein/Initiative für 2025
Demokratie-Kampagne „Wir machen’s wirklich!“ vermittelt Kulturangebote
Ihr seid selbst Künstler*innen und wollt bei Kundgebungen und Demokratiefesten im Rahmen der Kampagne „Wir machen‘s wirklich! Ein solidarisches Brandenburg für alle“ dabei sein? Oder ihr seid auf der Suche nach Kulturangeboten für eure Veranstaltungen? Egal ob Livemusik, Theater, Lesung, Workshops oder andere Angebote. Kultur im Programm von Demokratiefesten, Kundgebungen und anderen öffentlichen Veranstaltungen stellt nicht selten eine große Hürde bei der Vorbereitung dar. Wer hier nicht weiterkommt und kurzfristig Kulturangebote suchen oder selbst anbieten möchte, kann sich in die Datenbank der Kampagne #machdeinkreuz der Kompliz* in Sachsen eintragen, die lokale Kulturfeste-Organisator*innen aus Brandenburg, Thüringen und Sachsen mit Künstler*innen in Kontakt bringt.
- 1
- 2

