XJAZZ! im Mai 2026 in Berlin abgesagt (jetzt unterstützen!)

Der Festivalleiter, Musiker und Labelbetreiber Sebastian Studnitzky hat kürzlich bekannt gegeben, dass er die für Mai geplante Ausgabe des seit 2014 stattfindenden XJAZZ! FESTIVALS absagen muss, weil die Kulturverwaltung die im Dezember 2025 zugesagten Gelder nicht auszahlt. Als Grund wurde mündlich „förderwidriges Verhalten“ angegeben, damit ist gemeint, dass mit der Arbeit am Projekt – mit mehr als 60 Acts – bereits begonnen wurde, bevor Gelder geflossen sind! „Das Förderkonstrukt der Berliner Kulturpolitik ist auf alarmierende Weise von der Wirklichkeit des Berliner Kulturlebens abgekoppelt“, kommentiert Jazzthing. Allein im Jahr 2025 mussten die Gesellschafter 125.000 Euro aus persönlichen Mitteln beisteuern, um verspätete, gekürzte und rückwirkend angefochtene Fördermittel auszugleichen. Eine weitere Absage dieser Größenordnung sei finanziell nicht tragbar, schreiben die Festivalmacher*innen auf ihrer Homepage. „Der Landtag hat drei Jahre in Folge eine eigene Haushaltslinie für unser Festival bewilligt. Die Verwaltung weigert sich, diese umzusetzen. Stattdessen: Prüfungen, Strafen und jetzt eine Streichung der Fördermittel – mitten in der Produktion. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Ohne eine politische Lösung ist das Festival am Ende,“ prophezeit Studnitzky.  Er sieht die Situation als Symptom für ein systemisches Problem in der Kulturförderung Berlins, das viele weitere Akteur*innen beträfe. Wer das Festival unterstützen möchte, wende sich schriftlich an die Senatorin für Kultur und die Kulturverwaltung – mit einer kurzen Erklärung, dass dieses Festival für die Berliner Szene wichtig ist und dass die Förderstrukturen reformiert werden müssen. Kontakt: Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson & Kulturverwaltung z. Hd. Dr. Steinhilber, Mail.

10.03.2026

Vernissage: Ausstellung über das Frauenmusikzentrum Lärm und Lust Berlin (ab 12.04.)

In Berlin der wilden 1980er Jahre kamen Frauen zusammen, um sich Räume zum Musikmachen und gemeinsamen Proben zu schaffen sowie eigene Netzwerke aufzubauen. Der Verein Lärm und Lust e. V. wurde 1982 gegründet und es wurden Räume in der Oranienstraße in Kreuzberg in Eigeninitiative ausgebaut. Die Musikerinnen stellten sich gegenseitig Instrumente und Equipment zur Verfügung. Austausch, Konzerte und Unterricht waren Bestandteile des Frauenmusikzentrums und gehörten zum Konzept. Es gab eine große Bandbreite von Musikstilen und Niveaus. Bei Lärm und Lust spielten und übten sowohl Anfängerinnen als auch Profis. Im Laufe der Jahre entstanden in Berlin und über die Stadt hinaus circa 80 Frauen-Bands sowie zahlreiche Frauen-Musikfestivals und -Initiativen. Eine Ausstellung in der Begine Berlin lässt diese intensive Zeit des Aufbruchs nun lebendig werden. Am 12.04.2026 wird sie ab 15 Uhr mit Livemusik von MoMas Berlin, uSAMBAras, Silke Fell und Maike Scheel eröffnet und ist bis 31.05. zu sehen. Am 22.04. könnt ihr um 18 Uhr bei einem Rundgang durch die Ausstellung mit Filmvorführung mitmachen.

04.03.2026