Preis der deutschen Schallplattenkritik Bestenliste 3/2025 ist erschienen
Der Preis der deutschen Schallplattenkritik hat eine neue Bestenliste veröffentlicht und die hält einige tolle Neuentdeckungen bereit. Mit einem Platz auf der Bestenliste zeichnen die rund 160 Musikkritiker*innen vierteljährlich die „besten und interessantesten“ Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate aus. Es gibt 32 Jurys, Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Die Grenzgänge-Jury hat sich zum Beispiel für das Album „Watersong“ entschieden, das die griechische Sängerin und Komponistin Savina Yannatou und Lamia Bedioui aus Tunesien mit dem Ensemble Primavera en Salonico aufgenommen haben. „Ein Stück Zuversicht durch Einheit in der Verschiedenheit“, lobt die Jury. Eine der beiden Jazz-Jurys wählte „After The Last Sky“ des tunesischen Oud-Spieler und Komponisten Anouar Brahem aus, an dem die Cellistin Anja Lechner mitgewirkt hat und mit dem Brahem an die Tragödie von Gaza verweist. In der Kategorie „Traditionelle ethnische Musik“ konnte das Ensemble Assafir um die Sängerin Clémence Gabrielidis punkten, das auf seinem Album „Travesèes“ Kreuzungen zwischen der Türkei und Griechenland vornimmt. Die Jury Club & Dance entschied sich für die CD „Tết 41“ der Berliner DJ JakoJako aka Sibel Koçer und lobt es paradoxerweise als „dezentes, still berührendes Album“. In der R’n’B, Soul & HipHop-Abteilung gewann „Golden Retrieve Her“ der in Brüssel lebenden Musikerin und Theatermacherin Adja Fassa (Foto), weil sie „mit ihrem Debütalbum einen dieser speziellen Momente, in denen außergewöhnliche Kunst wie aus dem Nichts zu entstehen scheint“ erschaffen habe.
Übrigens: Künstler*innen können ihre CD, Vinyl, DVD und Blu-ray sowie Digital VÖs selbst einreichen, möglichst direkt nach Erhalt aus dem Presswerk, idealerweise mehrere Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin, damit die Juror*innen ausreichend Zeit zum Anhören haben und der VÖ nicht mit den internen Nominierungsstichtagen kollidiert. Mehr zu den Einreich-Fristen hier.
Preis der deutschen Schallplattenkritik veröffentlicht neue Longlist
Der Preis der deutschen Schallplattenkritik stellt die aktuelle Longlist 3/2025 vor. Die zurzeit 153 Kritiker-Juror*innen haben in 32 Kategorien insgesamt 283 Neuerscheinungen des letzten Quartals nominiert, die für die nächste Bestenliste in Frage kommen. Im Bereich Jazz sieht es diesmal recht mau aus: in der Jury I wurden lediglich das Album „On And On“ der Saxofonistin Kristina Brodersen aka Kristina 4 sowie Stefanie Schlesingers & Wolfgang Lackerschmids „Sharing Secrets“ nominiert; die zweite Jazzjury fand überhaupt keine weiblich bzw. FLINTA*-geprägte Musik, die sie für würdig hielt (!). In der Kategorie „Weltmusik“ sieht es schon besser aus: Neben Melanes unwiderstehlichem Album „Mirrors & Windows“ (CD-Tipp) (Foto) wurde die mexanische Musikerin Natalia Lafourcade mit ihrer gefühlvollen CD „Cancionera“ aufgestellt. Die renommierte finnische Musikerin Päivi Hirvonen wurde mit ihrem Album „Maa palaa (Die Erde brennt)“ gleich zweimal nominiert. In der gleichen Kategorie konnten das Kölner Duo toi et moi mit „Mon Armoire“ und das finnische Folkensemble Värttinä punkten. Bei den Liedermacher*innen finden sich Lucy Van Kuhl, Synje Norland u.a. Der „Folk & Singer/Songwriter“-Jury hat Kristina Künzels Trio Silja mit dem Zweitling „Tradtuur“ und auch die Musik des britischen Duos Sound of the Sirens besonders gefallen, das sein Album im Eigenverlag herausgebracht hat. Neben (der zweimal nominierten) Sophia Kennedy, Valerie June, Cari Cari und Die Heiterkeit haben Blond mit ihrem dritten Studioalbum „Ich träum doch nur von Liebe“ eine Chance auf einen Preis. In der Electro-Abteilung wird u.a. Eskas „The Ordinary Life of a Magic Woman“ genannt. Die Jury Blues fand u.a. Ally Venables CD „Money & Power“ und „Paper Doll“ von Samantha Fish herausragend, bei R’n’B, Soul & Co. wurden Alben von Adja, Annie & The Caldwells, Ellen Beth Abdi, Emma-Jean Thackray u.a. nominiert. Die Bestenliste 3/2025 wird am 15. August veröffentlicht. Wir drücken allen die Daumen!
Deutscher Jazzpreis 2025 an 22 Preisträger*innen vergeben
Am 13.6.2025 wurden bei der Verleihung des Deutschen Jazzpreises im Kölner E-Werk 22 Preisträger*innen geehrt und einmal mehr die Vielfalt und Energie des Jazz eindrucksvoll gezeigt. Aus 76 Nominierten wählte eine international besetzte Hauptjury die diesjährigen Preisträger*innen in insgesamt 22 Kategorien aus – von künstlerischen Leistungen über Albumproduktionen bis hin zu Festivals, journalistischen Leistungen und Projekten der Musikvermittlung. Auf der Liste der Geehrten stehen Sera Kalo (Vokal), Ingrid Laubrock (Holzblasinstrumente), Philo Tsoungui (Schlagzeug/Percussion), Eva Klesse (Künstler*in des Jahres) (Foto: Maxim Francois), Jihye Lee Orchestra (Großes Ensemble des Jahres International), Do you remember? – Sonic Interventions (Newcomer*in des Jahres), ØKSE – ØKSE (Album des Jahres International), Good Intentions – Alden Hellmuth (Newcomer*in des Jahres International), PlanetWoman – Birgitta Flick (Komposition/Arrangement des Jahres) u.a. Das PENG Festival wurde Festival des Jahres und die Jazzpilot*innen der Deutschen Jazzunion bekamen einen Preis in der Kategorie Musikvermittlung & Teilhabe. Uschi Brüning wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die Gewinner*innen dürfen sich nicht nur über die renommierte Trophäe freuen, sondern erhalten auch ein Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro. Auch die Nominierten, die keinen Preis mit nach Hause nehmen, werden mit 4.000 Euro gewürdigt.
Preis der Deutschen Schallplattenkritik: Neue Bestenliste veröffentlicht
Mit einem Platz auf der Bestenliste zeichnet der Preis der Deutschen Schallplattenkritik vierteljährlich die „besten und interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate“ aus. Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Gerade hat die 155köpfige Jury aus der letzten Longlist die zweite Bestenliste dieses Jahres zusammengestellt, in der leider nicht viele weibliche bzw. FLINTA* Künstlerinnen* vorkommen. Eine der Jazz-Juries listet das Album „Young And Foolish“ von Florian Raepke Big Band & Charlotte Illinger, einer Bigband mit starker Sängerin, die auch jazzfernere Instrumente wie Streichquartett, Harfe und Oboe vereint. Gleich zwei Preise im Genre Alternative & Pop bekommt FKA Twigs für ihr Album „Eusexua“ und ihren experimentellen Popsound, der souverän die Genre-Grenzen sprengt. In „Electronic & Experimental“ wurde die Berliner Band Das Ende der Liebe x su dance110 (Foto: Peer Kugler) mit „Persist“ für ihren „wilden Trip durch spannungsgeladene Gefühlslandschaften in fragiler Zeit“ mit der Stimme von su dance110 (they/them) geehrt.
Jutta Hipp Preis 2025 vergeben
Seit 2023 vergibt der Jazzverband Sachsen seinen Jutta Hipp Preis. In den Kategorien Komposition und Improvisation werden alle zwei Jahre herausragende Jazzmusiker*innen ausgezeichnet, die im Leben und Wirken mit dem Freistaat Sachsen verbunden sind und dessen kulturelle Landschaft mit ihrem Wirken bereichern. In diesem Jahr wurde aus mehr als 60 Bewerbungen das Marina Schlagintweit Large Ensemble in der Kategorie Komposition ausgewählt. Jeder Kategoriepreis ist mit 3.000 Euro dotiert. Der Ehrenpreis geht an den Saxstall in Pohrsdorf. Preisverleihung und Preisträgerkonzerte finden am 22. Mai im Malzhaus in Plauen.
Preise für Popkultur 2025 vergeben
Nach einjähriger Pause und dem Umzug aus Berlin hat der Preis für Popkultur am 23. April 2025 sein Comeback gefeiert – erstmals in der Rheinterrasse in Düsseldorf. Der bundesweite Award, der von einem unabhängigen Verein getragen und ehrenamtlich organisiert wird, würdigte damit zum achten Mal herausragende popkulturelle Leistungen. Über 900 Künstler*innen, Branchenakteur*innen und Kulturinteressierte feierten zusammen die Vielfalt, Innovationskraft und gesellschaftliche Relevanz aktueller Popmusik und -kultur. Insgesamt wurden Auszeichnungen in zwölf Kategorien vergeben – vom Lieblingsalbum bis zum Lebenswerk. Letztere ging an die Produzentin, Komponistin und Musikerin Annette Humpe (Foto), während das internationale Netzwerk Keychange den Preis für Herausragendes gesellschaftliches Engagement bekam. Mine wurde für ihr großartiges Video „Ich weiß es nicht“ ausgezeichnet. Paula Hartmanns Album „Kleine Feuer“ und die deutsch-amerikanische Produzentin PHEA wurden ebenfalls gewürdigt. Der Preis soll künftig in wechselnden Städten gefeiert werden.
Innenstadtpreis Rheinland-Pfalz
Die Zukunft unserer Innenstädte bildet einen ressortübergreifenden Schwerpunkt der Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Die Stadtzentren als wirtschaftliche, kulturelle und kommunikative Zentren des Austauschs und des Miteinanders sollen lebendiger und noch attraktiver werden. Das Ziel sind Ortszentren, in denen die Menschen sich gerne aufhalten, in denen sie wohnen, sich begegnen, einkaufen und entspannen, Kunst und Kultur sowie Handwerk und Gastronomie erleben. Rheinland-Pfalz als Land des Miteinanders und der Gemeinschaft ist prädestiniert, seine ländlichen wie urbanen Zentren mit ihren unterschiedlichen Charakteren wieder stärker zum Strahlen zu bringen. In vielen Innenstädten und Ortsmittelpunkten haben engagierte Akteur*innen schon kreative Ideen umgesetzt. Sie haben dazu beigetragen, Leben in ihre Zentren zu bringen und deren Attraktivität deutlich zu steigern. Erfolgreiche, umgesetzte bzw. laufende Projekte sollen nun erstmals mit dem neuen Innenstadtpreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet werden. Der Preis dokumentiert nachahmenswerte Beispiele, motiviert zu eigenen Initiativen und leistet einen weiteren Beitrag zur Belebung der Innenstädte und Ortszentren. Bewerbungsfrist: 30. Mai 2025
Landmusikort 2025
Die Auszeichnung zum „Landmusikort des Jahres“ wird im Jahr 2025 erstmalig über den BMCO ausgeschrieben. Sie regt Kommunen und Gemeinden zu neuen Konzepten an, fördert innovative Projekte und befähigt lokale Leuchttürme mit ausstrahlendem Vorbildcharakter zur Sichtbarmachung und Vernetzung von Musikgeschehen. Der Preis wird an Bewerber*innen mit einem besonders lebendigen, innovativen, blühenden Kulturleben und insbesondere das der Amateurmusik und des ehrenamtlichen Engagements verliehen. Kommunen aus dem ländlichen Bereich sind gemeinsam mit ihren kulturellen Einrichtungen, Vereinen und Ensembles eingeladen, sich um die Auszeichnung als Alleinstellungsmerkmal zu bewerben. Einsendeschluss: 15. April 2025
PRO MUSIK Award 2025: jetzt nominieren!
2025 vergibt der Musikverband PRO MUSIK zum dritten Mal den PRO MUSIK Award an eine Person oder Initiative, die sich besonders für die Belange freier Musikschaffender einsetzt. Dafür startet jetzt die Nominierungsphase; bis 09.03.2025 könnt ihr eine Nominierung einreichen, auch, wenn ihr nicht Mitglied seid. Der PRO MUSIK Award ist mit 1.000€ dotiert. Schickt eure Nominierung inklusive der Begründung per Mail.
Jazzpreis Brandenburg (Bewerbungsschluss: 28.02.2025!)
Noch bis zum 28. Februar 2025 können sich Musiker*innen für den Jazzpreis Brandenburg bewerben, die den ersten Wohnsitz in Brandenburg haben und kontinuierlich im Konzertleben aktiv sind. Mit dem Jazzpreis Brandenburg soll eine herausragende künstlerische Leistung und eine Person gewürdigt werden, die*/der in besonderer Weise einen prägenden und inspirierenden Beitrag zum Jazzleben in Brandenburg leistet und mit wichtigen künstlerischen Impulsen über das Bundesland hinaus strahlt. Der mit 5.000 € Preis wird im Zusammenhang mit einem Konzert, welches im Rahmen der kommenden „jazzwerkstatt Peitz“ stattfindet, verliehen. Des Weiteren wird der/die* Preisträger*in im Folgejahr zu einer „Residency“ nach Peitz eingeladen, wo ein neues Projekt entwickelt werden kann. Dieses soll im Anschluss beim Veranstalter, der jazzwerkstatt Peitz 2026 präsentiert werden. Eine entsprechende Gage für die Zeit der Residenz sowie das Konzert ist für alle Bandmitglieder*innen geplant.
Bestenliste 1/2025 erschienen
Die Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik hat ihre erste Bestenliste in diesem Jahr veröffentlicht. Damit zeichnet sie vierteljährlich die Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate aus, die sie für die besten und interessantesten hält. Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. In der Kategorie Weltmusik wurde das Album „Kan Ya Makan/Once Upon A Time“ ausgezeichnet. Das Album der französischen Cellistin und Songschreiberin Nesrine (Foto: Nerea Coll) macht Erfahrungen aus der eigenen Familiengeschichte zum Thema und enthalte „geschmeidige Chansons mit arabischem Seidenschal und mediterranem Parfüm“. Die R’n’B-, Soul- und HipHop Jury entschied sich für Allysha Joys Album „The Making Of Silk“, das sie im Alleingang produziert hat. Die Alternative-Jury überzeugte Soap&Skin aka Anja Plaschg, die auf „Torso“ grandiose Coverversionenen versammelt. Als bestes Folk-& Singer-/Songwriteralbum befand sie das zweite Weihnachtsalbum der Sängerin und Harfenistin Nadia Birkenstock „A Light So Bright“, das sie als „ausbalanciertes Werk(…) das tänzerische Leichtigkeit und besinnliche Ruhe verbindet“, bezeichnet.
Preis der Deutschen Schallplattenkritik: wie ihr eure Alben einreicht
Im Verein „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ haben sich Musikkritiker*innen und Journalist*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, um regelmäßig herausragende Musik- und Wortproduktionen auszuzeichnen. Dieses Gremium aus maximal 160 Juror*innen legt Wert darauf, zu unabhängigen Urteilen zu finden, unbeeinflusst von den Interessen der Tonträger- und/oder Hörbuchproduzent*innen. Quartal für Quartal sichten und prüfen die Juror*innen alle aktuellen Neuveröffentlichungen. Jeweils fünf Juroren*innen bilden eine der 32 Fachjurys der unterschiedlichsten Genres vom Jazz über Folk und Heavy Metal bis zu Rock und HipHop. Die Jurorinnen und Juroren geben vierteljährlich Bestenlisten heraus, außerdem verleihen sie einmal jährlich in öffentlichen Veranstaltungen Jahres- und Ehrenpreise an Künstler sowie die „Nachtigall“ als höchste künstlerische Auszeichnung. Musiker*innen können ihre Neuerscheinungen selbst einreichen und die Juror*innen auf ihr Album aufmerksam machen. „Es empfiehlt sich, die Bemusterungen z.B. direkt nach Erhalt aus dem Presswerk vorzunehmen, idealerweise mehrere Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin (VÖ), damit die Juror*innen ausreichend Zeit zum Anhören haben und der VÖ nicht mit den internen Nominierungsstichtagen kollidiert“, heißt es in den FAQs. Dort könnt ihr die jeweiligen Stichtage nachlesen.