Lisa Wahlandt

“Wo-wo-wonder“

Geschmeidig kommt sie daher, wie eine Katze. Schleicht sich mit warmen, leichten, eleganten Klängen unwiderruflich ins Gehör. Einmal gehört, kann man diese Musik so schnell nicht wieder vergessen, sie ist eingebrannt. Lisa Wahlandt, in München verortet, ist keine unbekannte Jazz-Größe mehr. Sie studierte in Linz und New York und unterrichtete in Regensburg und München. Dieses Album ist nun das sechste, das sie als Leaderin und Komponistin vorlegt. Bereits mit dem Vorgänger-Album „Stay A While“ präsentierte sich Wahlandt mit dem kongenialen Jazztrio „Trio Elf“ Walter Lang (p), Sven Faller (b) und Gerwin Eisenhauer am Schlagzeug (per). Diese Besetzung ist ein ausgesprochen glückliches Zusammentreffen und man merkt die jahrelange, gewachsene Zusammenarbeit unter den MusikerInnen. Die Instrumentalisten gehen über eine gewöhnliche Begleitung der Sängerin hinaus, sie ergänzen und vervollständigen teilweise den Gesang. Besonders schön ist dies zu hören im zweiten Track „She Devil From The Suburbs“, in dem die Klavierpassagen den Gesang fortführen. Die meisten Stücke übrigens stammen aus Wahlandts Feder, aber es gibt auch ein paar hinreißend gute Coverversions, beipsielsweise „Love Of The Common People“ von Paul Young mit den groovigen Bass-patterns von Gerwin Eisenhauer. Oder „Umbrella“ von Rihanna, das die klebrigen Beats des Originals gegen leichtfüßige Klavierklänge eintauscht und ersteres erfreulicherweise schnell vergessen lässt. Lisa Wahlandts ausgefeilte, präzise Gesangskunst kommt übrigens im Song „Oh, Sister“ (von Bob Dylan) besonders gut zum Ausdruck. Also, was bleibt noch zu sagen? Musik besorgen, zurücklehnen und genießen!

CD, 2012, 14 Tracks, Label: Enja

Sandra Müller-Berg

08.06.2012