Kelela
“New Avatar“
Auf ihrem dritten Studioalbum „New Avatar“ entwickelt die US-amerikanische Künstlerin Kelela ihre Vision des eigenen, kompromisslosen künstlerischen Ausdrucks weiter. Als Schwarze queere Musikerin in einem männlich geprägten Business, noch dazu mit äthiopischen Wurzeln, musste sie sich schon immer ihren eigenen Weg erkämpfen. Gerade im R’nB sei „klanglicher Rassismus“ weit verbreitet, zeige sich in der geringen Wertschätzung für die Tiefe und Komplexität des Genres. „I’m reclaiming space“, sagt sie in einem Interview selbstbewusst. Jetzt dürfen die Fans eine weitere Facette von ihr erleben, bei der sie sich mit Schönheit in dunklen Zeiten beschäftigt. „Ich möchte nicht, dass die Musik von dem ablenkt, was wirklich in der Welt vor sich geht; ich möchte, dass sie dir hilft, dich darauf einzulassen (…) und mit der Schönheit und Freude in Kontakt zu kommen, die du erlebst“. Dazu schenkt uns Kelela ihre wunderbar souligen, in viel Hall gebetteten Gesänge, die auf verzerrte Gitarren treffen, von elektronischen Sounds und tanzbaren Grooves unterlegt. Bei der Kollabo mit Foushee „New Life Forms“ zelebriert sie Sisterhood, in „Bridge“ zeichnet sie mit Pinkpantheress eine unwiderstehliche Anziehung nach. Und natürlich finden Wut, Widerstand und Misogynie auch einen Platz in ihren Lyrics. Eine coole Scheibe. Video
CD, 2026, 12 Tracks, Label: Warp Records
Mane Stelzer28.07.2026

