Magdalena Ganter

“Neo Noir“

Chanson, Pop, Jazz, eigenwillige Lyrik und eine originelle Darbietung – das fällt mir spontan bei den ersten Tracks von „Neo Noir“ ein. Wie Ganter ihre Texte kredenzt, hat schon fast Grönemeyer-Format, dazu kommen ein Hineinwerfen von Satzfragmenten, Theaterattitude, Varieté, Kabarett, Jazz. Ganter kommt vom Fach, sie ist eine studierte Schauspielerin und Sängerin und gewohnt, Gefühlswelten auszuloten und in Rollen zu schlüpfen: ob humorvoll-genüssliche Abrechnung mit dem Lover („Nackt“) oder rührige Poesie vom Punkerengel, ob Momentaufnahme eines noch unsortierten Morgens (im Corona-Lockdown?), Abschied von einer unglücklichen Liebe, zarter Liebesmoment oder Drahtesel-Reise durch das Großstadtlabyrinth Berlins. Es schwingt viel Hoffnung in ihren Songs, die wir alle so gut gebrauchen können in dieser merkwürdigen Zeit. Ein Mut, neue Wege zu gehen, sich zu offenbaren und das in Worte zu kleiden, was eine*n bewegt. Die preisgekrönte Künstlerin, die sich auf ihrem Solodebüt am Piano prägnant selbst begleitet, hat die 13 Songs mit ihrem musikalischen Partner Simon Steger ersonnen, mit dem sie auch im Trio Mockemalör spielt; produziert hat das Album Tobias Siebert (And The Golden Choir, Me And My Drummer). Die Songs machen Spaß und schreien danach, live präsentiert zu werden. Es wird Zeit, dass wir Künstler*innen wie Magdalena Ganter wieder live auf der Bühne sehen können.

CD, 2021, 13 Tracks, Label: Revolver Distribution Services

Mane Stelzer

24.03.2021