Ghalia Volt

“Burn The House Down“

Da legst di nieder – so sagt man in Bayern, wenn einen etwas umhaut, und das dachte ich mir, als ich mir die neue, die 6. Scheibe der gebürtigen Belgierin anhörte. So American Roots-mäßig, so echt, so frisch klingt sie, als hätte die Sängerin, Gitarristin, Texterin und Komponistin das vielseitige Genre mit der Muttermilch aufgesogen. In nur zwei Tagen mit einer kleinen Band – Bass, Drums und einem weiteren Gitarristen, mit dem sie sich trefflich duelliert, in Nashville live aufgenommen, ohne technische Mätzchen, völlig unprätentiös, rockt sie los… Moment – rockt? Sollte es nicht heißen: bluest? Ghalia spielt eine raue, meist schnelle, hypnotische Variante, den „Hill Country Blues“. Zündelnd zeigt sie sich auf dem Cover, und im Innenteil des Covers qualmt die Südstaaten-Hütte – „Wreckin‘ and Rollin‘ “ sozusagen, so ein Titel. Aber keine Angst, destruktiv ist das Ganze nicht, nur energiegeladen. Schön groovig und laid back das erste Stück „No Ice Please“. „Where Do We Go“ nimmt Tempo raus, das „Wrong Horse“ geht im Galopp los, der langsam beginnende „River Song“ bietet interessante Tempowechsel. Das Ganze erinnert an einen gelungenen Auftritt im Lieblingsclub. Für die Liebhaberin handgemachter Musik sehr zu empfehlen!

CD, 2026, 11 Tracks, Label: Ruf Records

Fee Kuhn

18.06.2026