Jeanine Vahldiek Band

“A Little Courage“

Diese beiden haben auf jeden Fall „a little courage“: Jeanine Vahldiek und Steffen Haß setzen auch bei ihrem zweiten, gleichnamige Album ganz auf Harfe, Percussion und Gesang und mehr braucht es eigentlich auch nicht bei ihrer akustischen Musik. Die Harfe fristet ja in der Popularmusik ein eher schattiges Dasein – hört man in das Album der beiden Berliner MusikerInnen rein, fragt man sich jedoch, warum ihre Klangfarbe eigentlich der Klassik vorbehalten sein soll. Sehr atmosphärisch, aber nicht kitschig, einfach schön sich diese Klänge und es wundert nicht, dass die beiden in ihrem gut gefüllten Terminkalender oft in Kirchen spielen, wo die Musik besonders gut zur Geltung kommen kann. Doch mit Klassik wollen die beiden, die auch privat ein Paar sind, bei ihrem seit 2010 bestehenden Bandprojekt nichts am Hut haben. Folkiger Pop-Jazz ist ihr Metier, die Texte sind in Deutsch und Englisch und Vahldiek singt sympathisch ungekünstelt, Backgroundvocals verstärken ihren gefühlvoll-zärtlichen Gesang. Neben zahlreichen Rhythmusinstrumenten sorgen zusätzliche Instrumente wie die Flöte in „Back Off“ oder die Gitarre in „I Feel Alive“ (Jan Rase) überraschende Akzente. Überhaupt stecken die beiden studierten OrchestermusikerInnen voller Ideen, was sich in den Arrangements und Rhythmen widerspiegelt, sodass die Musik nicht langweilig wird. Vahldiek, die nicht nur Musik, sondern auch Naturheilkunde studiert hat, hat dabei vor allem eins im Sinn: „So ist das auch auf den Konzerten. Keiner weiß, was ihn erwartet. Und dann ist es immer schön. Die Menschen sind dann am Ende immer ruhig, entspannt und glücklich. Das ist das, was wir erreichen wollen“. Wenn ich einen Kompositionsauftrag an die Jeanine Vahldiek Band vergeben dürfte, würde ich mir noch eine rein instrumentale Komposition von ihr wünschen. Emotionen pur ohne Worte.

CD, 2012, 14 Tracks, Label: Tonicum

Mane Stelzer

20.02.2013