Jahrespreise des Preises der Deutschen Schallplattenkritik veröffentlicht
Einmal jährlich trifft sich der Jahresausschuss des PdSK e.V., um zehn Jahrespreise für die besten Produktionen des zurückliegenden Jahres zu bestimmen. 119 Titel waren von der Gesamtjury vorgeschlagen worden und schafften es auf die Longlist, 10 wählte der Jahresausschuss für einen Preis aus. Ein Jahrespreis geht an die mauretanische Griot, Sängerin und Spielerin der Winkelharfe Ardin Noura Mint Seymali und ihr Album „Yenbett“, das als „psychedelischer Sound-Sturm in urbaner Sahara-Rock-Band-Kulisse“ und Gesamtkunstwerk gelobt wird. Auch Dota verleiht die Jury einen Preis für ihre CD „Im Springbrunnen“ und schreibt: „Für dieses ‚Feuer, das die Nacht erhellt‘ und an dem wir die Seele wärmen, wird der Jahrespreis verliehen“. Eine weitere Preisträgerin ist die „Stimmkünstlerin von großem Format“, die seit 2013 in Berin lebende Ukrainerin Ganna (s. Cover). Auf ihrem Album „Utopia“ mache sie „glaubhaft Hoffnung, dass man viel finden kann, wenn man sich öffnet. Wie wichtig in diesen Zeiten!“. Die CD „Lux“ der katalanischen Sängerin Rosalía, auf der sie erstmals mit dem London Symphony Orchestra zusammenarbeitet und in 13 Sprachen singt, fand ebenfalls Gefallen. „Inhaltlich handelt ‚Lux‘ von weiblicher Mystik: Heilige wie Teresa von Ávila oder Hildegard von Bingen werden zu Projektionsflächen für Liebe und Transzendenz – nicht religiös im engen Sinn, sondern als Gegenentwurf zur algorithmisch durchrationalisierten Gegenwart. Dass dieses Wagnis aufgeht, macht ‚Lux‘ zu einem der bemerkenswertesten Alben des Jahres“, befand die Jury.

