Erster großer Städtevergleich zur öffentlichen Musikförderung in der Schweiz
Die Schweizer Musikvielfalt-Initiative hat erstmals Kennzahlen aus Basel, Bern, Genf, Lugano, Lausanne und Zürich herangezogen, um einen ersten großen Städtevergleich der öffentlichen Musikförderung zu erstellen. Ermittelt wurde, welche Musik wie gefördert wird, was mit Steuergeldern oder aus den Lotteriefonds finanziert wird und wie viel Förderung mehrjährig an dieselben Empfänger*innen geht. Die zentralen Ergebnisse:
- Zwischen 99 und 375 Franken pro Einwohner*in (105-400 Euro) investieren die größten Städte jeder Sprachregion in der Schweiz in die Musik.
- Zwischen 76-95 % des gesamten Musikbudgets wird in die Gruppe „Klassik“ investiert.
- Über 80 %, teils sogar über 90 % der gesamten Musikförderung gehen mehrjährig an die gleichen Empfänger*innen. Das heißt, die Gruppe „Klassik“ bindet in allen Städten zwischen 70 und 90 % aller Fördermittel. Der bewegliche Fördergeldanteil ist überall minimal.
Die Studie soll „für Politik, Musikbranche, Verbände und die breite Öffentlichkeit eine Beurteilungsgrundlage liefern für die großen Herausforderungen in der Kultur: die Teilhabe einer immer diverseren Bevölkerung am kulturellen Leben und faire Arbeitsbedingungen für alle in der Musik“. Die Musikvielfalt-Initiative ist aus der gleichnamigen Basler Volksinitiative entstanden, die erreichen wollte, dass die Stadt Basel die freie Musikszene in Zukunft mit 30 anstatt 10% fördert. Zwar wurde der Volksentscheid 2024 abgelehnt, die Initiative macht aber weiter und will eine schweizweite Bewegung starten.

