Suzi Quatro

“Freedom“

Auf dem Cover ihrer inzwischen 19. CD sitzt die 76(!)jährige Musikerin, Komponistin und Texterin freihändig mit umgehängtem Bass auf einem schweren Motorrad – bloß nicht nachmachen, das geht schief… und Suzy hat das garantiert nur symbolisch gemeint: Nach über 50 Jahren Musizieren, als erste Frau, die nicht „nur“ singt, sondern dazu Bass spielt, was ihr den Titel „Queen of Rock“ einbrachte, fühlt sie sich absolut frei, sie selbst zu sein, ihr Ding zu machen, nichts beweisen zu müssen. Das gelingt ihr musikalisch sehr gut; die 12 Songs sind Hard Rock im besten Sinne, schnörkellos, geradlinig und fetzig. Balladen gibt’s keine, höchstens mal eine melodiöse Midtemponummer („Choose Yourself“). Die Texte der fast ausnahmslos – zusammen mit ihrem Sohn – selbst geschriebenen Songs spiegeln ihr weibliches Selbstbewusstsein wider, sei es „Little Miss Lovely“- süßer Name, aber knallharte Frau. Musste sie sich früher bestimmt auch anhören – bei ihrer Körpergröße von 1,52 m.  „Choose Yourself““ – der Titel spricht für sich. „Here’s Ya Boots“ – ein Typ wird gnadenlos rausgeschmissen: „Hier, kannst ein Foto mitnehmen, hilft Dir vielleicht, zurecht zu kommen“ – schade, dass mir der Spruch bei Bedarf nicht selber eingefallen ist… Im Duett mit Alice Cooper thematisiert sie in MC5’s „Kick Out The Jams“ ihre gemeinsame Geburtsstadt Detroit.  Ihr Sohn spielt die Gitarre und liefert einige passende Soli, produziert hat er auch. Und ihre gereifte Stimme gefällt mir heute viel besser als das früher teils arge Gequietsche. Eine Scheibe, nicht nur für Fans!

CD, 2026, 12 Tracks, Label: Chrysalis

Fee Kuhn

30.06.2026